02/02/2023
Heute ist der Tag des Igels 🦔🦔🦔
So könnt ihr ihn unterstützen
Warum geht es eigentlich Igeln so schlecht, dass sie in manchen Bundesländern schon auf der Roten Liste für gefährdete Arten stehen?
Igel ernähren sich maßgeblich von Insekten. Und zwar dem „unappetitlichen Krabbelgetiers“, das manche am liebsten aus ihrem Garten verbannen: Laufkäfer, Spinnen, Asseln.
Igel sind natürlich auch Opfer des Insektensterbens. Da der Bestand an Insekten bekanntermaßen um drei Viertel zurück gegangen ist, müssen sie sich heute von dem restlichen Viertel ernähren. Das reicht aber nicht. Viele Igel verhungern oder werden auf ihren immer längeren Wanderungen der Nahrungssuche Opfer eines Verkehrsunfalls.
In ihrer Verzweiflung machen sich Igel dann über Schnecken und Würmer her, die natürlicherweise NICHT bzw. kaum zu ihrem Nahrungsspektrum gehören. Schnecken sind voller Parasiten und übertragen u.a. Lungenwürmer, an denen Igel erbärmlich ersticken.
Obst und Vogelfutter sind ebenfalls keine adäquate Igelnahrung, sondern schlechte Notlösungen, die den Igel nicht wirklich ernähren.
Einmal geschwächt wird das Immunsystem nicht mehr mit Parasiten und Krankheitserregern fertig. Und Verletzungen durch Mähroboter, Tellersensen und Fadenschneider geben ihnen dann endgültig den Rest.
Mit etwas Glück bekommen sie Hilfe in einer der ehrenamtlichen Igelstationen, oft aber können sie nur noch erlöst werden.
Dieser lange Exkurs ist wichtig um zu verstehen, was jeder Gartenbesitzer tun kann. In erster Linie ist es wichtig, natürliche Igelnahrung, nämlich Käfer, Spinnen und Asseln zu dulden und zu fördern. Und das geht so:
🦔 Sämtliche Gifte aus dem Garten verbannen
🦔 Humoses Material anbieten, von dem sich u.a. viele Käfer ernähren: etwa verrottetes Laub unter den Sträuchern liegen lassen.
🦔 Dunkle, feuchte Unterschlupfmöglichkeiten schaffen, etwa eine Hecke aus Wildsträuchern mit einer Krautschicht auf dem Boden
🦔 Laubbläser und Laubsauger in die Tonne! Er zerstört unzählige Kleinstlebewesen, die für Igel, aber auch für Vögel wichtig sind. Und die Killermaschine Mähroboter hat in einem
(igelfreundlichen) Garten schon mal gar nichts zu suchen!
🦔 Totholzecken schaffen: Viele Käfer ernähren sich von abgestorbenem Holz
🦔 Komposthaufen anlegen: Auch hier leben zahlreiche Käfer und vermehren sich im zersetzten Pflanzenmaterial
🦔 Beete im Herbst mit einer Laubschicht bedecken: Sie bieten Käfern Unterschlupf
🦔 Im Herbst: Laubhaufen für die Igel als Winterquartier anlegen
🦔 Auf Kunstdünger verzichten
🦔 Nicht jedermanns Sache, aber: manche Käfer lieben Pferdemist;-)
🦔 Wer nicht zufällig eine Spinnenphobie hat, sollte diese Igelnahrung wertschätzen:-)
Wer Igel im Garten füttern möchte, sollte das nicht mit Igelfutter aus der Zoohandlung tun, (das taugt leider gar nichts), sondern mit hochwertigem Katzennassfutter ohne Gelee und Soße.
Mehr Tipps zur Fütterung findet ihr unter diesem Link:
https://www.igelfreunde-ruhrgebiet.de/.../nahrung-des-igels/
Falls ihr einen verletzten oder aus dem Winterschlaf aufgewachten Igel findet: Tipps für Soforthilfe und Adressen gibt’s zum Beispiel bei pro igel http://www.pro-igel.de)