Kinder-und Tierschutz-Hof Hahnenberg e.V.

Kinder-und Tierschutz-Hof Hahnenberg e.V. Beratung, Vermittlung, Aufnahme von Nottieren, Hundetraining, Pension, tiergestützte Aktivitäten

Wendy und die Geschichte warum Hunde Hunde brauchen Wir wollten euch schon längst von Wendys Happy End berichten - nur k...
13/05/2026

Wendy und die Geschichte warum Hunde Hunde brauchen

Wir wollten euch schon längst von Wendys Happy End berichten -
nur kurz zur Erinnerung:

Anfang des Jahres kam die 10-jährige Hündin aus der Vermittlung zurück. Ihr Frauchen musste schwer erkrankt in eine Einrichtung; der erwachsene Sohn bekam eine Absage vom Vermieter für die abgesprochene Übernahme des Hundes - zusätzlich gab er aber auch an, dass Wendy nicht „ansprechbar“ beziehungsweise sehr zurückgezogen sei.

Wie sie dann aber bei uns ankam, war auch für uns ein Schock - schließlich hatten wir Wendy in bester Absicht vor fast 10 Jahren an ein wirklich tolles Frauchen vermittelt.

Nach so vielen Jahren im gewohnten Umfeld sorgte die Rückgabe bei Wendy für einen dramatischen Zusammenbruch. Sie fraß die ganze erste Woche nichts, wollte sogar nicht mal trinken, nicht raus, lag nur in ihrem Körbchen.
Uns und den Hunden gegenüber zeigte sie sich extrem eingeschüchtert: mit Artgenossen schien sie definitiv länger keinen Kontakt gehabt zu haben, ihr Fell war gezeichnet von dem Leben im Haus (kaum draußen), ihre Muskulatur war stark verkümmert, und sie war ängstlich und sichtlich überfordert mit eigentlich alltäglichen Reizen.

Jetzt könnte man denken - und leider tun die Menschen das auch oft - das ein Hund der sich so verhält, sicher schlimmste Misshandlungen erlebt haben muss. Also bei ihrem Frauchen.

Aber Wendy wurde nicht misshandelt. Nicht im eigentlichen Sinne.
Wie bei so vielen ängstlichen, gestressten (unruhigen) und erschöpften Hunde entstehen diese Verhaltensauffälligkeiten nämlich nicht (nur) durch offensichtliche Gewalt - sondern vor allem durch fehlende Sicherheit, Schutz, Struktur, Bedürfnisbefriedigung (hündische!), und sozialer Führung (Anmerkung: aufgrund der negativen Assoziation mit dem Wort Führer/Führung haben wir uns für den Begriff „Soziale Führung“ entschieden - was diese beinhaltet erklären wir gesondert!).

Verhaltensbiologisch bedeutet ein Leben in dauerhafter Unsicherheit für Hunde wie in Wendys Fall extremen Stress. Und zwar immer.
Ein Hund, der ständig selbst entscheiden, sich selbst schützen muss, lebt in einer permanenten erhöhten Wachsamkeit.
Und das bedeutet: das Nervensystem kommt nie zur Ruhe!
Aber genau das verhindert auch die Habituation an alltägliche Reize. Nicht weil Frauchen diese vermeidet, sondern weil Frauchen ihr keine Sicherheit vermittelt.

Für einen Hund ist das ein sehr anstrengendes und - objektiv gesehen - gar kein schönes Leben.
Zwar ist scheinbar alles da zum Glücklichsein - doch das Wesentliche … das fehlt …

Und als Frauchen dann auch noch krank wurde, und Wendy mehr und mehr „vergisst“, wird ihre Isolation immer schlimmer.
Zwar gingen jetzt täglich fremde Menschen ein und aus, doch ohne soziale Sicherheit konnte Wendy nicht Kontakt aufnehmen - sie lernte zu vermeiden, sich zu verstecken.

Unsichtbar zu sein.

In diesem Zustand kam sie zu uns.
Alles Gewohnte brach für sie zusammen.
Ihre für sie so lebenswichtigen Anpassungen … weg. Frauchen ist weg!

Es schien damals so, als könne ihr niemand mehr da heraus helfen.
Was haben wir uns um sie gesorgt!
Braucht sie vielleicht sogar Psychopharmaka? Zwangsernährung? Intravenöse Flüssigkeitsgabe?

Doch es gab ganz andere Hilfe:
unsere Hunde.

Die waren da.

Und wie sehr nicht nur Wendy, sondern Hunde ganz allgemein Hunde brauchen - und warum das verhaltensbiologisch begründet ist - das wisst ihr spätestens jetzt …

Denn: Hunde sind hochsoziale Lebewesen, deren gesamtes Nervensystem nun mal nicht auf Alleinsein, sondern - wichtig - auf soziale Kooperation, Orientierung, Kommunikation, Sicherheit, Fürsorgeverhalten usw. ausgelegt ist.

Hunde brauchen Hunde. Punkt.

Leider wird ihnen dieses Grundbedürfnis - häufig von R+ arbeitenden Trainern - immer häufiger abgesprochen:
„Der Hund braucht nur den Menschen, er hat sich sogar selbst domestiziert“, wird dort gerne argumentiert
(FALSCH: Domestikation bedeutet Anpassung an uns Menschen, nicht Isolation und Verlust artspezifischer Bedürfnisse!).

Dieses Thema haben wir sehr ausführlich in unserem Buch erörtert (Die Leier mit dem Rudel - Warum Hunde Hunde brauchen).

Dennoch möchten wir es hier unbedingt schon mal etwas aufgreifen.
Weil es uns wichtig ist.
Weil wir DIESE Hunde täglich sehen.

Die gerettet (!) und in guter Absicht doch ein wunderschönes Leben mit allem was sie brauchen (sicher?!) genießen dürfen. Von Kuscheldecke bis Pfotenschutz - alles steht dem modernen Hund zur Verfügung. Und dennoch gibt es immer mehr von ihnen. Die verhaltensauffälligen Hunde.
Die Wendys.
Oder Fines und Zeldas! Also Hunde, die im Gegensatz zu Wendy ihre Flucht im Aggressionsverhalten suchen.

(Gerettete) Hunde, denen das Wichtigste fehlt:

der Artgenosse!
Also der, der die gleiche Sprache spricht, über den Co-Regulation möglich ist, und soziales Lernen.

Bevor ihr jetzt total enttäuscht seid - jaaa, der Mensch kann der wichtigste Bindungspartner sein - und ist das auch oft.
Und trotzdem braucht der Hund Artgenossen.

Unsere Hunde haben Wendy aus ihrem Schneckenhaus gelockt, aus ihrem Zusammenbruch geholt. Haben ihr gestörtes Nervensystem stabilisiert, ihr soziale Sicherheit vermittelt (wichtig: wir Menschen auch!!!), eine gewisse Routine und Vorhersagbarkeit geschaffen, ihre jahrelange Isolation beendet, Kommunikation ermöglicht.

Und so kam nach und nach eine ganz andere Wendy zum Vorschein: eine lockere, gelöste fröhliche Wendy. Eine verspielte alberne Wendy.
Eine lebenslustige Wendy.
Eine plötzlich jung wirkende Wendy!!

Ihr alle habt diese Bilder gesehen ❤️

Nicht weil sie sich „zurück entwickelte“, sie plötzlich wieder jung wurde, sondern weil ihr überlastetes Nervensystem endlich aus dem dauerhaften Stress herauskam - solch ein dauerbelastetes Nervensystem beschäftigt sich eben nur mit dem
ÜBERLEBEN
und nicht mit … ja… mit Leichtigkeit!

Im Überlebensmodus ist kein Platz für Spiel, Neugier … unbeschwerte Fröhlichkeit.
Kein Platz für Lernen!

Das ist der Grund, warum unsere Hunde nach einer wirklich korrekten sozialen Stabilisierung oder Resozialisierung bei uns wie ausgewechselt wirken - nicht weil sie einen anderen Charakter entwickeln, sondern weil der ganze Ballast aus chronischem Stress, dieser lebenseinschränkenden Unsicherheit, und der furchtbaren dauerhaften Wachsamkeit die gesamte Persönlichkeit überlagert!

Das Schlimmste für uns ist aber - dass so so so viele vermeintlich gerettete Hunde von der einen Hölle in die andere - in die „schöne Hölle“ kommen.
Einfach weil Menschen nicht verstehen, dass Hunde mehr brauchen als Kuschelkörbchen und Liebe.

(Hinweis: Charaktereinschätzung unter Stress im Shelter - Folgen einer Direktvermittlung!)

Und genau das hatte auch Wendy.
Die „schöne Hölle“.
Denn, sie musste ja wieder umziehen.
Nicht weil wir es unbedingt wollten.
Sondern weil so sensible Hunde wie Wendy bei uns auf Dauer nicht richtig aufgehoben sind.
Sie sind nicht für wechselnde Hundegruppen gemacht.
Kaum ein Hund ist das.

Das ist die andere Seite der Medaille:
Ja, Hunde brauchen Hunde.
Damit sind aber nicht übervolle und ständig wechselnden Hunde-Gruppen gemeint.

Solch ständig wechselnde Hundegruppen (häufig noch mit sehr unterschiedlich großen Hunden) sind für Hunde nämlich genau das Gegenteil, zu dem was sie eigentlich brauchen …
Statt verlässliche soziale Beziehungen leben sie so unter ständigen Stress, Überforderung, fehlender Stabilität sowie häufigen und wiederkehrenden Konflikten. Und teilweise großen Ängsten - vor Artgenossen!

In Wendys neuem Zuhause gab es das nicht.
Es gab gar keine anderen Hunde - damals glaubten wir, dass sie das schaffen kann … mit den richtigen Menschen, die diese wichtige soziale Struktur tragen -

und mit verlässlichen und regelmäßigen Kontakten zu Artgenossen außerhalb des Zuhauses!

Doch das gab es nicht. Also Sicherheit durch ihre Menschen. Und so wurde sie ruckzuck zu uns zurück gebracht - mit einem neuem Stempel: Wendy sei „schwerst traumatisiert und gestört“!

Dabei fehlte ihr „nur“ das Wesentliche: Sicherheit, Co-Regulation, Fürsorge.
Und Hunde.

Wendy hat sich - trotz des neuen Stempels - zum Glück nicht wieder aufgegeben und so für ihr eigenes Happy End gekämpft.

Diesmal haben wir ein Zuhause gesucht, das ihr die Sicherheit durch Artgenossen bietet. Menschen neigen bei Hunden wie Wendy einfach ein wenig zu Mitleid - und das braucht sie eben auf keinen Fall!

Und dieses Zuhause haben wir gefunden.

Das Beste, das ihr passieren konnte!

Und damit zeigt uns Wendy auch wieder, dass nicht jede Abgabe für Hunde das „Ende“ ist - oft ist gerade dieses Ende der Anfang … der Beginn eines neuen Lebens mit einem viel besser passenden sozialen Fundament!

Wendy hat jetzt ihr eigenes Frauchen, nur für sich. Einen großen Garten, ein schönes Haus, viele weiche Hundebetten (sie bevorzugt das große Bett), mehrmals täglich ausgedehnte Spaziergänge …
doch das Wichtigste:
sie hat auch Hunde. Die der Familie.

Mit denen sie im Garten ausgelassen toben kann, die ihr helfen anzukommen, die neue Hundefreunde ermöglichen. Die arteigene Bedürfnisse befriedigen.

Und wisst ihr, was Wendy auf „ihre alten Tage“ jetzt noch geworden ist ?
Die Hühner-Schützerin!
Ja, gemeinsam mit dem neuen Frauchen werden jeden Morgen ganz pünktlich die Hennen rausgelassen, Wendy schaut dabei genau ob alle da sind - und ob es allen gut geht …

Hunde brauchen nicht nur Hunde, sondern auch eine Aufgabe. Einen Job. So machen wir Hunde stark - aber - davon erzählen wir dann noch wann anders.

Wir danken allen Menschen, die einem älteren Hund - auch mit vielen Stempeln - ein Zuhause ermöglichen!

Ihr seid unsere Helden! ❤️

Wenn ihr euch jetzt mehr über verhaltensbiologische Prozesse interessiert, und zwar in der Mehrhundehaltung, bei Hundebegegnungen draußen(!), im ausländischen Shelter oder im Leben als Einzelhund … dann bleibt einfach hier …
und wartet auf unser Buch 😅



09/05/2026

Das Dosen-Experiment - oder
Hunde sind manchmal klüger als …

… der Wolf !?

Ne. Als wir denken!

Hier haben wir euch mal ein paar Ausschnitte unseres Experiments nachgestellt, wichtig: wir wollten auch wissen, ob das Wetter die Hunde beeinflusst, und ja, Franz kann nicht denken, wenn es regnet … (oder er denkt nur ans warme Bett!). 😂

Und, wir wollten (testen noch) auch gruppendynamische Prozesse beobachten.
Also, Analysen der Rang-Dynamik in den unterschiedlichen Gruppen im Kontext von Ressourcen. Konkret: wie ausgeprägt die soziale Hemmung abhängig von XY bei Caniden ist - das ist nämlich sehr ausschlaggebend für unseren Umgang mit dem Hund zu Hause als Familienmitglied (übrigens selbes Prinzip beim Sexualverhalten: soziale Hemmung =Verhaltensregulation !)

Für die ganz Besorgten: Augustin zeigt hier Demut - keine Angst! Er akzeptiert den Ressourcenzugriff des Sozialpartners innerhalb einer sozialen Beziehung.
Naja, ein bisschen erschreckt ihn vielleicht auch der schiefe Gesang … 😂🙈

Wölfe und „Wolfhybriden“ zeigen Demut wesentlich ausgeprägter und ritualisierter als normale Haushunde - ein hoch entwickeltes und sehr kluges System der sozialen Rücksichtnahme (Deeskalation, Konfliktvermeidung, soziale Höflichkeit ) -

Dass vielen Menschen das Ausdrucksverhalten von Augustin so deutlich auffällt, liegt an der Tatsache dass unsere „modernen“ Hunde diese feine (und hochsoziale!) Kommunikation kaum noch zeigen.

Das liegt aber nicht nur daran, dass wir keine „demütigen“ Hunde mehr wollen, sondern ganz einfach auch an dem ursprünglichen Verwendungszweck - der Border Collie soll am Schaf arbeiten und nicht mit dem Schaf soziale Rücksprache halten (Demut) 😅

Darüber können wir aber gerne mal wann anders sprechen, also warum Hunde nicht mehr ganz so gut „Demut können“, wie Demut überhaupt „interspezifisch wurde“ - und was das für uns, also die Mensch-Hund-Beziehung bedeutet!

Ist der Wolf wirklich klüger? Auf den ersten Blick scheint die Antwort naheliegend. Doch je genauer wir auf unsere Hunde...
07/05/2026

Ist der Wolf wirklich klüger?

Auf den ersten Blick scheint die Antwort naheliegend. Doch je genauer wir auf unsere Hunde schauen, desto fraglicher wird sie …

Was Pitbull Franz kann … kann Wölfchen Augustin nämlich nicht …

Ok, fangen wir von vorne an, und erzählen von unserem Versuch, beziehungsweise vom dem „Dosenexperiment“.
Konkret geht es um soziales und objektbezogenes Problemlösen.
Na, da ist doch klar der Wolf der Gewinner …!?

Nö.
(Naja.)

Für die, die unser Experiment noch nicht kennen:
es geht um Dosen.
Genauer gesagt: um Hundefutterdosen.
Und einen Wolfmischling, der diese öffnet.

Ja, Augustin öffnet Dosen - und zwar wie ein Mensch.
Einmal bei uns beobachtet. Verstanden -
die Vorderpfoten fixieren die Dose, mit den Zähnen dann den Clip greifen, Clip hochziehen, und ganz vorsichtig (Clip geht sonst ab!) den Dosendeckel abziehen.

Das nennt sich soziales Lernen, also Lernen durch Beobachtung.
Und ja, es ist beeindruckend.

Wir haben schon mehrfach Videos darüber gepostet - falls ihr es nicht glauben könnt 😉

Augustin zeigt hier ein sehr wolfstypisches Verhalten: ausgeprägtes eigenständiges Problemlösen, enorme Hartnäckigkeit und die Fähigkeit zum Beobachtungslernen - inklusive anschließender Generalisierung (alle Dosen gehen mit einem Clip auf!).

Und ja , ein Hund kann das nicht.
Also unsere nicht - wir haben es getestet !
Das heißt Versuche gemacht, mit den Wilden Rumänen (ehemalige Straßenhunde, verwildert!), sowie auch mit den ganz normal domestizierten Hunden.

Die Dosen lagen wochenlang im Auslauf, nicht mal probiert haben die Hunde sie aufzubekommen (die Hunde sehen uns täglich beim Dosenöffnen!).

Aber, warum kann der Wolf das?

Der Unterschied liegt nicht unbedingt in der Intelligenz, sondern am kognitiven Schwerpunkt, logisch: Hunde sind auf soziale (!) Problemlösung spezialisiert (vor allem interspezifisch), während der Wolf eigenständig Probleme löst.

Dass unsere Hunde ihr Futter nicht selbst organisieren (Dose aus dem Schrank holen und öffnen), beziehungsweise uns dabei beobachten wie wir eine Dose öffnen, und dies dann zu gegebener Zeit nachahmen, hat natürlich mit der Domestikation zu tun. Wir haben kooperative Hunde geschaffen, also die Kooperation mit uns Menschen verstärkt, und das verändert das Verhalten massiv.

Aber - heißt das, dass Hunde wirklich „dümmer“ sind?

Fragen wir doch mal den Franz, unseren Bloggerhund.
Denn bei ihm konnten wir im Rahmen des Dosenexperiments ein ganz spannendes Verhalten beobachten.

Franz hat gelernt/beobachtet, dass Augustin Dosen klaut und diese versteckt - und läuft ganz einfach hinter ihm her, bis zum Versteck, also zu dem Ort an dem die Dose vergraben wurde, holt sie … und … und … jaaah … er

BRINGT sie zum Menschen!

Da hat der Hund dem Wolf wohl doch einiges voraus.

Franz hat hier nämlich nicht das „Wie“ gelernt, sondern eher das „Wer kann es“.

Und das ist genauso intelligent.
Man nennt es auch soziale Kognition, und dadrin ist der Hund einfach spitzenmäßig.
Mit der sozialen Kognition ist soziales Lernen, das Nutzen von Dritten, und die Fähigkeit Menschen als Problemlöser mit einzubeziehen, gemeint.

Franz zeigt hier tatsächlich eine sehr sehr hohe Intelligenz, denn er verknüpft mehrere Dinge miteinander: das Objekt, Augustin als Dosendieb (Sozialpartner 1), und Sozialpartner 2, also den Menschen als Objektöffner und Futterverteiler!

Übrigens, dass Augustin gezielt Dosen versteckt und sie später wieder holt (oft nachts), ist eine erstaunliche Kombination aus Planung, zeitlich verzögerter Bedürfnisbefriedigung und Impulskontrolle. Eine Art „Bedürfnismanagement“, das bei Hunden nur noch rudimentär vorhanden ist.

Also Augustin kann Dosen klauen und öffnen, und Franz kann geklaute Dosen wieder bringen.

Im Moment ist es wohl eindeutig unentschieden.

Doch jetzt wollten wir es ganz genau wissen …
wir haben nämlich noch etwas ganz Entscheidendes beobachtet, und zwar:

Augustin klaut Dosen NICHT, an denen der Clip fehlt (ja wer hasst das nicht!?…).
Er lässt sie stehen.
Unglaublich!
Denn das bedeutet, er kann genau unterscheiden:
Clip dran = kann ich öffnen
Clip fehlt = hoher Aufwand oder weniger Erfolgschancen.

Genau dieses Verhalten ist typisch Wolf.
Also, Entscheidungen werden weniger impulsiv getroffen, sondern viel mehr nach Effizienz und Erfolg bewertet.
Wichtig ist hier natürlich die Generalisierung, er überträgt das (beobachtete) Öffnungsprinzip auf andere Dosen.
Das heißt, und das ist der spannende Teil unseres Versuchs: er hat wirklich verstanden, welcher Teil der Dose entscheidend zum Öffnen ist!

Ja, eine unglaublich starke kognitive Leistung …

Und der Hund?

Der kann das nicht … !

Nicht weil er es nicht kann.
Sondern weil wir ihm die Motivation dafür durch die Domestikation genommen haben (haben wir den Hund absichtlich dümmer gemacht ?!).

Unser schlauer Bloggerhund Franz hat natürlich auch an diesem Folgeversuch (Dose mit und ohne Clip) teilgenommen.
Im Gegensatz zu Augustin achtet er überhaupt nicht auf den Clip und nimmt auch die Dose ohne Verschluss.

(Franz war übrigens im ganzen Versuch der einzige Hund, der überhaupt die Dose nimmt beziehungsweise bringt).

Während Augustin das Prinzip des Clip-Öffnens auf Dosen generalisiert hat, zeigt Franz sich typisch Hund:
er verlässt sich weniger auf eigenständiges (mechanisches oder objektbezogenes) Problemlösen, sondern auf uns Menschen (soziale Lösung - aber auch intraspezifisch!).

Nicht weil er „dümmer“ ist, sondern weil Hunde Probleme einfach anders (so!) lösen!

Jetzt haben wir den Versuch aber nochmal etwas gesteigert und zwar haben wir nicht nur den Clip abgebrochen, sondern dabei die Dose ganz leicht geöffnet, nur einen Spalt, aber der Geruch vom Nassfutter strömt aus der Dose, und mit der Zunge kann der Testkanditat das Fleisch schon etwas schmecken … sehr schwer, da zu widerstehen, also die geschlossene Dose mit Clip zu nehmen …
oder?

Für den Wolf nicht.

Also für Augustin jedenfalls nicht. Denn der hat sein „Wissen“ natürlich von uns Menschen. Mit wilden Wölfen würde der Versuch daher auch nochmal ganz andere Ergebnisse liefern (Teil 2 unseres Test ist mit Tieren, ohne Generalisierung auf Dosen beziehungsweise Clipfunktion!).

Und was macht Augustin?
Obwohl der Geruch des Nassfutters deutlich wahrnehmbar ist, entscheidet er sich für eine vollständig geschlossene Dose mit Clip, und zwar immer!
Egal wie oft wir ihm Dosen mit und ohne Clip und Öffnung hinstellen.

Übrigens selbst hungrig - das widerspricht der so häufig geschilderten Vorstellung ein Wolf verliere bei Hunger den Verstand … tut er nicht!

Augustin reagiert also nicht nur auf den unmittelbaren Futterreiz, sondern - wichtig - bewertet zuerst die Erfolgsaussicht der Handlung.
Durch das zuvor stattgefundene Beobachtungslernen und der anschließenden Generalisierung hat er den Clip als entscheidenden Bestandteil zum Öffnung erkannt. Daher werden Dosen mit Clip als „lösbar“ eingeordnet, während die ohne Clip trotz starken Geruchsreiz gemieden werden.

Wow!

Genau diese Form von Problemlösen (und zwar effizienzorrientiert!) ist bei Wölfen gut beobachtet:
nicht der stärkste Reiz ist entscheidend, sondern die Wahrscheinlichkeit des Erfolgs bei möglichst geringem Aufwand und Risiko

(Herdenschutzzaun! Jagdbare Reize!) !!!

Und der Hund?
Tja, der nimmt natürlich die duftende Dose.
Und hier in diesem Versuch nicht nur Franz. Auch andere Hunde machen jetzt mit - zumindest kurz.
Im Gegensatz zum Wolf sind Hunde nicht besonders hartnäckig dabei. Also kurz probiert, Dose lässt sich nicht weiter öffnen, Mensch fragen oder Dose liegen lassen.
Typisch Hund!

Im Vergleich zu Wölfen orientieren Hunde sich also viel stärker am unmittelbaren Reiz als an der „Lösbarkeit“ der Aufgabe. Und genau hier zeigen sich große Unterschiede in der Impulskontrolle - Wölfe sind einfach besser darin, einen Reiz (kurzfristig) zu unterdrücken, wenn eine alternative Handlung langfristig einfach erfolgversprechender ist (Herdenschutz !) .

Und das Fazit?
Ist der Wolf wirklich schlauer als der Hund?
Ist der Hund tatsächlich dümmer als der Wolf?

Aus verhaltensbiologischer Sicht lässt sich das nicht einfach pauschal beantworten.
Das hat unser Experiment doch auch ganz hervorragend gezeigt.

Bei der Domestikation geht es ja nun mal nicht darum, ob „bessere“ oder „schlechtere“ Fähigkeiten geschaffen wurden (leider!).
Es sind ganz einfach unterschiedliche Anpassungen an vollkommen verschiedene Lebensbedingungen -

der Hund muss viele Probleme nicht mehr selbstständig lösen, da wir ihn im Laufe der Domestikation stark auf die Kooperation mit dem Menschen spezialisiert haben - zum Glück!
Und wie, das zeigt in unserem Versuch ganz eindrücklich der Franz, der insbesondere in der ausgeprägten sozialen Kognition (auch artübergreifend) und der hundlichen Fähigkeit, menschliche Signale und Hilfestellungen effektiv zu nutzen, ein absoluter Spitzenreiter war !

Das „Abgeben von Aufgaben“ ist dabei nicht als Schwäche anzusehen, sondern eine geniale Anpassung an eine Umgebung, in der unsere (menschliche) Unterstützung nun mal konstant verfügbar ist.

Stellt euch vor, er wäre nicht so!

Wenn unsere Hunde all das nicht hätten. Wenn sie nicht mit uns kooperieren, sondern ALLES selbst regeln würden … dann hätten wir wahrscheinlich kein Tier, das wir Hund nennen.
Sondern etwas anderes, sehr Eigenständiges.
Das wäre nicht „schlauer“, sondern ein Tier, das nicht mehr in unser gemeinsames Leben als Familienmitglied passt.

Eben viel mehr wie ein Wolf. Der, wie wir jetzt wissen, nicht „schlauer“, sondern stärker auf natürliche Bedingungen spezialisiert ist.

Wir finden: beide Tiere sind hochintelligent, sie sind eben einfach unterschiedlich spezialisiert, und das Schönste ist:
von beiden können wir unendlich viel lernen.
Und so - zumindest ein wenig - schlauer werden ❤️

Ach, unser nächster Versuch war übrigens der inhaltsabhängige, also Dosen mit hochwertigen Fleisch und welche, die weniger hochwertig sind, und vor allem reine Gemüsedosen (u.a. Chili-Bohnen).
Davon erzählen wir euch dann wann anders. Aber so viel können wir schon mal verraten: geschlossene(!) Gemüsedosen werden definitiv verschmäht.
Nicht nur vom Hund.
Auch vom Wolf .

Videomaterial über die „Versuche“ gibts im nächsten Reel!

PS : was wir dadurch lernen? Nun erstmal wie wir in der heutigen Zeit mit wilden Wölfen zusammen leben können .
Und vor allem, wie unser Umgang und - wichtig - unser Training mit dem Tier Hund stattfinden sollte.





02/05/2026

Augustin und die Maus - wie der Wolf jagt

Auf den ersten Blick wirkt es beinahe widersprüchlich, der Wolf (hier „Wolfhybrid“) spielt scheinbar mit der Maus, wirft sie hoch, fängt sie wieder, während ein Dackel oder Terrier (ja und vor allem die Bulldogge) die Maus in Sekunden töten ….

Wie wir im vorletzten Post schon erklärt haben, liegt der Unterschied nicht darin, dass der eine „besser jagen kann“ als der andere, sondern darin, wie stark das Verhalten „spezialisiert“ wurde.
Beim Wolf ist Jagd hoch „geregelt und geordnet“. Das hatten wir auch schon etwas genauer erklärt - sie folgt einer sogenannten Verhaltenskette: Wahrnehmen, Fixieren, Anschleichen, Verfolgen, Packen und Töten.

Diese Abfolge ist ein genau abgestimmtes System - auf Effizienz und Kontrolle ausgelegt.
Das heißt: wenn ein Wolf jagt, handelt er nicht „kopflos“. Jeder Schritt baut auf dem vorherigen auf - und wichtig - die Situation wird fortlaufend bewertet.

Nicht wie beim Hund, bei dem einzelne Teile dieser Kette verstärkt, abgeschwächt oder „entfernt“ wurden (zb beim Hütehund).

Also, der Wolf überspringt diese Schritte nicht willkürlich und reagiert auch nicht wahllos auf beliebige Reize. Ein flüchtender Fahrradfahrer löst nicht automatisch eine vollständige Jagdsequenz aus, weil dafür einfach „mehr notwendig“ ist als Bewegung allein.
Im Gegensatz zu vielen Hunden (je nach Rasse!).

Weil das Jagdverhalten von Wölfen eben NICHT auf blinde Reaktion ausgelegt ist, sondern auf „Kontrolle“. Um die Situation einzuschätzen (Risiko minimieren/Energie sparen/gezielt einsetzen).

Bei kleiner Beute wie Mäuse sehen wir das schön - Anschleichen, Zugreifen, Umfassen, Schleudern zur Desorientierung und zum Töten, Fressen.

Im Unterschied dazu wurden bei unseren Hunden einzelne Teile dieser Kette gezielt verstärkt und verkürzt. Das haben wir im vorletzten Post bezüglich der Fuchsfährte schon erklärt.

Also, unsere Hunde sind keine „halben Wölfe“, sondern durch Menschen veränderte/gemachte Spezialisten, indem wir einzelne Teile dieser Verhaltenskette herausgelöst und verstärkt, und somit ganz unterschiedliche „Arten von Jägern“ geschaffen haben. Zum Beispiel die Vorsteher, die Rattler, die Terrier, aber auch die Hütehunde usw.

Übrigens:
bei Wölfen sieht man das Verhalten, das Augustin hier im Clip mit der Maus zeigt, besonders bei Welpen und Jungtieren.
Erwachsene, erfahrene Wölfe gehen oft schneller zum Tötungsbiss über, aber auch sie nutzen diese Art „Schleudertechnik“, die - funktional - zum Töten dazugehört!
Augustin übt hier also gerade etwas „Feinmotorik“.

Im zweiten Teil des Clips wird schön deutlich wie die Kette läuft: Anschleichen, Fixieren, Beobachten statt kopflos losstürmen, Energie sparen wenn Beute nicht bestätigt wird - und Abbruch, wenn kein Erfolg wahrscheinlich ist!

Ihr seht, wie ähnlich - und doch auch unterschiedlich - Hund und Wolf sind, und wie viel wir vom Wolf lernen können. Nicht nur über ihre Verwandten - unsere Hunde - auch über uns selbst!

Und noch etwas: diese Verhaltenskette ist der Grund, warum bei Angriffen auf „Nutz“tiere, oft mehrere Tiere betroffen sind. Solange Bewegungs- oder Fluchtreize bestehen, kann die Verhaltenskette immer neu „aktiviert“ werden.
Aber: auch Hunde besitzen keinen eingebauten „Stopp-Knopf“, je nach Zucht beziehungsweise Selektion (Verwendungszweck).
Darauf können wir aber gerne noch mal etwas genauer eingehen und einmal etwas tiefer in die Verhaltensbiologie des Wolfes reisen …

01/05/2026

Wir heulen in den Mai ❤️

Traditionell wird hier „der Mai angespielt“, und - ehrlich - die Hunde warten jedes Jahr gespannt auf die Musik. Schon früh morgens sind sie ganz aufgeregt, und wachsam - und sobald die Musiker vorbeifahren, wird fleißig mitgesungen (naja) -

Wir und die Hunde wünschen euch einen wunderschönen 1. Mai ❤️

Warum die Hunde „wissen“, dass heute gespielt wird, wollen wir mal mit euch gemeinsam herausfinden.
Liegt es an ihrer „inneren Uhr“ (Frühling), an ihrem ultrafeinen Gehör, oder daran, dass wir schon früh morgens das Fenster öffnen?
Es bleibt spannend …. 🤔😅

Warum der Hund jagt - und der Wolf nicht Wir haben einen schönen Clip für euch, indem wir euch einen großen Unterschied ...
29/04/2026

Warum der Hund jagt - und der Wolf nicht

Wir haben einen schönen Clip für euch, indem wir euch einen großen Unterschied zwischen Wolf und Hund zeigen können:

die Hunde hetzen -
und der „Wolfhybrid“ nicht.

Aber wie kann das denn sein?

Da der Hund vom Wolf abstammt, hat der doch bestimmt seinen „extremen Jagdtrieb“ von ihm geerbt. Und Hunde jagen - wie wir wissen - ja „alles und immer“.
Also ist das beim Wolf doch auch so …

Nö.

Tatsächlich mussten wir ziemlich an dem Hund „herumbasteln“ - im Rahmen der Domestikation - damit der überhaupt so jagt, wie wir das wollen.
Der Wolf tut das nämlich nicht.
Jedenfalls nicht so wie unsere Hunde.

Natürlich hat der Wolf einen „Jagdtrieb“ - der Unterschied liegt aber darin, wie sein Jagdverhalten organisiert und wie es ausgelöst wird.

Menschen, die befürchten, von einem Wolf auf ihrem Fahrrad „gejagt und erbeutet“ zu werden, sollten hier nun besonders gut aufpassen:

beim Wolf ist die Jagd eine geschlossene (!) Verhaltenskette (darüber haben wir schon etwas gepostet als es um den Hamburger Wolf ging).
Also so:
Orientieren - Einschätzen(!) - Anschleichen - Hetzen - ggf. Zugriff - Töten -

Diese Verhaltenskette wird nur dann „aktiviert“, wenn es sich lohnt (Energie), ein einzelner Reiz, selbst eine Fährte oder eine Bewegung werden gefiltert und - vor allem - bewertet!

Augustin läuft hier (im Reel) nicht mit den jagenden Hunden mit - er fragt (bewertet), ob sich das lohnt (Fuchsfährte ist schon einige Stunden alt!).

Und die Hunde?
Die jagen!

Denn, die Verhaltenskette wurde im
Rahmen der Domestikation „zerteilt“ beziehungsweise fragmentiert.
Einzelne Sequenzen wurden hypertrophiert, also übermäßig verstärkt, und - wichtig - vom ursprünglichen Zweck (Jagdbeute) entkoppelt.

Warum?
Weil wir Hunde für bestimmte Zwecke brauchten, zum Beispiel wie hier (Reel) zu sehen für die Fährtenarbeit, zum Stöbern, für die Jagd.
Aber auch der Hütehund ist so entstanden - indem gewisse Jagdszenen hypertrophiert wurden.

Und das bedeutet, dass unsere Hunde schon auf einzelne kleinste Reize, wie beispielsweise ein Geruch, eine Bewegung (den schnellen Fahrradfahrer!) mit starken, und extrem selbstbelohnenden Verhalten reagieren - auch ohne funktionalen Sinn dahinter (immerhin: der Fahrradfahrer soll nicht (unbedingt) gefressen werden … 😉 ).

Selbstbelohnend - weil die entkoppelten Jagdsequenzen durch das hündische Belohnungssystem verstärkt werden - das Ergebnis sehen wir hier:
schon das Stöbern empfinden die Hunde (gerade die Dackel) als Highlight, sie brauchen nicht (mehr) den Erfolg der Jagd.

Mit einem Wolf wäre eine gemeinsame Jagd, so wie wir sie kennen, ziemlich mühselig.
Der prüft nämlich genau, ob es sich überhaupt lohnt.
Man spricht hier von einer „primär bedarfsgekoppelten intrinsischen Motivation“.

Der Wolf jagt also nicht einfach so, zb weil er eine schnelle Bewegung wahrnimmt (oder die alte Fuchsfährte bemerkt). Das wäre viel zu riskant und eine Energieverschwendung.
Er bewertet zuvor. Und benötigt mehrere bestimmte Faktoren die sein Jagdverhalten überhaupt auslösen.

Ein Mensch auf dem Fahrrad gehört übrigens nicht dazu.

Der (wohl immer) hungrige Wolf

Tja. Das hören wir ja ganz oft.
Augustin sei ja satt. Das könnte man ja gar nicht vergleichen.
(Satt ist er hier übrigens ganz und gar nicht).

Und Hunger ist auch nicht ganz so ausschlaggebend wie viele denken.
Leider wird der Wolf aber häufig nur auf das Fressverhalten reduziert -

In der Verhaltensbiologie gilt Hunger als „motivationaler Grundzustand“. Das heißt, er kann Verhalten verstärken, aber bestimmt Verhalten nicht allein!

Hunger erhöht zwar die Bereitschaft zu jagen - (und unsere zum Kochen) - aber er ersetzt niemals die Bewertung, also:
RISIKO, Aufwand, und Beutetyp!

Das heißt, ein hochspezialisiertes Raubtier verliert bei Hunger nicht den Verstand - er frisst deshalb nicht kleine fahrradfahrende Kinder.
Weil er eben trotzdem nicht wahllos (und kopflos) jagt!
Er bleibt reguliert um zu bewerten.

Aber: der Hund tut das. Er jagt hinterher.
Weil Jagen sich guuuut anfühlt.

Ihr seht, nicht alles, was wir heute beim Hund sehen, stammt direkt vom Wolf, erst recht lässt sich nicht einfach alles auf bloße „Instinkte‘ reduzieren.
Vieles haben wir verändert, durch die Domestikation.

Und je genauer wir hinsehen, desto klarer werden die Unterschiede in ihrem Verhalten.
Und genau diese Unterschiede zu verstehen, ist der Schlüssel für ein friedliches Zusammenleben mit dem „Urvater“ unserer geliebten Hunde.

Statt zu jagen, hat Augustin sich nur wieder in den Hinterlassenschaften von Meister Reineke gewälzt. Warum, verrät er uns gerne mal wann anders.

Also:
Wie wir im Reel so schön sehen, gibt es beim Wolf nicht den simplen Auslöser - Augustin rennt hier nicht einfach mit. Obwohl die Hunde rennen.
Weil der Wolf sich reguliert, Reize bewertet, bevor Verhalten ausgelöst wird.

Das erklärt auch, dass bei Wolf-Hund-Mischlingen (Wolfhunden) sowohl kontrolliertes, abwartendes Verhalten (wie beim Wolf), aber auch das reaktive Verhalten (wie beim Hund) auftreten kann - je nach genetischer Veranlagung (und natürlich Sozialisation+Lernerfahrung!).


PS
Ach, kleine (womöglich wuschelige) hetzende Hunde im Wald kann ein Wolf durchaus als Beute (oder als Konkurrenz!) bewerten!
Daher:
lasst eure Hunde - auch wegen der anderen Wildtiere - nicht einfach so im Wald Spurjagen oder Hetzen!

Und, denkt immer dran, durch operante Konditionierung kann sich Jagdverhalten beim Hund schnell verstärken und festigen - also wenn es sich für ihn gut anfühlt (Erfolgserlebnisse).

(Ja, der Wolf lernt natürlich auch operant. Aber bei ihm ist viel entscheidender (er prüft stärker), ob sich Verhalten wirklich lohnt!).

Foto: ein nicht alles kopflos jagendes Raubtier


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