19/08/2026
Schon wieder ulve!
Greift der Wolf jetzt Jogger an?!
Erneut sind dänische Wölfe in den Schlagzeilen. Während diese für den einen Wolf leider vorschnell ziemlich tödlich ausgingen, scheint zumindest der fürsorgliche ältere Wolfrüde weiterleben zu dürfen.
Doch was ist passiert?
Anfang August 2026 sorgte ein Video aus der dänischen Bunken Klitplantage für Entsetzen:
ein Wolf rennt drohend auf einen Jogger zu.
Und …
… greift ihn …
… NICHT AN.
Während aber nun viele Menschen trotzdem den Abschuss fordern („Nicht mal mehr joggen gehen kann der Mensch in der Natur!“) oder von angefütterten Wölfen und Fake-Videos schwadronieren, möchten wir uns dieses Verhalten - wie üblich aus verhaltensbiologischer Sicht - mal genauer anschauen.
Eins können wir aber ganz sicher schon jetzt sagen:
wieder ist nicht (allein) der Wolf das Problem.
Sondern das fehlende Wissen über sein Verhalten.
Und warum das so ist, das sehen wir uns jetzt mal gemeinsam an.
🦷 „Schaut nicht nur auf die Zähne!“ 🦷
Wer unsere Arbeit kennt, der weiß auch um
unseren Lieblingssatz und der passt in diesem Fall gleich im doppelten Sinne.
Ja, die Zähne eines Wolfes machen Eindruck - erst recht wenn sie gefletscht sind.
Doch verraten sie erst einmal gar nichts darüber, welche Informationen der Wolf (und auch der Hund!) uns mit dem Verhalten vermittelt.
Dafür müssen wir auf das gesamte Ausdrucksverhalten schauen.
Das Zähnezeigen ist lediglich EIN Bestandteil einer Verhaltenssequenz.
Um aber zu verstehen, was das Tier wirklich sagt, ist der Kontext entscheidend - genau wie die Körperhaltung, Blickrichtung oder gegebenenfalls Lautäußerungen.
Und deswegen ist unser Lieblingssatz:
Schaut nicht nur auf die Zähne, schaut auf den ganzen Hund oder Wolf!
Und genau das wollen wir jetzt auch machen!
🎥 "Das gehypte Video" 🎥
Wir sehen im Video zwei Wölfe: einen Welpen, und einen erwachsenen männlichen Wolf - vermutlich den Vater oder ein älteres Rudelmitglied.
Der Jogger befindet sich auf dem Weg, als vor ihm beide Wölfe aus dem Gebüsch auftauchen. Der Welpe verschwindet sofort im Unterholz (der Film ist hier verwackelt), der erwachsene Wolf läuft erst im langsamen Galopp auf den Jogger zu. Als dieser anfängt zu schreien, verändert sich das Verhalten des Wolfes: er läuft schneller auf den Mann zu und zeigt dabei sein Gebiss.
Seine Rute ist tief getragen, und in der Bewegung stark kreiselnd.
Der Körperschwerpunkt ist insgesamt nach hinten verlagert. Wenige Meter vor dem Mann stoppt der Wolf mit gebleckten Zähnen.
——
Das analysieren wir hier deshalb so genau, weil uns das Ausdrucksverhalten die genaue Motivation des Wolfes verrät: die tief getragene, stark bewegte Rute, die Körperhaltung und die Reaktion auf den Menschen sprechen hier eindeutig für ein defensiv motiviertes Drohverhalten, und NICHT für einen offensiv motivierten Angriff.
Und genau diese Unterscheidungen - offensiv oder defensiv - ist wichtig.
🐺 "Das Raubtier-Gebiss" 🐺
Bevor wir das genauer erklären, möchten wir aber kurz auf die Wolfszähne zu sprechen kommen.
Die sorgen nämlich häufig für das meiste Aufsehen.
Aber warum ist das so?
Erstmal sind sie natürlich größer, ja.
Wir kennen von unseren Haushunden nicht nur deutlich kleinere Zähne, auch das Ausdrucksverhalten mit den Zähnen ist - je nach Situation - weniger stark ausgeprägt.
Das Ausdrucksverhalten insgesamt, besonders die Körpersprache und die Mimik von Wölfen ist an sich noch viel ursprünglicher, ausgeprägter und ja, klarer - aus diesem Grund fällt euch ja auch regelmäßig bei unseren Videos Augustins Gebiss und seine so deutliche orale Mimik auf.
Und genau deshalb ist uns Augustin ja auch ein so wunderbarer Lehrer zum Hundesprache-Üben.
Aber es gibt noch einen Grund warum wir Menschen irgendwie sofort auf die Zähne von Hund und Wolf schauen:
viele verfallen in eine Art „Tunnelblick“.
Und das liegt vermutlich daran, dass (Raubtier)Zähne für uns unmittelbar mit Verletzungsgefahr verbunden sind.
Wir schauen dann einfach nur noch auf die Zähne - und übersehen dadurch den Rest des Körpers.
Lästig - besonders vor dem Hintergrund, dass wir einen engen Verwandten dieses Raubtieres als Familienmitglied zu Hause haben:
den Canis Lupus familiaris.
🦷 "Der Zahn des Alters" 🦷
Bei diesem Wolf wurde aber nicht nur die orale Mimik vielfach analysiert und gedeutet, noch mehr Fragen warf der Zustand der Zähne auf.
Auf einigen Screenshots wirkten die Zähne ungewöhnlich, teilweise fehler- und lückenhaft. Deshalb wurde schnell vermutet, das Video könne manipuliert oder sogar vollständig künstlich per KI hergestellt worden sein.
Ob eine Aufnahme echt oder über KI generiert ist, sollten wir allerdings nicht alleine anhand einzelner Zähne beurteilen. Wichtig ist vor allem, die Bewegungsabläufe, die Körperdynamik, und die Mimik des Wolfes zu analysieren und zu betrachten.
Denn genau mit diesen ritualisierten Bewegungsabläufen hat eine KI noch so ihre Probleme.
Mittlerweile wurde auch berichtet, dass es sich um eine unbearbeitete Originalaufnahme handeln soll. Verifizieren konnten wir das von hier aus natürlich nicht.
Und die Zähne? Ja, sagen wir mal so: sie können uns nicht nur verraten, dass das Video echt ist (Stichwort: orale Mimik), sondern sie erzählen uns auch einiges über den Wolf selbst: stark abgenutzte, beschädigte, oder fehlende Zähne geben uns deutliche Hinweise auf ein höheres Alter.
Der Zahn des Alters eben.
Vermutlich handelt es sich bei dem Wolf um den Rüden GW781m, der im November 2017 in Nordjütland offiziell von den dänischen Behörden identifiziert wurde.
🐾 "Dänen, könnt ihr etwa nicht Canidisch?" 🐾
Diese Frage müssen wir natürlich auch an die Deutschen stellen - beziehungsweise an alle Menschen!
Denn wenn wir Hundebesitzer fragen, ob ihr Hund defensives oder offensives Aggressionsverhalten gezeigt hat, dann wissen leider die wenigsten mit diesen Begriffen etwas anzufangen.
Und das muss sich ändern.
Warum, sehen wir gerade hier:
durch Unwissenheit gerät in solchen Situationen nicht nur ein Mensch (wie der Jogger) in Gefahr, sondern am Ende auch die Wölfe.
Daher ist unser größtes Anliegen - gerade im Hinblick auf die steigende Anzahl von Hunden und das Zusammenleben mit Wölfen - dass alle Menschen, und besonders unsere Kinder, lernen wie Caniden sprechen.
Vor allem aber, wie wir uns im Falle einer Begegnung richtig verhalten.
Aber warum ist gerade der Unterschied zwischen defensivem und offensivem Droh- und Aggressionsverhalten so wichtig?
Weil uns diese Unterscheidung die echte Motivation verrät: geht es dem Tier darum, Distanz herzustellen - oder darum, einen Konflikt offensiv zu beginnen?
Das ist entscheidend. Oder denkst du nicht?
Bei defensiv motiviertem Drohverhalten steht erstmal die Distanzvergrößerung im Vordergrund.
Das Tier (Wolf oder Hund) versucht, auf die Situation zu reagieren, ohne in einen körperlichen Konflikt gehen zu müssen.
(Übrigens: warum der Wolf nicht plötzlich ins Jagdverhalten rutscht, haben wir verhaltensbiologisch auch schon mal für euch aufgearbeitet, hier: )
❗️“Ritualisiertes Droh- und Distanzverhalten“❗️
So wird es in der Verhaltensbiologie genannt.
Und genau das zeigte der Wolf im Video.
Warum den Menschen das Verhalten trotzdem so extrem aufgefallen ist, haben wir weiter oben ja schon erwähnt: der Wolf „spricht“ einfach deutlicher als unsere Hunde.
Und er tut das, damit Konflikte vermieden werden.
Ja, je mehr Ausdruck dahinter, desto mehr Eindruck macht er. So verhindern Caniden (auch unsere Hunde) folgenschwere Auseinandersetzungen.
Wir sehen im Video also ein stark ritualisiertes defensiv motiviertes Drohen.
Der Wolf nähert sich dem Jogger zwar und droht - aber genau das dient dazu, Einfluss auf das Verhalten des Joggers zu nehmen … um Distanz herzustellen!
Nicht um ihn zu verletzen.
Übersetzen können wir das, was der Wolf sagen wollte, in etwa so: „Nimm mich ernst, ich will keinen Angriff, aber ich könnte es - siehst du meine Waffen!?“
Das ist ganz normales Verhalten, auch bei unseren Hunden sehen wir es tagtäglich.
Und dennoch fiel einigen Menschen hier doch noch etwas „Ungewöhnliches“ auf.
🐩 "Die Rute, zeigt sie den Motivationskonflikt?" 🐩
Statt nur auf die Zähne zu schauen, empfehlen wir eher den Blick auf das andere Ende des Tieres:
auf die Rute.
Die Rute liefert uns nämlich einen wichtigen Hinweis darauf, was in diesem Wolf gerade vor sich geht.
Auch bei unseren Hunden ist das so - vorausgesetzt der Hund hat überhaupt noch eine anatomisch normale Rute. Und „normal“ bedeutet in dem Fall: keine gekringelte, keine geknickte, keine halbe, und auch keine extrem behaarte Rute, die Signale verfälscht.
Das Einbeziehen der Rute ist bei Wölfen so wie bei Hunden (noch deutlicher bei verwilderten Hunden und Straßenhunden) ein zentraler Teil des ritualisierten Droh- und Distanzverhaltens.
Um zu verstehen wie und warum, müssen wir noch einmal betonen, dass Wölfe extrem darauf bedacht sind, Konflikte zu vermeiden. Dazu nutzen sie die Möglichkeiten einer wunderschönen, vielfältigen sozialen Kommunikation. Auch die agonistischen Verhaltensbereiche (zu denen u.a. das Aggressionsverhalten gehört) dienen dazu, Konflikte möglichst nicht körperlich austragen zu müssen.
Dafür nutzen Caniden unterschiedliche Verhaltenssequenzen und Signale.
Wir nennen diese „Verstärker-/Betonungssignale“ - also bestimmte Gesten und Signale, die eine bereits vorhandene Botschaft zusätzlich hervorheben oder für den Empfänger auffälliger machen.
Und genau das sollte die Rute in dieser Situation ausdrücken beziehungsweise hervorheben.
Sie ist Teil des Drohens, und betont die Körpersprache, ganz ähnlich wie ein Schnaufen oder Züngeln (Aufmerksamkeit aufs Maul).
Sie soll aufmerksam und größer machen, präsenter und bedrohlicher wirken.
Es ist der Versuch, den Konflikt nicht durch kämpfen, sondern rein über die Optik und Kommunikation zu lösen.
Aber sie verrät uns noch mehr: die Rute lässt uns nämlich erahnen, in welch großem inneren Konflikt sich der erfahrene, ältere Rüde befindet. Sie unterstreicht sein extrem ambivalentes Verhalten.
Wenn Caniden wedeln heißt das - Nein, nicht Freude - sondern erstmal Erregung und Anspannung (soziale Kommunikation).
Hier sagen uns die tief getragene Rute und gleichzeitig das „propellerähnliche“ Wedeln, dass in dem Wolf gerade zwei Verhaltensprogramme kämpfen:
Flucht/Angst (defensives Drohverhalten).
Und
Schutz/Verteidigung (parentales/alloparentales Fürsorgeverhalten).
Und was es damit auf sich hat, das hat uns Augustin gerade wieder ganz wunderbar vorgeführt.
🍼 "Wenn der Wolf im Fürsorgeverhalten steckt" 🍼
Aktuell durfte Augustin für unsere Forschungszwecke nämlich wieder Welpen aufziehen.
Wir haben hier in „Nanny-Wolf Augustus“ ausführlicher darüber berichtet
Und dabei zeigt er uns etwas, das wir genau so auch aus der Wolfsforschung kennen: die Aufzucht von Nachwuchs verändert das Verhalten der erwachsenen Tiere ganz erheblich.
An dem parentalen und alloparentalen Fürsorgeverhalten sind nämlich zahlreiche hormonelle und neuronale Prozesse beteiligt.
Unter anderem spielen Prolaktin und Oxytocin eine sehr wichtige Rolle. Auch Veränderungen im Testosteronhaushalt werden mit dem Fürsorgeverhalten in Verbindung gebracht (sanftere Papas/Nannys).
Das Entscheidende ist dabei aber nicht ein einzelnes Hormon: die gesamte Motivation des Tieres verändert sich.
Und das ist doch auch völlig logisch! Ein Tier, das gerade Nachwuchs aufzieht, reagiert auf seine Umwelt anders, als ein Tier ohne diese große soziale Verantwortung.
Das gilt ganz besonders für die so fürsorglichen Caniden.
Und genau das erleben wir bei Augustin immer wieder: der normalerweise sehr menschenscheue Rüde ist gegenüber Welpen unglaublich geduldig und fürsorglich, zeigt aber in einer vermeintlichen Gefahrensituation auch ein ausgesprochen starkes Schutzverhalten (Videos davon posten wir noch!).
Und hier kommen wir wieder zum Motivationskonflikt des Wolfes zurück, den wir bei dieser Begegnung mit dem Jogger beobachten konnten: der Wolf zeigt deutlich Merkmale von Unsicherheit und defensiver Motivation. Gleichzeitig stellt er sich aber dem Menschen entgegen - weil sich seine Prioritäten durch die Anwesenheit des Welpen verschoben haben. Er MUSS in diesem Moment als Papa (oder Nanny) einfach etwas „mutiger“ sein.
🐺 "War ulven denn jetzt verhaltensauffällig?" 🐺
NEIN!
Denn schauen wir uns das Video genau und unvoreingenommen an, sehen wir zunächst einen erwachsenen Wolf, der dem Jogger entgegen läuft. Sein Verhalten wirkt zu diesem Zeitpunkt noch nicht wie ein Angriff.
Erst als der Mann beginnt hysterisch zu schreien, verändert sich das Verhalten des Wolfes.
Aus der zunächst neutraleren Annäherung (Wer bist du?) wird nun ein defensiv motiviertes und zugleich deutlich ambivalentes Droh- und Distanzverhalten.
Das Schreien war also vermutlich der eigentliche Auslöser für diese Eskalation.
Und genau hier sehen wir auch wieder, wie WICHTIG Aufklärung ist.
Denn was für uns Menschen Angst und Hilflosigkeit ausdrückt, ist für einen Wolf ein völlig anderes Signal (zum Beispiel Bedrohung oder aggressive Provokation).
Normalerweise sind Wölfe Menschen gegenüber sehr vorsichtig und vermeiden Konflikte um jeden Preis. Auch die Anwesenheit von Welpen, bedeutet keineswegs automatisch, dass Wölfe Menschen angreifen.
Um so wichtiger ist daher, dass gezeigte Verhalten genau zu betrachten, zu analysieren und neutral nach den möglichen Auslösern zu fragen.
Denn: defensiv heißt nicht ungefährlich❗️
Es bedeutet lediglich, dass die Motivation hinter dem Verhalten eine andere ist.
Und genau diese entscheidet darüber wie wir Menschen richtig reagieren müssen!
Besonders wenn wir mit unseren Hunden in Wolfsgebieten unterwegs sind, ist es wichtig zu erkennen, was uns ein Tier (auch unser eigener Hund!) gerade mitteilen möchte.
Ob der Jogger tatsächlich einen Hund dabei hatte, konnten wir übrigens nicht sicher verifizieren.
Ein Hund könnte in dieser Situation aber eine entscheidende Rolle gespielt haben.
Dann wäre neben dem Schutz des Welpen möglicherweise auch ein sozial motiviertes Verhalten gegenüber eines fremden Caniden an der Reaktion des Wolfes beteiligt gewesen.
Gerade weil wir wissen, wie fürsorglich Wölfe ihren Nachwuchs aufziehen, sollten wir dort, wo Wölfe und Menschen denselben Lebensraum nutzen, in der sensiblen Zeit der Welpenaufzucht besonders aufmerksam und rücksichtsvoll sein - auch zum Schutz unserer eigenen Vierbeiner.
🗣️"Warum wir IHRE Sprache lernen müssen!" 🗣️
Ja. Wölfe sind keine Kuscheltiere.
Unsere Hunde übrigens auch nicht.
Sie sind aber auch keinesfalls die blutrünstigen Räuber, die grundlos Menschen angreifen.
Natürlich können Wölfe für den Menschen gefährlich werden. Aber genau deshalb müssen wir ihr Verhalten verstehen!
Denn wer versteht, warum ein Wolf sich in einer bestimmten Situation so verhält, kann viel besser einschätzen, was gerade passiert - und vor allem, wie er deeskalierend darauf reagieren muss.
Das Ziel sollte deshalb weder Angst noch eine falsche Romantisierung sein.
Sondern Verständnis.
Dasselbe gilt für unsere Hunde.
Wer die Sprache eines Tieres versteht, erkennt Konflikte viel früher, kann Situationen besser einschätzen und sein eigenes Verhalten entsprechend anpassen.
Wissen schützt vor Vorfällen.
Wer verstehen will, muss hinschauen.
Nicht nur auf die Zähne.
Sondern auf das ganze Tier.
Das ist Prävention.
🐕 "Und unser Canis Lupus familiaris?" 🐕
Wenn wir zukünftig Hundehalter fragen, ob ihr Hund defensiv oder offensiv motiviert war, dann würden wir uns wünschen, dass sie darauf eine Antwort geben können.
Wirklich!
Denn diese Unterscheidung ist nicht nur etwas für Hundetrainer und Wolfsexperten - sie ist der Schlüssel zum Verständnis für unsere Hunde.
Ein Hund, der aus Unsicherheit defensiv droht, braucht eine völlig andere Reaktion, als ein Hund, der offensiv einen Konflikt sucht.
Und genau deshalb reicht es nicht, nur zu wissen, dass ein Hund „aggressiv“ ist.
Wir müssen verstehen, warum er dieses Verhalten zeigt.
Genau wie beim Wolf.
Genauso wünschen wir uns, dass die Menschen, die ein solches Video anschauen, nicht nur „Bestie!“ schreien. Sondern dass sie versuchen, die Motivation hinter dem Verhalten zu erkennen.
Empathie ist keine Schande.
Und Verständnis ist keine Verharmlosung!
Diese Welt - die Natur - gehört nicht uns allein.
Und darum ist unsere Arbeit - besonders mit Tieren wie Augustin - so wichtig.
Nicht nur für Wolf und Hund.
Sondern für uns alle.
Es geht nämlich nicht nur um „blöde“ Wölfe, wie manche Wolfsgegner denken.
Sondern vor allem auch um das tägliche Zusammenleben mit unseren Hunden.
Als Tierschützer wissen wir um die aktuellen Probleme.
Wir hören von den schweren Vorfällen.
Wir haben täglich die verzweifelten Menschen am Telefon.
Wir sehen die unverstandenen, problematischen Hunde.
Und wir erleben viel zu oft, wie viele Hunde am Ende euthanasiert werden. Sie sterben, weil Menschen nicht bereit waren, etwas über ihre Kommunikation, ihr Verhalten und ihre Bedürfnisse zu lernen.
Also: lernt Canidisch!!
Nicht nur für den Wolf. Sondern vor allem auch für unsere Hunde.
Was defensives Drohverhalten beim HUND genau bedeutet und warum wir hier ganz anders reagieren sollten, das erzählen wir euch im nächsten Teil:
Was die Domestikation verändert hat