Kinder-und Tierschutz-Hof Hahnenberg e.V.

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Hoch hinaus - über Wölfe und ihre Sprache Das Foto ist einfach zu gut, um es nicht zu zeigen. Und es passt auch gerade a...
21/08/2026

Hoch hinaus - über Wölfe und ihre Sprache

Das Foto ist einfach zu gut, um es nicht zu zeigen.
Und es passt auch gerade absolut perfekt zum Thema.
Denn nach unserem letzten Post über ritualisiertes Droh- und Distanzverhalten von Caniden kommen vermehrt Fragen von euch, ob Wolf und Hund denn überhaupt „dieselbe“ Sprache sprechen.

Das möchten wir euch natürlich gerne beantworten - gerade im Hinblick auf unsere Erfahrungen mit beiden Tieren, aber vor allem auch mit den vielen tausend teilweise verwilderten ausländischen Hunden.
Die erzählen uns nämlich ziemlich viel über die gemeinsame Sprache von Wolf und Hund.

Und daher passt auch das Foto hier so gut:

der Wolf hat diese Sprache unseren Hunden zwar „mitgegeben“, bleibt ihm aber nicht nur im Bezug auf Sprache, sondern auch im Sozialverhalten hoch überlegen.

Was sich verändert hat und warum, wieso unsere Hunde nicht mehr „richtig“ sprechen können, wie ihr Sozialverhalten verändert wurde, aber auch was unsere Hunde dem Wolf „voraus“ haben -, ja das wollen wir die nächsten Tage mal mit euch besprechen.

Denn eins ist sicher:

du hast einen Anteil daran, ob dein Hund hündisch (oder besser canidisch) kann.
Und natürlich auch daran, ob du deinen Hund überhaupt verstehst …

Schon wieder ulve!Greift der Wolf jetzt Jogger an?!Erneut sind dänische Wölfe in den Schlagzeilen. Während diese für den...
19/08/2026

Schon wieder ulve!
Greift der Wolf jetzt Jogger an?!

Erneut sind dänische Wölfe in den Schlagzeilen. Während diese für den einen Wolf leider vorschnell ziemlich tödlich ausgingen, scheint zumindest der fürsorgliche ältere Wolfrüde weiterleben zu dürfen.

Doch was ist passiert?

Anfang August 2026 sorgte ein Video aus der dänischen Bunken Klitplantage für Entsetzen:
ein Wolf rennt drohend auf einen Jogger zu.
Und …

… greift ihn …

… NICHT AN.

Während aber nun viele Menschen trotzdem den Abschuss fordern („Nicht mal mehr joggen gehen kann der Mensch in der Natur!“) oder von angefütterten Wölfen und Fake-Videos schwadronieren, möchten wir uns dieses Verhalten - wie üblich aus verhaltensbiologischer Sicht - mal genauer anschauen.

Eins können wir aber ganz sicher schon jetzt sagen:

wieder ist nicht (allein) der Wolf das Problem.
Sondern das fehlende Wissen über sein Verhalten.

Und warum das so ist, das sehen wir uns jetzt mal gemeinsam an.

🦷 „Schaut nicht nur auf die Zähne!“ 🦷

Wer unsere Arbeit kennt, der weiß auch um
unseren Lieblingssatz und der passt in diesem Fall gleich im doppelten Sinne.

Ja, die Zähne eines Wolfes machen Eindruck - erst recht wenn sie gefletscht sind.
Doch verraten sie erst einmal gar nichts darüber, welche Informationen der Wolf (und auch der Hund!) uns mit dem Verhalten vermittelt.
Dafür müssen wir auf das gesamte Ausdrucksverhalten schauen.
Das Zähnezeigen ist lediglich EIN Bestandteil einer Verhaltenssequenz.
Um aber zu verstehen, was das Tier wirklich sagt, ist der Kontext entscheidend - genau wie die Körperhaltung, Blickrichtung oder gegebenenfalls Lautäußerungen.

Und deswegen ist unser Lieblingssatz:
Schaut nicht nur auf die Zähne, schaut auf den ganzen Hund oder Wolf!

Und genau das wollen wir jetzt auch machen!

🎥 "Das gehypte Video" 🎥

Wir sehen im Video zwei Wölfe: einen Welpen, und einen erwachsenen männlichen Wolf - vermutlich den Vater oder ein älteres Rudelmitglied.
Der Jogger befindet sich auf dem Weg, als vor ihm beide Wölfe aus dem Gebüsch auftauchen. Der Welpe verschwindet sofort im Unterholz (der Film ist hier verwackelt), der erwachsene Wolf läuft erst im langsamen Galopp auf den Jogger zu. Als dieser anfängt zu schreien, verändert sich das Verhalten des Wolfes: er läuft schneller auf den Mann zu und zeigt dabei sein Gebiss.
Seine Rute ist tief getragen, und in der Bewegung stark kreiselnd.
Der Körperschwerpunkt ist insgesamt nach hinten verlagert. Wenige Meter vor dem Mann stoppt der Wolf mit gebleckten Zähnen.

——
Das analysieren wir hier deshalb so genau, weil uns das Ausdrucksverhalten die genaue Motivation des Wolfes verrät: die tief getragene, stark bewegte Rute, die Körperhaltung und die Reaktion auf den Menschen sprechen hier eindeutig für ein defensiv motiviertes Drohverhalten, und NICHT für einen offensiv motivierten Angriff.

Und genau diese Unterscheidungen - offensiv oder defensiv - ist wichtig.

🐺 "Das Raubtier-Gebiss" 🐺

Bevor wir das genauer erklären, möchten wir aber kurz auf die Wolfszähne zu sprechen kommen.

Die sorgen nämlich häufig für das meiste Aufsehen.
Aber warum ist das so?

Erstmal sind sie natürlich größer, ja.
Wir kennen von unseren Haushunden nicht nur deutlich kleinere Zähne, auch das Ausdrucksverhalten mit den Zähnen ist - je nach Situation - weniger stark ausgeprägt.

Das Ausdrucksverhalten insgesamt, besonders die Körpersprache und die Mimik von Wölfen ist an sich noch viel ursprünglicher, ausgeprägter und ja, klarer - aus diesem Grund fällt euch ja auch regelmäßig bei unseren Videos Augustins Gebiss und seine so deutliche orale Mimik auf.
Und genau deshalb ist uns Augustin ja auch ein so wunderbarer Lehrer zum Hundesprache-Üben.

Aber es gibt noch einen Grund warum wir Menschen irgendwie sofort auf die Zähne von Hund und Wolf schauen:
viele verfallen in eine Art „Tunnelblick“.
Und das liegt vermutlich daran, dass (Raubtier)Zähne für uns unmittelbar mit Verletzungsgefahr verbunden sind.
Wir schauen dann einfach nur noch auf die Zähne - und übersehen dadurch den Rest des Körpers.
Lästig - besonders vor dem Hintergrund, dass wir einen engen Verwandten dieses Raubtieres als Familienmitglied zu Hause haben:
den Canis Lupus familiaris.

🦷 "Der Zahn des Alters" 🦷

Bei diesem Wolf wurde aber nicht nur die orale Mimik vielfach analysiert und gedeutet, noch mehr Fragen warf der Zustand der Zähne auf.

Auf einigen Screenshots wirkten die Zähne ungewöhnlich, teilweise fehler- und lückenhaft. Deshalb wurde schnell vermutet, das Video könne manipuliert oder sogar vollständig künstlich per KI hergestellt worden sein.

Ob eine Aufnahme echt oder über KI generiert ist, sollten wir allerdings nicht alleine anhand einzelner Zähne beurteilen. Wichtig ist vor allem, die Bewegungsabläufe, die Körperdynamik, und die Mimik des Wolfes zu analysieren und zu betrachten.
Denn genau mit diesen ritualisierten Bewegungsabläufen hat eine KI noch so ihre Probleme.

Mittlerweile wurde auch berichtet, dass es sich um eine unbearbeitete Originalaufnahme handeln soll. Verifizieren konnten wir das von hier aus natürlich nicht.

Und die Zähne? Ja, sagen wir mal so: sie können uns nicht nur verraten, dass das Video echt ist (Stichwort: orale Mimik), sondern sie erzählen uns auch einiges über den Wolf selbst: stark abgenutzte, beschädigte, oder fehlende Zähne geben uns deutliche Hinweise auf ein höheres Alter.
Der Zahn des Alters eben.

Vermutlich handelt es sich bei dem Wolf um den Rüden GW781m, der im November 2017 in Nordjütland offiziell von den dänischen Behörden identifiziert wurde.

🐾 "Dänen, könnt ihr etwa nicht Canidisch?" 🐾

Diese Frage müssen wir natürlich auch an die Deutschen stellen - beziehungsweise an alle Menschen!
Denn wenn wir Hundebesitzer fragen, ob ihr Hund defensives oder offensives Aggressionsverhalten gezeigt hat, dann wissen leider die wenigsten mit diesen Begriffen etwas anzufangen.

Und das muss sich ändern.

Warum, sehen wir gerade hier:
durch Unwissenheit gerät in solchen Situationen nicht nur ein Mensch (wie der Jogger) in Gefahr, sondern am Ende auch die Wölfe.

Daher ist unser größtes Anliegen - gerade im Hinblick auf die steigende Anzahl von Hunden und das Zusammenleben mit Wölfen - dass alle Menschen, und besonders unsere Kinder, lernen wie Caniden sprechen.
Vor allem aber, wie wir uns im Falle einer Begegnung richtig verhalten.

Aber warum ist gerade der Unterschied zwischen defensivem und offensivem Droh- und Aggressionsverhalten so wichtig?

Weil uns diese Unterscheidung die echte Motivation verrät: geht es dem Tier darum, Distanz herzustellen - oder darum, einen Konflikt offensiv zu beginnen?

Das ist entscheidend. Oder denkst du nicht?

Bei defensiv motiviertem Drohverhalten steht erstmal die Distanzvergrößerung im Vordergrund.
Das Tier (Wolf oder Hund) versucht, auf die Situation zu reagieren, ohne in einen körperlichen Konflikt gehen zu müssen.

(Übrigens: warum der Wolf nicht plötzlich ins Jagdverhalten rutscht, haben wir verhaltensbiologisch auch schon mal für euch aufgearbeitet, hier: )

❗️“Ritualisiertes Droh- und Distanzverhalten“❗️

So wird es in der Verhaltensbiologie genannt.
Und genau das zeigte der Wolf im Video.
Warum den Menschen das Verhalten trotzdem so extrem aufgefallen ist, haben wir weiter oben ja schon erwähnt: der Wolf „spricht“ einfach deutlicher als unsere Hunde.

Und er tut das, damit Konflikte vermieden werden.
Ja, je mehr Ausdruck dahinter, desto mehr Eindruck macht er. So verhindern Caniden (auch unsere Hunde) folgenschwere Auseinandersetzungen.

Wir sehen im Video also ein stark ritualisiertes defensiv motiviertes Drohen.
Der Wolf nähert sich dem Jogger zwar und droht - aber genau das dient dazu, Einfluss auf das Verhalten des Joggers zu nehmen … um Distanz herzustellen!
Nicht um ihn zu verletzen.

Übersetzen können wir das, was der Wolf sagen wollte, in etwa so: „Nimm mich ernst, ich will keinen Angriff, aber ich könnte es - siehst du meine Waffen!?“

Das ist ganz normales Verhalten, auch bei unseren Hunden sehen wir es tagtäglich.

Und dennoch fiel einigen Menschen hier doch noch etwas „Ungewöhnliches“ auf.

🐩 "Die Rute, zeigt sie den Motivationskonflikt?" 🐩

Statt nur auf die Zähne zu schauen, empfehlen wir eher den Blick auf das andere Ende des Tieres:
auf die Rute.

Die Rute liefert uns nämlich einen wichtigen Hinweis darauf, was in diesem Wolf gerade vor sich geht.
Auch bei unseren Hunden ist das so - vorausgesetzt der Hund hat überhaupt noch eine anatomisch normale Rute. Und „normal“ bedeutet in dem Fall: keine gekringelte, keine geknickte, keine halbe, und auch keine extrem behaarte Rute, die Signale verfälscht.

Das Einbeziehen der Rute ist bei Wölfen so wie bei Hunden (noch deutlicher bei verwilderten Hunden und Straßenhunden) ein zentraler Teil des ritualisierten Droh- und Distanzverhaltens.

Um zu verstehen wie und warum, müssen wir noch einmal betonen, dass Wölfe extrem darauf bedacht sind, Konflikte zu vermeiden. Dazu nutzen sie die Möglichkeiten einer wunderschönen, vielfältigen sozialen Kommunikation. Auch die agonistischen Verhaltensbereiche (zu denen u.a. das Aggressionsverhalten gehört) dienen dazu, Konflikte möglichst nicht körperlich austragen zu müssen.

Dafür nutzen Caniden unterschiedliche Verhaltenssequenzen und Signale.
Wir nennen diese „Verstärker-/Betonungssignale“ - also bestimmte Gesten und Signale, die eine bereits vorhandene Botschaft zusätzlich hervorheben oder für den Empfänger auffälliger machen.

Und genau das sollte die Rute in dieser Situation ausdrücken beziehungsweise hervorheben.
Sie ist Teil des Drohens, und betont die Körpersprache, ganz ähnlich wie ein Schnaufen oder Züngeln (Aufmerksamkeit aufs Maul).
Sie soll aufmerksam und größer machen, präsenter und bedrohlicher wirken.
Es ist der Versuch, den Konflikt nicht durch kämpfen, sondern rein über die Optik und Kommunikation zu lösen.

Aber sie verrät uns noch mehr: die Rute lässt uns nämlich erahnen, in welch großem inneren Konflikt sich der erfahrene, ältere Rüde befindet. Sie unterstreicht sein extrem ambivalentes Verhalten.

Wenn Caniden wedeln heißt das - Nein, nicht Freude - sondern erstmal Erregung und Anspannung (soziale Kommunikation).
Hier sagen uns die tief getragene Rute und gleichzeitig das „propellerähnliche“ Wedeln, dass in dem Wolf gerade zwei Verhaltensprogramme kämpfen:

Flucht/Angst (defensives Drohverhalten).

Und

Schutz/Verteidigung (parentales/alloparentales Fürsorgeverhalten).

Und was es damit auf sich hat, das hat uns Augustin gerade wieder ganz wunderbar vorgeführt.

🍼 "Wenn der Wolf im Fürsorgeverhalten steckt" 🍼

Aktuell durfte Augustin für unsere Forschungszwecke nämlich wieder Welpen aufziehen.

Wir haben hier in „Nanny-Wolf Augustus“ ausführlicher darüber berichtet

Und dabei zeigt er uns etwas, das wir genau so auch aus der Wolfsforschung kennen: die Aufzucht von Nachwuchs verändert das Verhalten der erwachsenen Tiere ganz erheblich.

An dem parentalen und alloparentalen Fürsorgeverhalten sind nämlich zahlreiche hormonelle und neuronale Prozesse beteiligt.
Unter anderem spielen Prolaktin und Oxytocin eine sehr wichtige Rolle. Auch Veränderungen im Testosteronhaushalt werden mit dem Fürsorgeverhalten in Verbindung gebracht (sanftere Papas/Nannys).
Das Entscheidende ist dabei aber nicht ein einzelnes Hormon: die gesamte Motivation des Tieres verändert sich.

Und das ist doch auch völlig logisch! Ein Tier, das gerade Nachwuchs aufzieht, reagiert auf seine Umwelt anders, als ein Tier ohne diese große soziale Verantwortung.
Das gilt ganz besonders für die so fürsorglichen Caniden.

Und genau das erleben wir bei Augustin immer wieder: der normalerweise sehr menschenscheue Rüde ist gegenüber Welpen unglaublich geduldig und fürsorglich, zeigt aber in einer vermeintlichen Gefahrensituation auch ein ausgesprochen starkes Schutzverhalten (Videos davon posten wir noch!).

Und hier kommen wir wieder zum Motivationskonflikt des Wolfes zurück, den wir bei dieser Begegnung mit dem Jogger beobachten konnten: der Wolf zeigt deutlich Merkmale von Unsicherheit und defensiver Motivation. Gleichzeitig stellt er sich aber dem Menschen entgegen - weil sich seine Prioritäten durch die Anwesenheit des Welpen verschoben haben. Er MUSS in diesem Moment als Papa (oder Nanny) einfach etwas „mutiger“ sein.

🐺 "War ulven denn jetzt verhaltensauffällig?" 🐺

NEIN!

Denn schauen wir uns das Video genau und unvoreingenommen an, sehen wir zunächst einen erwachsenen Wolf, der dem Jogger entgegen läuft. Sein Verhalten wirkt zu diesem Zeitpunkt noch nicht wie ein Angriff.

Erst als der Mann beginnt hysterisch zu schreien, verändert sich das Verhalten des Wolfes.
Aus der zunächst neutraleren Annäherung (Wer bist du?) wird nun ein defensiv motiviertes und zugleich deutlich ambivalentes Droh- und Distanzverhalten.

Das Schreien war also vermutlich der eigentliche Auslöser für diese Eskalation.
Und genau hier sehen wir auch wieder, wie WICHTIG Aufklärung ist.

Denn was für uns Menschen Angst und Hilflosigkeit ausdrückt, ist für einen Wolf ein völlig anderes Signal (zum Beispiel Bedrohung oder aggressive Provokation).

Normalerweise sind Wölfe Menschen gegenüber sehr vorsichtig und vermeiden Konflikte um jeden Preis. Auch die Anwesenheit von Welpen, bedeutet keineswegs automatisch, dass Wölfe Menschen angreifen.

Um so wichtiger ist daher, dass gezeigte Verhalten genau zu betrachten, zu analysieren und neutral nach den möglichen Auslösern zu fragen.

Denn: defensiv heißt nicht ungefährlich❗️

Es bedeutet lediglich, dass die Motivation hinter dem Verhalten eine andere ist.
Und genau diese entscheidet darüber wie wir Menschen richtig reagieren müssen!

Besonders wenn wir mit unseren Hunden in Wolfsgebieten unterwegs sind, ist es wichtig zu erkennen, was uns ein Tier (auch unser eigener Hund!) gerade mitteilen möchte.

Ob der Jogger tatsächlich einen Hund dabei hatte, konnten wir übrigens nicht sicher verifizieren.
Ein Hund könnte in dieser Situation aber eine entscheidende Rolle gespielt haben.
Dann wäre neben dem Schutz des Welpen möglicherweise auch ein sozial motiviertes Verhalten gegenüber eines fremden Caniden an der Reaktion des Wolfes beteiligt gewesen.

Gerade weil wir wissen, wie fürsorglich Wölfe ihren Nachwuchs aufziehen, sollten wir dort, wo Wölfe und Menschen denselben Lebensraum nutzen, in der sensiblen Zeit der Welpenaufzucht besonders aufmerksam und rücksichtsvoll sein - auch zum Schutz unserer eigenen Vierbeiner.

🗣️"Warum wir IHRE Sprache lernen müssen!" 🗣️

Ja. Wölfe sind keine Kuscheltiere.
Unsere Hunde übrigens auch nicht.

Sie sind aber auch keinesfalls die blutrünstigen Räuber, die grundlos Menschen angreifen.

Natürlich können Wölfe für den Menschen gefährlich werden. Aber genau deshalb müssen wir ihr Verhalten verstehen!

Denn wer versteht, warum ein Wolf sich in einer bestimmten Situation so verhält, kann viel besser einschätzen, was gerade passiert - und vor allem, wie er deeskalierend darauf reagieren muss.

Das Ziel sollte deshalb weder Angst noch eine falsche Romantisierung sein.

Sondern Verständnis.

Dasselbe gilt für unsere Hunde.

Wer die Sprache eines Tieres versteht, erkennt Konflikte viel früher, kann Situationen besser einschätzen und sein eigenes Verhalten entsprechend anpassen.

Wissen schützt vor Vorfällen.

Wer verstehen will, muss hinschauen.

Nicht nur auf die Zähne.
Sondern auf das ganze Tier.

Das ist Prävention.

🐕 "Und unser Canis Lupus familiaris?" 🐕

Wenn wir zukünftig Hundehalter fragen, ob ihr Hund defensiv oder offensiv motiviert war, dann würden wir uns wünschen, dass sie darauf eine Antwort geben können.

Wirklich!

Denn diese Unterscheidung ist nicht nur etwas für Hundetrainer und Wolfsexperten - sie ist der Schlüssel zum Verständnis für unsere Hunde.

Ein Hund, der aus Unsicherheit defensiv droht, braucht eine völlig andere Reaktion, als ein Hund, der offensiv einen Konflikt sucht.
Und genau deshalb reicht es nicht, nur zu wissen, dass ein Hund „aggressiv“ ist.

Wir müssen verstehen, warum er dieses Verhalten zeigt.

Genau wie beim Wolf.

Genauso wünschen wir uns, dass die Menschen, die ein solches Video anschauen, nicht nur „Bestie!“ schreien. Sondern dass sie versuchen, die Motivation hinter dem Verhalten zu erkennen.
Empathie ist keine Schande.
Und Verständnis ist keine Verharmlosung!

Diese Welt - die Natur - gehört nicht uns allein.

Und darum ist unsere Arbeit - besonders mit Tieren wie Augustin - so wichtig.
Nicht nur für Wolf und Hund.
Sondern für uns alle.

Es geht nämlich nicht nur um „blöde“ Wölfe, wie manche Wolfsgegner denken.
Sondern vor allem auch um das tägliche Zusammenleben mit unseren Hunden.
Als Tierschützer wissen wir um die aktuellen Probleme.
Wir hören von den schweren Vorfällen.
Wir haben täglich die verzweifelten Menschen am Telefon.
Wir sehen die unverstandenen, problematischen Hunde.
Und wir erleben viel zu oft, wie viele Hunde am Ende euthanasiert werden. Sie sterben, weil Menschen nicht bereit waren, etwas über ihre Kommunikation, ihr Verhalten und ihre Bedürfnisse zu lernen.

Also: lernt Canidisch!!
Nicht nur für den Wolf. Sondern vor allem auch für unsere Hunde.

Was defensives Drohverhalten beim HUND genau bedeutet und warum wir hier ganz anders reagieren sollten, das erzählen wir euch im nächsten Teil:
Was die Domestikation verändert hat

Mensch, leid doch nicht so! Happy Birthday! Gestern wurde er 12 Jahre alt. Unser Timmi. Unvorstellbar. Denn eigentlich i...
17/08/2026

Mensch, leid doch nicht so!

Happy Birthday!

Gestern wurde er 12 Jahre alt.
Unser Timmi.
Unvorstellbar.
Denn eigentlich ist er schon seit 6 Jahren tot.

Wenn es nach uns Menschen ginge.

Und deswegen feiern wir diesen Geburtstag auch so sehr.
Gleichzeitig sind wir dieses Jahr aber auch besonders traurig und auch ein bisschen melancholisch.
Das liegt unter anderem daran, dass wir vor Kurzem erfahren haben, dass Timmis Bruder nicht mehr lebt. Und das hat uns ziemlich geschockt.
Weil, im Gegensatz zu Timmi war er immer gesund - und sorry Timmi - sportlich und aktiv noch dazu.

Und Timmi, ja - der war immer krank.
Das stimmt wirklich. Schon als Welpe war er krank.
Da bekam er die Diagnose Megaösophagus. Es folgten Hüfte, Rücken, Knie, ganz viele Allergien, und dann der Krebs.
Ja, der gemeine Krebs, der hätte ihm fast 6 Jahre geraubt. Sechs Jahre. Nicht nur wunderschöne, auch schwierige, aber immerhin: Jahre voller leben.

Geraubt haben ihm diese wir Menschen, also beinahe. Denn: „Da ist nun mal nichts mehr zu machen!“, „Der Hund leidet!“ , „Erlöst ihn doch besser!“.

Das hat Timmi beziehungsweise haben wir vor sechs Jahren ständig gehört.
Auch von Tierärzten.
„Er leidet doch nur…“

Leid. Leiden.

Was ist das überhaupt?

Können wir das so genau sagen?
Für den einen ist Leiden, wenn er eine Trennung erlebt. Für den anderen eine unheilbare Krankheit. Und wieder für jemand anderen ist Leiden, wenn die Gedanken nur noch schwarz sind.

Doch was ist es für unsere Haustiere?
Oder überhaupt für alle Tiere?
Können wir Menschen das wirklich beurteilen?

Diese Frage beschäftigt uns schon lange.

Nicht erst seit dem viele von uns einen angeblich leidenden Wal unbedingt sprengen wollten.
Oder dringend den nächsten armen (Kampf)Hund retten mussten, der - doch nicht mit Absicht - ein Kind (oder seinen Besitzer) getötet hat.

Ja. Diese Frage beschäftigt uns mindestens seit Timmi Krebs bekam.
Und geheilt wurde.
Von wem auch immer (übrigens durch Homöopathie!).

Seit dieser Zeit beobachten wir jedoch eine Veränderung in der Gesellschaft.
Es wird schnell von Leiden gesprochen. Sehr schnell. Und dementsprechend vielleicht etwas vorschnell euthanasiert, also „erlöst“.
Damit der Hund, die Katze, das Pony, der Vogel bloß nicht leiden muss.
Doch können wir Menschen das Leiden anderer - und erst recht das einer völlig anderen Spezies- überhaupt beurteilen? Ob es leidet und vor allem wie sehr? Wirklich nachempfinden ob das Tier Schmerzen spürt?

Dabei sollten wir ein Leiden bei unseren Tieren gar nicht auf Schmerz reduzieren. Eigentlich offensichtlich, denn wir Menschen leiden ja auch nicht nur dann, wenn uns körperlich etwas weh tut.
Genau wie wir, können Tiere aus Angst, Stress, Frust, Einsamkeit, oder Verlust ganz erheblich leiden.

Doch während wir den Hund unbedingt retten müssen, der seinen Besitzer tödlich verletzte, und dabei gar nicht fragen: „Wird er die nächsten Jahre im Hochsicherheitszwinger LEIDEN?“, beurteilen wir einen Hund mit körperlichen Krankheiten häufig sofort als leidend.

Doch warum sind wir Menschen so?
Warum denken wir so schnell ans Erlösen?
Handeln wir wirklich im Interesse des Tieres, wenn wir es als „leidend“ und „erlösbereit“ bezeichnen? Oder wollen wir damit manchmal unser Leiden beenden? Ertragen wir schlicht den Anblick eines kranken Tieres nicht?

Aber genau das macht die Sache so schwierig:
Wir sind nicht dieses Tier.

Ein Hund darf alt und langsam und auch schwerfällig werden. Er darf Schwierigkeiten beim Aufstehen bekommen, ohne dass wir das Recht haben, sein Leben als nicht mehr lebenswert zu bezeichnen.

Und genau das hat uns Timmi beigebracht.

Eine Diagnose ist kein Urteil über ein Leben.

Und ja, Timmi hat gelitten. Aber er hat auch niemals aufgehört, leben zu wollen.

Und das ist vielleicht der wichtigste Gedanke:

Ist es nicht die Seele, die uns am ehesten verrät ob ein Tier leidet und noch leben möchte?
Ob es Anteil nimmt, Beziehungen sucht und Freude zeigt?

Zumindest bei unseren Haustieren sollten wir genau das bedenken: wir haben die Zeit sie kennenzulernen, können ihr Seelenleben besser einschätzen - ohne unsere eigenen Sorgen vor dem Leiden in den Mittelpunkt zu drängen.

Je weniger wir über ein Individuum wissen, desto vorsichtiger sollten wir einfach sein, ihm einen Todeswunsch zuzuschreiben.

Und dennoch bedeutet das eben nicht, ein Tier um jeden Preis am Leben erhalten zu müssen.
Aber: diese Entscheidung sollte nicht aus unserer Angst vor möglichen Leiden entstehen!

Und hier kommen wir wieder zu Timmi, unserem immer kranken Timmi, der trotz allem nicht eine einzige Sekunde daran gedacht hat, aufzugeben.
Und deshalb können wir nicht nur seinen 12. Geburtstag feiern, sondern vor allem diese unglaublichen sechs Jahre, die ihm beinahe gestohlen wurden - nur weil fremde Menschen meinten, er würde leiden.

Mensch, leid DU doch nicht so!

Timmi, wir sind gespannt, was dein Leben noch mit dir vorhat.

Herzlichen Glückwunsch auch an all deine Geschwister ❤️

Liebe Grüße und vielen Dank an Bruder Stuart, der Timmi gestern wieder ein so tolles Geburtstagsgeschenk geschickt hat - Dankeschön lieber Stui und Familie!

Wie Timmi den Krebs besiegt hat, haben wir schon mal gepostet!

13/08/2026

Warum Augustin uns zum Heulen bringt

Genau vor zwei Jahren wurde unser Leben unheimlich bereichert - und zwar durch ihn hier:
den kleinen Nuki‘s Nouri Augustus Lupus von Hahnenberg - allen bekannt als Augustin!

Ja, bekannt ist er wirklich. Fast bekannt im ganzen Land, denn Augustin hat eine besondere Gabe: er kann uns lehren wie Hunde sprechen.

Wir finden, das ist die wichtigste Aufgabe, die es gibt - zumindest neben anderen wichtigen Aufgaben - gerade wenn wir sehen, wie schlecht es aktuell um die Mensch-Hund-Beziehung steht. So schlecht wie noch nie.

Aber auch die wilden Wölfe leiden, wie wir derzeit immer wieder feststellen müssen, ganz deutlich unter menschlichen Wissenslücken und ständiger Verfolgung.

Und all das kann ein einziger Augustin verändern?

Nein, natürlich nicht!

Aber er kann uns zu besseren Hundemenschen, wissenden Tier- und Naturschützern und klügeren Wolfsverstehern machen!

Wie wir das meinen, wollen wir anhand des aktuellen „Vorfalls“ um den dänischen Wolf noch näher erläutern. Im diesem Jubiläumspost soll es vor allem darum gehen, was Augustin uns in den vergangenen zwei Jahren beigebracht und mitgegeben hat.

Er hat uns gezeigt, was Familie ist.

Wie wichtig soziale Beziehungen sind.
Was Resozialisierung wirklich bedeutet.
Dass Hunde, trotz schwerer Vergangenheit, wieder lernen können, sozial zu kommunizieren.
Und wie falsch unser derzeitiger Umgang mit Hund und Wolf ist.

Vor allem aber hat er uns gezeigt, wie wichtig die Gemeinschaft für uns alle ist.

Und dazu passend haben wir ein Video herausgesucht, das den kleinen, etwa 3 Monate jungen Augustin beim gemeinsamen Heulen mit seiner Familie zeigt.

Als Welpe war Augustin erstaunlich stumm - obwohl seine Geschwister bei der heulenden Mama und dem heulenden Papa schon früh mitgeheult haben.

Bei uns dagegen hat Augustin nicht geheult, erst als unsere Hundegruppe wegen einer Sirene losheulte, stimmte auch der kleine Augustus - wie ihr hier sehen könnt - noch ganz aufgeregt und zaghaft mit ein.

Er musste also erst von unseren Hunden lernen, wie man heult.

Aber stimmt das?

Nein - heulen kann ein Wolfswelpe schon von Geburt an.
Das wurde Augustin genetisch mit in die Wiege gelegt, denn auch Hundewelpen haben die Fähigkeit nie verloren. Es ist ein uraltes Wolfserbe, das wir im Laufe Domestikation stark verändert haben.
Wir wollten einfach keine heulenden Hunde (warum Hunde heute bellen und nicht mehr heulen, können wir noch mal gesondert erörtern).

Augustin musste also nicht lernen WIE man heult, aber seine Familie (die Hunde) hat ihm gezeigt WANN man heult.

Und genau hier ist auch der Unterschied zwischen Haushund und Wolf (und Wolf-Hund-Mischling): obwohl auch Hunde heulen können, haben Wölfe eine niedrigere Reizschwelle, schon ein kleiner Auslöser reicht, um das Verhalten auszulösen.
Bei unseren Haushunden hingegen ist dieses Verhalten im Laufe der Domestikation und Zucht deutlich weniger ausgeprägt, und wird auch nicht mehr so leicht ausgelöst.

Aber, verschwunden ist es nicht.

Denn mittlerweile heulen unsere Hunde täglich gemeinsam.
Durch Augustin.
Er hat dieses ursprüngliche Verhalten wieder in unsere Hundegruppe gebracht.

Und genau darauf wollen wir hinaus:

Heulen verbindet!

Denn Augustin zeigt unseren Hunden damit was Familie ist.

Gemeinsam heulen. Das fühlt sich gut an.

Warum? Das erzählen wir euch nochmal ausführlicher, denn Wölfe heulen - und wie ihr seht auch Hunde - aus ganz unterschiedlichen Gründen. Wenn wir genau hinhören, erkennen wir am Heulen sogar den Auslöser.

An dieser Stelle bleibt uns für heute nur eins:

DANKE Augustin!

Danke, dass du uns alle zum Heulen bringst.
Schön, dass es dich gibt und
dass du bei uns bist!

07/08/2026

Wenn Augustin „Nein“ sagt

wie versprochen wollen wir euch hier noch das andere Video zum Thema Futterverhalten zeigen.

Im letzten Video konntet ihr sehen, wie Augustin „seinen“ Welpen eine gefangene Wühlmaus überlässt (alloparentale Ressourcenfreigabe).
Wir haben darüber gesprochen, dass die von den Welpen gezeigte aktive Demut und das Maullecken den biologischen Schlüsselreiz für die Futterfreigabe beziehungsweise das Futterhochwürgen darstellen.

Augustin hat uns aber auch verraten, dass das Verhalten, also das Regurgitieren, kein unsteuerbarer Reflex ist - er kann nämlich sehr wohl nein sagen, je nach Wert der Ressource.

Und wie, das seht ihr in diesem Video.
Augustin zeigt uns hier wie er diesen „Reflex“ quasi umgeht. Er weiß also offenbar genau, dass er nicht mehr Neinsagen kann, wenn die Welpen erstmal an seiner Lefze lecken und stupsen, und verhindert das proaktiv, denn der Pansen ist ihm viel zu wertvoll zum Teilen.
Schaut mal genau hin, wie er das macht.
Seht ihr es?
Augustin kommuniziert hier nicht nur körpersprachlich, sondern nutzt sein gesamtes Ausdrucksverhalten.

Vor allem steuert er das Verhalten der Welpen proaktiv, und wartet nicht erst auf das Betteln, um es dann anschließend über eine (reaktive) Korrektur zu hemmen. Stattdessen setzt er auf eine präventive, (anfänglich) rein körpersprachliche Distanzvergrößerung.
Er blockiert den Zugang zu seinen Lefzen und unterbindet so die Reiz-Reaktions-Kette des Futterbettelns (weil dann das Futterauslösen erfolgt), bevor sie überhaupt initiiert werden kann.
Das ist wirklich sehr schöne soziale Kommunikation!

Und für die Welpen ist das hier unheimlich wichtig.
Es ist quasi ein natürliches Frustrationstoleranz-Training. Etwas, das wir Menschen im Umgang mit dem Hundekind leider so sträflich vernachlässigen. Schaut mal, wie toll sie sich zurücknehmen können! Sie lernen abzuwarten, mal nicht dran zu sein, und ein „Nein“ zu akzeptieren. (Fast) Nur durch körpersprachliche Kommunikation (habt ihr erkannt wie Augustin das macht?).

Besonders spannend wird es aber, wenn die Welpen doch mal ausprobieren, ob Augustins körpersprachliches Drohen denn auch wirklich ernst gemeint ist. Dann nutzt Augustin die nächste Eskalationsstufe: er zeigt die Zähne, kräuselt seine Nase (bei Wölfen und wolfnahen Hunden noch deutlicher zu sehen), und - hört ihr es?
Er schnauft.

Und was bedeutet das?
Wir nennen es „Verstärker-Signal“, denn genau dafür ist es auch: das Schnaufen verstärkt die visuelle Drohung. Es soll aufmerksam machen auf das Zähnezeigen beziehungsweise Nasekräuseln. Und so den Welpen signalisieren: „Ich meine es echt ernst!“.
Es ist also noch eine letzte Warnung vor einer körperlichen Maßnahme, zum Beispiel Abschnappen.
Und hier können wir auch sehen, dass die sogenannten Eskalationsstufen niemals linear verlaufen - sie sind eher mit einem Lautstärkeregler zu vergleichen, die der Hund je nach Reaktion des Gegenübers hoch - und wieder runterdrehen kann.
Augustin zeigt das hier ganz schön: nach dem Schnaufen und Fletschen regelt er sich wieder zum subtilen Drohen runter.

Aber er regelt auch hoch, denn er zeigt am Ende dann doch noch einen Schnauzengriff als familiäre soziale Korrektur.
Warum der Welpe so aufjault, obwohl Augustin dabei absolut gehemmt und kontrolliert ist, haben wir schon mal ganz ausführlich erklärt.
Das laute Quietschen ist ein biologisch verankertes, vokales Beschwichtigungssignal und gehört zum Demutsverhalten.
Es ist ein wichtiges Signal zur Deeskalation und in diesem Kontext kein Schmerzlaut!
Lies gerne hier: „Wenn der Welpe quietscht - und warum das nicht (immer) Aua heißt“

Und knurrt er etwa auch uns an? Nein, schaut mal, an wen das Drohen gerichtet ist - er zeigt dem Welpen einfach präventiv, dass es keine Einladung für ihn ist, nur weil der Mensch an den Pansen darf.

Ganz wichtig ist uns noch zu betonen:
das, was wir hier sehen, ist nicht „böse“.
Es gehört zum sogenannten agonistischen Verhalten, dem biologischen Gesamtsystem für Konfliktverhalten, von dem Aggressionsverhalten nur ein Teil ist. Augustin zeigt uns hier ganz deutlich, warum wir Droh- und Konfliktverhalten bei Hunden nicht pauschal negativ bewerten sollten. Denn genau diese Kommunikation ist dafür da, echte Auseinandersetzungen frühzeitig zu verhindern!

Ob das auch für den Kontakt mit uns gilt?

Also sollten wir intra- und interspezifische Unterscheidungen bei agonistischen Verhaltensweisen vornehmen?

Der Frage „Darf mein Hund mich anknurren?“ wollen wir demnächst auf den Grund gehen.

Und sagt mal, könnt ihr benennen welche Signale des Ausdrucksverhaltens Augustin hier zur Kommunikation nutzt, also nicht nur die körpersprachlichen?

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Landesbergen
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