Feiner Fiffi

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Hundesalon und Hundetraining & Verhaltensberatung. Fair, authentisch, konsequent, freundlich. Wir helfen Euch, Euren Hund zu verstehen.
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Ich habe es wieder getan.Mara, 5 Monate alt und aus Rumänien, ist gestern bei uns eingezogen.Dieser Hund hatte Glück. Si...
06/09/2026

Ich habe es wieder getan.

Mara, 5 Monate alt und aus Rumänien, ist gestern bei uns eingezogen.

Dieser Hund hatte Glück. Sie wurde alleine auf der Straße gefunden und kam anschließend in eine wunderbare Pflegestelle in Rumänien.

Ich habe Mara aufgrund einer Beschreibung und eines Fotos ausgewählt.

Würde ich das jedem empfehlen? Nein.

Denn einen Hund aus dem Auslandstierschutz auf diese Weise auszuwählen bedeutet auch: Man weiß nicht wirklich, wer da einzieht.

Ich habe keine feste Erwartung an einen Hund, der neu zu mir kommt. Er muss nicht sofort funktionieren, freundlich zu jedem sein, problemlos alleine bleiben oder sich vom ersten Tag an in meinen Alltag einfügen.

Ich schaue mir den Hund an, der tatsächlich vor mir steht.

Was bringt er mit?
Was verunsichert ihn?
Was fällt ihm leicht?
Was braucht er?

Mara ist mein fünfter Tierschutzhund aus dem Ausland. Erfahrung hilft dabei enorm – und trotzdem ist jeder Hund anders.

Ein Foto und eine Beschreibung können einen ersten Eindruck vermitteln. Sie ersetzen aber kein Kennenlernen und sind keine Garantie dafür, wie sich ein Hund in seinem neuen Leben entwickeln wird.

Deshalb ist diese Art, einen Hund auszuwählen, für mich eine bewusste Entscheidung.

Aber sicher keine Option für jedermann.

Und jetzt lernen wir Mara erst einmal kennen. Ohne Programm. Ohne Erwartungen. Schritt für Schritt.

23/08/2026

Hundeschule von Anfang an gehört für mich zur Grundausstattung.
So wie Leine, Geschirr, Futter und Tierarzt gehört auch fachliche Begleitung dazu.

Nicht erst dann, wenn Probleme entstanden sind.

Denn gerade am Anfang werden die Grundlagen gelegt: Wie lernt der Hund? Wie kommuniziert er? Wie gestalte ich Hundekontakte sinnvoll? Wie fördere ich Orientierung, Ruhe, Frustrationstoleranz und Alltagssicherheit?

Natürlich kann man vieles selbst ausprobieren. Aber Versuch und Irrtum bedeutet eben auch, dass sich ungünstiges Verhalten festigen kann. Und manches, was später mühsam „wegtrainiert“ werden soll, hätte sich mit früher Anleitung deutlich leichter verhindern lassen.

Hundeschule ist keine Reparaturwerkstatt für schwierige Hunde. Sie sollte selbstverständlicher Bestandteil eines guten Starts ins gemeinsame Leben sein.

Warum erzählen manche Hundehalter dem Trainer nicht, was wirklich los ist?„Er hat nur mal geschnappt.“„Eigentlich ist er...
18/08/2026

Warum erzählen manche Hundehalter dem Trainer nicht, was wirklich los ist?

„Er hat nur mal geschnappt.“
„Eigentlich ist er ganz lieb.“
„Das macht er sonst nie.“
„Mit Futter ist er ein bisschen speziell.“

Und irgendwann stellt sich heraus:
Der Hund hat bereits gebissen.
Er verteidigt Ressourcen.
Er reagiert massiv auf andere Hunde.
Oder bestimmte Situationen sind längst kaum noch kontrollierbar.

Ich glaube nicht, dass dahinter immer Absicht steckt.

Oft ist es Scham.
Angst vor Bewertung.
Oder die Sorge, als schlechter Hundehalter dazustehen.

Manchmal wurde das Verhalten auch schon so lange verharmlost, dass es sich für den Menschen tatsächlich „gar nicht so schlimm“ anfühlt.

Aber genau hier liegt das Problem:

Ich kann Training nur sinnvoll planen, wenn ich weiß, womit wir es wirklich zu tun haben.

Ich brauche keine geschönte Version deines Hundes.

Ich brauche die ehrliche.

Ein Erstgespräch ist kein Bewerbungsgespräch.
Niemand muss beweisen, dass sein Hund besonders unkompliziert, nett oder gut erzogen ist.

Ganz im Gegenteil:
Gerade die unangenehmen Dinge gehören auf den Tisch.

Hat dein Hund geschnappt?
Sag es.

Hat er gebissen?
Sag es.

Verteidigt er Futter, Spielzeug oder Menschen?
Sag es.

Kannst du ihn in bestimmten Situationen kaum noch halten oder ansprechen?
Sag es.

Das ist kein Grund, sich zu schämen.

Aber es zu verschweigen, kann Training erschweren und im schlimmsten Fall andere Menschen oder Hunde gefährden.

Gutes Hundetraining beginnt nicht mit einem perfekten Hund.

Sondern mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme.

HundebegegnungenWann sind normale Hundebegegnungen eigentlich zum Problem geworden?Hund in Sicht – und sofort beginnt da...
07/08/2026

Hundebegegnungen

Wann sind normale Hundebegegnungen eigentlich zum Problem geworden?

Hund in Sicht – und sofort beginnt das Managementprogramm.

Leine kürzer.
Futter raus.
Abstand.
Bogen.
Straßenseite wechseln.
Bloß keinen Kontakt.

Ich frage mich zunehmend:

Trainieren wir wirklich entspannte Hundebegegnungen – oder trainieren wir unseren Hunden gerade an, dass jeder andere Hund ein Ereignis ist?

Natürlich gibt es Hunde, die Schutz, Abstand und gezieltes Management brauchen. Das steht überhaupt nicht zur Diskussion.

Aber inzwischen wird dieses Vorgehen teilweise auf nahezu jeden Hund übertragen.

Kein Kontakt an der Leine.
Kein spontaner Kontakt.
Kein fremder Hund soll näherkommen.
Alles kontrolliert, geplant und abgesichert.

Und dann wundern wir uns, wenn Hunde andere Hunde hochspannend finden.

Sozialkompetenz entsteht nicht dadurch, dass wir jede soziale Situation verhindern.

Sie entsteht durch Erfahrungen.

Durch Annäherung und Distanz.
Durch Beobachten.
Durch Ausweichen.
Durch höfliche Kommunikation.
Auch dadurch, dass ein anderer Hund einmal sagt:
„Bis hierhin und nicht weiter.“

Nein, Hunde müssen nicht „alles unter sich klären“.

Und nein, ein unangeleinter Hund hat keinen Freifahrtschein, ungefragt in jeden anderen Hund hineinzurennen.

Rücksichtnahme ist keine deutsche Übervorsicht, sondern schlicht gutes Benehmen.

Aber zwischen Rücksichtnahme und permanenter Abschirmung liegt ein ziemlich großer Unterschied.

In anderen Ländern erlebt man Hundehaltung teilweise deutlich selbstverständlicher: Hunde laufen, begegnen sich, gehen wieder auseinander. Nicht jede Begegnung wird zum Trainingssetting erklärt.

Vielleicht sollten wir uns deshalb einmal fragen, ob wir hierzulande manchmal ein Problem mit erzeugen, das wir anschließend aufwendig wegtrainieren wollen.

Denn wenn bei jedem Hund am Horizont sofort die komplette Aufmerksamkeit des Menschen auf die Situation springt, lernt der Hund ziemlich zuverlässig:

Da ist ein Hund. Jetzt wird es wichtig.

Mein Ziel wäre ein anderes:

Da ist ein Hund.

Na und?

Manchmal gehen wir vorbei.
Manchmal gibt es Kontakt.
Manchmal möchte einer keinen Kontakt.
Manchmal wird Abstand gehalten.

Fertig.

Und übrigens:

Ein sozial kompetenter Hund muss nicht jeden Hund mögen.

Er darf Grenzen haben.
Er darf ausweichen.
Er darf kommunizieren.
Er darf auch einmal deutlich werden.

Sozialkompetenz bedeutet nicht:

„Mein Hund ist mit jedem verträglich.“

Sozialkompetenz bedeutet:

„Mein Hund kann angemessen mit sozialen Situationen umgehen.“

Vielleicht brauchen wir deshalb weniger Angst vor ungeplanten Begegnungen.

Weniger Drama.

Weniger Mikromanagement.

Und wieder etwas mehr Vertrauen darin, dass Hunde auch lernen dürfen, Hunde zu sein.

Die entscheidende Frage ist nicht: Kontakt oder kein Kontakt?

Sondern:

Haben unsere Hunde überhaupt noch ausreichend Gelegenheit, normale Hundebegegnungen zu lernen?

Bedürfnisse vor Gehorsam.Die Bedürfnispyramide nach Maslow wurde ursprünglich für Menschen entwickelt. Trotzdem lässt si...
28/07/2026

Bedürfnisse vor Gehorsam.

Die Bedürfnispyramide nach Maslow wurde ursprünglich für Menschen entwickelt. Trotzdem lässt sie sich als Denkmodell sehr gut auf unsere Hunde übertragen.

Denn auch beim Hund gilt: Wer grundlegende Bedürfnisse nicht ausreichend erfüllt bekommt, kann auf höheren Ebenen nur eingeschränkt lernen, sich orientieren oder Verhalten kontrollieren.

Ganz unten stehen die körperlichen Grundbedürfnisse: Futter, Wasser, Schlaf, Ruhe, Bewegung, Gesundheit und die Möglichkeit, sich zu lösen.

Darauf folgt Sicherheit: ein verlässlicher Alltag, Schutz vor Überforderung, angemessene Distanz zu angstauslösenden Reizen und Menschen, die Sicherheit geben statt zusätzlichen Druck aufzubauen.

Dann kommen die sozialen Bedürfnisse: Bindung, Nähe, gemeinsames Erleben und – je nach Hund – passende Kontakte zu Artgenossen.

Darüber stehen Selbstwirksamkeit und Kompetenz. Hunde brauchen die Erfahrung, dass ihr Verhalten etwas bewirken kann. Sie dürfen Probleme lösen, Entscheidungen treffen, erkunden, ausprobieren und erfolgreich sein.

Und schließlich geht es um individuelle Entfaltung: Ein Jagdhund möchte suchen und Spuren verfolgen. Ein Retriever trägt gerne. Ein Terrier möchte erkunden und graben. Ein Hütehund beschäftigt sich mit Bewegung.

Natürlich müssen wir nicht jedes Bedürfnis ungefiltert ausleben lassen. Aber wir sollten verstehen, was hinter Verhalten steckt und passende Möglichkeiten schaffen.

Und genau hier beginnt gutes Hundetraining.

Wenn ein Hund draußen nicht ansprechbar ist, ständig hochfährt, bellt, zieht oder nicht zur Ruhe kommt, ist die erste Frage nicht:

„Wie korrigiere ich dieses Verhalten?“

Sondern:

Was braucht dieser Hund gerade?

Hat er ausreichend Schlaf?
Fühlt er sich sicher?
Ist die Situation zu schwierig?
Kann er Abstand herstellen?
Darf er erkunden?
Hat er Schmerzen?
Versteht er überhaupt, was von ihm erwartet wird?

Verhalten entsteht nicht im luftleeren Raum.

Bedürfnisse sind keine Belohnung für gutes Verhalten. Sie sind die Grundlage dafür, dass Lernen überhaupt möglich wird.

Deshalb sollte Hundetraining nicht nur fragen:

Was soll der Hund tun?

Sondern viel häufiger:

Was braucht dieser Hund, damit er es leisten kann?

26/07/2026

Training beginnt nicht erst beim Fehler.

Impulskontrolle. Frustrationstoleranz. Orientierung. Signalsicherheit. Alltagstauglichkeit.

All das entsteht nicht dadurch, dass wir Hunde bewusst in Situationen laufen lassen, die sie noch nicht bewältigen können – um anschließend ihr Verhalten zu korrigieren.

Wir schaffen Situationen, in denen Lernen möglich ist.

Neue Orte. Neue Reize. Unterschiedliche Anforderungen. Aber immer so gestaltet, dass der einzelne Hund die Chance hat, erfolgreich zu sein.

Denn was für den einen Hund eine leichte Übung ist, kann für den anderen bereits eine echte Herausforderung bedeuten.

In diesem Training arbeiten wir deshalb individuell: an Orientierung am Menschen, an Impulskontrolle, Frustrationstoleranz, Signalsicherheit und daran, auch unter Ablenkung handlungsfähig zu bleiben.

Dabei wird jeder Hund dort abgeholt, wo er gerade steht, und so viel unterstützt, wie er in diesem Moment benötigt.

Nicht Fehler provozieren und korrigieren.
Sondern Verhalten vorbereiten, begleiten und festigen.

Genau daraus entsteht Alltagstauglichkeit.

Hundeschule erst dann, wenn es schwierig wird?Genau das erlebe ich leider häufig.Der Hund zieht.Er pöbelt an der Leine.D...
26/07/2026

Hundeschule erst dann, wenn es schwierig wird?

Genau das erlebe ich leider häufig.

Der Hund zieht.
Er pöbelt an der Leine.
Der Rückruf funktioniert nicht.
Begegnungen werden anstrengend.
Besuch wird zum Problem.
Der Spaziergang ist nur noch Stress.

Und dann kommt der Satz:

„Jetzt müssen wir wohl doch mal zur Hundeschule.“

Dabei sollte Hundeschule nicht erst dann beginnen, wenn Probleme längst zum Alltag gehören.

Eine gute Hundeschule ist keine Reparaturwerkstatt. Sie gehört m.E. zur Grundausstattung.

Sie ist ein Lernort für Mensch und Hund.

Hier können Situationen geübt werden, bevor sie draußen schwierig werden:

Hundebegegnungen.
Warten und Ruhe halten.
Ansprechbarkeit unter Ablenkung.
Leinenhandling.
Passieren von Menschen und Hunden.
Orientierung am Menschen.
Neue Situationen gemeinsam bewältigen.

Der große Vorteil:

Diese Situationen können geplant, angepasst und wiederholt werden.

Abstände können verändert werden.
Schwierigkeiten können langsam gesteigert werden.
Der Mensch kann lernen, bevor er unter Stress reagieren muss.

Denn im Alltag wartet niemand darauf, bis wir bereit sind.

Der Jogger kommt.
Der Hund taucht um die Ecke auf.
Das Fahrrad fährt vorbei.

Dann sollten Grundlagen bereits vorhanden sein.

Und nein – Hundeschule ist nicht nur etwas für Ersthundehalter.

Auch wer seit vielen Jahren Hunde hält, bekommt nicht immer denselben Hund.

Jeder Hund bringt andere Voraussetzungen, Erfahrungen, Bedürfnisse und Herausforderungen mit.

Erfahrung hilft.

Aber sie ersetzt nicht automatisch neues Lernen.

Auch soziale Kontakte spielen eine Rolle.

Menschen treffen andere Hundehalter, können beobachten, Fragen stellen und voneinander lernen.

Und Hunde können erfahren, dass andere Hunde einfach da sein dürfen – ohne Kontakt, ohne Spiel, ohne Aufregung.

Hundeschule bedeutet nicht, einen Hund möglichst schnell „funktionieren“ zu lassen.

Sie bedeutet, Mensch und Hund auf einen gemeinsamen Alltag vorzubereiten.

Und dafür ist der beste Zeitpunkt nicht dann, wenn bereits alles schwierig geworden ist.

Sondern vorher.

Nicht jede fachliche Rückmeldung ist persönliche KritikHundetraining ist Erwachsenenbildung. Und Erwachsenenbildung bede...
25/07/2026

Nicht jede fachliche Rückmeldung ist persönliche Kritik

Hundetraining ist Erwachsenenbildung. Und Erwachsenenbildung bedeutet nicht, Menschen einfach nur ein gutes Gefühl zu geben.

Es bedeutet, Wissen zu vermitteln, Zusammenhänge verständlich zu machen, Handlungen anzuleiten und Rückmeldung zu geben. Auch dann, wenn etwas noch nicht gut funktioniert.

Genau das wird zunehmend schwierig.

Denn manches Wort wird nicht mehr danach beurteilt, ob es fachlich richtig, hilfreich oder notwendig ist, sondern danach, ob es sich angenehm anfühlt. Eine klare Rückmeldung wird schnell als Kritik verstanden. Eine Korrektur als Angriff. Eine Nachfrage als Zweifel an der eigenen Kompetenz.

Dabei ist nicht jede Irritation eine Grenzüberschreitung.

Zwischen dem, was gesagt wird, dem, was gemeint ist, und dem, was beim Gegenüber ankommt, liegt die Wahrnehmung. Diese Wahrnehmung ist real. Aber sie ist nicht automatisch identisch mit der Absicht oder dem tatsächlichen Inhalt einer Aussage.

Gute Kommunikation verlangt deshalb beides: verständlich erklären und verstehen wollen.

Hundetrainerinnen und Hundetrainer tragen die Verantwortung, respektvoll, klar und fachlich fundiert anzuleiten. Aber Hundehaltende tragen ebenfalls Verantwortung. Sie müssen bereit sein zuzuhören, nachzufragen, Rückmeldungen auszuhalten und das eigene Handeln zu reflektieren.

Wer nur hören möchte, dass alles bereits richtig läuft, braucht keine fachliche Anleitung.

In einer Gruppe wird dieser Drahtseilakt besonders deutlich. Unterschiedliche Menschen, unterschiedliche Lerngeschwindigkeiten, unterschiedliche Empfindlichkeiten – und gleichzeitig Hunde, die auf präzises Timing, klare Abläufe und nachvollziehbares Verhalten angewiesen sind.

Natürlich darf niemand bloßgestellt oder abgewertet werden. Aber fachliche Inhalte dürfen auch nicht so lange weichgespült werden, bis nichts Verbindliches mehr übrig bleibt.

Denn am Ende geht es nicht darum, jedes Wort möglichst folgenlos zu formulieren.

Es geht darum, Menschen so anzuleiten, dass sie ihren Hund fair, sicher und kompetent begleiten können.

Dafür braucht es Empathie.

Aber eben auch Klarheit.

Und manchmal gehört zum Verstehen nicht nur gutes Erklären, sondern auch der ehrliche Wille, verstehen zu wollen.

Ein Hund sollte in der Gruppe nicht unsichtbar werdenMehrhundehaltung bedeutet nicht automatisch, dass jeder Hund wirkli...
24/07/2026

Ein Hund sollte in der Gruppe nicht unsichtbar werden

Mehrhundehaltung bedeutet nicht automatisch, dass jeder Hund wirklich gesehen wird.

In einer Gruppe funktioniert vieles gemeinsam: Spaziergänge, Alltag, Ruhezeiten, Training. Aber genau darin liegt auch die Gefahr. Der einzelne Hund kann schnell zum Teil der Masse werden.

Deshalb bekommt bei mir jeder Hund regelmäßig Zeit allein mit mir.

Nicht nebenbei.
Nicht zusätzlich zur Gruppe.
Sondern ganz bewusst.

In dieser Zeit liegt mein Fokus nur auf diesem einen Hund. Ich sehe genauer hin, nehme Veränderungen wahr und erlebe den Hund ohne den Einfluss der anderen.

Kein Mitlaufen.
Keine Konkurrenz um Aufmerksamkeit.
Keine Orientierung an den anderen Hunden.

Nur Zweisamkeit.

Gerade in der Einzelzeit zeigen Hunde oft Seiten, die in der Gruppe kaum sichtbar werden. Manche sind mutiger, manche anhänglicher, manche verspielter. Andere wirken plötzlich unsicherer und zeigen erst dann, wo sie Unterstützung brauchen.

Diese Zeit stärkt nicht nur die Bindung. Sie hilft mir auch, jeden Hund als eigenständige Persönlichkeit wahrzunehmen.

Mehrere Hunde zu halten bedeutet für mich nicht, eine Gruppe zu verwalten.

Es bedeutet, jedem Einzelnen gerecht zu werden.

Denn ein Hund lebt vielleicht in einer Gruppe.

Aber er möchte trotzdem als Individuum gesehen werden.

Warum tun Hundehalter ihrem Hund Dinge an, die sie selbst kaum ertragen?Leinenruck. Einschüchterung. Körperliches Bedrän...
21/07/2026

Warum tun Hundehalter ihrem Hund Dinge an, die sie selbst kaum ertragen?

Leinenruck. Einschüchterung. Körperliches Bedrängen. Auf den Boden drücken. Bedrohen. Erschrecken. Schmerzen zufügen.

Viele Hundehalter spüren sehr genau, dass das nicht richtig ist.

Sie sehen, wie ihr Hund ausweicht.
Wie er sich klein macht.
Wie er erstarrt.
Wie er den Blick abwendet.
Wie er versucht, der Situation zu entkommen.

Und trotzdem machen sie weiter.

Nicht unbedingt, weil ihnen ihr Hund egal ist.

Sondern weil ihnen gesagt wird:

„Du musst dich durchsetzen.“
„Der braucht das.“
„Du bist zu weich.“
„Wenn du jetzt nachgibst, hat der Hund gewonnen.“
„Das ist keine Gewalt, das ist nur eine Korrektur.“

Aversive Methoden werden selten ehrlich benannt.

Niemand sagt:

„Wir machen deinem Hund Angst, damit er das Verhalten nicht mehr zeigt.“

Stattdessen heißt es Führung, Begrenzung, Impuls, Korrektur oder klare Kommunikation.

Das klingt harmloser.

Für den Hund ist es das nicht.

Viele Menschen vertrauen Trainern, weil sie Hilfe suchen. Sie sind überfordert, verzweifelt oder haben Angst, dass das Verhalten ihres Hundes schlimmer wird.

Tritt dann jemand besonders selbstsicher auf, werden Zweifel schnell beiseitegeschoben.

„Der Trainer wird schon wissen, was er tut.“

Doch Fachbegriffe, Selbstbewusstsein und schnelle Ergebnisse sind kein Beweis für gutes Training.

Aversive Methoden wirken oft beeindruckend schnell.

Der Hund bellt nicht mehr.
Er zieht sich zurück.
Er bewegt sich vorsichtiger.
Er wagt keine Reaktion mehr.

Das wird dann als Ruhe, Respekt oder Gehorsam verkauft.

Dabei wurde das Problem häufig nicht gelöst.

Der Hund hat nur gelernt, dass es gefährlich ist, sein Verhalten zu zeigen.

Besonders problematisch wird es, wenn Halter selbst unter Druck gesetzt werden.

Wer zögert, ist angeblich inkonsequent.
Wer Mitgefühl zeigt, ist zu weich.
Wer widerspricht, ist schuld am Verhalten des Hundes.

So wird das eigene Unbehagen nicht mehr als Warnsignal verstanden, sondern als persönliches Versagen.

Dabei sollte genau dieses Unbehagen ernst genommen werden.

Natürlich darf Hundetraining anstrengend sein. Hunde brauchen Orientierung, Regeln und Verbindlichkeit.

Aber Orientierung braucht keine Angst.
Grenzen brauchen keine Schmerzen.
Verbindlichkeit braucht keine Einschüchterung.

Ein guter Trainer kann erklären, was er tut, warum er es tut und welche Auswirkungen es auf den Hund hat.

Und ein verantwortungsvoller Hundehalter darf jederzeit sagen:

„Nein. So möchte ich meinen Hund nicht behandeln.“

Das ist keine Schwäche.

Das ist Haltung.

Adresse

An Der Stetze 8
Kreuztal
57223

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