29/05/2026
Das ist Hugo! Hugo ist ein kastrierter, achtjähriger Rüde. Er kommt aus Rumänien. Sein Verhalten lässt vermuten, dass er in Rumänien, das ein oder andere Trauma erlitten hat.
Er ist Menschen gegenüber zunächst aufgeregt und laut. Sobald er Kontakt aufgenommen hat, ist er durchweg freundlich. Kinder liebt er.
Er läuft problemlos auf meinen Lernspaziergängen mit. In Hundekontakten im Freilauf ist er ein Hund, der keine Auseinandersetzung will. Er ist ein wertvoller Co-Trainer. ☺️
Allerdings ist es für ihn immer noch ein Problem an unkastrierten Rüden bei fehlender Distanz an der Leine vorbeizugehen.
Diese Situationen vermeide ich, soweit ich es kann. Ich lasse keinen meiner Hunde in eine Situation laufen, die sie nicht bewältigen können.
Ein Hund kann unter starkem Stress zwar Erfahrungen abspeichern, aber echtes, nachhaltiges Lernen wird dabei häufig schlechter. Das Gehirn schaltet dann eher auf „Überleben“ als auf „Denken“. Besonders bei Angst, Überforderung oder massivem Erregungsniveau sinkt die Fähigkeit:
Informationen sauber zu verarbeiten
Signale des Menschen wahrzunehmen
Impulskontrolle zu zeigen
neue Verknüpfungen positiv zu lernen
Was dagegen sehr gut gelernt wird, sind emotionale Verknüpfungen:
„Dieser Ort ist gefährlich.“
„Andere Hunde bedeuten Stress.“
„Wenn ich belle oder schnappe, entsteht Abstand.“
„Mein Mensch ist in solchen Situationen angespannt.“
Deshalb sieht man oft Hunde, die in schwierigen Situationen scheinbar „nicht mehr hören“. Das ist selten Ungehorsam. Der Hund ist neurologisch schlicht nicht mehr lernfähig.