01/04/2026
🧐 WILL TO PLEASE: 🧐
Hört sich toll an und ist irgendwie auch ein bisschen bauchpinselnd. Wer hätte nicht gerne einen Hund, der alles macht, weil er seinem Menschen in seiner unendlichen Tollheit gefallen will. Und äußerst bequem ist’s auch noch: Man muss gar nix machen, der macht das von sich aus so. Weil die Rasse halt so ist.
Jaja. Wie das häufig so ist, ist auch der Will to please leider nichts anderes als ein Mythos, ein Interpretationsfehler, je nach dem, welche Brille wir aufhaben. Denn genau betrachtet gibt es keinen Will to please. 🥺
Es gibt Hunde (und Rassen), die dafür selektiert wurden, sich eng an den Menschen zu binden und mit ihm zu interagieren. Aber auch diese Hunde verhalten sich aus den gleichen Gründen, wie jedes andere Lebewesen auf dieser Welt auch: In dem Fall nicht, um uns zu gefallen, sondern um sich selber besser zu fühlen, um eigene Bedürfnisse zu befriedigen. 🤷🏼♀️
Und wenn wir uns mit einem bestimmten Verhalten besser fühlen, werden wir es häufiger zeigen, um uns häufiger besser zu fühlen. Liegt nahe, oder?
Dahinter stecken immer Verstärker: Die einen fühlen sich besser, wenn sie ein Leckerli bekommen, die anderen, weil ihnen schon die Anwesenheit ihres Menschen reicht, ein Lächeln oder ein Lob. Verstärker sind sehr individuell, aber sie sind immer dabei. Es ist eine falsche Annahme zu glauben, dass man den Hund nicht verstärken / belohnen muss fürs Fußgehen oder Anschauen oder was auch immer wir für seltsame Verhaltensweisen abfragen. Nur, weil wir den Verstärker nicht erkennen, heißt es nicht, dass er nicht da ist.
Warum das eine Rolle spielt? Weil es einen Unterschied macht, ob du denkst, dass dein Hund etwas tut, um dir zu gefallen, oder weil er es tut, um sich selber zu gefallen.
Denn damit verändert sich die Grundlage deiner Beziehung: Weniger Missverständnisse, eine Welt voller Möglichkeiten, mit deinem Hund zu arbeiten und seine Bedürfnisse und Emotionen besser zu verstehen. 🙂