10/04/2026
Die Weidezeit steht bald vor der Tür…
…und alle Pferdebesitzer freuen sich darauf. Jetzt anzuweiden wäre ganz sicher noch zu früh, aber die Vorbereitungen der Weiden laufen auf Hochtouren. Bereits vor einigen Wochen haben wir mit dem Mistfahren begonnen, um damit die diesjährige Beweidung und auch die Heuernte vorzubereiten.
Das Striegeln und das Nachsäen gehören für uns fest ins Programm und werden ebenfalls jährlich vorgenommen. Aus unserer Sicht extrem wichtig, denn die Beweidung durch Pferde sorgt für große Schäden an der Grasnarbe. Wird keine gute Weidepflege (Striegeln, Nachsäen, Mulchen, Abschleppen) gewährleistet, breiten sich durch Vertritt und Verbiss gerade die Gräser aus, die wir in unserem Bestand nicht wünschen.
Es gibt viele Grassaaten, die wegen ihrer Trittfestigkeit über den Landhandel empfohlen werden – jedoch nicht mit der heutigen Nutzung der Pferde, vorwiegend als Freizeitpferde, in Verbindung gebracht werden sollten. Neben Hochleistungsgräsern steht für uns, das eigentlich in fast jeder Einsaat enthaltene, deutsche Weidelgras (Lollium Perenne) mit auf dieser Liste der Gräser, die wir nicht nachsäen möchten.
Wusstet ihr, dass Lollium Perenne in den USA bereits als Giftpflanze für Pferde gelistet ist und in keiner Grasmischung für Pferde mehr enthalten sein darf? Als super energiehaltiges Gras hat man sicher schnell eine satt grüne Weide, die aber wohl eher für die Hochleistung von Milchkühen zu empfehlen ist.
Dank den Fortbildungen und dem Wissen von Helmut Muß, von der guten Pferdeweide , können wir auch dies in unserem Betrieb berücksichtigen und den Bestand weiterhin anpassen.
Übrigens bewirtschaften wir seit Beginn unserer Pensionsstallführung extensiv, d.h. ohne chemischen Dünger. Wir achten auf artenreiche Nachsaaten, die wirklich für Pferde geeignet sind, auch wenn der Kostenfaktor hier einen großen Unterschied macht. Wir dokumentieren, was auf unseren Weiden wächst und lassen die Pferde eben nicht auf Grasnarben des Grauens laufen, die völlig überweidet wurden.
Und noch ein Hinweis: In Hochleistungsgräsern sind oft bereits im Saatgut Endophyten (Pilze, die die Pflanzen haltbarer machen und gegen Verbiss schützen) enthalten. Bei verbissenem Gras ist also nicht die Frage ob Endophyten enthalten sind, die das Pferd aufnimmt, sondern wie viele. Gras braucht eine Pause und muss sich regenieren – erst dann macht die Bewirtschaftung für Pferde Sinn.