27/04/2021
Was hast du das letzte Mal etwas zum ersten Mal gemacht?
Wachstum bedeutet aus der eigenen Comfort-Zone heraus zu gehen. Es bedeutet neue Erfahrungen zu machen und daraus neue Erkenntnisse zu gewinnen. Es bedeutet auch sich neuen Aufgaben zu stellen. Wir können anhand dieser Aufgaben aufgeben oder sie als Herausforderungen sehen. Als eine Art Rätsel, das es zu lösen gilt. Es ist nicht notwendig, dass wir dieses Rätsel direkt beim ersten mal „knacken“. Ganz und gar nicht. Natürlich freuen wir uns darüber. Aber genauso gut ist es, an Aufgaben zu scheitern, sich neue Lösungswege zu überlegen und es erneut zu versuchen. Wir dürfen uns nach oben scheitern!
Nitro hat heute das erste Mal die 1,20m Hürde fehlerfrei geschafft!
Wochenlang haben wir dafür geübt, Abstände ausgetüfftelt und Höhe und Weite aufgebaut.
Auch ich bin damit aus meiner Comfort-Zone gegangen. Denn ich dachte immer „Ich würde mir in die Hose scheissen, wenn ich da rüber springen sollte, fast doppelt so hoch wie ich!“ Und auch hatte ich immer im Hinterkopf „Der Hund kann nicht gut springen. Er ist kein Springer-Typ!“.
Vor 4 Tagen hatte ich mich mit meinem Helfer zusammengesetzt und wir sind das Spring-Thema gemeinsam angegangen. Nitro hat nicht ein einziges Mal die 1,20m-Hürde geschafft. Wir mussten letztendlich auf ca 1,10m runter stellen, damit er ein Erfolgserlebnis für sich (und mich) kreieren konnte.
Heute wollte ich die Aufgabe/Herausforderung/Challenge erneut angehen.
Als Vorbereitung harmonisierte ich per HarmoniX die ISGs von Nitro, denn die sind oft belastet (das passiert oft bei langen Hunden) und fragte ihn per Unterbewusstsein, ob er bereit sei zum Springen. Antwort: „Ja“. Prima, also los ging es.
Als ich die Hürde aufgebaut, und dachte „Hm, ist ja eigentlich gar nicht so hoch....“.
Ich bereitete Nitro zum Sprung vor, wählte den am Freitag ausgetüffelten Abstand und mit „Hopp“ flog Nitro förmlich über die 1,20m-Hürde, als hätte er nie etwas anderes getan! JIPIEEEEE!!!!! Boah, was für eine Freude!
Die Moral von der Geschicht:
Wenn du denkst, dass 1,20m zu hoch sind für deinen Hund, dann wird es zu hoch sein. Wenn du denkst, dass Hundebegegnungen schwer und stressig sind, dann werden Hundebegegnungen schwer und stressig für dich sein!
Wenn du aber denkst, dass 1,20m locker machbar sind für deinen Hund, dann wird er dir das Ergebnis bald präsentieren. Und wenn du denkst, dass Hundebegegnungen nichts Besonderes sind, dann wirst du auch damit bald Recht bekommen.
Manche mögen nun fragen: „Warum muss dein Hund über eine 1,20m-Hürde springen?“
Ganz einfach: In der Prüfung, die ich mit Nitro ablegen möchte, sieht die Prüfungsordnung einen fehlerfreien Sprung (inklusive Bringsel) über 1,0m vor.
Das heißt doch für mich, dass ich im Training die Messlatte höher lege, damit der Hund in der Stresssituation der Prüfung, das für ihn einfacherere Level mit Bravour meistern kann!
Übertragen bedeutet das:
Baue deinen Hund sukzessive auf. Das heißt biete ihm kontrollierte Reize und Situationen, die er, bzw. ihr zusammen, lösen könnt. Geht Schritt für Schritt vor, so dass ihr beide gefordert, aber nicht überfordert seid! Wenn ihr soweit seid, dann baue noch größere Reize ein! Reize, die im Alltag normaler Weise nicht vorkommen! So sind dann die Alltags-Reize ein „Kinkerlitzchen“ für euch!
Wie du es schaffst dabei in deiner Mitte zu bleiben, und Aufgaben nicht zum aufgeben zu finden sondern als lösbare Herausforderung, das lernst du, wenn du möchtest, im Leitmensch-Training by Corinna Heidemann®.