09/12/2025
Türchen 9:
𝗥𝗮𝗯𝗯𝗶𝘁 𝗛𝗮𝗲𝗺𝗼𝗿𝗿𝗵𝗮𝗴𝗶𝗰 𝗗𝗶𝘀𝗲𝗮𝘀𝗲 (RHD)
Die Viruserkrankung „Rabbit Haemorrhagic Disease" ist auch bekannt als „Chinaseuche" und sie betrifft Kaninchen, Hasen, Wildkaninchen und Feldhasen. Eine Infektion mit dem RHD-Virus (ein Calicivirus) führt bei nahezu allen Kaninchen zum plötzlichen Tod, nur sehr wenige ungeimpfte Kaninchen überleben diese Kaninchenseuche. Seit 2010 ist neben dem RHD-1-Virus auch das RHD-2-Virus bekannt. Unter guten Bedingungen können die Viren bis zu sieben Monate in der Umgebung überleben.
𝗩𝗼𝗿𝘀𝗶𝗰𝗵𝘁: wird ein verendetes Kaninchen unter der Erde begraben, so können die Viren dort sogar mehrere Jahre überdauern - daher sollten an dieser Krankheit verendete Tiere immer verbrannt und niemals im Garten beerdigt werden.
𝗨̈𝗯𝗲𝗿𝘁𝗿𝗮𝗴𝘂𝗻𝗴:
RHD-1 und RHD-2 können durch direkten Kontekt mit infizierten Kaninchen und ihren Körperflüssigkeiten (Blut, Urin, Kot, Speichel) übertragen werden, indirekt durch den Stich einer Stechmücke oder durch kontaminierte Gegenstände und Futter. Die Inkubationszeit ist mit ein bis drei Tagen sehr kurz. Manche Kaninchen die die Seuche überleben können die Viren weiter ausscheiden (Dauerausscheider).
𝗦𝘆𝗺𝗽𝘁𝗼𝗺𝗲 𝗸𝘂𝗿𝘇 𝘃𝗼𝗿 𝗱𝗲𝗺 𝗧𝗼𝗱:
• hohes Fieber oder Untertemperatur
• Apathie
• Inappetenz
• Durchfall oder Verstopfung
• Gelbfärbung der Schleimhäute
• Atemnot, blaufärben der Zunge
• Neurologische Störungen, Krämpfe
• Blutergüsse unter der Haut, Blutungen aus den Körperöffnungen (RHD-1)
Auffälligkeiten nach dem Tod:
Bereits tote Tiere werden oft mit überstrecktem Kopf vorgefunden
• Nachdem ein Tier plötzlich verstorben ist (obwohl es vorher noch einen fitten Eindruck machte), kommt es in den folgenden Tagen oft zu einem Massensterben im Bestand.
𝗗𝗶𝗮𝗴𝗻𝗼𝘀𝘁𝗶𝗸:
• Vom Lebenden Tier: Blutuntersuchung
• Vom Verstorbenen Tier: Obduktion, PCR-Nachweis, Biopsie
Therapie: Leider gibt es keine Behandlung für RHD-1 und RHD-2. Es kann lediglich eine symptomatische Therapie durchgeführt werden:
• Infusion
• Schmerzmittel
• Leberstärkende Präparate
• Bluttransfusion
• Ggf. Fiebersenker
• Ggf. Zufüttern
• Ggf. Antibiotika (Verhinderung von Sekundärinfektionen)
Weitere Maßnahmen:
Bei Verdacht auf ein an RHD verstorbenes Kaninchen, sollten die noch Lebenden an einen völlig neuen Ort umgesiedelt werden. Nach und vor einem Tierkontakt ist eine gründliche Desinfektion sehr wichtig. Sämtliche Einrichtungsgegenstände müssen entweder desinfiziert werden oder besser entsorgt und ausgetauscht werden. Lebten die Tiere in einem Außengehege, sollte es für mindestens 6 Monate leer stehen und unbewohnt bleiben.
𝗣𝗿𝗼𝗽𝗵𝘆𝗹𝗮𝘅𝗲:
Eine Impfung schützt sehr gut und ist gut verträglich. Eine Impfung schützt die Tiere zwar nicht vor einer Infektion mit den RHD-Viren, jedoch senkt eine regelmäßige Schutzimpfung das Risiko deutlich davor, dass das Kaninchen an der Seuche verendet wird. Des weiteren sollten die Kaninchen keinen Kontakt zu wildlebenden Kaninchen oder Hasen haben, es kann ein Fliegengitter zum Schutz vor Insekten angebracht werden oder die Tiere werden mit einem repellierenden Parasitenschutz (z.B.
Advantix) behandelt, es sollte kein Grünfutter von Wiesen in Seuchengebieten gepflückt werden, der Tierbesitzer sollte sich die Hände waschen bevor er Kontakt zu seinen Kaninchen hat und neue Tiere sollten für zwei- bis drei Wochen in Quarantäne bevor sie Kontakt zum alten Bestand haben.