30/05/2026
Unser Tier der Woche: Hank
Hank (*11/2024) ist ein recht großer, schlaksiger Kerl, der die Welt gerade gar nicht mehr versteht. Das verwundert nicht wirklich, denn er hat erst vor kurzem sein Zuhause verloren. Und das, obwohl er sich nichts hat zuschulden kommen lassen und auch nichts falsch gemacht hat.
Wir haben Hank vor einem Jahr als kleinen Steppke im Alter von 6 Monaten vermittelt. Nun kam der Anruf: Die Dame war plötzlich mit Hank überfordert, sie habe einen Gen-Test gemacht und in Hank würde ein Herdenschutzhund stecken und damit käme sie einfach nicht klar..... Ob Gentest oder App, heutzutage tummeln sich viele Anbieter auf dem Markt, die das Blaue vom Himmel versprechen. Ja, Hank ist groß geworden und ehrlich gesagt sogar größer, als wir dachten. Natürlich kennen wir seine Eltern nicht und können gar nicht wissen, welche Rassen tatsächlich in ihm stecken, daher geben wir in solchen Fällen einfach ‚Mischling - Eltern unbekannt‘ an. Und er ist auch ein gutes Beispiel dafür, dass wir Interessenten NIE sagen, wie die Endgröße bzw- das -gewicht des Hundes sein wird, wenn sich jemand nach einem Junghund erkundigt 😉 Und vielleicht passt er auch auf sein Frauchen und sein Zuhause auf. Aber das tun viele andere Hunderassen auch, nicht nur HSH. Und ehrlich gesagt, wer einen Junghund adoptieren möchte, bei dem die Elterntiere nicht bekannt sind, der muss mit allem rechnen. Auch damit, dass das neue Familienmitglied vielleicht ein bisschen größer wird als erwartet.
Was wir in den ersten Tagen gesehen haben, ist ein Häufchen Elend, für den seine heile Scheinwelt zusammengebrochen ist. Hank ist ein zutiefst verunsicherter Hund, der sich Fremden gegenüber erst einmal sehr vorsichtig verhält. Wenn er jedoch einmal Vertrauen gefasst und eine Person kennengelernt hat, freut er sich wie Bolle und lässt sich dann auch gerne kuscheln. Was Hank richtig toll findet, sind andere Hunde, so dass wir vorstellen können, ihn zu einem netten und mutigeren Ersthund dazu zu vermitteln. Von diesem könnte er sich dann einiges abgucken und lernen, dass die meisten Zweibeiner gar nicht so blöd sind, sondern richtig nett sein können. Seine Menschen sollten bereits über Hundeerfahrung verfügen und in der Lage sein, ihm Sicherheit und Vertrauen zu schenken.
Hank aus Mitleid heraus adoptieren zu wollen, wäre die falsche Motivation und würde vermutlich dazu führen, dass beide Seiten unglücklich werden. Mitgefühl mit ihm und seinem nicht so schönen bisherigen Lebensweg zu haben, ist hingegen etwas sehr Positives. Hank braucht Menschen, die Verständnis für ihn und seine Situation haben, die ihn dort abholen, wo er sich aktuell befindet und die bereit sind, den Weg weiter mit ihm zu gehen, ihn zu stärken, aber natürlich auch klare Lebensregeln an die Hand bzw. Pfote geben. Seine Menschen sollten Freude daran haben, mit ihm zu arbeiten und nicht erwarten, einen fertigen Hund zu adoptieren. Dies bedeutet natürlich erst einmal jede Menge Arbeit, Konsequenz und Durchsetzungsvermögen und es kann gut und gerne sein, dass Hank die aufgestellten Regeln seiner Menschen diskutieren möchte 😉 Wie bei Kindern ist Klarheit und konsequentes Handeln das A und O in der Erziehung.
Da Hank auch über einen gewissen Jagdtrieb verfügt, sollten seine Menschen ihm körperlich gewachsen und imstande sein, ihn in wirklich jeder Situation halten zu können. Hank weiß seine Kraft zu nutzen und hat sich leider eine Technik angeeignet, die es auch so manch standfesten Tierpfleger schwer macht, nicht hinterher zu fliegen, sondern Richtung und Tempo des Weges vorzugeben.
Ein eher ruhiges Zuhause in ländlicher Umgebung wäre toll. Wenn Kinder im Haus leben, sollten diese bereits im Teenageralter sein und schon mal mit einem Hund zusammengelebt haben und die Hausregeln kennen. Wir denken, dass Hank eher Landei als Großstadtkind ist und daher wäre ein Haus mit einem hundesicher eingezäunten Garten optimal.
Er ist ein richtig toller Kerl mit einem unglaublichen Potenzial, aber leider hat es in der Vergangenheit an Führungsqualität gemangelt. Die ist zugegebenermaßen auch nicht jedermanns Sache. Doch sind wir nicht in der Verantwortung für die uns anvertrauten Lebewesen und haben auch die Pflicht, sie sicher durchs Leben zu führen und für sie da zu sein, wenn es mal nicht so läuft?
Wer traut sich die Herausforderung namens Hank zu und bei welchem Hundefreund mit Herz und Verstand darf er seinen Anker werfen?
Vielen Dank an Max, der Hank mit ganz viel Einfühlungsvermögen ganz wunderbar in Szene gesetzt hat. Besucht ihn doch mal auf seiner Instagram-Seite https://www.instagram.com/fotogravormi
Infos & Kontakt:
Tierheim Wau-Mau-Insel
Schenkebier Stanne 20
34128 Kassel
Telefonische Sprechzeiten:
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E-Mail [email protected]
Homepage https://wau-mau-insel.bmtev.de
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag, jeweils von 14 – 16 Uhr