29/07/2026
Stellungnahme des Kleintierzentrums zu den Vorwürfen in den sozialen Medien
-Kritik und öffentliche Hetze-
Kritik an unserer Arbeit ist wichtig und willkommen. Was jedoch inakzeptabel ist, sind falsche Tatsachenbehauptungen, gezielte Diffamierungen und öffentliche Hetze. Hinter einer Tierarztpraxis stehen Menschen, die täglich unter hoher emotionaler Belastung arbeiten. Psychische Belastungen und Suizid sind in der Tiermedizin ein ernstes Thema. Öffentliche Anfeindungen können diese Belastung zusätzlich verstärken.
Wir bitten daher darum, Fakten zu prüfen und mit Respekt zu diskutieren, bevor Vorwürfe erhoben oder Beiträge weiterverbreitet werden.
Wir nehmen den aktuellen Beitrag in den sozialen Medien sehr ernst und möchten die Gelegenheit nutzen, um die Sachlage aus unserer Perspektive darzulegen und Missverständnisse auszuräumen.
-Die Fakten im Überblick-
Am besagten Samstag wurde uns ein kleiner Kater in Seitenlage, mit hochgradigem Madenbefall, nahezu komatös und in einem lebensbedrohlichen Zustand von zwei hilfsbereiten Findern gebracht. Unser primäres Ziel war und ist es immer, das Leben des Tieres zu retten – unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Finder.
Dies entspricht unserer tiefen Überzeugung als Tierärzt*innen und Tiermedizinischem Fachpersonal, die ihren Beruf mit Leidenschaft und Verantwortung ausüben.
-Kommunikation und Entscheidungsfreiheit-
Den Findern wurde ausdrücklich mitgeteilt, dass sie die Wahl hatten:
-Entweder die Übernahme des Katers durch die Finder inklusive der Behandlungskosten. In diesem Fall würden wir das Tier medizinisch versorgen, stabilisieren und – sofern möglich – am selben Tag oder nach Absprache entlassen.
-Oder die Ablehnung der Übernahme. In diesem Fall hätten wir uns um die weitere Versorgung des Katers gekümmert, da wir seinen Zustand als rettbar einschätzten. Wir hätten dann eine Lösung für seine Unterbringung und spätere Vermittlung gefunden.
Die Finder entschieden sich nach einer Bedenkzeit freiwillig für Option 1 und übernahmen damit die Verantwortung für den Kater – inklusive der anfallenden Kosten. Diese Entscheidung wurde von uns respektiert und umgesetzt.
-Medizinische Versorgung und Entlassung-
Der Kater wurde stabilisiert, am zweiten Tag fraß er wieder, konnte stehen und zeigte Anzeichen der Besserung. Aufgrund seiner Probleme mit der Thermoregulation betonten wir jedoch, dass er auch die zweite Nacht unter Kontrolle und warm gehalten werden müsste. Die Entlassung erfolgte am Sonntagabend um 18 Uhr in einem zufriedenstellenden Zustand – wie mit den neuen Besitzern (den Findern) abgestimmt.
(s. Videos in den Kommentaren)
-Ungeklärte Fragen-
Leider können wir nicht nachvollziehen, warum der Kater im Tierheim ankam und am Montagmorgen um 9:30 Uhr schon verstarb. Hier gibt es offene Fragen, die wir nicht beantworten können, da wir nach der Entlassung keine weitere Kontrolle über das Tier hatten. Wir bedauern den Tod des Katers zutiefst und teilen den Schmerz aller Beteiligten.
-Unser Engagement für den Tierschutz-
Als einziges tierärztliches Versorgungszentrum in einem Umkreis von 50 km, das 7 Tage die Woche – inklusive Feiertage – von 8 bis 21 Uhr geöffnet hat, tragen wir eine große Verantwortung. Diese Verfügbarkeit erfordert nicht nur finanzielle Mittel, sondern auch das unermüdliche Engagement unseres Teams. Wir - Tierärzt*innen und TFAs - haben uns bewusst für diesen Weg entschieden, um Tieren in Not helfen zu können – ohne Kompromisse bei der medizinischen Versorgung.
Tierschutz ist für uns kein leeres Wort, sondern gelebte Realität ohne den Bedarf von irgendwelchen Tierheimen.
-Unsere Bitte an die Öffentlichkeit-
Wir verstehen die Emotionen, die dieser Fall ausgelöst hat,gleichzeitig bitten wir darum, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen und die Fakten zu prüfen und zu hinterfragen, bevor Vorwürfe erhoben werden.
Wer Fragen zu unserem Vorgehen hat, kann sich direkt an uns wenden.
Wir lassen uns nicht von falschen Behauptungen oder Hetze verunsichern, sondern bleiben unseren Werten treu:
Professionalität, Transparenz und das Wohl der Tiere.
Gemeinsam können wir sicherstellen, dass Fundtiere die bestmögliche Versorgung erhalten – ohne dass hilfsbereite Menschen in existenzielle Nöte geraten.
Mit herzlichen Grüßen,
Das Team des Kleintierzentrums