29/01/2018
Was predigen alle Hundetrainer? NIE MIT STÖCKCHEN SPIELEN!
Immer wieder ernten wir Hundetrainer einen missbilligenden Gesichtsausdruck, wenn wir sagen: "Bitte, spielt auf keinen Fall mit Eurem Hund Stöckchen! Nehmt lieber einen Ball mit Schnur, einen Dummy oder anderes Spielszeug, an dem sich der Vierbeiner nicht verletzen kann. Es sind schon so viele schwere Unfälle passiert."
In dem aktuellen Fall haben sich die Besitzer dieses Borders an die Anweisung gehalten, aber ein anderer Hundebesitzer hat ein Stöckchen geworfen während Mogli abgeleint war. Dem Reiz des fliegenden Stockes konnte dieser Hund nicht widerstehen und ist hinterher gerannt.
Als der Stock flach auf dem Boden der Wiese lag, wollte sich der Hund mit weit aufgerissenem Maul den Gegenstand schnappen. Doch diesmal ist etwas ganz gewaltig schief gegangen: Der Stock bohrte sich 25cm tief in den Rachen und durchstoß die Speiseröhre.
Der Verursacher ist zu allem Übel schnell geflüchtet, hat sich nicht mal erkundigt, ob es dem Hund gut geht.
Die Besitzer von Mogli sind sofort in die nächstgelegene Tierklinik gefahren und dort wurde der arme einjährige Hund für mehrere Stunden operiert. Auf dem Bild ist zu sehen, dass die gesamte Kehle aufgeschnitten werden musste.... das chirurgische Team musste schließlich sicherstellen, dass kein einziger Splitter im Rachen oder dem verletzten Gewebe zurück bleibt und später eine Entzündung hervorruft. Die Familie hatte Glück im Unglück, denn es war "nur" die Speiseröhre und nicht die Luftröhre oder das Eindringen in Gehirnmasse.
Mit insgesamt 25 Stichen wurde Mogli wieder "zugemacht" und es dauert noch viele Wochen, bis alle Wunden verheilt sind.
Ich bitte Euch eindringlich, dass Ihr weder mit Eurem Hund, noch mit Hunden von Freunden oder in der Nähe von anderen Hunden mit einem Stock spielt. Als Alternative gibt es den sog. Safestick, der aussieht wie ein "D***o" und an dem sich der Hund kaum verletzen kann.
August 2013: kleines Update zu Moglis Gesundheitszustand
Eigentlich war alles gut verheilt, die Fäden wurden gezogen und die Narbe sah gut aus. Einziges Manko war, dass Mogli nach dem Liegen die ersten Meter gehumpelt hat.... die innenliegende Wunde ist noch nicht ganz verheilt.
Am 9. August hat sich aber in Höhe des ersten Stiches plötzlich ein golfballgroßes "Ei" gebildet und aus der Narbe trat eine Flüssigkeit, die aussah wie Blut. Also sind die Besitzer spätabends nochmal zum Tierarzt und Mogli musste erneut punktiert werden. Es hat sich Wundflüssigkeit angestaut und der arme Kerl braucht wieder Antibiotika und Schmerzmittel.
Update 15.1.14, seine Besitzer haben uns Neuigkeiten über seinen Gesundheitszustand geschickt:
Mogli hatte sich zwischendrin einen mulitiresistenten Erreger eingefangen. Wir haben ihn bis Oktober jeden Abend verbunden. Er bekam 4 verschiedene Antibiotika, eines davon musste direkt in die Wundkanäle gespritzt werden.
Insgesamt hat es 6 Monate gedauert bis er den ersten Tag ohne Verband und Medis verbringen konnte.