29/08/2022
2022.08.29. - Montag.
Bei diesen kühlen Temperaturen von knapp über 20 Grad hab ich mir mit den Wuffis (Molly, Astra, Linha, Lohta, Mira) ein sonniges Fleckchen in einer windgeschützten Schilfbucht gesucht. Das darf ich keinem erzählen, dass mir diese 20 Grad zu kühl waren, wo ich mich doch sonst immer darüber mokiere, dass mir alles über 20 Grad zu warm ist. Wie auch immer, jedenfalls gefiel es uns in der sonnigen Bucht ganz gut. Ich warf den Wuffis ein paar Leckerlis zu und bekam dabei einen Lachanfall, denn: Einer der Brocken landete in einem Spinnennetz, mitten im Fadenkreuz. Und Mira suchte vergebens am Boden danach. Sie brauchte meine Hilfe, um das Leckerli in der Luft aufzuspüren. Dreimal musste ich ihr zeigen, dass es da im Netz hing. Für sie muss das weit außerhalb des Logischen gewesen sein. Ein gar mächtiger magischer Trick, denn das Spinnennetz hat sie wohl erst wahrgenommen, als es sich beim ‚Fangen‘ des Leckerlis um ihre Nase wickelte.
Etwas später fanden wir uns unter einer stark verzweigten Salweide wieder. Da gab es so viel Totholz, dass Mira gar nicht wusste, welchen Stock sie zuerst benagen sollte. Und dann wollte sie ja auch noch den anderen Wuffis klarmachen, dass alle Stöcker ihr gehörten. Damit hatte sie reichlich zu tun, denn indem ich mich durch das tote Gezweig zwängte und dabei jede Menge Stöckchen zu Boden rieselten, suchten die kleinen Mädels nach all jenen Teilen, die ich berührt hatte. Davon gab es viele und entsprechend viel lief Mira von einem kleinen Hund zum anderen, um die Stöcker zu beschlagnahmen. Die Maßregelungen hielten immer so ungefähr zwei Hunde lang, dann waren die nächsten von mir berührten Hölzchen wieder interessant genug, um Miras Ansinnen in den Wind zu schreiben. Schließlich wurde es Mira zu bunt und sie echauffierte sich einmal mächtig. Das bekam Astra ab, die sich daraufhin nicht nur hinter mir, sondern gleich auf der anderen Seite des Baumes versteckte. Lohta sprang unter einen nahen Busch und schaute von dort aus wie ein Theaterbesucher zu. Molly war plötzlich sehr am Erdboden interessiert, den sie intensiv beschnuffelte, um gleich darauf vehement zu graben. Linha beobachtete derweil die Spitzen einiger Schilfhalme, wiegte den Kopf im selben Rhythmus. Und Mira wusste immer noch nicht, welchen Stock sie sich zum Benagen vornehmen sollte. Also gab ich ihr einen.
Wie wir dann irgendwann wieder auf halbwegs freier Fläche waren, düsten plötzlich Lohta, Molly und Astra ziemlich fröhlich umeinander. Gelegentlich etwas beeinträchtigt von Linha, die als bewegliches Hindernis nicht so recht wusste, ob sie mitmachen sollte oder lieber doch nicht. Dass die hellen Mädels mal von links nach rechts und wieder zurück sprangen, konnte Mira ja noch einigermaßen gut verkraften. Als aber die schwarzen Mädels in einem nicht enden wollenden Oval eng um uns herumdüsten, wurde es der Großen doch zu bunt. Dieses Gerenne sollte aufhören! Ganz hibbelig wurde sie bei der Überlegung, welches Schwarz sie denn am besten oder zuerst zur Ruhe bringen sollte. Die waren ja so flink, dass sie kaum zu unterscheiden waren. Wie sie dann zu dem Entschluss kam, einfach trennend dazwischen zu springen, sprang ich ihr wie ein Kastenteufel vor den Bug. Sie konnte gerade noch rechtzeitig bremsen, um ihre Nase zu schützen. Danach hatte ich bis zum nächsten Pausenort ganz plötzlich einen zweiten Schatten, der mir fast an den Fersen klebte, egal, was die Kleinen um uns herum so anstellten.
Zum Ende unseres wunderbaren Vormittags führte ich die Mädels noch an den See. Ließ ihnen ausreichend Zeit sich zu erfrischen und abzukühlen, ehe wir uns gemächlich zum Auto begaben. Damit waren sie sehr einverstanden, denn es gab keinerlei Protest oder Abweichungen vom Kurs. Eher beschleunigten sie ihre Schritte noch, je näher wir dem Auto kamen, was mich ein wenig ächzen ließ. Erstaunt stellte ich dann fest, dass es schon nach ein Uhr war. Kein Wunder also, dass die Mädels so müde waren. Am Nachmittag gab es nur noch eine kleine Runde, die, sehr zu meiner Freude, tatsächlich mal wieder richtig gemütlich ausfiel.