12/05/2026
Ich will einen Hund Teil 2
Nachdem wir die Probleme durch Hundehandel ausführlich beschrieben haben, müssen wir aber auch an die Verantwortung der Tierhalter appellieren. Alleine 3 dramatische Schicksale nur heute morgen bringen uns dazu, auch dieses Thema einmal anzusprechen.
Wir wissen nicht, warum eine über 70 jährige Dame mit halbseitiger Lähmung einen jungen Plotthound-Schäferhund-Mischlingswelpe vom "Züchter" bekam. Vielleicht war dieser froh, einen seiner Welpen loszuwerden. Manchmal gibt es aber auch Mittelsmänner und Falschaussagen, um zu bekommen, was man unvernünftigerweise will.
Wie kommt aber eine Dame in diesem gesundheitlichen Zustand und einer altersbedingten Prognose, die keine Besserung verspricht, dazu, sich einen solchen jungen großen Hund aus diesen Rassen zu holen? Dieser arme kleine Kerl war nun mit ca. 6 Monaten schon völlig ausser Rand und Band. Er tobte, schrie, biss um sich. Die Arme der Frau sahen aus wie auch ihre Beine, nach einer kopflosen Flucht durch Dornenhecken.
Jetzt sollte/musste der Hund sofort weg. Da die Tierheime aufgrund Überfüllung ablehnten, hat sich eine Mitarbeiterin einer Hundeschule erbarmt, das Tier erst einmal aufzunehmen, weil der Zustand für Mensch wie Hund nicht weiter tragbar war. Ja, armer Hund darf man an dieser Stelle auch mal sagen, auch wenn der Mensch sicher unter der Situation litt.
2 Tage nach Umzug und richtiger Anleitung konnte sich der kleine Kerl schon gut benehmen und auch zurücknehmen. Er durfte aber auch Hundesachen machen, Kind sein, spielen. Er lebt nun vorübergehend bei Menschen, die ihn verstehen und fördern.
Wer sich diesem hübschen Kerl annehmen möchte, gerne PN an uns, wir leiten es weiter! Ganz sicher wird der neue Besitzer aber über Kompetenz und sicherem Umfeld befragt und genau über die Eigenschaften des Hundes informiert und auf zukünftige Umgangsformen mit ihm hingewiesen. Der Hund ist im Saarland.
Der zweite Anruf heute morgen war ein verzweifeltes Veterinäramt, die dringend einen großen Hund unterbringen müssen, der schon 4 Jahre !!!! nicht mehr die Wohnung verlassen hat. Der Hund wurde angeschafft, die Besitzerin war heillos überfordert und hat den Hund mehr oder weniger ohne viel Sozialkontakt in der Wohnung verwaltet und versorgt.
Nun werden Menschen gesucht, die sich trauen, den Hund dort wegzuholen, sicher zu verwahren und ihn aufs Leben vorbereiten.
Der Hund greift jeden an, der die Wohnung betritt möchte, muss aber diese Woche noch weg.
Und da war dann noch die junge alleinerziehende Mutter mit ADHS-Kind, die sich gestern aus Ebay einen Schäfermix-Rüden mit Maulkorb holte. Sie bekam ihn geschenkt. Keinen Tag später rief sie an und weinte und bat um Hilfe. Herr lass Hirn regnen. . .
Diese und ähnliche Schicksale gibt es überall, passieren täglich, Tierheim-Mitarbeiter können Bücher damit füllen. Die Tierheime lehnen mittlerweile zum großen Teil ab. Den Tieren kann nicht mehr geholfen werden, weil die Mitarbeiter überfordert sind und Plätze einfach fehlen.
Schuld sind klar die, die die Tiere verantwortungslos verkaufen. Aber Schuld hat auch der Käufer, der ohne Hirn und Verstand blauäugig mit völliger Verantwortungslosigkeit und dem unerschütterlichen Vertrauen, es wird schon gut gehen, sich ein Tier anschafft, dass mit ganz normalem Menschenverstand einfach nicht ins Leben passt.
Es muss zwingend eine Schulung, einen Führerschein, eine Sachkunde oder was auch immer vorgeschaltet werden, wenn wir diesem Wahnsinn ein Ende bereiten wollen!!!!