03/04/2026
Aus gegebenen Anlass:
Wir geben unsere Ziegenlämmer (Kitze) ab Mai ab.
-Nur an Personen mit gültiger Betriebsnummer nach Viehverkehrsordnung.
-Wir geben keine Tiere unter 150 Euro ab.
*Mischlingsziegenlämmer aus WDE+BDE m/w je Tier nach dem Absetzen im Mai 150 Euro FESTPREIS. Den Preis erhöhe ich dann monatlich - da die Tiere ja weiterhin Kosten verursachen, wenn sie bei uns auf dem Hof stehen.
*WDE und BDE Lämmer weiblich je 250 Euro zzgl Kosten für Zuchtpapiere.
*WDE und BDE Lämmer männlich:
-Körfähig ab 350 Euro
-gekört Einzeltierabhängig je nach Bewertung ab 450 Euro
-nicht körfähig reinrassig 150 Euro.
*Böcke aus 2025 auf Anfrage.
****alle Preise zzgl. 7% Mehrwertsteuer ****
Warum sind unsere Tiere so teuer ?
das werden wir oft gefragt.
1) wir sind ein eingetragener Herdbuchbetrieb.
Durch die Herdbuchzucht entstehen zusätzliche Kosten, die ein Hobbiehalter ausserhalb des Herdbuches nunmal nicht hat. Das sind z.b. die Kosten für die Herdbuchführung, Software und monatliche Milchleitstungsprüfung (mit Laborergebnis)
2) unsere Tiere sind auf CAE und Pseudotuberkolose getestet und unser Betrieb ist entsprechend vom Zuchtverband zertifiziert.
Dazu gehört, dass jedes Jahr bei den erwachsenen Tieren Blut entnommen wird und in einem Labor beim Landesuntersuchungsamt auf die o.g. Krankheiten untersucht wird.
Die Blutproben können nur von einem Tierarzt genommen werden.
Folglich entstehen hier hohe Kosten durch Labor und Tierarzt.
Darüber hinaus kommt jährlich ein Veterinär vom Landesuntersuchungssamt vorbei, um alle Tiere auf Anzeichen der Pseudotuberkolose zu untersuchen (u.a. Abtasten)
3) wir nehmen mit unserem Betrieb am Saninerungsverfahren für die Krankheit Scrapie (TSE) teil.
Das bedeutet, dass wir jedes Tier das auf natürlichem Weg (also nicht geschlachtet wurde) stirbt, im Landesuntersuchungsamt Koblenz untersuchen lassen müssen !
Da wir nicht schlachten und unsere Tiere alt werden dürfen, kommt das leider jährlich vor und es sind von uns bis Koblenz und zurück 5 Stunden Arbeitszeit und Fahrtkosten pro gestorbenem Tier, um auch hier gesunde Tiere nachweisen zu können !
4) Unsere Lämmer verbleiben bei ihren Müttern, bis sie nicht mehr auf Milch angewiesen sind.
Das ist nicht selbstverständlich in einem Melkbetrieb mit Käserei.
Während andere Betriebe dieser Art die Lämmer nach der Geburt mit der Flasche und Milchpulver aufziehen und die Muttertiere melken und die gewonnene Milch vermarkten können, verlieren wir für 10+ Wochen die komplette Milch. Das sind nicht unerhebliche Verluste - die wir aber aufgrund der Art und Weise, wie wir die Tiere halten wollen, in Kauf nehmen - aber auch auf Produkte und Tiere umsetzen müssen.
5) Kosten für Lämmer in den ersten Wochen
Wer glaubt, eine Ziege bekommt ein Lamm, zieht das auf und dem Züchter entstehen keine Kosten, der irrt. Zumindest ist das bei uns unmöglich.
Die Ohrmarken , die zwingend vorgeschrieben sind, kosten Geld.
Selen - das den Tieren verabreicht werden sollte, kostet Geld.
Mineral und Vitaminbooster kosten Geld.
Kraftfutter und Heu (das fressen die Lämmer schon früh mit) kostet Geld.
Entwurmungsmittel kosten Geld.
6) unsere Arbeitszeit..können wir nicht berechnen. Sonst wäre die Ziege nicht bezahlbar !
Warum ?
Unsere Lämmer kamen im Zeitraum 05.02.26 bis 10.03.26.
Insgesamt haben 20 Ziegen in diesem Zeitraum 34 Lämmer geboren.
Für uns bedeutete dies, dass wir regelmässig (auch nachts) die Weide kontrollieren mussten. Tiere, bei denen wir mit Problemen gerechnet haben, mussten in eine Lämmerbox umziehen.
Tiere die auf der Weide gelammt haben, mussten eingefangen und für ein paar Tage in eine Lämmerbox eingestellt werden.
Die geborenen Lämmer wurden dann die ersten 2 Lebenswochen täglich gewogen um die Gewichtszunahme zu dokumentieren. Nach der 2. Lebenswoche haben wir dann in immer größer werdenen Abständen aber immernoch regelmässig gewogen.
Warum? Nun es kann immer vorkommen, dass das Lamm von der Mutter aus unterschiedlichsten Gründen nicht richtig versorgt wird.
Auf diese Weise ist eine gute Früherkennung von Versorgungsproblemen möglich sodass rechtzeitig Maßnahmen zur Förderung einer guten Entwicklung getroffen werden können.
Es kommt immer wieder vor, dass Lämmer mit der Flasche aufgezogen werden müssen. D.h. bei uns, in den ersten Tagen etwa jede 2. Stunde eine Flasche. Auch nachts. Zusätzlich zur täglichen Arbeit auf Hof und im Haushalt.
Später dann 3x täglich.
Ich könnte an dieser Stelle noch auf viele andere Dinge eingehen - aber das würde den Rahmen zweifellos sprengen - falls ich das nicht schon getan habe.
7) Finanzamt
Auch das Finanzamt möchte seinen Anteil haben. Bitte nicht vergessen !
Fazit:
Überlegt bitte selbst einmal, zu welchem Preis ihr so ein Tier abgeben würdet. Wir definitiv nicht unter den oben angegebenen Preisen.