27/07/2026
Ich musste heute über mich selbst lachen. 😄
Ich sitze seit Tagen an meinem neuen Webinar zur Verhaltens-Aromatherapie und beschäftige mich intensiv mit den einzelnen Pflanzen. Douglasie, Myrte, Benzoe, Copaiba ... mit jeder einzelnen habe ich mich unglaublich gerne beschäftigt. Ich habe gelesen, recherchiert, beobachtet und versucht zu verstehen, was ihr Wesen ausmacht. Und dann kam die Rosengeranie.
Nicht, dass ich ihren Duft nicht mögen würde. Trotzdem bin ich mit ihr einfach nicht richtig warm geworden. Irgendetwas hat mich immer wieder ausgebremst. Je länger ich darüber nachgedacht habe, desto mehr hatte ich sogar das Gefühl, dass sie mich ein bisschen triggert. Was mich ehrlich gesagt ziemlich überrascht hat. Denn wenn man sich mit der Rosengeranie beschäftigt, begegnet einem immer wieder dieselbe Botschaft: Balance.
Je länger ich darüber nachgedacht habe, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass genau darin der eigentliche Grund liegt. Die Rosengeranie ist keine Pflanze der Extreme. Sie polarisiert nicht. Sie drängt sich nicht in den Vordergrund und erzählt keine große, dramatische Geschichte. Sie steht einfach da und scheint ganz gelassen zu sagen: „Komm wieder in deine Mitte.“
Vielleicht war genau das der Moment, in dem sie mich getriggert hat. Ich liebe Pflanzen, in die ich tief eintauchen kann. Douglasie, Weihrauch, Myrte oder Copaiba – Pflanzen mit Ecken und Kanten, mit spannenden Geschichten und Zusammenhängen, bei denen ich immer noch eine Ebene tiefer graben möchte. Und dann kommt die Rosengeranie daher und macht... einfach nicht mit. 😄
Sie fordert mich nicht auf, noch mehr zu verstehen. Nicht noch mehr Zusammenhänge zu suchen. Nicht noch eine Geschichte zu entdecken. Stattdessen erinnert sie mich daran, dass es manchmal gar nicht darum geht, noch tiefer zu gehen. Manchmal geht es einfach darum, wieder in die Balance zu kommen. Und ich glaube, genau das war für mich die unbequemste Botschaft überhaupt.
Ich habe danach noch eine weiter darüber nachgedacht und irgendwann fing ich an zu lachen. Nicht über die Rosengeranie. Sondern über mich. Denn eigentlich erzähle ich genau das seit Jahren meinen Kunden.
Nicht jeder Hund wählt den Duft, den wir für den "richtigen" halten.
Nicht jeder Duft, den ein Hund liebt, wäre auch mein persönlicher Favorit.
Und manchmal sind es gerade die Düfte, mit denen wir, Mensch oder Hund, zunächst nicht richtig warm werden, die uns am meisten zu sagen haben.
Ich finde auch darin liegt das Faszinierende an der Aromatherapie. Es geht eben nicht nur darum, ob ein Duft angenehm riecht oder welche Wirkung ihm in einem Buch zugeschrieben wird. Es geht um die Begegnung. Darum, was dieser Duft in diesem Moment in uns oder in unserem Hund auslöst.
Die Rosengeranie hat mir nichts Neues beigebracht. Sie hat mich einfach daran erinnert, dass ich selbst nicht immer frei davon bin, Pflanzen mit meinen eigenen Vorlieben, Erwartungen und Geschichten zu begegnen. Und genau darüber musste ich lachen. 😄
Ich glaube, genau das ist eine der schönsten Eigenschaften einer Pflanze. Sie erzählt uns manchmal genauso viel über uns selbst wie über sich.
Kennt ihr das auch?
Seid ihr schon einmal einem Duft begegnet, bei dem ihr spontan gedacht habt: „Och nö ... ausgerechnet der?“ 😄
Und hat sich das im Laufe der Zeit vielleicht sogar verändert?