15/06/2024
Aus gegebenem Anlass und weil es einfach immer wieder aktuell ist.
Pferdekinder sollen Pferdekinder sein dürfen.
Aktuell sehe ich immer wieder, dass "Trainer/innen" Videos mit ihren wirklich jungen Pferde auf Social Media zeigen. Dabei rede ich leider von Jährlingen und unter zwei jährigen Pferden, die mehrfach in der Woche auf engen Kreisen im hohen Tempo laufen sollen, teilweise bereits seitwärts gerichtet werden und vor lauter Desensibilisierung förmlich überflutet werden. Mich stimmt das nachdenklich und es macht mich wütend.
Ich finde diese Entwicklung, diesen Trend absolut abschreckend und bedenklich. Meine Pferde haben in diesem Alter in der Herde auf der Wiese gestanden. Die beste Entscheidung, die ich treffen konnte.
Zwar haben sie täglich Kontakt mit Menschen gehabt, jedoch habe ich sie bloß einmal, maximal zweimal in der Woche für weniger Minuten an altersgerechte Aufgaben herangeführt, die auf das spätere Leben vorbereiten.
Mein Aufruf an dieser Stelle:
Solltet ihr selbst aktuell ein so junges Pferd haben, lasst euch bitte nicht von solchen "Vorbildern" leiten. Ihr könnt damit mehr kaputt machen, als ihr meint.
Lasst euch nicht davon blenden, dass die Pferde in den Videos mitarbeiten,alles so schnell lernen und aufsaugen und es augenscheinlich so harmonisch aussieht. Das tun Pferde in diesem Alter nun mal.
Trainer/innen die so trainieren sind keine Fachleute.
Lasst die Pferde in ihre Körper hinein wachsen, die Knochen werden es euch danken. Setzt den Fokus in dieser Zeit auf den Beziehungsaufbau, dieser muss mit so jungen Pferden nicht trainiert werden und geschieht ganz von selbst.
Was genau möchte man mit einem dreijährigen Pferd, welches weiterhin stark im Wachstum ist noch machen, wenn es bereits im Jährlingsalter alles gelernt hat.
Lasst die Pferdekinder Kinder sein.
Auf dem Bild sehr ihr Hajoun im Alter von 2,5 Jahren.
In diesem Sinne.
L