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25/06/2026

Tombolapreise für unser Tierheimfest gesucht!

Am zweiten Septemberwochenende feiern wir unser großes Tierheimfest. Und wie in jedem Jahr ist unsere große Tombola, die an beiden Tagen stattfindet, ein besonderes Highlight. Das Besondere an unserer Tombola: Es gibt keine Nieten, denn jedes Los gewinnt. Daher versuchen wir, möglichst viele Preise zusammenzukriegen.

Und damit die Tombola auch in diesem Jahr wieder ein voller Erfolg wird, benötigen wir eure Unterstützung. Wir haben uns schon die Finger wund- und kleine und große Firmen angeschrieben, aber unser Ziel von 1000 Preisen ist noch lange nicht erreicht. Wir benötigen daher noch viele schöne, nützliche oder auch dekorative Tombolapreise, über die sich unsere kleinen und großen Besucher freuen: Ob Gutschein für einen Besuch im Restaurant, beim Friseur oder für ein Fotoshooting, Eintrittskarten, Blumen & Pflanzen, Dekoartikel, Kaffeemaschine oder Kaffeebecher, Bücher, Kunstwerke, Shirts, Haustierbedarf, Reisen oder Elektronik- und Haushaltsartikel. Wir freuen uns über alles, was ihr auftreiben könnt. Bitte unbedingt beachten, dass wir nur neue Artikel annehmen können.

Ihr möchtet uns unterstützen? Dann fragt doch einfach mal euren Chef/in, in eurem Bekanntenkreis oder in den Geschäften in eurer Nachbarschaft nach, ob jemand unsere Tierheim-Tombola mit schönen Sachpreisen unterstützen möchte. Wer etwas für die Tombola beisteuern möchte, kann sich gerne unter [email protected] im Tierheim melden. Preise werden ab sofort angenommen.
Den Termin für das Tierheimfest 12. & 13. September 2026, jeweils von 12 bis 16 Uhr, solltet ihr euch unbedingt schon mal im Kalender eintragen. Vielen lieben Dank!

25/06/2026

XXV. Internationales Hundesymposium 2026

06/06/2026
18/05/2026

Vielleicht muss man im Hundetraining langsam mal eine unbequeme Wahrheit aussprechen:

Viele Methoden existieren heute nicht mehr wegen Fachwissen.
Sondern wegen menschlicher Probleme mit Kontrolle, Emotionen und Selbstreflexion.

Denn wenn man ehrlich ist, sieht man es doch überall.
Menschen sind gereizter als früher.
Weniger belastbar.
Schneller aggressiv.
Diskussionen eskalieren innerhalb von Sekunden und manche fühlen sich inzwischen schon persönlich angegriffen, wenn man nur eine andere Meinung hat.

Und genau diese innere Spannung landet dann oft im Training.

Da wird Druck plötzlich „klare Führung“ genannt.
Einschüchterung bekommt moderne Namen.
Kontrollverhalten verkauft man als Kompetenz.
Und Menschen feiern sich dafür, wie schnell ein Lebewesen aufgibt zu widersprechen.

Obwohl wir fachlich längst weiter sein müssten.

Wir wissen heute mehr denn je über Stressphysiologie, Lernen, Emotionen, Trauma, Nervensysteme und die Auswirkungen von Angst auf Verhalten. Das Wissen ist da. Jeder kann es lesen. Jeder kann sich fortbilden.

Und trotzdem halten manche an Methoden fest, bei denen man sich fragt, ob die Fortbildung irgendwann zwischen VHS Kassette und Nokia 3310 beendet wurde. 😂

Warum?

Weil Kontrolle für viele Menschen emotional unglaublich belohnend ist.

Wer innerlich instabil ist, sucht Stabilität oft im Außen.
Wer mit den eigenen Emotionen schlecht umgehen kann, versucht Verhalten zu kontrollieren.
Wer sich ohnmächtig fühlt, genießt plötzlich das Gefühl von Macht über Schwächere.

Und genau deshalb reagieren manche Menschen auf modernes, gewaltfreies Training so emotional.
Nicht weil die Wissenschaft fehlt.
Sondern weil ihr eigenes Weltbild wackelt.

Denn wenn Druck, Angst und Einschüchterung plötzlich nicht mehr „notwendig“ sind, bleibt am Ende eine unangenehme Frage übrig:

War das wirklich Führung…
oder einfach nur schlecht regulierte menschliche Emotion?

Und ja…
das trifft manche hart.

Vor allem diejenigen, die jedes kritische Hinterfragen sofort als persönlichen Angriff empfinden, während sie selbst seit Jahren Lebewesen körperlich oder psychisch unter Druck setzen und das dann „Konsequenz“ nennen.

Fachliche Stärke zeigt sich nicht darin, wie schnell man jemanden klein bekommt.
Sondern darin, wie souverän man bleibt, obwohl man die Macht hätte, Druck auszuüben.

Und vielleicht sollten manche Menschen erst lernen, mit ihren eigenen Emotionen umzugehen…
bevor sie anfangen, andere Lebewesen kontrollieren zu wollen.

So…
und jetzt lehne ich mich entspannt zurück und freue mich auf die aggressiven Kommentare unter einem Beitrag gegen Aggression im Training. Das bestätigt meistens schneller alles, als ich es jemals erklären könnte 😂🍿

16/05/2026

Die Körpersprache deines Hundes ist nicht nur angeboren

Warum Erfahrungen Hunde verändern — und wir sie oft falsch lesen

Es reicht heute oft ein zehnsekündiges Video, und schon scheint alles klar zu sein. Der Hund leckt sich über die Nase – Stress. Die Ohren gehen nach hinten – Unsicherheit. Der Blick wird abgewendet – Beschwichtigung. In den Kommentaren darunter erklären Menschen mit erstaunlicher Sicherheit, was dieser Hund gerade „wirklich“ fühlt oder ausdrücken möchte. Fast so, als gäbe es eine feste Übersetzungstabelle für Hunde. Ein bestimmtes Signal hinein, eine eindeutige Bedeutung heraus.
Genau darin liegt allerdings eines der größten Probleme moderner Hundeinterpretation.

Denn so verführerisch diese einfachen Erklärungen auch sind: Echte Hunde funktionieren nicht wie kleine biologische Maschinen mit klar programmierten Anzeigen. Ihre Körpersprache besteht nicht nur aus Instinkten. Sie entsteht auch aus Erfahrungen, aus sozialem Lernen, aus ihrer Umwelt und letztlich aus ihrer gesamten Lebensgeschichte.

Natürlich bringen Hunde angeborene Ausdrucksformen mit. Ein Hund wird nicht als leeres Blatt geboren. Körpersprache gehört zur biologischen Grundlage sozialer Lebewesen. Ein knurrender Hund wirkt bedrohlich, ein geduckter Hund defensiv, ein wedelnder Hund häufig sozial offen. Vieles davon ist tief in der Evolution verankert. Aber genau an diesem Punkt beginnt oft die große Vereinfachung. Denn zwischen „angeboren“ und „fest programmiert“ liegt ein gewaltiger Unterschied.

Wer Hunde über längere Zeit wirklich beobachtet, erkennt schnell, dass dieselbe Körpersprache bei unterschiedlichen Hunden völlig unterschiedliche Hintergründe haben kann. Zwei Hunde können den Kopf senken – und dennoch etwas vollkommen anderes ausdrücken. Der eine kommuniziert höflich und deeskalierend, aber auch selbstbewusst und klar, der andere hat vielleicht gelernt, dass direkter Blickkontakt gleich Ärger bedeutet und ist insgesamt verunsichert. Von außen betrachtet wirkt das Verhalten ähnlich. Innerlich entstehen diese Signale jedoch aus völlig verschiedenen Erfahrungen.

Und vielleicht ist genau das der Punkt, den viele Menschen unterschätzen: Kommunikation entwickelt sich nicht nur biologisch. Sie entwickelt sich auch sozial.
Beim Menschen erscheint uns das völlig selbstverständlich. Niemand würde behaupten, Körpersprache bestehe ausschließlich aus Instinkten. Zwar besitzen wir angeborene Grundlagen für Mimik und Gestik, doch wie wir diese einsetzen und interpretieren, wird massiv durch unsere Umwelt geprägt. Selbst einfache Bewegungen können kulturell eine völlig andere Bedeutung haben. In vielen Ländern bedeutet Kopfnicken Zustimmung, in anderen Regionen kann dieselbe Bewegung Ablehnung oder Unsicherheit ausdrücken. Die körperliche Fähigkeit dazu ist angeboren – die soziale Bedeutung wird gelernt.

Warum sollte das bei Hunden plötzlich völlig anders sein?
Auch Hunde wachsen in sozialen Welten auf. Sie beobachten, lernen, passen sich an und entwickeln Kommunikationsstrategien abhängig davon, welche Erfahrungen sie machen. Ein Hund, der ständig unter Druck steht, entwickelt oft andere Ausdrucksweisen als ein Hund, der sich sicher fühlt. Hunde, deren feine Signale immer wieder ignoriert werden, kommunizieren irgendwann häufig deutlicher. Andere wiederum lernen, Konflikten möglichst früh auszuweichen. Manche Hunde wirken nach außen „perfekt sozial“, obwohl sie innerlich längst angespannt oder unsicher geworden sind.

Gerade bei aggressiv wirkenden Hunden lässt sich das oft beobachten. Viele dieser Hunde haben ursprünglich durchaus fein kommuniziert. Sie haben Blickkontakt vermieden, sich zurückgezogen, Spannung gezeigt oder auf Distanz gehofft. Doch wenn solche Signale dauerhaft übergangen werden, verändert sich Kommunikation. Der Hund lernt, dass subtile Hinweise nicht funktionieren. Also wird er direkter. Lauter. Härter.
Menschen nennen das dann häufig „plötzliche Aggression“, obwohl die Entwicklung meist lange vorher begonnen hat.
Umgekehrt gibt es Hunde, die gelernt haben, Warnsignale möglichst zu unterdrücken. Sie wurden für Knurren korrigiert oder bestraft, bis diese Kommunikation irgendwann verschwand. Viele Halter empfinden das zunächst als Erfolg. Der Hund knurrt endlich nicht mehr. Tatsächlich bedeutet es oft nur, dass ein wichtiger Teil seiner Kommunikation verloren gegangen ist. Wenn ein solcher Hund irgendwann schnappt, geschieht das dann scheinbar „ohne Vorwarnung“. In Wirklichkeit wurde die Warnung ihm nur über lange Zeit abtrainiert.

All das bedeutet nicht, dass Hundekörpersprache beliebig wäre oder jede biologische Grundlage verliert. Natürlich existieren angeborene Muster. Aber Hunde sind eben keine starren Signal-Lexika. Ihre Körpersprache ist kein festes Computersystem, das bei jedem Individuum identisch funktioniert. Sie wird geformt, angepasst und manchmal sogar regelrecht umgebaut – durch Erfahrungen, durch Beziehungen und durch die soziale Umwelt, in der ein Hund lebt.

Wer einmal unterschiedliche Hundewelten miteinander vergleicht, erkennt das oft sehr deutlich. Straßenhunde kommunizieren häufig anders als stark kontrollierte Haushunde. Ein Herdenschutzhund bringt andere soziale Strategien mit als ein hoch kooperativ gezüchteter Retriever. Hunde, die viele eigenständige soziale Erfahrungen sammeln durften, wirken oft anders in ihrer Kommunikation als Hunde, deren Alltag fast ausschließlich aus Kontrolle besteht.

Natürlich ist das keine Kultur im menschlichen Sinn. Hunde bauen keine politischen Systeme und diskutieren keine gesellschaftlichen Regeln. Trotzdem wäre es naiv zu glauben, soziale Kommunikation entstehe bei ihnen ausschließlich genetisch. Auch Hunde übernehmen Verhaltensweisen voneinander, entwickeln gruppenspezifische Strategien und lernen, welche Formen der Kommunikation in ihrer Umwelt funktionieren.

Vielleicht könnte man sagen: Die biologische Grundlage der Körpersprache ist angeboren. Wie ein Hund sie nutzt, entwickelt sich im Leben.
Und genau deshalb wird Hundekörpersprache oft falsch gelesen. Viele Menschen versuchen heute, Verhalten möglichst schnell zu kategorisieren. Sie lernen Signalbedeutungen aus Tabellen oder Social-Media-Clips auswendig und glauben anschließend, Hunde „lesen“ zu können. Doch Verhalten entsteht niemals im luftleeren Raum. Schmerz verändert Körpersprache. Stress verändert Körpersprache. Lernerfahrungen verändern Körpersprache. Beziehungen verändern Körpersprache. Und manchmal verändert sogar der Mensch selbst den Ausdruck seines Hundes, ohne es zu merken.

Vielleicht liegt darin einer der wichtigsten Unterschiede zwischen echtem Verstehen und bloßem Interpretieren.
Denn Hunde sind keine Emojis. Keine fertigen Symbolsysteme mit eindeutigen Bedeutungen. Sie sind fühlende Lebewesen mit Erfahrungen, Erinnerungen und individueller Geschichte. Genau deshalb reicht es nicht, Körpersprache nur zu kennen.

Man muss lernen, den Hund dahinter zu sehen.

24/02/2026

„Beeindruckend ruhig – oder systematisch eingeschüchtert?“

Warum kollektiver Gehorsam in großen Hundegruppen kein Beweis für Vertrauen ist.

Es gibt diese Videos, die in sozialen Netzwerken tausendfach geteilt werden: Eine Person schreitet voran, hinter ihr oder neben ihr laufen fünfzehn, zwanzig oder noch mehr Hunde. Kein Ziehen, kein Ausscheren, kein sichtbares Chaos. Ein leises Wort, ein kurzes Handzeichen – und die gesamte Gruppe reagiert nahezu synchron. Viele empfinden das als beeindruckend. Als Beweis außergewöhnlicher Führungsqualität.

Mich machen diese Bilder zunehmend sauer.

Denn was dort als perfekte Harmonie inszeniert wird, wirkt bei genauerem Hinsehen oft wie etwas anderes: wie kollektive Hemmung.

Auffällig ist, was fehlt. Kaum ein Hund zeigt ausgeprägtes Explorationsverhalten. Es wird wenig geschnüffelt, selten innegehalten, kaum individuell entschieden. Die Körper wirken kompakt, teilweise angespannt, die Köpfe eher tief getragen als neugierig erhoben. Spiel oder lockerer sozialer Austausch zwischen den Hunden ist selten zu sehen. Stattdessen entsteht der Eindruck einer Marschformation – funktional, diszipliniert, kontrolliert.

In großen Gruppen wirken andere Kräfte als im Einzelsetting. Gruppendynamiken können Verhalten massiv beeinflussen. Hunde lernen nicht nur durch direkte Erfahrung, sondern auch durch Beobachtung – durch soziales Lernen. Es genügt unter Umständen, wenn ein einzelnes Individuum deutlich korrigiert oder sanktioniert wird, um der gesamten Gruppe zu vermitteln, welches Verhalten unerwünscht ist. Die übrigen Hunde müssen die Strafe nicht selbst erlebt haben, um daraus Schlüsse zu ziehen. Sie sehen, was passiert, wenn jemand ausschert – und fügen sich vorsorglich.

Dieses Prinzip ist keineswegs auf Hunde beschränkt. Auch in menschlichen Gruppen lässt sich beobachten, dass die öffentliche Herabsetzung oder Bestrafung eines Einzelnen eine regulierende Wirkung auf die übrigen Mitglieder haben kann. Wer gesehen hat, was mit dem „Abweichler“ geschieht, entscheidet sich oft für Anpassung – nicht aus Überzeugung, sondern aus Vermeidung.

Übertragen auf große Hundegruppen bedeutet das: Vielleicht wurden nicht zwanzig Hunde eingeschüchtert. Vielleicht reichten ein oder zwei deutliche Interventionen. Der Rest reguliert sich selbst, um nicht ebenfalls in Konflikt zu geraten. Das Resultat wirkt wie perfekte Führung, kann aber in Wahrheit auf präventiver Unterwerfung beruhen.

Dabei spielt es keine Rolle, ob der Hundeführer laut oder leise agiert. Manche arbeiten mit klarer Stimme, andere nahezu wortlos, mit minimalen Handzeichen oder Körpersperren. Doch auch subtile Signale können auf einem aversiven Lernprozess beruhen. Wenn ein kaum sichtbares Zeichen ausreicht, um eine große Gruppe abrupt zu stoppen, stellt sich zwangsläufig die Frage, wie konsequent zuvor verdeutlicht wurde, was geschieht, wenn man nicht reagiert.

Was mich besonders stört, ist die Einseitigkeit dieser Darstellung. Man sieht das fertige Ergebnis, nie den Weg dorthin. Keine Lernphase, keine Konflikte, keine Stressreaktionen einzelner Hunde. Vor allem sieht man nicht, was diese Form der Führung langfristig mit dem Individuum macht.

Denn Hunde sind keine homogene Masse. Jeder von ihnen bringt ein eigenes Temperament, eigene Erfahrungen, eigene Unsicherheiten mit. In stark kontrollierten Großgruppen verschwindet diese Individualität zwangsläufig hinter der Funktionsfähigkeit des Kollektivs. Der sensible Hund, der konfliktscheue Hund, der leicht verunsicherte Hund – sie alle passen sich möglicherweise besonders stark an. Nicht, weil sie innerlich ruhig sind, sondern weil sie gelernt haben, dass Zurückhaltung Sicherheit bedeutet.

Chronischer Anpassungsdruck kann Spuren hinterlassen. Ein Hund mag äußerlich „funktionieren“ und dennoch innerlich unter erhöhter Anspannung stehen. Stress endet nicht automatisch, wenn der Spaziergang vorbei ist. Er kann sich in Reizbarkeit, vermehrter Sensibilität oder erhöhter Erschöpfung zeigen – auch zu Hause, fernab der Gruppe.

Bleibt die Frage: Wofür braucht es solche Formationen überhaupt? Welcher zwingende Grund erfordert Spaziergänge mit fünfzehn oder zwanzig Hunden gleichzeitig in enger, hochgradig kontrollierter Struktur? Hundebetreuung lässt sich auch anders organisieren – in kleineren, stabilen Gruppen, mit mehr Raum für individuelle Bewegung, für Schnüffeln, für Entscheidungsspielräume.

Oft wird argumentiert, Hunde seien schließlich soziale Wesen. Das stimmt. Doch soziale Strukturen bedeuten nicht permanente Gleichschaltung. Frei lebende Hunde oder Straßenhunde bewegen sich nicht in starren Großverbänden, in denen jede individuelle Entscheidung unterdrückt wird. Ihre Zusammenschlüsse sind flexibel, durchlässig, dynamisch. Individuen können sich lösen, Abstand gewinnen, eigene Wege einschlagen.
Genau diese Möglichkeit geht in stark kontrollierten Großgruppen verloren.

Was mich an solchen Videos letztlich so irritiert, ist die Ästhetisierung von Macht. Gehorsam wird als Ideal präsentiert, ohne dass hinterfragt wird, auf welcher emotionalen Grundlage er entstanden ist. Das Bild des souveränen „Anführers“ überstrahlt die Frage nach dem Wohlbefinden der Geführten.
Ich halte es deshalb für wichtig, genauer hinzusehen – und als Hundehalter kritisch zu prüfen, in welche Strukturen man sein eigenes Tier gibt. Große, perfekt funktionierende Gruppen sind kein automatisches Qualitätsmerkmal. Sie sind ein Managementmodell. Und wie jedes Modell tragen sie Risiken in sich.

Hunde sind soziale Wesen – aber sie sind vor allem Individuen. Und jede Form der Betreuung sollte diesem Umstand gerecht werden.

Quellen (Auswahl):
• Fugazza, C. et al. (2018). Social learning in dogs (Canis familiaris): Imitation of conspecific and human demonstrators. Scientific Reports.
• Range, F., & Virányi, Z. (2015). Tracking the evolutionary origins of dog-human cooperation: The role of social learning. Behavioral Processes.
• Bonanni, R. et al. (2010). Free-ranging dogs’ social organization and dominance relationships.
• Huber, L. et al. (2018). Social learning and imitation in dogs. Scientific Reports.
• Miklósi, Á. (2015). Dog Behaviour, Evolution, and Cognition. Oxford University Press.
• Studie zu frühen negativen Erfahrungen und Verhaltensfolgen bei Hunden (Finnische Kohortenstudie, 2020/2021).

Hinweis zur Kommentarfunktion:
Ich habe die Kommentare zu diesem Beitrag eingeschränkt. Nicht, um Diskussionen zu vermeiden – sondern um zu verhindern, dass sich endlose, sich im Kreis drehende Debatten vom eigentlichen Inhalt ablenken.
Der Text soll zum Nachdenken anregen.

Das Bild ist KI generiert

01/12/2025

„Hört auf, Druck und Schreck zu verpacken wie Geschenkpapier – es bleibt trotzdem Müll.“

Es ist wirklich beeindruckend, wie viele Trainer und Vereine immer noch Methoden empfehlen, die die Wissenschaft schon vor Jahren in die „Bitte nicht mehr benutzen“-Schublade gelegt hat. Da wird Wasser ins Gesicht gespritzt, weil der Hund bellt. Da wird mit der Rappeldose herumgefuchtelt, wenn er knurrt. Da wird an der Leine geruckt, wenn er nicht exakt die Bewegungen ausführt, die sich der Mensch gerade in den Kopf gesetzt hat. Und dann erzählen genau diese Leute mit ernster Miene, das sei „moderne Erziehung“.
Natürlich. Und ein Pflaster ist auch eine Herz-OP.

Wenn ein Hund bellt und ihr spritzt Wasser, dann passiert im Hundekörper nichts Lehrerhaftes. Gar nichts. Das Einzige, das ihr auslöst, ist ein Schreckreflex. Der Hund verstummt, weil er irritiert ist, nicht weil er etwas verstanden hat. Stress bleibt, Unsicherheit bleibt, die Ursache bleibt. Aber hey, es sieht von außen ruhig aus. Glückwunsch.

Wenn ein Hund knurrt und ihr schüttelt die Rappeldose, dann entfernt ihr nicht die Angst, sondern das Warnschild. Die Wissenschaft sagt seit Jahren, dass Hunde, denen man das Knurren abtrainiert, schneller und härter zubeißen. ( Dankeschön für den Namen: Kampfhunde/Listenhunde) Ohne Vorwarnung. Aber klar, solange es in der Stunde „funktioniert“, passt’s. Dass der Hund innerlich kocht, sieht man ja nicht. Hauptsache, die Oberfläche glänzt.

Leinenrucke? Absoluter Klassiker. Der Hund zieht, der Trainer sagt „Ein kleiner Impuls reicht“ und zack, der Hund wird in den Stressmodus katapultiert. Herzfrequenz hoch, Muskelspannung hoch, Nervensystem reizüberflutet. Und dann behauptet man ernsthaft, der Hund sei jetzt „unter Kontrolle“. Ja. Unter Stresskontrolle.

Darum ist es höchste Zeit, dass Trainer und Vereine, die solche Methoden verwenden, aufhören, sie hinter schönen Worten zu verstecken. Outet euch. Sagt ehrlich, was ihr tut. Sagt nicht Führung, wenn ihr Druck meint. Sagt nicht Konsequenz, wenn ihr Strafe meint. Sagt nicht Struktur, wenn ihr Verhalten niederdrückt, statt es aufzubauen. Nennt es, was es ist: Aversives Training. Schreck. Druck. Vermeidungsverhalten. Nur weil man es in Watte 😉 packt, wird es nicht netter.

Denn ein Hund, der nicht mehr bellt, ist nicht entspannter. Er ist einfach nur leiser, um Ärger zu vermeiden. Ein Hund, der nicht mehr knurrt, ist nicht stabiler. Er ist gefährlicher, weil man ihm das Sicherheitsventil genommen hat. Ein Hund, der Leinenrucke vermeidet, ist nicht gut geführt. Er ist angespannt und wartet darauf, dass es wieder wehtut. Ein Hund, der still wirkt, weil man seine Gefühle wegdrückt, ist nicht erzogen. Er ist aufgegeben.

Trainer und Vereine, die noch immer mit solchen Methoden arbeiten, haben nicht „eine andere Sichtweise“. Sie haben einfach stehen geblieben, während die Wissenschaft weitergegangen ist. Und wer Hunde ausbildet, ohne ihre Biologie zu verstehen, arbeitet nicht für den Hund, sondern gegen ihn.

Wenn ihr so trainiert, dann sagt es wenigstens offen. Nicht, weil ihr euch schämen sollt, sondern weil Hundehalter ein Recht darauf haben zu wissen, womit sie arbeiten. Ehrlichkeit wäre der erste Schritt in Richtung Kompetenz.

Denn egal, wie man es dreht: Druck bleibt Druck, auch wenn man ein Herzchen darüber malt. Schreck bleibt Schreck, auch wenn man „Impuls“ dazu sagt. Und Verhaltensunterdrückung bleibt Verhaltensunterdrückung, auch wenn man sie als „Ruhe“ verkauft.

Wer modern trainieren will, baut Verhalten auf.
Wer alt trainiert, drückt es runter.
Nur einer dieser Wege führt zu Sicherheit.
Und es ist nicht der mit der Rappeldose.

Wer Gewaltmethoden wirklich vertreten will, braucht Mut. Dann beweis ihn: Name, Hundeschule, Verein öffentlich in die Kommentare. 😉 Werbung umsonst ☺️

Ich stehe mit meinem Namen und meiner Hundeschule dafür ein, Hunde aufzubauen nicht sie kleinzumachen. 😉

01/12/2025

🚨 WARNUNG AN ALLE HUNDEBESITZER! Bitte unbedingt lesen & teilen! 🚨
​Liebe Hundefreunde, liebe Patientenbesitzer der Tierarztpraxis Ullmann,

​wir müssen reden. Und zwar über ein Thema, das uns hier in der Praxis immer wieder das Herz bluten lässt – und euren Hunden unfassbare Schmerzen bereitet. Es geht um den vermeintlich "natürlichen und gesunden" Kausnack, der in jedem Zoofachhandel als das Nonplusultra angepriesen wird:

​🦌 DAS HIRSCHGEWEIH (und andere harte Knochen/Hörner) 🦌
​Wir sehen es leider viel zu oft. Ihr wollt eurem Vierbeiner etwas Gutes tun. Er soll lange beschäftigt sein, Zahnstein abreiben, "Natur pur" kauen. Doch was gut gemeint ist, endet für das Gebiss eures Hundes oft in einer absoluten Katastrophe!

​⚠️ DIE HARTE REALITÄT IN DER PRAXIS ULLMANN

Es vergeht kaum eine Zeit, in der wir nicht Hunde auf dem OP-Tisch haben, deren Zähne wortwörtlich explodiert sind. Wir müssen hier Tacheles reden: Hirschgeweihe sind härter als Hundezähne.
​Wenn ein Hund (und das gilt gerade für die großen Rassen mit enormer Beißkraft!) mit voller Wucht auf so ein steinhartes Geweih beißt, gibt das Geweih nicht nach. Wer nachgibt, ist der Zahn. Immer.
​Wir operieren regelmäßig Wurzelreste heraus, entfernen gesplitterte Backenzähne und sehen das Leid, das vermieden werden könnte. Es ist eine Zahn-Katastrophe, die wir stoppen müssen!

​❌ WARUM IST DAS SO GEFÄHRLICH? (5 BEISPIELE DES SCHRECKENS) ❌
​Hier sind die konkreten Nachteile und Gefahren, die wir tagtäglich sehen:
​Die Scheibenfraktur (Slab Fracture): 🦷💥
Das ist der Klassiker beim großen Backenzahn (P4). Der Hund beißt drauf, und eine ganze Scheibe des Zahns platzt seitlich ab. Das sieht man oft erst gar nicht, aber der Zahnnerv liegt oft frei oder ist nur noch dünn bedeckt.

​Der offene Nerv (Pulpitis): 🔥
Wenn der Zahn bricht, liegt der Nerv (die Pulpa) oft blank. Das sind höllische Zahnschmerzen – vergleichbar damit, wenn wir auf ein Eis beißen, nur dauerhaft! Hunde jammern oft nicht, sie leiden still, fressen weiter und ertragen die Qual.

​Wurzelabszesse & Kieferentzündungen: 🦠
Durch die Risse dringen Bakterien tief in den Kieferknochen ein. Das führt zu eitrigen Abszessen, die sich manchmal erst zeigen, wenn unter dem Auge des Hundes eine dicke Beule entsteht. Dann hilft nur noch die OP in der Tierarztpraxis Ullmann – der Zahn muss raus!

​Auch für "Große" gefährlich: 🐕
Viele denken: "Ich habe einen Schäferhund/Rottweiler/Labrador, der kriegt alles klein." FALSCH! Gerade weil diese Hunde so viel Kraft im Kiefer haben, ist der Druck auf den Zahn beim Aufprall auf das Geweih so enorm, dass der Zahn sofort bricht. Physik lässt sich nicht austricksen.

​Mikrorisse & Schmelzschäden: 📉
Selbst wenn der Zahn nicht sofort komplett abbricht: Das ständige Reiben auf diesem steinernen Material schmirgelt den Zahnschmelz ab und verursacht mikroskopisch kleine Risse, die den Zahn porös und anfällig machen.

​💡 WAS IST DIE ALTERNATIVE?
Bitte greift zu kau-elastischen Dingen!
✅ Getrocknete Kopfhaut
✅ Rinderohren
✅ Kautschuk-Spielzeug (Kong etc.)
✅ Spezielle Zahnpflege-Sticks, die nachgeben

​🛑 BITTE: Werft die Geweihe in den Müll.
Es ist das Geld nicht wert, wenn am Ende eine teure Zahn-OP und ein traumatisierter Hund stehen. Wir in der Tierarztpraxis Ullmann wollen gesunde Zähne sehen, keine Scherbenhaufen im Maul!

​📢 WIR BRAUCHEN EURE HILFE!
​Bitte helft uns, diesen gefährlichen Trend zu stoppen.

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