27/04/2021
Aus gegebenem Anlass, weil es mir gerade jeden Tag passiert ...
Liebe Radfahrer,
einige von euch denken bestimmt immer:
"Warum läuft denn diese blöde Hundebesitzerin mitten auf dem Weg? Da kann man ja gar nicht in Ruhe mit dem Fahrrad fahren und klingeln muss ich auch noch. Wie unhöflich."
Ich mache das - Ob ihr es glaubt oder nicht - um uns alle zu schützen!
Ich will euch nicht ärgern, sondern uns ALLE vor Schäden bewahren.
Das habt ihr euch jetzt nicht gedacht, oder?
Genau genommen könntet ihr meist tatsächlich rein gar nichts gedacht haben, denn sonst wärt ihr ja vielleicht selbst darauf gekommen.
Aber ich bin ja nicht so und erkläre es Euch:
Euer Superbike hat Superreifen und bekommt regelmäßig eine Superwartung. Da quietscht und rattert nix, da hört man in vielen Fällen nicht einmal Rollgeräusche (jedenfalls nicht auf Entfernung).
Nehmen wir also an, ihr erreicht mit genau diesem Bike in der Ebene eine Geschwindigkeit von locker 30 bis vielleicht gar 40 km/h.
Plötzlich seht ihr in einiger Entfernung vor euch eine Frau und ihre Hunde.
Ich (die Frau mit Hunden) laufe aus Rücksicht auf alle, die da kommen könnten am Wegrand. Ebenso meine Hunde. Sie laufen an der Leine dicht bei mir, da ich zwei Hunde habe, jeder auf einer Seite, außer ich sehe es kommt was, dann wechseln beide auf eine Seite und zwar auf die Außenseite.
"Toll", denkt ihr. "Die Frau versteht uns Radfahrer, da kann ich einfach durchrasen. Der Weg gehört mir!"
Dass wir euch weder hören noch sehen (hinten keine Augen und so...), dieser Gedanke kommt euch nicht. Wozu auch denken? Der Weg ist ja frei. Also: Gas geben!
Doch jetzt in dem Moment, als ihr direkt hinter uns seid, schert einer meiner Hunde ohne Vorwarnung aus. Direkt vor euer Rad.
Ihr (der Mensch mit Rad) verfügt blöderweise nicht über die Reflexe von Superman, sondern steigt in diesem Moment über den Lenker ab (kein Spaß, egal bei welcher Geschwindigkeit).
Mein Hund ist verletzt und ihr selbst habt höchstwahrscheinlich auch den einen oder anderen Knochen gebrochen.
Nun denkt Ihr euch vielleicht: "Blöde Köter".
Doch dieses Szenario endet immer gleich. Denn selbst wenn ich meinen Hund an einer noch so kurzen Leine habe (sagen wir mal ein Meter), dann kann mein Hund jederzeit zu irgendeiner Seite ausscheren. Und kurze Leine plus mein Arm ergibt noch immer: direkt vor euer Rad!
Deshalb laufe ich oft eher mittig ...
"Oh, da läuft einer mitten auf dem Weg, da sollte ich mich bemerkbar machen, um ihn und mich nicht zu gefährden und vielleicht mal ein bisschen langsamer fahren und klingeln.
Da der Mensch mitten auf dem Weg läuft, klingelt ihr rechtzeitig und nicht erst, wenn ihr 2 Meter hinter mir seid! Und wenn ihr keine Klingel habt, dann ruft verdammt nochmal und macht euch bemerkbar!
Ich höre das Klingeln, gehe auf die Seite oder rufe meine Hund zu mir und werfe in dem Moment einen Blick über die Schulter, um die Situation richtig erfassen zu können und den herannahenden Radfahrer (also euch) nicht zu behindern.
Einen Moment später ist der Weg frei und ihr könnt rücksichtsvoll vorbeifahren. Während ihr dies tun, grüßen wir uns freundlich, man bedankt sich und jedem ist geholfen.
Und? Was denkt Ihr? Welches Szenario tut weniger weh?
Übrigens muss das nicht einmal zwingend mit Hund stattfinden. Es funktioniert genauso mit Pferden, Kindern, usw.
Im Prinzip geht es hier nur um eines: gegenseitigen Respekt!
Jeder Hundehalter sollte sich daran halten seinen Hund zu sich zu holen (das gilt auch für andere Fußgänger, Reiter, Hundemenschen, die euch entgegen kommen!!!) und zu sichern und jeder Fahrradfahrer sollte sich rechtzeitig bemerkbar machen. Eigentlich ganz einfach oder?
Und ein dickes danke an alle Radler, die klingeln oder irgendwie anders auf sich aufmerksam machen :-)
Also: Augen auf, Hirn an und allzeit gute Fahrt✌
Darf gerne geteilt werden ;-)