12/05/2026
„Der ist doch schon alt, den muss man nicht mehr impfen!“
Diese Aussage höre ich leider häufig.
Und sie ist so nicht richtig.
Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) empfiehlt, Impfentscheidungen nicht pauschal nach Alter zu treffen, sondern individuell.
In der Tiermedizin wird außerdem häufig die sogenannte YOPI-Regel angewendet:
Young – Old – Pregnant – Immunocompromised.
Das bedeutet:
Gerade sehr junge, sehr alte, trächtige oder immungeschwächte Tiere haben ein höheres Risiko für schwere Krankheitsverläufe.
Warum also Tiere auch im Alter impfen?
Mit zunehmendem Alter verändert sich das Immunsystem und arbeitet oftmals nicht mehr so effektiv. Altersbedingte Begleiterkrankungen können zusätzlich das Immunsystem belasten.
Infektionen können schwerer verlaufen.
Komplikationen treten häufiger auf.
Impfungen können dabei helfen, das Risiko schwerer Krankheitsverläufe deutlich zu reduzieren.
Gleichzeitig gilt:
Nicht jede Impfung ist für jedes Tier in jeder Situation sinnvoll. Es gibt sogar Situationen, in denen bestimmte Impfungen nicht durchgeführt werden sollten!
Deshalb geht es nicht um „einfach alles impfen“ oder pauschales „Nicht-impfen“.
Sondern um eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung:
• Welche Erkrankungen sind relevant?
• Wie ist der Gesundheitszustand?
• Wie lebt das Tier?
Die StIKo Vet empfiehlt dafür ein angepasstes Impfschema, auch im Alter.
„Zu alt zum Impfen“ ist deshalb in den meisten Fällen kein medizinisches Argument.
Sondern eine zu einfache Antwort auf eine individuelle Entscheidung.