Stadtwölfe

Stadtwölfe HundeHalterschule
Zertifiziert durch die Tierärztekammer Schleswig Holstein

Die HundeHalterschule befasst sich nicht nur mit der Erziehung und der Gesundheit von Hunden, sondern auch mit der Fortbildung der HundeHalter. Oft ist nicht der Hund allein "das Problem" sondern eben auch das andere Ende der Leine ;) Um dem Hund ein guter Lehrer zu sein, bedarf es ein gewisses Grundwissen über Hundeverhalten. Erst wenn der HundeHalter in der Lage ist, gewisse Situationen realistisch einzuschätzen, kann er auch im richtigen Moment das Richtige tun.

28/05/2026
Sehr guter Artikel!
12/02/2026

Sehr guter Artikel!

Beziehung und Erziehung

Im Hundetraining wird heute viel von Beziehung gesprochen. Und gleichzeitig erstaunlich wenig davon verstanden. Beziehung wird gerne als Gegenpol zur Erziehung dargestellt. Hier das Harte, dort das Weiche. Hier Regeln, dort Vertrauen. Diese Trennung ist bequem, aber sie ist falsch.

Ein Hund erlebt keine Beziehung ohne Erziehung und keine Erziehung ohne Beziehung. Er unterscheidet das nicht. Das tut nur der Mensch.

Lernen ist kein Trainingswerkzeug

Hunde lernen nicht dann, wenn wir trainieren, sondern ständig. Sie lernen aus Konsequenzen, aus Wiederholung, aus Erwartung und Enttäuschung. Sie lernen aus Nähe genauso wie aus Distanz. Und sie lernen aus Frustration, ob wir das gut finden oder nicht.

Ein Trainingsverständnis, das Frustration grundsätzlich vermeiden will, widerspricht der Lernbiologie. Frustrationstoleranz entsteht nicht durch Belohnung, sondern durch das Erleben von Begrenzung in einem sicheren Rahmen. Wer dem Hund diese Erfahrungen nimmt, verhindert Entwicklung.

Beziehung ohne Grenze ist keine Beziehung

Beziehung wird oft romantisiert. Als würde sie entstehen, wenn man möglichst wenig eingreift. Wenn man möglichst viel erlaubt. Wenn man möglichst nett ist. Für einen sozialen Hund ist das kein Beziehungsangebot, sondern Unklarheit.

Beziehung bedeutet Orientierung. Orientierung entsteht dort, wo Verhalten beantwortet wird. Nicht brutal, nicht unkontrolliert, aber eindeutig. Ein Hund, der nicht weiß, woran er ist, steht nicht in Beziehung, sondern im Dauerstress.

Aversivität ist kein Trainingsfehler

Im sozialen Verhalten von Hunden ist Aversivität selbstverständlich. Abwenden, Raum beanspruchen, Verhalten stoppen, Interaktion beenden. Das sind keine Eskalationen, sondern Regulierung. Wer Aversivität aus dem Zusammenleben verbannen will, ersetzt Biologie durch Wunschdenken.

Das Paradoxe ist, auch die sogenannten positiven Methoden arbeiten mit Aversivität. Ignorieren ist aversiv. Unterbrechen ist aversiv. Der Unterschied liegt nicht im Vorhandensein, sondern im Umgang damit. Wer behauptet, aversionsfrei zu arbeiten, benennt nur nicht, was er tut.

Wenn Sachfragen persönlich werden

Ein auffälliges Phänomen in der aktuellen Diskussion ist die schnelle Verschiebung von der Sachebene auf die persönliche Ebene. Statt über Lernbiologie, Verhalten oder Beziehung zu sprechen, wird begonnen, Personen zu bewerten. Man schaut in die Vergangenheit, wühlt im Keller, sucht alte Aussagen, alte Bilder, alte Methoden.

Nicht, um Zusammenhänge zu verstehen, sondern um Menschen kleinzureden. Wer nicht dem eigenen Umgang mit Hunden entspricht, wird moralisch abgewertet. Der Fokus liegt dann nicht mehr auf dem Hund, sondern auf der Person.

Diese Form der Auseinandersetzung ersetzt Argumente durch Zuschreibungen. Sie verhindert fachlichen Austausch und verschiebt den Blick weg vom Wesentlichen. Der Hund spielt in diesem Moment kaum noch eine Rolle.

Erziehung passiert sowieso

Ob man erzieht oder nicht, ist keine offene Frage. Jeder Hund wird erzogen. Die Frage ist nur, ob bewusst oder zufällig. Wer glaubt, durch Zurückhaltung keine Erziehung zu betreiben, überlässt dem Hund die Aufgabe, sich selbst zu regulieren. Das funktioniert selten.

Erziehung ist keine Technik. Sie ist die Summe aus Beziehung, Konsequenz und Vorhersagbarkeit. Wer sich ausschließlich auf Trainingssysteme konzentriert, verpasst den Kern. Wer sich ausschließlich auf Beziehung beruft, vermeidet Verantwortung.

Das Wesentliche gerät aus dem Blick

Wenn Diskussionen sich darum drehen, wer recht hat, wer früher was gemacht hat oder wer moralisch überlegen ist, geht der Blick auf den Hund verloren. Dabei wäre genau hier der Punkt, an dem man ansetzen müsste. Beim Verständnis für Lernprozesse, für soziale Dynamik und für die Biologie des Hundes.

Ein Hund braucht keine Ideologie. Er braucht Menschen, die bereit sind, genau hinzusehen und Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen. Nicht perfekt, sondern reflektiert. Nicht dogmatisch, sondern ehrlich.

Lieben Gruß,
Gerd Schuster

20/12/2025
Erste Hilfe am Hund. Vielen Dank an Jako Strobel  und Corinna Schwarz für diesen lehrreichen Tag. Wir haben gewickelt, b...
22/11/2025

Erste Hilfe am Hund. Vielen Dank an Jako Strobel und Corinna Schwarz für diesen lehrreichen Tag. Wir haben gewickelt, bandagiert, Vital-Werte festgestellt und viel Spaß zusammen gehabt.

16/11/2025

Heute Morgen 🥰

16/11/2025

Das war eine Premiere! Sehr beeindruckend! Feine Hunde🥰

Am 22.11.25 findet bei den Stadtwölfen ein Erste Hilfe Kurs für Hunde statt. Für alle Hundehalter ein Muss!
30/09/2025

Am 22.11.25 findet bei den Stadtwölfen ein Erste Hilfe Kurs für Hunde statt. Für alle Hundehalter ein Muss!

Sehr interessant!
29/08/2025

Sehr interessant!

Hat nichts mit Mantrailing zu tun, aber ist dennoch für sehr viele Hundebesitzer interessant.
Stichwort: 𝐊𝐚𝐬𝐭𝐫𝐚𝐭𝐢𝐨𝐧!

In einer groß angelegten Studie mit 20.590 Hunden wurde der Zusammenhang zwischen dem Zeitpunkt der Kastration und dem Risiko für Kreuzbandrisse (cranial cruciate ligament disease, CrCLD) untersucht. Dabei zeigte sich, dass die Dauer der hormonellen Exposition – also die Zeit, die ein Hund intakt bleibt – einen entscheidenden Einfluss auf die Stabilität der Gelenke hat.

Das Risiko für Kreuzbandrisse war bei Hunden, die sehr früh kastriert wurden, signifikant erhöht. Besonders betroffen waren Hündinnen, die vor dem Alter von rund drei Jahren kastriert wurden, sowie Rüden, die vor etwa zwei Jahren kastriert wurden. Die Analyse ergab, dass das Risiko nichtlinear verläuft: Es ist am höchsten bei sehr kurzer Hormonexposition, sinkt mit zunehmendem Alter und erreicht ein Minimum bei etwa 2,9 Jahren (Hündinnen) bzw. 2,2 Jahren (Rüden). Hunde, die ihre hormonelle Entwicklung bis zu diesem Zeitpunkt durchlaufen konnten, wiesen ein deutlich geringeres Risiko für Kreuzbandverletzungen und damit verbundene Gelenkprobleme auf.

Die Autoren folgern daraus, dass eine zu frühe Kastration die Gefahr von orthopädischen Erkrankungen deutlich erhöht. Sie empfehlen, die Entscheidung über den Zeitpunkt der Kastration individuell und unter Berücksichtigung von Rasse, Alter und gesundheitlichen Faktoren zu treffen. Zudem verweisen sie darauf, dass hormonerhaltende Sterilisationsmethoden eine sinnvolle Alternative darstellen könnten, da sie ungewollte Trächtigkeiten verhindern, ohne die hormonelle Entwicklung stark zu beeinträchtigen.

Quelle:
Low, D. (2025). Cumulative gonadal hormone exposure is nonlinearly associated with risk of canine cranial cruciate ligament disease: a generalised additive model analysis of 20,590 dogs (1988–2023). Journal of Small Animal Practice. https://doi.org/10.1111/jsap.70023

09/02/2025

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