10/05/2025
Futtermittelallergie
Heute möchten wir uns, wie angekündigt, dem Thema Futtermittelallergie beim Hund (einiges gilt hier auch für die Katze) widmen.
Bei einer Futtermittelunverträglichkeit steht oft nicht das Symptom Durchfall im Vordergrund, wie es vielleicht vermutet wird. Sondern auch bei wiederkehrenden Ohrentzündungen, vermehrtem Juckreiz, vermehrtem Schlecken an den Pfoten, bis hin zur Selbstverletzung und immer wieder Probleme mit den Analdrüsen, denken wir Tierärzte auch an eine Futtermittelunverträglichkeit.
Dabei handelt es sich um eine Überreaktion des Immunsystems gegen bestimmte Bestandteile im Futter, z.B. eine Proteinquelle (Eiweiß, in der Regel eine Fleischquelle) oder auch gegen eine Kohlenhydratquelle (z.B. Weizen, Mais, diverse andere Kohlenhydratquellen). Allergien auch gegen verschiedene Futterbestandteile sind möglich, wobei die Unverträglichkeit gegenüber einer bestimmten Proteinquelle die häufigste Ursache ist.
Äußern wir Tierärzte nun Ihnen gegenüber den Verdacht, dass Ihr Tier an einer Futtermittelallergie leiden könnte, so sprechen wir im Anschluss über eine sogenannte Ausschlussdiät. Diese Ausschlussdiät bedeutet, dass Ihr Tier nun ein Futter mit einer Protein- und Kohlenhydratquelle bekommen soll, welche es noch nie in seinem Leben bekommen hat. Desweiteren bedeutet dieses auch, dass für den vorgegeben Zeitraum KEINE anderen Sachen gefüttert werden sollten. Da sich eine Futtermittelallergie oft in Hautsymptomen äußert und Haut (und auch Darmschleimhaut) Zeit zur Heilung braucht, sollte eine solche Ausschlussdiät über einen Zeitraum von 4, besser 6 Wochen, durchgeführt werden. Keine anderen Sachen bedeutet auch, keine anderen Lebensmittel vom Tisch, keine Krümel vom Boden und keine Leckerchen von der Nachbarin oder beim Tierarzt. Bessern sich die Symptome unter der Ausschlussdiät und werden nach der Gabe des alten Futters wieder schlechter, so kann der Verdacht auf eine Futtermittelallergie bestätigt werden. Manchmal ist es aber auch so, dass man bei der ersten Futterumstellung nicht direkt das richtige Futter findet und noch einmal wechseln muss. Dieses sollte immer nach Rücksprache mit den behandelnden Tierärzten erfolgen. Bei einigen Hunden und Katzen ist auch eine Behandlung mit Medikamenten notwendig. Hier muss immer je nach Einzelfall entschieden werden.
Was macht das Ganze nun so schwierig? Zum einen ist Ihr Durchhaltevermögen gefordert und zum anderen ist der Futtermittelmarkt mittlerweile so unübersichtlich geworden, dass viele Hunde und Katzen schon diverse Protein- und Kohlehydratquellen bekommen haben. So haben wir tatsächlich manchmal Probleme, ein geeignetes Futter zu finden. Für diese schwierigen Fälle bleibt uns im Bereich der Diätetik zum Glück oft ein hydrolysiertes Futter, wo die Protein- und Kohlenhydratbestandteile in der Herstellung so stark zerkleinert werden, dass der Körper sie nicht mehr als fremd erkennt (Schlüssel-Schloss-Prinzip), das Tier aber trotzdem den Nährwert daraus ziehen kann.
Es macht also Sinn, wenn Sie für Ihren Hund oder Ihre Katze ein Futter haben, welches gerne gefressen wird und vom Tier problemlos vertragen wird, dass Sie einfach bei diesem Futter bleiben und nicht experimentieren, welche Geschmacksrichtung noch gerne gefressen wird.