12/08/2026
🐎🫁 Tie-Back-Operation im Stehen – wie läuft sie eigentlich ab?
Leidet ein Pferd unter einer Kehlkopflähmung (meist der linken Seite), kann sich der Stellknorpel beim Einatmen nicht mehr ausreichend öffnen. Dadurch wird der Atemweg eingeengt – das Pferd bekommt unter Belastung schlechter Luft und es entsteht häufig das typische „Pfeifgeräusch“.
Die bewährte Behandlung ist die Tie-Back-Operation (Laryngoplastik) – und diese
kann in vielen Fällen am stehenden, sedierten Pferd durchgeführt werden.
🔹Zunächst wird das Pferd sediert und der Operationsbereich am Hals gründlich
geschoren, desinfiziert und lokal betäubt. Während der gesamten Operation werden
Herzfrequenz, Atmung und Sedation von einer Anästhesistin überwacht.
🔹Über einen kleinen Hautschnitt an der linken Halsseite wird der Kehlkopf vorsichtig
freigelegt. Dabei arbeitet sich die Chirurgin bis zu den Knorpelstrukturen des
Kehlkopfes vor.
🔹Anschließend wird ein besonders reißfester Faden zwischen zwei Knorpelstrukturen
platziert: dem Ringknorpel (Cricoidknorpel) und dem gelähmten Stellknorpel
(Aryknorpel).
🔹Der Faden wird anschließend so gespannt, dass der gelähmte Stellknorpel
dauerhaft leicht nach außen gezogen wird. Dadurch bleibt der Atemweg auch während
des Einatmens weiter geöffnet und die Luft kann wieder nahezu ungehindert in die
Luftröhre strömen.
💡Das Ziel ist dabei nicht, den Kehlkopf maximal zu öffnen. Eine zu starke Öffnung
könnte das Risiko erhöhen, dass Futter oder Wasser in die Luftröhre gelangen. Deshalb
wird der Stellknorpel nur so weit nach außen verlagert, dass eine gute Balance
zwischen einer verbesserten Atmung und einem sicheren Schluckvorgang erreicht wird.
Je nach Befund wird die Tie-Back-Operation häufig mit einer Stimmtaschen- und/oder
einer Stimmbandentfernung kombiniert. Dadurch wird zusätzlich Gewebe entfernt,
das den Luftstrom behindern oder Atemgeräusche verursachen kann.🐎
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