FinEboox

FinEboox E-Books für Katzenfreunde Impressum: http://www.fineboox.de/impressum.html

Gerd Schuster schreibt von, über und für Katzen. B.

Anders als in den gewohnten Katzenromanen ist die Katze in Schusters Stücken nicht nur ein mehr oder minder menschlicher Darsteller in Katzengestalt. Die Gewohnheiten, die Eigenarten und auch die speziellen Fähigkeiten der eigensinnigen Vierbeiner bilden den Kern der Geschichten. So kann auch ein Katzenliebhaber noch vieles Neue über unsere schnurrenden Weggefährten erfahren. Dabei ist der Autor d

er Meinung, dass z. im Lese-Hörspiel eine neue Erzähler-Perspektive erfrischend wirken kann. Schuster äußert sich hierzu: »Einen normalen Roman kann man lesen und auch hören. Ein Hörspiel kann man ebenfalls nicht nur hören, sondern auch lesen ... «

Der Journalist Gerd Schuster hat in seinen Reportagen der Umwelt und den Tieren besondere Aufmerksamkeit gewidmet und ist mehrfach ausgezeichnet worden. Seit seinem Ruhestand 2009 befasst sich der inzwischen erblindete Autor besonders mit seinem Lieblingstier: der Katze. Die Ergebnisse dieser Arbeit veröffentlicht er jetzt unter dem Lable Fineboox.

08/12/2013

Depesche 005 Wenn die Katze vorgeht ...

Es gibt Vorsänger, Vorsteher, Vorkoster und Vorläufer, dazu Vorbeter, Vorturner‚ Vorleser und Vorredner. Soweit mir bekannt, gibt es ein ganz exklusives Mitglied der Vor–Familie nur bei uns – den Vorwecker in Gestalt der Katze Rani.

Unser kleines Grauchen mit der Kinderstimme ist nämlich dazu übergegangen, Frauchen Elke fünf Minuten vor dem Klingeln ihres Weckers aus dem Schlummer zu holen. Wie das? Indem sie auf ihrem Schlafstuhl am Fußende von Elkes Bett mit »SCHLAPP! SCHLECK! SCHLAPP!« eine superlaute Putzorgie startet.

Haben Katzen eine Vor–Ahnung, wann der Wecker klingeln wird? Wir erinnern uns an Ela, die Vorläuferin der Dreierbande (Siehe: Das Buch von Ela ...) die so oft fünf Minuten vor dem Weckerkrach in Frauchens Bett kletterte und sich an deren Bauch kuschelte. Und es ihr somit fast unmöglich machte, rechtzeitig aus den Federn zu kommen ...

16/10/2013

Depesche 004 Schnurr–scheu

Eine von Shirkans Eigenheiten besteht darin, dass er nicht schnurrt. Jedenfalls nicht hörbar. Streichelt man sein Seidenfell, kann man fühlen, dass es tief in seinem Innern leise vibriert. Er schnurrt – aber sozusagen unter Ausschluss der Öffentlichkeit! Wir fragen uns seit Jahren, ob das edle Tier nicht kann oder nicht will. Vielleicht ist ihm lautes Schnurren – bei Sita klingt es wie ein Fünf–PS–Elektro–Rasenmäher in voller Aktion – einfach nur zu plebejisch!

Heute hat sich der blaublütige Schlingel aber verraten: Elke hatte ihn auf den Arm genommen, weil Shirkan sich so kuschelig anfühlt und weil er so komisch (mit lautem »Määäh!« wie ein Lamm) jammert, und präsentierte ihn mir. Ich drückte meine Nase vorsichtig gegen seine. (In Katzenkreisen ist das als »Nasenkuss« bekannt.) Die Reaktion war eine Eruption, ein epochales, bisher einmaliges »PURRR–PURRR!!!«, laut wie Sita.

Zwei Schnurrer, dann zog der Kater, von sich selber überrascht, die Notbremse. Jetzt warten wir, dass er sich wieder vergisst ...

10/10/2013

Depesche 003 Die Stöhnerin

Etwas reißt mich aus Traum und Schlaf. Es war ein Geräusch – aber welches? Es ist momentan grabesstill im Schlafzimmer. Habe ich nur geträumt? Nein, da ist es wieder – ein langgezogenes, brünstiges Stöhnen, das in einem weiblichen Wimmern endet und sich sofort wiederholt. Sind die Nachbarn im Vermehrungsrausch? Mir fällt die mysteriöse Unbekannte ein, die vor Jahren das ganze hellhörige Haus akustisch an ihren Höhepunkten teilhaben ließ, die sich aneinanderreihten wie die Alpengipfel in den Dolomiten. Wie kam es nur, fragten sich die unfreiwilligen Lauscher, dass die orgiastische Darbietung von überallher zu tönen schien, von oben und unten, rechts und links zugleich, und einem im Erdgeschoss genauso die Tränen in die Augen trieb wie unterm Dach?

Hat das Lustgewinsel aufgehört? Nein, nach einer kleinen Pause geht es weiter. Aber es hat sich verändert: Das Wimmern ist einem Schnorcheln und Schnaufen gewichen, einem Schniefen und – ja was? – Schnarchen!

Schnarchen??? Ich wache endgültig auf. Natürlich Schnarchen, was denn sonst? Unterm Bett liegt unsere vollschlanke Oberkatze Sita und röchelt, fiept, seufzt, pustet und prustet im Tiefschlaf. Ab und zu weint und winselt sie auch, wenn sie schlecht träumt, oder sie sägt, wie ein betrunkener Matrose.

Erleichtert drehe ich mich so, dass ich, an der Matratze horchend, in den vollen Genuss von Sitas Solo komme. Es gibt keine bessere Einschlafdroge.

08/10/2013

Depesche 002 Ein fast ver–apple–ter Kater

Shirkan, unser Katzen–Beau, liebt es, im Mittelpunkt zu stehen. Sein Glück ist vollkommen, wenn ein Besucher »Bist du aber schön!« sagt. Dann trampelt er mit allen vier Beinen, sich dabei im Kreis drehend und seine beiden Vorderpfoten abwechselnd mit umgeklappter Tatze in die Höhe haltend. Ein süßer kleiner Tanz!

Unser Star lässt – natürlich! – keine Gelegenheit aus, sich für Fotos in Positur zu schmeißen. Sieht er eine Kamera, zeigt er sogleich eine seiner vielen Schokoladenseiten, und seine Augen werden groß und blau wie das adriatische Meer.

Deshalb war Frauchen Elke auch fürbass erstaunt, als sie ihr neues iPhone zwecks Ablichtung auf Shirkan richtete und der Kater die gewohnte Reaktion vermissen ließ. Er schaute nicht nur nicht ins Objektiv, sondern weigerte sich auch beharrlich, in Elkes Richtung zu blicken oder »hübsch« auszusehen. Entsprechende Bitten ignorierte er hartnäckig.

Da drückte Frauchen auf den Auslöser, um die personifizierte Widerborstigkeit auf die Platte zu bannen. Und siehe da: Das Klicken durchzuckte den Blauaugenkater wie ein Stromstoß. Er fuhr herum und setzte sich hin wie im Porträtstudio, man könnte sagen: mit breitem Fotolächeln. »Ach so«, sagte seine Miene, »das Ding ist auch eine Kamera! Sorry, hab ich nicht gewusst!«

Jetzt sagen Sie nicht »Ja und?«. Überlegen Sie bitte einmal, dass der Kater wahrscheinlich nicht wissen kann, was eine Kamera, ein Foto und ein Auslösegeräusch ist. Irgendwie hat das Tier begriffen, dass es gut ist, wenn es beim Auftauchen von Fotoapparaten still sitzt und freundlich schaut! Diese Erkenntnis setzt enorme Klugheit voraus und eine erstklassige Kombinationsgabe. Ich selber werde den Verdacht nicht los, dass der Kater viel mehr versteht und weiß, als wir phantasielosen und überheblichen Dosenöffner ahnen!

Depesche 001   Das WaschbeckenbettZähneputzen ist angesagt. Ich gehe ins Badezimmer, greife den Zahnputzbecher und angle...
16/09/2013

Depesche 001 Das Waschbeckenbett

Zähneputzen ist angesagt. Ich gehe ins Badezimmer, greife den Zahnputzbecher und angle nach der Warmwasser-Armatur. Da kollidiert meine Becherhand, die ich unter den Wasserhahn manövrieren will, mit seidenweichem Katzenpelz. Was ist denn das? Rani liegt im Waschbecken!

Wie schade, dass ich nicht sehen kann, ob sich ihre Schnurrhaare mir entgegenrecken, abwehrend oder willkommenheischend, und welchen Blick mir ihre Goldtaleraugen zuwerfen. »Das ist MEIN Waschbecken, Herrchen!«, »Hier liegt es sich ja SOOO bequem!« oder »Du wirst doch nicht das Wasser aufdrehen?«

Rani und ihr weißer Onkel lieben es, sich in Kuhlen und anderen Vertiefungen zu kuscheln, Shirkan auch mal in der Küchenspüle und Rani – zu Frauchens Schreck – im frisch gesäuberten Katzenklo.

Auf dem Küchenbalkon teilen sich beide eine tönerne Pflanzschale. Unsere »Schalentiere«, wie Frauchen Elke sie liebevoll getauft hat, füllen ihren Wohntopf aus wie Backteig eine Rundform und schauen in die Lande, so selbstbewusst und stolz wie weiland ein Ritter von den Zinnen seines Burgturms.

Steckbrief 3. Rani, das Zuckerpüppchen. Nichte von Shirkan, drei Jahre alt (Jahrgang 2010). Grau getigert, goldene Augen...
03/09/2013

Steckbrief 3. Rani, das Zuckerpüppchen. Nichte von Shirkan, drei Jahre alt (Jahrgang 2010). Grau getigert, goldene Augen mit grünem Rand an der Pupille. Fliegt eher, als dass sie springt. Unsere Tapeten bekommen das Springvermögen und den Katzenspieltrieb zu spüren. Hat die gleichen Maße wie ihr Onkel, wiegt aber nur drei Kilo und hat einen Zentimeter weniger Brustumfang. Frauchens Liebling. Fühlt sich nur in Elkes Präsenz wohl und sucht deshalb deren Nähe. Wurde lange von Sita herumgeschubst; seit einiger Zeit weist die Riesenkatze jedoch ab und an Krallentreffer auf ... Ich glaube, das resolute Persönchen erstreitet seinen Platz in der Bande.

Wo kommen die Namen der Katzen her? Ganz einfach: Sita ist eine Göttin – die Frau des Hindu–Obergottes Rama; Shirkan ist der Tiger aus Rudyard Kiplings »Dschungelbuch«; Rani bedeutet Königin (Maharaja – großer König, Maharani – große Königin).

Steckbrief 2. Shirkan, der Schönling, Tänzer und Sänger. British Shorthair, cremeweißes, unglaublich seidiges Fell mit h...
29/08/2013

Steckbrief 2. Shirkan, der Schönling, Tänzer und Sänger. British Shorthair, cremeweißes, unglaublich seidiges Fell mit hellbraunem »Kamm« über Rücken und Schwanz, dazu kornblumenblaue große Augen. Fünf Jahre alt (Jahrgang 2008) und etwa 3,5 Kilo schwer. Wie bei altem Britischem Adel üblich, ein wenig eigen. Rührt Trockenfutter nicht nur nicht an, sondern betrachtet es als Majestätsbeleidigung, wenn man ihm derartigen »Unterklassenfraß« kredenzt. Geht nicht selten durch die nächtliche Wohnung, aus vollem Halse singend. Spezialitäten: Wecken aus dem Tiefschlaf und das daraufhin wunschgemäß servierte Essen verschmähen. Zuverlässiger Concierge: Heißt Gäste an der Wohnungstür willkommen. Länge 67cm, Brustumfang 35cm, Tatzenlänge 18cm.

Steckbrief 1. Sita, die Chefin. Führt unangefochten in den Kategorien Alter, Lebenserfah-rung, Muskelkraft und anderweit...
24/08/2013

Steckbrief 1. Sita, die Chefin. Führt unangefochten in den Kategorien Alter, Lebenserfah-rung, Muskelkraft und anderweitige Bewaffnung, Klugheit und Gutmütigkeit sowie Körpermasse. Große Bauernkatze in gewohntem schwarz–weiß–braunem Fleckenkostüm. 14 bis 16 Jahre alt (als wir sie 2007 aus dem Hamburger Tierheim in der Süderstraße hol-ten, wurde sie dort auf acht bis zehn geschätzt. Sie war ein Wildfang und bei ihrer Einlie-ferung nicht sterilisiert gewesen!) Großer Kopf mit wunderschönen grünen Augen. Kapitale Rattenkiller–Tatzen mit 20–Millimeter–Krallen. Sehr gelehrig. Dick und rund; betrachtet Futter als Liebesbeweis. War bei Hungerkuren folglich tief depressiv. Ungeachtet des Speckballastes fit und agil. Wenn sie – meist auf der Jagd nach Futter – durch die Wohnung galoppiert, klingt ihr »Taramm!–Taramm!–Taramm!«, das den Boden erzittern lässt, wie Lützows wilde verwegene Jagd. Brauchte Jahre, um ihr Urvertrauen in Menschen wieder zu finden. Wurde beim Vorbesitzer vermutlich misshandelt. Länge über alles: 80cm, Brustumfang 55cm, Vordertatzenlänge 22cm., 10 bis 12 Kilo, und stets hungrig.

Depeschen von der DreierbandeWer von Katzen berichten will, ohne die gängigen Klischees zu bemühen, hat sich viel vorgen...
21/08/2013

Depeschen von der Dreierbande

Wer von Katzen berichten will, ohne die gängigen Klischees zu bemühen, hat sich viel vorgenommen. Denn die schnurrende Kuschelmieze, die außer Fresschen und Schläfchen wenig in ihrem hübschen Kopf hat, verwandelt sich urplötzlich in ein facettenreiches Lebewesen voller (ihm von der Wissenschaft viele Jahrhunderte lang abgesprochenen) Emotionen, Interessen, Vorlieben und Eigenheiten sowie Selbstverständnis und Ich–Gefühl. Diese nicht–menschliche Persönlichkeit ist tausendmal schwerer zu fassen als die eindimensionale Mu**hi, einem aus Unwissenheit, Vorurteilen und mittelalterlichem menschlichen Überlegenheits–Dünkel geborenem Un–Wesen, einem Fabeltier, das in den Tierkitschspalten der Zeitschriften haust.

Ich habe meine drei Katzen einfach nur angeschaut und ihnen zugehört – ohne die gusseisernen Scheuklappen der Professoren und Doktoren, ohne vorgefasste Meinungen und Nicht–sein–kann–was–nicht–sein–darf–Attitüde. Ich habe die Katzen Katzen sein lassen, wie schon in meinem Tagebuch über unser Grauchen Ela (siehe: »Das Buch von Ela«, http://www.fineboox.de/katzenbiografie1-ela.html) und aufgeschrieben, was sie mir vorgelebt haben.

An dieser Stelle werde ich in Zukunft eine Art Tagebuch führen und die interessantesten Erlebnisse unserer Katzen in Form von Depeschen veröffentlichen. Freuen Sie sich zunächst auf die Steckbriefe der »Dreierbande«, die in den nächsten Tagen hier erscheinen wird.

Sieben Jahre mit einer Katze - dokumentiert von Gerd Schuster, fotografiert von Elke Schuster - Jetzt Leseprobe als PDF laden.

Sieben Jahre aus dem Leben einer Hauskatze. Notizen von Gerd Schuster, ergänzt durch 90 Fotos von Elke und Gerd Schuster...
06/08/2013

Sieben Jahre aus dem Leben einer Hauskatze. Notizen von Gerd Schuster, ergänzt durch 90 Fotos von Elke und Gerd Schuster.
Sieben Jahre mit einer Katze – ja und? Warum ein derart detailliertes Portrait, ein voluminöses Tagebuch, so viel Aufhebens wie um eine VIP? Millionen Deutsche leben ebenso lange und länger mit Stubentigern zusammen, ohne eine Zeile über diese zu schreiben. Was ist an der kleinen, pummeligen Katze Ela, ein »Karthäuser-Mix« aus Athen, so interessant, dass ein bekannter Journalist sie so ausführlich »interviewt« hat? Jetzt für 3,99 Euro als E-Book im Handel: http://www.epubli.de/shop/buch/Buch-von-Ela-Gerd-Schuster-9783844256550/27648

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