30/05/2026
𝗦𝗰𝗵𝗶𝗹𝗹𝗲𝗿𝗳𝗮𝗿𝗯𝗲𝗻 𝘀𝘁𝗮𝘁𝘁 𝗦𝗰𝗵𝗶𝗹𝗹𝗲𝗿𝗹𝗼𝗰𝗸𝗲𝗻
Schillerbärbling, Danio albolineatus
Diese neben den Zebrabärblingen wohl bekannteste Art kleiner Bärblinge ist seit 115 Jahren permanent in unseren Aquarien zugegen. Die simple Zucht, die einfache Haltung, die vielen Chancen für eine gute Vergesellschaftung und vor allem die schillernden metallischen Farben machten Danio ablbolineatus zu einem Standardtier der Aquaristik. Der Rosenbärbling, Danio roseus, ist eine sehr ähnliche Schwesternart, die ebenfalls in Südostasien vorkommt. Der Schillerbärbling lässt sich aber anhand seiner deutlich längeren Barteln und die mitunter sichtbaren beiden dunklen horizontalen Streifen auf der hinteren Körperhälfte erkennen.
Es gibt eine Reihe von Aquarienfischen, die in den Anfangsjahren des Hobbys eine größere Bedeutung hatten als heute. Dazu gehört zum Beispiel neben dem Brillantsalmler auch der Schillerbärbling. Seine Schönheit kommt nämlich durch frontal auftreffende, reflektierte Lichtstrahlen erst richtig zur Geltung. Als man noch keine künstliche Beleuchtung für Aquarien hatte und sie deshalb gegenüber einem Fenster aufstellte, waren es solche Fische, die alle Aufmerksamkeit auf sich zogen. Heute gewinnt Danio albolineatus wieder an Bedeutung als Bewohner von Unterwassergärten, die von Aquascapern angelegt wurden, denn er vergreift sich nicht an der Vegetation und verändert nicht das Aquarienbild.
So ein quirlig durchs Aquarium wirbelnder Trupp von Schillerbärblingen belebt ungemein und lässt auch manche mit ihm vergesellschaftete andere Art rasch ihre Scheu verlieren. Zum Laichen setzt man ein Paar oder ein Männchen mit mehreren Weibchen in ein Aquarium mit Moosbüscheln über einer Lochfolie, durch die frei ins Wasser abgelegte Eier in die sichere Unterwelt sinken, wo sie nicht mehr von den laichräuberischen Eltern behelligt werden können. Wenn die Larven nach einem Tag geschlüpft sind, dauert es noch einen weiteren, bis sie ihren Dottervorrat aufgezehrt haben. Dann müssen Infusorien bereit stehen als Erstnahrung. Sämtliche im Zoofachhandel erwerbbaren Schillerbärblinge entstammen großen Zuchtfarmen im tropischen Asien.
Hajo Herrmann