26/08/2025
Die Zahl der Hunde nimmt gefühlt unaufhörlich zu. Das dies in der Konsequenz bedeutet, dass ein Hund heutzutage um ein vielfaches besser erzogen sein müsste, als vor 50 Jahren ist die logische Schlussfolgerung daraus.
Je mehr Hunde auf engem Raum zusammenleben, desto stärker steigt die Notwendigkeit, dass sie gut erzogen und sozial verträglich sind. In Städten treffen täglich viele Hunde, Menschen, Fahrräder, Autos und andere Reize aufeinander. Ohne klare Regeln und Training kann das schnell zu Konflikten, Stress oder sogar gefährlichen Situationen führen.
Warum Erziehung heutzutage noch viel wichtiger geworden ist.
Hohe Reizdichte:
Hunde begegnen ständig fremden Menschen, Kindern, anderen Hunden und Verkehr. Ohne Training kann das zu Überforderung führen.
Sicherheitsaspekt:
Ein unkontrollierter Hund im Straßenverkehr oder in Menschenmengen stellt ein Risiko für sich selbst und andere dar.
Rücksichtnahme:
Nicht jeder Mensch mag oder vertraut Hunden. Ein wohlerzogener Hund erleichtert das Zusammenleben in dicht besiedelten Gebieten.
Stressvermeidung:
Hunde, die gelernt haben, mit Frust umzugehen, Reizen gelassen zu begegnen, sind entspannter und verursachen weniger Konflikte nicht nur mit Artgenossen.
Wichtige Erziehungsgrundlagen für Hunde heutzutage:
Leinenführigkeit:
Ein Hund, der ruhig an der Leine geht, macht Spaziergänge sicherer und stressfreier.
Grundkommandos:
Sitz, Platz, Rückruf – diese Befehle sind essenziell, um den Hund jederzeit kontrollieren zu können.
Sozialisierung:
Frühe und/oder kontinuierliche Gewöhnung an andere Hunde, Menschen und Umgebungen verhindert Angst oder Aggression.
Impulskontrolle: Hunde lernen, nicht sofort auf jeden Reiz (z. B. Jogger, Fahrräder, Tiere, andere Hunde) zu reagieren.
Ruhiges Verhalten :
Besonders wichtig nicht nur in Parks, auf Märkten oder in öffentlichen Verkehrsmitteln. Überall wo wir uns mit unseren Hunden in der Öffentlichkeit bewegen.
Je mehr Hunde auf engem Raum leben, desto wichtiger wird eine gute Erziehung. Sie sorgt nicht nur für Sicherheit und Rücksichtnahme, sondern auch für ein entspannteres Miteinander – sowohl für Menschen als auch für Hunde.
So und nun willkommen in der Realität.
Viele möchten ihren Hund überall mit hinnehmen. Baumarkt, Lokal, Eisdiele, Wanderung, Campingplatz, Hotel, Markt,……
Der Hund muss heute fast überall toleriert werden.
Wenn irgendwo ein Hundeverbotsschild hängt, ist das Entsetzen groß.
Nun ein bisschen überspitzt:
Der Hund soll aber auch ein erfülltes Leben haben und man möchte dieses „engelsgleiche Wesen“ zu keinem Zeitpunkt in seinen Bedürfnissen einschränken.
„Nein es ist egal wenn er nicht so gut an der Leine läuft, er läuft eben lieber frei.“
Wenn deswegen Kinder, ältere Menschen oder überhaupt irgendwelche Passanten die Straßenseite wechseln, sind das Hundehasser.
„Ach Kommandos muss meiner nicht so gut können, sowas brauchen wir nicht. Er darf eh liegen wo er sich gerade wohl fühlt.“
Wenn der Kellner dann über den Hund stolpert, war man das letzte Mal in diesem Sch…. Laden.
„Er bellt jetzt nur seit 15 Minuten, weil die Kinder ihn ja auch ärgern, wenn sie da am Mäuerchen sitzen und die Beine baumeln lassen und ihn dann auch noch anschauen.“
Unglaublich wie unerzogen heutzutage die Kinder sind.
Diese Liste kann leider beliebig erweitert werden.
Natürlich ist auch die Wahl des Hundes ein nicht ganz unwichtiger Aspekt.
Entweder wir müssen neue Rassen kreieren, die Hundezucht bis auf ein paar ganz ganz wenige Rassen komplett einstellen oder eben beginnen die Hunde angemessen an diesen hohen Anspruch, den sie mittlerweile einfach bewerkstelligen müssen zu fordern und fördern.
Sozialisierung, Erziehung, Management und an oberster Stelle verantwortungsbewusste Menschen an ihrer Seite.
Keine starken Arbeits-oder Gebrauchshunde für 3x täglich einen entspannten Spaziergang.
Keine hochspezialisierten Rassen, nur weil man 1x die Woche einen Hundesport ausüben möchte.
Keine Wachhunde oder Herdenschutzhunde nur weil man Abends alleine Angst hat Zi******en im Dorf zu holen.
Keine Hochleistungsrassen nur weil man 2x in der Woche joggen geht.
Keinen gequälten, geschlagenen ängstlichen, traumatisierten Hund retten, weil man selber ja mit seinem Trauma völlig in den Seilen hängt und deshalb endlich geliebt werden möchte und gebraucht werden will.
Es geht in so vielen Situationen schief und für so viele Hunde endet es im Desaster.
Ich wünsche mir so sehr, dass die Menschen endlich wirklich verantwortungsvoll, realistisch und überlegt mit dem Thema Hund sich auseinandersetzen. Das Hunde ihrer ganz individuellen Art entsprechend erzogen, gefordert und gefördert werden.
Das Züchter, Tierheime, Tierschutzvereine und private Vermittler zum Wohl des Tieres und der Menschen, Hunde in ein wirklich passendes neues Zuhause abgeben.
Ja und wenn ich das so lese, dann könnte ich mir leider genauso gut wünschen, dass Ostern und Weihnachten nächstes Jahr auf Sylvester fällt.
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Nachtrag:
Ich stelle hier mehr denn je fest, wie eingefahren manche in ihren Themen sind.
Es werden in diesen Text so viele Dinge hineininterpretiert die ich anscheinend damit sage. Ich hab was gegen Tierschutz Hunde, ich bin so eine Hundeplatz Tante bei der nur Kommandos zählen, Hunde müssen Maschinen sein, ich bin nur für funktionierende Hunde, ich lebe in meiner eigenen Hundeschulenwelt, ich bin gegen Rassehunde, ich verurteile Menschen mit psychischen Problemen,………
Bestimmte Dinge werden in der Regel nur in dem Kontext gelesen, verarbeitet und gewertet was der Leser selber damit verbindet oder welche Erfahrungen/ Wissen er damit hat. Manchmal auch wo die eigenen Themen oder Defizite sind. Wenn nun jemand sein Verständnis des Textes darstellt, ist das okay und wir können darüber sprechen. Was meine ich mit welcher Aussage. Aber zu urteilen und mir die wildesten Dinge zu unterstellen finde ich schon sehr, äh spannend. 😅
Da ich definitiv etwas anderes damit verbinde, wie sich hier nun schön bei einigen rauslesen lässt, braucht es wohl noch viel mehr Aufklärung.
Danke dafür.