12/03/2021
Der Hund ist nicht geboren, um angefasst zu werden, er sollte sich überall anfassen lassen oder DEIN Hund ist eine Katze
Momentan ist es wirklich ganz ganz schlimm und ich weiß gar nicht wohin mit meiner Wut. Also schreibe ich. Schreiben ist gut für mich. IHR müsst da nun durch.
Wie so vieles in und aus meinem Kopf, klingt der Titel paradox. Auf der einen Seite appeliere ich dazu sich klar zu machen, dass der Hund kein Kuscheltier ist, wir nicht übergriffige druckmachende Assis sein sollten und dann komme ich mit dem Gelaber um „fürsorgliche Dominanz“ und zwinge mich dem Hund auf.
Die Hundewelt ist eben nicht rund und logisch. Je mehr Hunde wir bekommen, deren Ursprung wir nicht nachvollziehen können, desto mittelalterlich werden die Methoden, einfach weil die Hunde mehr Tier sind als Person. Sie eben nicht auf das menschliche Umfeld geprägt sind!
Der Hund, der sich nicht anfassen lassen möchte aus Rumänien wurde nicht geschlagen, oder misshandelt, der hat einfach keinen Bock auf Dich. Niemand plärrt, wenn ne Hauskatze ihn kratzt und beißt, wenn man sie streichelt und sie dann sagt: REICHT MIR – DANKE! Da achtet man plötzlich auf kleine Signale, Anspannung des Körpers, Hand weg. Soziales Lernen durch Schmerz klappt auch beim Menschen bombastisch. Ich komme da zu beißenden keifenden Prinzen und Prinzesssinen, die als Angsthunde verkauft werden. Mit Geduld, Liebe, einige Orgas sagen es vermeintlich ehrlich, und viel Arbeit, wird das schon.
Oder eben nicht.
Es spielt viel Geld in die Taschen von Orgas, doppelte, dreifache ja gar vierfache Vermittlungsgebühren fließen da. Und supi, ich verdiene mir ne silberne Nase. Nur die Wut, die wächst mit dem Portemonnaie. Der Hund als Tier nicht ernstgenommen und zack. Ohne Warnung gebissen. Er hat sich erschreckt und gebissen. Er will auch nach Wochen nicht wirklich das Haus angeleint verlassen, gibt es da einen Trick?
Wenn es da wirklich um DIESEN Hund ginge, dann zäunt man seinen Garten ein, stellt Futter hin und hat einen Hund, der sich , wie eine Katze, am Menschen bedient.
Tja, wäre da nicht das Problem, dass Hunde anders als Katzen dem Menschen gegenüber auch früher oder später und je nach Persönlichkeitsstruktur territoriale Ansprüche erklären wollen. Das sie Menschen wirklich schwer verletzen können, diese "Fellnäschen".
Jetzt ist Küche gerade schlecht. Ins Schlafzimmer solltest du jetzt nicht gehen, der Blacky macht gerade ein Schläfchen auf Herrchens Kissen.
Ich glaube, der Hund ist von grundauf böse, hörte ich neulich am Telefon.
Nope, er verhält sich einfach nur, nicht mehr und nicht weniger und zwar so, wie es für ihn im Aufwachsen sinnig war. Die ersten 6 Lebenswochen sind derart entscheidend für den Hund, wenn die schon anders waren, als das Leben was danach folgt, hat man es schwer, wenn die Wochen/Monate danach auch eher frei und ungebunden oder lediglich im hündischen Verband waren, mit dem Menschenbild: kommt, gibt Futter, macht Fotos, versäubert, geht wieder, kann es zu genannten Katastrophen kommen. In meinem Beruf sehe ich eher die: Knurrt Besuch an, beißt Besuch, will draußen flüchten, will draußen angreifen...wird völlig hysterisch, möchte man von ihm Medizinsches, oder Alltägliches, also Verhalten, was definitiv nicht zu seinen Konditionen und dem erlernten Muster abläuft. Mensch interpretiert: DER ARME HUND. Traumatisiert. Meistens lassen sie dann einfach nach bis zur nächsten Katastrophe, oder bis zu „der muss jetzt weg.“
Da war nur gar kein Trauma. Ich sehe einen Hund, der ist, wie ein Hund. Mehr Hund als wir hier eben so kennen mit den gezüchteten Goldies und so... Genetik, Vererbung? Spielt im Tierschutz keine Rolle mehr, weil sie ja nicht züchten, sie retten! Da geht es um das Herz und die Seele.
Ich komme in Rage. Ich liebe Hunde. Ich liebe Menschen genauso doll. Tust du das nicht, hör auf Hunde zu vermitteln, du tust ihnen keinen Gefallen! Du siehst sie nämlich nicht! Der Seelenhund kackt dir in aller Ruhe auf den Teppich und knurrt deinen Mann an, wenn er sich zu schnell auf Dich und ihn auf dem Sofa liegend zu bewegt. Ist sicherlich, weil Männer böse zu ihm waren, muss der Hausherr eben im Schlafzimmer TV gucken, oder sich mal zu den Bedingungen des Hundes bewegen. Auch Besuch soll eben Verständnis haben, generell sollten jetzt alle Verständnis haben...
Mir fällt das gerade aus der Tasche, das Verständnis und die Hochnäsigkeit, wie auf Wissenschaft und Erfahrung gelächelt wird. WIR machen das toll, sind anders als die schlechten. Natürlich nicht perfekt, aber Fehler passieren. Komisch nur, dass wir Profis die dann ausbaden, oder andere Organsisationen als die, die den Hund hergebracht haben. Natürlich alles für das gute Gefühl, dass reicht dort ja auch.
Gleich kack ICH auf den Teppich.
Hunde sind NICHT geboren um angefasst zu werden. Die finden Menschen nicht einfach toll. Sie sind nicht der beste Freund, weil das so schön klingt. Habt gefälligst Respekt vor dem Ar*****ch Hund!
Und weil ihr ihn Ernst nehmt, helft ihm durch klaren Rahmen und das Aufrechterhalten, das immer wieder aufzeigen eurer Regeln und Grenzen. Ich, Mensch, habe Konditionen zu denen du in meiner Nähe sein darfst. Ich, Mensch, biete dir Sicherheit, nicht einfach geschenkt, es gibt AGBs, wenn du diese nicht unterschreibst, dann wird dir Ware nicht verschickt.
Gerade zu Anfang, ohne Vertrauensvorschuss, sollte der Vertrag viel Text besitzen. Das ist fair und ist zum Vetragen da. Lockerer in dern Formulieren kann man ja immer werden. Wir alle kennen das Gefühl, wenn es erst laissez-faire und dann Diktatur ist. „Weil ich das sage“, ist eine schlechte Argumentation, wenn man vorher der lustige Onkel war.
Und bitte nehmt doch Kontakt zu Trainern auf, BEVOR ihr euch Hunde anschafft. Erläutert eure Bedingungen und reflektiert euer Leben, passt da der Seelenhund wirklich rein und ist das gut für ihn, oder nur für euer Herz?
Bitte relativiert Ar*****chverhalten des Hundes nicht durch Phrasen wie Angst und Trauma. Jeder Hund hat das recht darauf sich wie ein Wi***er zu verhalten und nicht glorifiziert zu werden, damit DU dich besser fühlst!
Besser.
Ein PS für genau DICH: JA; es gibt Angsthunde. Natürlich gibt es Trauma. JA, es existiert Schlimmes. Nur eben viel seltener als wir das scheinbar gerne hätten. Oder so groß, dass wir es mit rauskaufen eben SCHLIMMER machen. Wenn man Seesterne für Geld auf den Strand wirft, damit du ihn zurück ins Meer werfen kannst, um diese eine Welt zu retten, dann bist DU Teil des Problems.