03/10/2025
Mahnfeuer in Europa: Weidetierhalter senden ein starkes Signal – FDS fordert Anerkennung des günstigen Erhaltungszustands des Wolfs in Deutschland
Der Förderverein der Deutschen Schafhaltung (FDS) bedankt sich bei allen Weidetierhaltern, Landbewohnern und Unterstützern, die sich an der Aktion „Mahnfeuer in Europa“ beteiligt haben. In zahlreichen Ländern wurden Mahn- und Solidarfeuer entzündet, um auf die Sorgen und die schwierige Lage der Weidetierhalter aufmerksam zu machen.
Diese Aktion hat eindrucksvoll gezeigt: Die Weidetierhaltung steht vielerorts unter massivem Druck. Während andere Länder wie Frankreich bereits praktikablere Regelungen zum Umgang mit dem Wolf gefunden haben, bleibt Deutschland bei der Umsetzung dringend notwendiger Maßnahmen weit zurück. Der Schutzstatus des Wolfs darf nicht länger dazu führen, dass Weidetierhalter ihre Existenzgrundlage verlieren.
Forderungen des Fördervereins der Deutschen Schafhaltung
1. Anerkennung des günstigen Erhaltungszustandes des Wolfs in Deutschland
Der Wolf hat sich in Deutschland in den letzten Jahren stark verbreitet. Es ist längst an der Zeit, den günstigen Erhaltungszustand offiziell festzustellen – so wie es auf europäischer Ebene bereits möglich ist. Diese Meldung ist die Grundlage, um ein aktives und wirksames Wolfsmanagement einzuleiten.
2. Aktives und regional differenziertes Wolfsmanagement
Ein unbegrenztes Wachstum der Wolfspopulation darf nicht länger hingenommen werden. In Regionen mit hoher Wolfsdichte müssen Bestandsregulierungen möglich sein, während in weniger betroffenen Gebieten Schutzmaßnahmen weiterhin Priorität haben.
3. Unbürokratische Verfahren für Problemwölfe
Die Entnahme von Wölfen, die wiederholt Nutztiere reißen, muss schnell, unbürokratisch und praxistauglich umgesetzt werden. Der derzeitige Verfahrensweg ist zu kompliziert und führt in der Praxis kaum zu Ergebnissen.
4. Ausreichende Förderung von Herdenschutzmaßnahmen
Zäune, Herdenschutzhunde und andere Schutzmaßnahmen sind kostenintensiv und für viele Betriebe ohne Förderung nicht realisierbar. Der FDS fordert eine verlässliche, schnelle und unbürokratische Unterstützung, damit Weidetierhaltung auch in Zukunft möglich bleibt.
5. Transparenz bei Monitoring und Rissfällen
Eine klare Dokumentation von Wolfsrissen und ein verlässliches Monitoring sind notwendig, um die Entwicklung nachvollziehbar zu machen und Vertrauen zu schaffen.
6. Politische Verantwortung für den Erhalt der Weidetierhaltung
Die Weidetierhaltung ist ein zentraler Pfeiler für Landschaftspflege, Artenvielfalt und Kulturerhalt. Politik auf Bundes- und Landesebene muss endlich handeln, um diese Form der Landwirtschaft langfristig zu sichern. Lippenbekenntnisse reichen nicht mehr aus – es braucht konkrete Maßnahmen.
Schlusswort
Die Mahnfeuer haben gezeigt: Die Sorgen und Forderungen der Weidetierhalter können nicht länger ignoriert werden. Der FDS appelliert an die politischen Entscheidungsträger in Bund und Ländern, den günstigen Erhaltungszustand des Wolfs endlich offiziell zu melden und ein praxistaugliches Wolfsmanagement einzuleiten – damit Weidetierhaltung in Deutschland eine Zukunft hat.