Dog'z Mobiles Hunde-Training & Verhaltensberatung

Dog'z Mobiles Hunde-Training & Verhaltensberatung dog'Z Mobiles Hunde-Training, Verhaltensberatung & Maulkorb-Beratung in Berlin & Brandenburg

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Beeindruckend ruhig – oder systematisch eingeschüchtert?Diese perfekt synchron laufenden Hundegruppen wirken auf viele w...
23/02/2026

Beeindruckend ruhig – oder systematisch eingeschüchtert?

Diese perfekt synchron laufenden Hundegruppen wirken auf viele wie der Inbegriff guter Führung. Kein Ziehen, kein Chaos, ein Signal – und zwanzig Hunde reagieren gleichzeitig.

Aber was, wenn das nicht Vertrauen ist, sondern kollektive Hemmung?
Was, wenn die scheinbare Ruhe auf Anpassungsdruck beruht – und Individualität dabei verloren geht?

Ein kritischer Blick auf ein Bild, das viel zu selten hinterfragt wird.. 🐾👇🏻

„Beeindruckend ruhig – oder systematisch eingeschüchtert?“

Warum kollektiver Gehorsam in großen Hundegruppen kein Beweis für Vertrauen ist.

Es gibt diese Videos, die in sozialen Netzwerken tausendfach geteilt werden: Eine Person schreitet voran, hinter ihr oder neben ihr laufen fünfzehn, zwanzig oder noch mehr Hunde. Kein Ziehen, kein Ausscheren, kein sichtbares Chaos. Ein leises Wort, ein kurzes Handzeichen – und die gesamte Gruppe reagiert nahezu synchron. Viele empfinden das als beeindruckend. Als Beweis außergewöhnlicher Führungsqualität.

Mich machen diese Bilder zunehmend sauer.

Denn was dort als perfekte Harmonie inszeniert wird, wirkt bei genauerem Hinsehen oft wie etwas anderes: wie kollektive Hemmung.

Auffällig ist, was fehlt. Kaum ein Hund zeigt ausgeprägtes Explorationsverhalten. Es wird wenig geschnüffelt, selten innegehalten, kaum individuell entschieden. Die Körper wirken kompakt, teilweise angespannt, die Köpfe eher tief getragen als neugierig erhoben. Spiel oder lockerer sozialer Austausch zwischen den Hunden ist selten zu sehen. Stattdessen entsteht der Eindruck einer Marschformation – funktional, diszipliniert, kontrolliert.

In großen Gruppen wirken andere Kräfte als im Einzelsetting. Gruppendynamiken können Verhalten massiv beeinflussen. Hunde lernen nicht nur durch direkte Erfahrung, sondern auch durch Beobachtung – durch soziales Lernen. Es genügt unter Umständen, wenn ein einzelnes Individuum deutlich korrigiert oder sanktioniert wird, um der gesamten Gruppe zu vermitteln, welches Verhalten unerwünscht ist. Die übrigen Hunde müssen die Strafe nicht selbst erlebt haben, um daraus Schlüsse zu ziehen. Sie sehen, was passiert, wenn jemand ausschert – und fügen sich vorsorglich.

Dieses Prinzip ist keineswegs auf Hunde beschränkt. Auch in menschlichen Gruppen lässt sich beobachten, dass die öffentliche Herabsetzung oder Bestrafung eines Einzelnen eine regulierende Wirkung auf die übrigen Mitglieder haben kann. Wer gesehen hat, was mit dem „Abweichler“ geschieht, entscheidet sich oft für Anpassung – nicht aus Überzeugung, sondern aus Vermeidung.

Übertragen auf große Hundegruppen bedeutet das: Vielleicht wurden nicht zwanzig Hunde eingeschüchtert. Vielleicht reichten ein oder zwei deutliche Interventionen. Der Rest reguliert sich selbst, um nicht ebenfalls in Konflikt zu geraten. Das Resultat wirkt wie perfekte Führung, kann aber in Wahrheit auf präventiver Unterwerfung beruhen.

Dabei spielt es keine Rolle, ob der Hundeführer laut oder leise agiert. Manche arbeiten mit klarer Stimme, andere nahezu wortlos, mit minimalen Handzeichen oder Körpersperren. Doch auch subtile Signale können auf einem aversiven Lernprozess beruhen. Wenn ein kaum sichtbares Zeichen ausreicht, um eine große Gruppe abrupt zu stoppen, stellt sich zwangsläufig die Frage, wie konsequent zuvor verdeutlicht wurde, was geschieht, wenn man nicht reagiert.

Was mich besonders stört, ist die Einseitigkeit dieser Darstellung. Man sieht das fertige Ergebnis, nie den Weg dorthin. Keine Lernphase, keine Konflikte, keine Stressreaktionen einzelner Hunde. Vor allem sieht man nicht, was diese Form der Führung langfristig mit dem Individuum macht.

Denn Hunde sind keine homogene Masse. Jeder von ihnen bringt ein eigenes Temperament, eigene Erfahrungen, eigene Unsicherheiten mit. In stark kontrollierten Großgruppen verschwindet diese Individualität zwangsläufig hinter der Funktionsfähigkeit des Kollektivs. Der sensible Hund, der konfliktscheue Hund, der leicht verunsicherte Hund – sie alle passen sich möglicherweise besonders stark an. Nicht, weil sie innerlich ruhig sind, sondern weil sie gelernt haben, dass Zurückhaltung Sicherheit bedeutet.

Chronischer Anpassungsdruck kann Spuren hinterlassen. Ein Hund mag äußerlich „funktionieren“ und dennoch innerlich unter erhöhter Anspannung stehen. Stress endet nicht automatisch, wenn der Spaziergang vorbei ist. Er kann sich in Reizbarkeit, vermehrter Sensibilität oder erhöhter Erschöpfung zeigen – auch zu Hause, fernab der Gruppe.

Bleibt die Frage: Wofür braucht es solche Formationen überhaupt? Welcher zwingende Grund erfordert Spaziergänge mit fünfzehn oder zwanzig Hunden gleichzeitig in enger, hochgradig kontrollierter Struktur? Hundebetreuung lässt sich auch anders organisieren – in kleineren, stabilen Gruppen, mit mehr Raum für individuelle Bewegung, für Schnüffeln, für Entscheidungsspielräume.

Oft wird argumentiert, Hunde seien schließlich soziale Wesen. Das stimmt. Doch soziale Strukturen bedeuten nicht permanente Gleichschaltung. Frei lebende Hunde oder Straßenhunde bewegen sich nicht in starren Großverbänden, in denen jede individuelle Entscheidung unterdrückt wird. Ihre Zusammenschlüsse sind flexibel, durchlässig, dynamisch. Individuen können sich lösen, Abstand gewinnen, eigene Wege einschlagen.
Genau diese Möglichkeit geht in stark kontrollierten Großgruppen verloren.

Was mich an solchen Videos letztlich so irritiert, ist die Ästhetisierung von Macht. Gehorsam wird als Ideal präsentiert, ohne dass hinterfragt wird, auf welcher emotionalen Grundlage er entstanden ist. Das Bild des souveränen „Anführers“ überstrahlt die Frage nach dem Wohlbefinden der Geführten.
Ich halte es deshalb für wichtig, genauer hinzusehen – und als Hundehalter kritisch zu prüfen, in welche Strukturen man sein eigenes Tier gibt. Große, perfekt funktionierende Gruppen sind kein automatisches Qualitätsmerkmal. Sie sind ein Managementmodell. Und wie jedes Modell tragen sie Risiken in sich.

Hunde sind soziale Wesen – aber sie sind vor allem Individuen. Und jede Form der Betreuung sollte diesem Umstand gerecht werden.

Quellen (Auswahl):
• Fugazza, C. et al. (2018). Social learning in dogs (Canis familiaris): Imitation of conspecific and human demonstrators. Scientific Reports.
• Range, F., & Virányi, Z. (2015). Tracking the evolutionary origins of dog-human cooperation: The role of social learning. Behavioral Processes.
• Bonanni, R. et al. (2010). Free-ranging dogs’ social organization and dominance relationships.
• Huber, L. et al. (2018). Social learning and imitation in dogs. Scientific Reports.
• Miklósi, Á. (2015). Dog Behaviour, Evolution, and Cognition. Oxford University Press.
• Studie zu frühen negativen Erfahrungen und Verhaltensfolgen bei Hunden (Finnische Kohortenstudie, 2020/2021).

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Der Text soll zum Nachdenken anregen.

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05/02/2026

🐾 Maulkorbberatung mit Blick aufs Ganze 🐾
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Ich berücksichtige Kopfform, Schnauzenlänge und wie tief dein Hund hechelt.

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Heute war ich mit meiner Gassigehhündin in einem Berliner Kiez unterwegs. Eigentlich ein richtig schöner Spaziergang: gu...
09/01/2026

Heute war ich mit meiner Gassigehhündin in einem Berliner Kiez unterwegs. Eigentlich ein richtig schöner Spaziergang: gute Runde, nette Hundehalter, entspannte Stimmung.
Und dann – ganz am Ende – eine Situation, die mich immer noch fassungslos und wütend macht.❗️

Uns kam ein anderes Mensch-Hund-Team entgegen. Der Hund reagierte auf meine Gassigehhündin, löste aus – und die Halterin reagierte, indem sie ihren Hund massiv in die Seite trat. Ein gezielter Tritt gegen den Körper.

Ja, das Verhalten des Hundes war danach unterbrochen. Aber zu welchem Preis?

Ich habe sie darauf angesprochen, dass sie es lassen soll, ihren Hund zu treten. Die Antwort? Das altbekannte Totschlagargument: Ich solle mich um meine eigenen Sachen kümmern.
Ganz ehrlich: Wenn man so einen Mist sieht, kann man sich nicht um seine eigenen Dinge kümmern.

Ein Wort ergab das andere. Sie behauptete, ich würde übertreiben. Meine Antwort war klar: Einmal ist schon zu viel.
Und die Selbstverständlichkeit, mit der dieser Tritt kam, lässt leider vermuten, dass es kein Einzelfall war.

Was viele offenbar vergessen: Absichtliche Schmerzzufügung ist ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. ⚖️
Ein Tritt gegen den Oberkörper, gegen die Seite, gegen den Körper eines Hundes ist keine Erziehung, kein Training und kein „Notfallmanagement“ – es ist Gewalt. 🚫🐕
Auch rechtlich ist das keine Bagatelle.

Gewalt ist kein Training. 🚫🐕
Ein Tritt verursacht Stress, Schmerz und Vertrauensverlust, erhöht langfristig das Risiko von Unsicherheit, Aggression oder Meideverhalten und verschlechtert die Mensch-Hund-Beziehung. Das ist inzwischen sogar wissenschaftlich belegt.

Mich ärgert dieser Mist so sehr.
Weil Hunde für menschliches Unvermögen herhalten müssen.
Weil Gewalt immer noch verharmlost wird. 💔

📸 PhotosbySuSi

Es ist geschafft! 🎉Ich habe meine Weiterbildung erfolgreich abgeschlossen. Vielen Dank an alle, die mich auf diesem Weg ...
03/12/2025

Es ist geschafft! 🎉
Ich habe meine Weiterbildung erfolgreich abgeschlossen. Vielen Dank an alle, die mich auf diesem Weg unterstützt haben! 🙏🏻

🐾 Maulkorb-Beratung – Ich suche 5 Mensch-Hund-Teams! 🐾Seit August bilde ich mich zur Maulkorb-Beraterin weiter und stehe...
23/10/2025

🐾 Maulkorb-Beratung – Ich suche 5 Mensch-Hund-Teams! 🐾

Seit August bilde ich mich zur Maulkorb-Beraterin weiter und stehe nun kurz vor dem Abschluss meiner Ausbildung. Dafür suche ich 5 motivierte Teams, bei denen ich Beratung, Auswahl und Anpassung eines passenden Maulkorbes durchführen darf.

✅ Für wen geeignet?

• Teams aus dem südöstlichen Berliner Raum oder Umland

• Interesse an einer professionellen, individuellen Beratung inklusive Auswahl und Anpassung des passenden Maulkorbs für euren Hund

📩 Bei ernsthaftem Interesse schreibt mir eine PM oder eine E-Mail an [email protected].

Vor der Beratung besprechen wir Ablauf, Kosten und alles, was ihr wissen müsst.

💡 Bonus: Ihr helft mir gleichzeitig, meine Ausbildung erfolgreich abzuschließen!

✨ Gemeinsam wachsen – gemeinsam wirken!Unsere Ausbildung für Hund-Mensch-Teams in der tiergestützten Therapie & Pädagogi...
05/09/2025

✨ Gemeinsam wachsen – gemeinsam wirken!

Unsere Ausbildung für Hund-Mensch-Teams in der tiergestützten Therapie & Pädagogik verbindet Fachwissen, Praxis und Herz.🐶👩‍🏫
Ob in Schule, Kita, Pflege oder Therapie – dein Hund und du können viel bewirken.

👉 Mehr Infos & Anmeldung: Tiergestützte Tiergestützte Therapie & Pädagogik - Beate Firneburg https://share.google/l81Lrm2HVfr5uTQ4S

Wollen Sie mehr über tiergestützte Therapie und Pädagogik oder das Training und die Ausbildung von Therapiehunden erfahren? - Los geht`s!

Schon gewusst??? 👇🏻👇🏻👇🏻
02/09/2025

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Wichtig für das Ökosystem Wald, aber gefährlich für Hunde! 🐌

Heute ist dieser Artikel speziell an die Hundehalter unter Euch gerichtet. Wir möchten keine Panik verbreiten, sondern wollen lediglich aufklären, welche Gefahren von Schnecken ausgehen.

Gerade junge Hunde fressen häufig alles, was sie finden können. Und gerade beim Grasfressen lauert die Gefahr, dass Schnecken -auch unbeabsichtigt- mit aufgenommen werden. Jetzt fragt ihr Euch sicher, was daran so schlimm ist: Schnecken übertragen LUNGENWÜRMER!

Lungenwürmer sind unterschiedliche Wurmarten, die während ihrer Entwicklungsstadien Lunge, Atemwege, Herzkammer und Blutgefäße besiedeln. Gerade in West- und Süddeutschland gibt es viele solcher Fälle bei Hunden. Am häufigsten sind junge Hunde betroffen. Sie infizieren sich über das Fressen von Schnecken, über das Fressen von Mäusen (die zuvor eine infizierte Schnecke gefressen haben) und über die Aufnahme von kontaminiertem Schneckenschleim (z.B. in Trinkschüsseln, die draußen stehen).

Für ihre Entwicklung benötigen Lungenwürmer einen Zwischenwirt. Dies sind N***t- und Gehäuseschnecken, aber auch Frösche und andere Amphibien. Ein Befall beim Hund geht meist mit unspezifischen Symptomen einher, wie z.B. Husten, Räuspern, Niesen, Nasenausfluss, neurologische Störungen (Lahmheit, Gleichgewichtsstörungen, Hinterhandschwäche), Leistungsminderung, Gewichtsabnahme, Fieber, Herzschwäche und Kreislaufversagen. Deshalb sollte bei ungeklärten Atemwegsbeschwerden an einen Befall mit Lungenwürmern gedacht und ein Tierarzt aufgesucht werden.

Ein Befall mit Lungenwürmern ist über mehrere Kotproben festzustellen und wird mit Entwurmungsmitteln behandelt. Dies müssen aber spezielle Tabletten sein, normale Entwurmungspräparate (gegen Spul- und Bandwürmer) wirken bei Lungenwürmern nicht! Um Lungenwürmer vorzubeugen, sollten Hundehalter das Fressen von Schnecken unterbinden und Näpfe bzw. Hundespielzeug was draußen liegt, nachts wegräumen.

🎉 Gestartet: Meine Weiterbildung zur Maulkorb-Berater:in 3.0!In den nächsten 4 ½ Monaten lerne ich alles über Modelle, A...
27/08/2025

🎉 Gestartet: Meine Weiterbildung zur Maulkorb-Berater:in 3.0!

In den nächsten 4 ½ Monaten lerne ich alles über Modelle, Anpassung, Training und Beratung rund um den Maulkorb.

Warum? Weil ich mein Angebot erweitern möchte.

Die Maulkorb-Beratung soll ein fester Bestandteil meiner Arbeit werden. Viele Hundehalter:innen sind unsicher, wenn es um den Maulkorb geht – dabei kann er in so vielen Situationen eine echte Unterstützung sein:

✅ Sicherheit im Alltag
✅ Pflicht in ÖPNV, Urlaub oder manchen Städten
✅ Schutz beim Tierarzt oder Physiobesuch
✅ Fressschutz bei Giftködergefahr
✅ Unterstützung im Training

Ein gut angepasster, positiv trainierter Maulkorb ist kein Zeichen für „gefährliche Hunde“, sondern bedeutet Freiheit, Sicherheit und Entspannung – für Hund und Mensch. 🐾💛

👉 Ich freue mich, dieses Wissen bald an euch weiterzugeben und Hundehalter:innen auf ihrem Weg begleiten zu dürfen.

Die Sache mit der "Raumverwaltung"... 👇🏻
10/08/2025

Die Sache mit der "Raumverwaltung"... 👇🏻

Raumverwaltung in der Hundeerziehung – ein gefährlicher Trend ohne wissenschaftliche Basis

In der Hundeszene taucht in den letzten Jahren immer häufiger der Begriff „Raumverwaltung“ auf. Was zunächst harmlos klingt, ist in der Praxis oft nichts anderes als eine neu verpackte Form von Einschränkung, Einschüchterung und Machtausübung – ohne wissenschaftliche Belege für Wirksamkeit oder Vorteil gegenüber anderen, tierschutzgerechteren Methoden.

Was Befürworter behaupten

Befürworter von Raumverwaltung empfehlen, dass der Mensch „den Raum kontrollieren“ solle – etwa indem er den Hund körperlich blockiert, ihm bestimmte Zonen (Türrahmen, Sofa, Küche) verwehrt oder durch gezielte Präsenz zum Ausweichen zwingt. Das soll angeblich „Führung“ zeigen, dem Hund „Respekt beibringen“ und unerwünschtem Verhalten vorbeugen.
Das Problem: Für diese konkrete Trainingsidee gibt es keine belastbaren, peer-reviewten Studien. In der Fachliteratur taucht der Begriff nicht als eigenständiges Konzept auf. Die positiven Effekte, die Anhänger sehen, sind meist schlicht das Ergebnis von Management und Wiederholung – nicht einer geheimnisvollen „Raumtheorie“.

Individualdistanz ist nicht Raumverwaltung

Oft wird Raumverwaltung mit Individualdistanz verwechselt.
Die Individualdistanz ist in der Ethologie klar definiert: Es ist der Abstand, den ein Tier zu einem anderen einhalten möchte, bevor es ausweicht oder droht. Sie ist beziehungs- und situationsabhängig, nicht starr – und sie beschreibt keine vom Menschen willkürlich „beanspruchte“ Zone.
Raumverwaltung dagegen ist in der Regel ein einseitig aufgezwungener Eingriff, der nicht auf gegenseitigem Verständnis beruht.

Alte Dominanzmythen in neuem Gewand

Das Konzept, Verhalten über Raumkontrolle zu steuern, erinnert stark an überholte Dominanz- und Rudeltheorien: „Wer den Raum kontrolliert, führt das Rudel.“
Die Wolfsforschung hat längst gezeigt, dass Wölfe in freier Wildbahn nicht in starren Alphastrukturen leben, sondern in Familienverbänden. Hunde sind zudem keine „abgemilderten Wölfe“, die nur auf Raumkontrolle reagieren. Fachgesellschaften warnen vor solchen Denkmodellen, weil sie zu unnötigen Konflikten führen und dem Tierwohl schaden.

Die Risiken: Stress, Frustration, Aggression

Wenn Raumverwaltung als „körperliches Blocken“, „Druck aufbauen“ oder „den Hund wegschicken“ umgesetzt wird, handelt es sich um eine aversive Methode.
Die Forschung zu aversiven Techniken ist eindeutig:
Erhöhter Stress: messbar z. B. durch höhere Cortisolwerte.
Mehr Aggression: Hunde, die konfrontativ trainiert werden, zeigen signifikant häufiger aggressives Verhalten gegenüber Menschen.
Schlechtere Lern- und Bindungseffekte: Belohnungsbasiertes Training erzielt nachhaltigere Ergebnisse, ohne negative Nebenwirkungen.
Kurz gesagt: Auch wenn der Hund scheinbar „Respekt“ zeigt, lernt er in Wirklichkeit oft nur zu meiden – und das unter Stress. Das kann zu Frustration und langfristig zu mehr Problemverhalten führen.

Verhalten folgt Emotionen – nicht Raumgrenzen

Verhalten wird nicht durch imaginäre Raumlinien gesteuert, sondern durch Emotionen, hormonelle Prozesse und Lernerfahrungen.
Hormone wie Cortisol oder Adrenalin beeinflussen Stress- und Fluchtverhalten.
Oxytocin, das bei positiven sozialen Interaktionen ausgeschüttet wird, fördert Bindung und Kooperationsbereitschaft.
Wer Verhalten nachhaltig verändern will, muss an Emotionen und Motivation ansetzen – nicht an der künstlichen Kontrolle von Wegen und Flächen.

Fazit

Raumverwaltung ist kein moderner Durchbruch in der Hundeerziehung, sondern eine altbekannte Methode in neuem Anstrich – ohne wissenschaftliche Fundierung. In der Praxis ist sie oft nichts anderes als Einschüchterung und Einschränkung, mit potenziell negativen Folgen für das Wohlbefinden des Hundes.
Wer tierschutzgerecht trainieren will, setzt auf belohnungsbasiertes Lernen, klare Kommunikation, positives Emotionsmanagement und echtes Verständnis für den Hund – nicht auf Machtspiele um den Raum.

Quellen

American Veterinary Society of Animal Behavior (AVSAB): Position Statement on the Use of Dominance Theory in Behavior Modification of Animals
Mech, L. D. (1999). Alpha status, dominance, and division of labor in wolf packs. Canadian Journal of Zoology, 1196–1203.
Scientific American / New Yorker: Populärwissenschaftliche Aufarbeitungen des Alpha-Mythos.
Vieira de Castro, A. C., et al. (2020). Does training method matter? Evidence for the negative impact of aversive-based methods on companion dog welfare. PLOS ONE, 15(12): e0225023.
Herron, M. E., et al. (2009). Survey of the use and outcome of confrontational and non-confrontational training methods in client-owned dogs. Applied Animal Behaviour Science, 117(1-2), 47–54.
Hiby, E. F., et al. (2004). Dog training methods: their use, effectiveness and interaction with behaviour and welfare. Animal Welfare, 13, 63–69.
Overall, K. L. (2013). Manual of Clinical Behavioral Medicine for Dogs and Cats. Elsevier.
Nagasawa, M., et al. (2015). Oxytocin-gaze positive loop and the coevolution of human–dog bonds. Science, 348(6232), 333–336.
Hall, N. J., & Wynne, C. D. L. (2012). The canid genome: behavioral geneticists’ best friend? Genes, Brain and Behavior, 11(1), 89–98.

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26/07/2025

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Unsere Arbeit gleicht manchmal echter Detektivarbeit. So bei Liv, einer 12 Wochen alten Rhodesian Ridgeback Hündin. Schon nach vier Wochen bei den neuen Besitzern war die V***a des Welpen auf beachtliche Größe angeschwollen und sie zeigte Vaginalausfluss. Eine Vorbehandlung andernorts war erfolglos geblieben.
Es zeigte sich, dass nicht nur die äußeren Genitalien betroffen waren, sondern auch die Gebärmutter deutlich vergrößert war. Dies ist bei jungen Welpen ungewöhnlich, da die Geschlechtsorgane erst mit Pubertätsbeginn größer werden. Der Verdacht auf einen Hyperöstrogenismus (Überschuss an Östrogen, einem weiblichen Geschlechtshormon) war schnell gestellt.
Bei älteren Hunden kann dies durch Eierstockszyten oder hormonproduzierende Tumore bedingt sein – dies ist aber beim Welpen so gut wie ausgeschlossen. Die Rätsels Lösung brachte eine genaue Besitzerbefragung: Liv’s Besitzerin verwendet ein östrogenhaltiges Hautspray (Lenzetto), das in der Humanmedizin relativ häufig zur Linderungen von Wechseljahrsbeschwerden angewendet wird. Der Wirkstoff wird nicht nur über die menschliche Haut aufgenommen, sondern eben auch über die tierische.
Solche Fälle häufen sich leider in letzter Zeit. Auch das Bundesministerium für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit warnt bereits vor diesem Risiko: https://www.bfarm.de/SharedDocs/Downloads/DE/Arzneimittel/Pharmakovigilanz/Gremien/RoutinesitzungPar63AMG/89Sitzung/pkt-6-1.pdf?__blob=publicationFile
Neben Symptomen wie Zyklusstörungen, Gebärmuttervereiterungen, Feminisierung beim Rüden und Anschwellen der Zitzen kann es auch zu Haut- und zu Blutbildveränderungen kommen. Prädisponiert sind v.a. Katzen und kleine Hunde mit wenig oder dünnem Fell, es können aber auch Hunde >25 kg betroffen sein. Sollten Sie selbst oder enge Kontaktpersonen Ihrer Haustiere entsprechende Produkte verwenden, raten wir also dazu, die Produkte nur mit Handschuhen auf Hautstellen (z.B. Ihre Oberschenkel) aufzutragen, die den Tieren nicht zugänglich sind.

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14/07/2025

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Adresse

Kappweg 1
Gosen
15537

Öffnungszeiten

Montag 10:00 - 17:00
Dienstag 10:00 - 17:00
Donnerstag 10:00 - 17:00
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Sonntag 10:00 - 13:00

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