Pferdeosteopathie München

Pferdeosteopathie München Christina Reichenberger
Tierärztin
Schwerpunkt Pferdeosteopathie
Stammer Kinetics
Stecco Fascial Manipulation
Dry needling
Pferdetaping
Blutegel

So und nicht anders…👏🏻👏🏻
24/06/2025

So und nicht anders…👏🏻👏🏻

Und es begegnet mir täglich in den Reithallen… je Turnier ambitionierter umso schlimmer hab ich das Gefühl. Reitlehrerin...
14/02/2025

Und es begegnet mir täglich in den Reithallen… je Turnier ambitionierter umso schlimmer hab ich das Gefühl. Reitlehrerinnen die durch die Halle brüllen dass man das Pferd kräftig zu schlagen habe, dass es funktioniert🙈
Wir sollten es doch langsam besser wissen…

“Erlernte Hilflosigkeit beim Pferd“

Wissenschaftliche Studien zeigen: Wenn Pferde wiederholt im Training und Haltung etc. negativen Erlebnissen ausgesetzt sind, zeigen sie deutliche Anzeichen von erlernter Hilflosigkeit, wie zum Beispiel:

- leerer Blick (fällt mir auch häufig bei Pferden im Hochleistungssport auf)

- verminderte Motivation

- die Unfähigkeit positive Emotionen zu empfinden

- diese Pferde erfüllen alle an sie gestellten Anforderungen und zeigen jedoch keine Initiative.

“Der Funke, die Tatkraft, die Freude sind verschwunden.”

(Beim Menschen fallen mir dazu Depressionen ein).

„Traditionelle Trainingsmethoden für Pferde basieren auf der Dominanz des Reiters über das Pferd und beinhalten auch die Anwendung von negativer Verstärkung, bei der er mit Druck arbeitet, der erst nachlässt, wenn das Pferd die Aufgabe erfüllt.

Erinnern wir uns an die Skandale Dujardin, an Operation X - Andreas Helgstrand, an die Reiterin Carina Cassøe Krüth, die unter Anleitung von Helgstrand ein Pferd mehrmals schlug und viele weitere Skandale, Hyperflexions- und blaue Zungen ReiterInnen, die genau auf diesen Dominanz Methoden beruhen).

Der Erfolg wird als gegeben angesehen, wenn der Reiter die Kontrolle über das Pferd gewinnt und das Pferd die Kontrolle über sein eigenes Verhalten verliert.

Trainingsmethoden, bei denen das Pferd absichtlich in seiner normalen Bewegung eingeschränkt wird (z. B. durch Hyperflexion, Schlaufzügeln, Gangmanipulation z.B. mit Stricken und Gummibändern an den Pferdebeinen etc.), erklären das Pferd in dem Moment für "reitbar", in dem es aufhört, sich zu wehren, und in einen Zustand der erlernten Hilflosigkeit verfällt.“

Beendent man alle Versuche des Pferdes, aufgrund unserer “Hilfen” (Druckmethoden) ein Verhalten ANZUBIETEN,
wird es mit der Zeit keinen Versuch mehr unternehmen zu reagieren.

Das Pferd stumpft ab – es resigniert – es wartet auf die scheinbar unausweichliche Strafe.

Fesselung

Zum Beispiel - Gangmanipulation mit Stricken und Gummibändern an den Pferdebeinen
(wir erinnern uns an den Fall César Parra - aber auch in anderen, auch deutschen Ställen soll es diese Methoden des “Trainings” geben)

Eine verwerfliche Methode, um einen Zustand erlernter Hilflosigkeit herbeizuführen, besteht darin, das Tier in seiner Bewegung einzuschränken.

Dazu gehören Praktiken wie das Anbinden eines Pferdebeins unter dem Bauch, das Zusammenbinden der Beine oder das Anbinden des Kopfes a den Schweif. (Wir erinnern uns a den Skandal im Stall Braun, dort wurde der Kopf eines Pferdes beim Longieren mit dem Schweif verbunden…..)

Zu den Mitteln, die dazu beitragen, eine maximale Kontrolle über ein Pferd zu erlangen, und die eine erlernte Hilflosigkeit hervorrufen können, gehören auch recht gängige Trainingshilfen wie (leider immer noch) Schlaufzügel, Ausbinder und bestimmte Longierhilfen, die das Pferd dazu zwingen, sich in einer bestimmten Position zu bewegen, ohne dass es die Möglichkeit hat, diese zu ändern oder zu entkommen.

Dieser Zustand kann aber auch ohne entsprechende Hilfsmittel erreicht werden.

Eine sehr beliebte Dominanz Methode, um die Kontrolle über ein Pferd unter dem Sattel zu erlangen, ist im Sport die Hyperflexion, auch Rollkur oder LDR genannt.

Unsachgemäßer Gebrauch von Gebiss und Zaumzeug

Ein Gebiss, das im empfindlichen Pferdemaul liegt, kann dem Pferd erhebliche Unannehmlichkeiten und Schmerzen bereiten.

Wir erinnern uns an mindestens 5 Pferde mit blauen Zungen (darunter auch eine deutsche Reiterin und ein Reiter, der zwar nicht für Deutschland startete, aber hier seinen Stall hat), zum Beispiel bei Olympia 2024 in Paris und viele viele aufgerissene Pferdemäuler und dunkel verfärbte Zungen in der jüngsten Vergangenheit auf diversen großen Turnieren.

Wenn ein Pferd unter ständigem Druck am Zügel geritten wird, wirkt sich das nicht nur körperlich, sondern auch psychisch aus.

Das Gleiche gilt für schlecht sitzende oder absichtlich restriktiv eingesetzte Zäumungen.

Um die Kontrolle über das Pferd zu erlangen, werden Vorrichtungen wie fest geschnallte Nasenriemen, Sperrriemen oder Kinnriemen verwendet. (Ein Dauerthema im Dressur- und Springsport, unzureichende Messkeile der FEI werden übrigens erst nach! dem Weltcup Finale und voraussichtlich erst ab Mai eingesetzt).

Inkonsistente Ausbildungsmethoden und widersprüchliche Hilfen

Die Anwendung widersprüchlicher Hilfen, wie z. B. das Zurückhalten an der Hand bei gleichzeitiger Aufforderung zum Vorwärtsgehen, ist ein weiterer großer Stressfaktor.

Das Pferd findet keine Logik in den Signalen, sie sind unvorhersehbar, ändern sich ständig, und es findet keine Lösung.

Da es die Situation nicht lösen kann, kapituliert es vor ihr, "schaltet ab".

Dies gilt auch für inkonsequente Trainingsmethoden, bei denen es keine klaren Regeln gibt und der Reiter das Pferd nur durch Bestrafung motiviert, ohne die Möglichkeit, eine Strategie zu finden, um die Aufgabe konsequent und zufriedenstellend zu erledigen.

Pferdehaltung

Mangelnde Bewegungsfreiheit und Isolation sind für das gesellige Steppentier, das das Pferd von Natur aus ist, äußerst frustrierend.

Fehler in der Haltung äußern sich dann oft auch durch Verhaltensauffälligkeiten- Koppen, Weben, Anknabbern von Gegenständen, Selbstverletzungen usw.

Andere Pferde reagieren auf die Isolation und das Eingesperrtsein in der Box mit Depression, Lethargie und Apathie.

Verhaltensauffälligkeiten, wie wir sie bei Pferden im Stall kennen, kommen bei Pferden, die in Freiheit leben (halbwild oder verwildert), nicht vor.

Ein weiterer entscheidender Stressfaktor mit großen Auswirkungen auf das spätere Leben des Pferdes ist das zu frühe und unangemessene Absetzen des Fohlens.

Wie man erlernte Hilflosigkeit erkennt

Erlernte Hilflosigkeit äußert sich in der Regel in drei Verhaltensbereichen: motivational, kognitiv und emotional.

Erlernt hilflose Pferde neigen häufig nicht dazu, unangenehme Reize zu vermeiden, versuchen nicht zu entkommen oder zu fliehen und sind zu keiner Reaktion oder Antwort motiviert.

Sie verfallen in Depressionen, Ängste, sind passiv, demotiviert und apathisch.

Paradoxerweise wird dieses Verhalten als wünschenswert angesehen, weil das Pferd "einfach" erscheint, leicht zu handhaben ist, manipulierbar ist und keinen Widerstand leistet.

Das sind genau die Pferde, die Anfängern gerne zum Reiten zur Verfügung gestellt werden, weil sie "ruhig", "faul" und zuverlässig sind.

Aber auch die Pferde, die für bestimmte Ziele im Sport gedacht sind und bewusst für ihren Einsatz zur erlernten Hilflosigkeit manipuliert werden.

Auf körperlicher Ebene können sich die tiefen Auswirkungen dieses psychologischen Traumas in Form von Verdauungsproblemen, Magengeschwüren, Gewichtsverlust, erhöhter Kolikanfälligkeit oder allgemein häufigeren Gesundheitsproblemen zeigen.

“Learned Helplessness” - hilflose Pferde zeigen oft eine resignative Haltung mit gesenktem Kopf.

Aufgrund dieser passiven Bewältigungsstrategie weisen diese Pferde auch eine geringere Herztätigkeit auf (niedrigerer Blutdruck und Puls).

Vorbeugung von erlernter Hilflosigkeit

Ausgehend von der Annahme, dass erlernte Hilflosigkeit aus einem Gefühl des Kontrollverlusts resultiert, besteht die beste Vorbeugung darin, dem Pferd zumindest ein gewisses Maß an Kontrolle über sein eigenes Leben zu geben.

Idealerweise sollte das Pferd in einem offenen, ausreichend großen Paddock mit einer Gruppe von Pferden und einem Unterstand oder einer Box leben, wo es selbst entscheiden kann, ob es drinnen oder draußen sein möchte.

Leider ist dies nicht immer möglich, daher sollten wir dem Pferd, wann immer es möglich ist, EINE WAHLMÖGLICHKEIT bieten, selbst wenn es sich nur um Kleinigkeiten handelt.

Uneingeschränkter, rund um die Uhr verfügbarer Zugang zu Raufutter und Wasser ist für psychische Gesundheit eine Notwendigkeit. (Wir erinnern uns an Wasserentzug als Dopingmethode)

Es ist auch angebracht, Elemente der Bereicherung einzusetzen und den Pferden neue Lern- und Erkundungsanreize zu bieten.

Besonderes Augenmerk sollte auch auf die Aufzucht von Fohlen gelegt werden, insbesondere auf die Methode und den Zeitpunkt des Absetzens und der anschließenden Integration in die Herde.

Natürlich ist es wichtig, ständig darauf zu achten, dass das Pferd keine Anzeichen von Schmerzen oder Unwohlsein zeigt, sei es aufgrund des Gebisses, der Zäumung, des Sattels, physiologischer Probleme oder der Trainingsmethoden.

Idealerweise sollten Trainingsmethoden, die mit negativer Verstärkung arbeiten, durch solche ersetzt werden, die mit positiver Motivation arbeiten.

Anhand der Muskulatur (ohne Sattel!) und des Gangbilds lässt sich zum Beispiel sehr gut erkennen, mit welchen unethischen Methoden Pferde zuhause trainiert werden - auch das macht Pferde hilflos.

In der “modernen” Dressur sehen wir zudem häufig Pferde, die bewusst aus der Balance gebracht wurden, um überhaupt das zeigen zu können, was in diesem Sport so umjubelt wird.

Diese Pferde werden häufig durch Kraftreiten (auch nicht selten subtil/für den unbedarften Betrachter nicht direkt erkennbar ) in scheinbarer Balance gehalten.

Ohne diese Reitmethoden (Anwendung von Kraft, Unterwerfung) wäre das Pferd eigenständig dazu nicht in der Lage, die geforderten Lektionen auszuführen = Hilflosigkeit.

Die größte Angst eines Pferdes in der freien Natur ist es, hinzufallen.

Das ist übrigens auch der Grund, warum viele Pferde nicht nachzureiten sind oder kaum “einen Meter gehen” oder total schreckhaft werden, sobald diese Art der verwerflichen Hilfen fehlen.

Das, was dem Zuschauer oder Reiter, der nicht genau hinschaut, an Leichtigkeit in diesem Sport “verkauft” wird, hat in vielen Fällen überhaupt nichts mit “Leichtigkeit” zu tun - im Gegenteil.

Persönliche Meinung, wie immer.

Studien/ Quellen:

https://awequestrian.com/blog/learned-helplesness/
Zitat: Hall C, Goodwin D, Heleski C, Randle H, Waran N. Is there evidence of learned helplessness in horses? J Appl Anim Welf Sci. 2008

https://awequestrian.com/blog/learned-helplesness/
quote: Hall C, Goodwin D, Heleski C, Randle H, Waran N. Is there evidence of learned helplessness in horses? J Appl Anim Welf Sci. 2008

https://awequestrian.com/blog/learned-helplesness/

09/12/2023

Die FN lässt jetzt ihre finanziellen Muskeln spielen und hat Plakate und Listen ihrer Petition gegen die tierärztliche Gebührenordnung an alle knapp 11.000 angeschlossenen Reitbetriebe und -vereine versandt.

Wer jährliche Einnahmen in Höhe von 24 Millionen Euro (darunter 3 Millionen Steuergelder) und 670.000 Mitglieder hat, braucht nicht zu kleckern, sondern kann klotzen.

Da kann man sich schon mal vorstellen, einen kleinen Berufsstand wie die gerade mal 20.000 praktizierenden Tierärzt:innen, von denen nur 1.250 überhaupt eine Praxis mit Pferdeanteil haben, zum Einknicken zu bewegen und den Gesetzgeber durch vermeintlich gerechtfertigte Empörung der Pferdehalter zu einer Gesetzesänderung zu drängen.
Statt punktueller Diskussion über eine Teilbarkeit der Hausbesuchsgebühr und sauber recherchierter Zahlen werden Extrembeispiele verwendet, damit einfach alles billiger werden soll.

Würde die FN selbst tätig werden, um bedürftige Pferdehalter:innen zu unterstützen und nicht stattdessen fast 8 Millionen Euro für den Spitzensport ausgeben, wäre die Sache glaubwürdiger.
Auch über eine andere Verwendung der 3 Mio Euro Bundesmittel könnte nachgedacht werden.

Stattdessen sollen 1.250 niedergelassene Pferdetierärzte die gestiegenen Kosten für 1,3 Millionen Pferde in Deutschland ausgleichen.

Sicherlich ist die Aktion auch dazu gedacht, neue Mitglieder für die FN zu werben, und die soziale Akzeptanz von Pferdesport in der Gesellschaft wieder zu verankern. Es stellt sich die Frage, ob im Rest der Gesellschaft außerhalb der eigenen Lobbygruppe durch so krude Argumente und plattfüßiges Vorgehen nicht eher Skepsis erzeugt wird.

Anbei als Kompass aus dem emotionalen Dschungel wieder etwas Sachliches, diesmal die detaillierte Gegendarstellung der Landeskommissionstierärzte zur FN Petition.

https://gpm-vet.de/media/com_acymailing/upload/offenerbriefpetitionfn011123gpm.pdf

28/09/2023

The 24 Behaviors of the Ridden Horse in Pain is a film that dares to challenge the way we look at "badly behaving" horses, and promotes the notion that lamen...

ECVM!
08/07/2023

ECVM!

ECVM - PSSM2 - DSLD Fehlentwicklungen in der Pferdezucht
09/01/2023

ECVM - PSSM2 - DSLD
Fehlentwicklungen in der Pferdezucht

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