Frau Clickerlöwe - Katzenverhaltensberatung im Tierheim

Meine Ausbildung als Katzenverhaltensberaterin habe ich bei der ATN in Bad Bramstedt gemacht und meine Spezialisierung liegt bei der Therapie von Tierheimkatzen. Seit 14 Jahren bin ich ehrenamtlicher Katzenschmuser im Tierheim und beschäftige mich mit den Katzen dort. Durch meine Fortbildung kann ich nun Katzenverhalten besser einschätzen und Probleme besser therapieren.

15/06/2026

"Ihr sagt immer, ihr seid voll. Warum sieht man dann so wenige Katzen?"

Solche oder ähnliche Kommentare lesen wir regelmäßig.

Und ehrlich? Wir würden euch gerne viel mehr unserer Schützlinge zeigen. Die Kuschelmomente. Die kleinen Erfolge. Die Katzen, die endlich Vertrauen fassen. 🐾❤️

Die Realität sieht aber oft anders aus.

Ein großer Teil unserer Katzen kann aktuell nicht vermittelt oder öffentlich gezeigt werden. Manche wurden sichergestellt und gehören noch zu laufenden Verfahren. Andere kommen krank, verwahrlost oder völlig verängstigt zu uns und brauchen erst einmal Zeit, medizinische Versorgung und Ruhe, bevor sie bereit für ein neues Zuhause sind.

Das bedeutet nicht, dass diese Katzen nicht da sind. Ganz im Gegenteil.

Jede einzelne bekommt die Fürsorge, die sie braucht – auch wenn sie nie auf unseren Social-Media-Kanälen auftaucht.

Und glaubt uns: Es gibt für uns kaum etwas Schöneres, als eine Katze in ein liebevolles Zuhause ziehen zu sehen. 🏡🐱

Wenn wir also nur wenige Katzen zeigen, dann nicht, weil wir sie nicht vermitteln möchten – sondern weil wir Verantwortung für sie tragen, bis sie bereit für ihren nächsten Schritt sind. ❤️

13/06/2026
🐾 Wann ist man eigentlich Experte?Vor Kurzem habe ich an einem Kurs teilgenommen, in dem gesagt wurde, dass man nach etw...
09/06/2026

🐾 Wann ist man eigentlich Experte?

Vor Kurzem habe ich an einem Kurs teilgenommen, in dem gesagt wurde, dass man nach etwa 1.000 Stunden Praxis als Experte gilt und nach etwa 10.000 Stunden ein Meister seines Fachs wird.

Ob diese Zahlen wissenschaftlich exakt stimmen, sei einmal dahingestellt. Aber sie haben mich zum Nachdenken gebracht.

Denn wenn ich nur ganz konservativ rechne:

📅 Seit Januar 2003 ehrenamtlich im Tierheim tätig
🐱 Mindestens 10 Stunden pro Woche bei den Katzen (realistischer sind eher um die 20 Stunden pro Woche)

… komme ich inzwischen auf über 12.000 Stunden praktische Erfahrung mit Tierheimkatzen.

Zwölftausend.

Und das ist die vorsichtige Rechnung.

Trotzdem meldet sich bei mir manchmal sofort das Imposter-Syndrom, wenn jemand sagt: „Du bist doch Expertin für Katzenverhalten.“

Denn je mehr ich lerne, desto bewusster wird mir, wie viel ich noch nicht weiß.

Was mich allerdings zunehmend wundert:

Es gibt Menschen, die nach wenigen Monaten oder ausschließlich aufgrund ihrer Erfahrungen mit den eigenen Katzen bereits Kurse, Webinare und Beratungen für jedes Katzenproblem anbieten – oft mit erstaunlicher Sicherheit und vermeintlich universellen Lösungen.

Versteht mich nicht falsch: Die eigenen Katzen können großartige Lehrmeister sein. Auch ich habe von meinen eigenen Katzen unglaublich viel gelernt. Aber zwei, drei oder fünf eigene Katzen machen niemanden automatisch zum Experten für Katzenverhalten.

Verhalten lernt man nicht nur aus Büchern.

Verhalten lernt man von Katzen.

Von vielen Katzen.

Von ängstlichen, aggressiven, kranken, traumatisierten, scheuen und verhaltensoriginellen Katzen. Von Katzen, die Menschen gebissen haben. Von Katzen, die nicht ins Lehrbuch passen.

Wer Menschen zu aggressiven Katzen berät, die bereits gebissen haben, sollte meiner Meinung nach auch praktische Erfahrung mit genau solchen Katzen mitbringen. Nicht aus Büchern. Nicht aus Erzählungen. Sondern aus echter Arbeit mit echten Katzen.

Denn wer Empfehlungen gibt, trägt Verantwortung – für die Menschen und für die Katzen.

Deshalb mein Rat:

🐾 Fragt nach Praxiserfahrung.
🐾 Fragt nach Fortbildungen.
🐾 Fragt nach wissenschaftlichen Grundlagen.
🐾 Fragt andere Menschen nach ihren Erfahrungen.

Nicht die lauteste Stimme hat automatisch die meiste Kompetenz.

Und manchmal sind die Menschen mit der meisten Erfahrung genau die, die am häufigsten sagen:

„Ich lerne jeden Tag noch dazu.“ ❤️

09/06/2026

🐾👧👦 Tierisch gut erklärt – Kinder und Katzen 🐱

„Ist die Katze für Kinder geeignet?“

Eine Frage, die wir sehr häufig gestellt bekommen.

Und die Antwort ist fast nie ein einfaches Ja oder Nein.

Denn Kinder sind unterschiedlich.
Katzen sind unterschiedlich.
Und Familien sind unterschiedlich.

Genau deshalb vermitteln wir nicht nach starren Schubladen oder pauschalen Regeln.

Stattdessen stellen wir viele Fragen.
Wie alt sind die Kinder?
Wie verhalten sie sich gegenüber Tieren?
Wie laut oder ruhig ist der Alltag?
Welche Erfahrungen gibt es bereits mit Katzen?

Genauso schauen wir uns unsere Katzen an:
Ist sie geduldig?
Sucht sie aktiv Kontakt?
Geht sie Konflikten lieber aus dem Weg?
Braucht sie viel Ruhe?
Oder findet sie Kinder vielleicht sogar richtig spannend?

Unser Ziel ist es, jede Katze möglichst gut zu charakterisieren, damit am Ende die Bedürfnisse aller Beteiligten berücksichtigt werden.

Denn eine erfolgreiche Vermittlung entsteht nicht durch ein pauschales „Ja“ oder „Nein“.

Sondern dadurch, dass Katze und Familie wirklich zueinander passen. 💛

Deshalb fragen wir manchmal viel.
Nicht um es kompliziert zu machen.

Sondern weil wir möchten, dass aus einer Vermittlung eine Freundschaft fürs Leben wird. 🐾

🐾 Training ist für mich Kommunikation.Vielleicht sogar einer der wichtigsten Gründe, warum ich so gerne mit Katzen train...
09/06/2026

🐾 Training ist für mich Kommunikation.

Vielleicht sogar einer der wichtigsten Gründe, warum ich so gerne mit Katzen trainiere.

Training bedeutet für mich nicht, dass ich etwas sage und die Katze macht es.
Training bedeutet Austausch.

Jeder darf etwas mitteilen.
Jeder darf gehört werden.
Jeder darf Einfluss auf das Geschehen haben.

Wenn wir neue Verhaltensweisen aufbauen, belohnen wir zunächst jeden einzelnen Schritt in die richtige Richtung. Irgendwann versteht die Katze, worum es geht und wie das Endergebnis aussehen soll. Dann belohnen wir nach und nach nur noch das fertige Verhalten.

Aber was passiert eigentlich, wenn die Katze den Trick nur halb zeigt?

Wenn ich Nadira zum Beispiel ein „Freggle“ abfrage und sie nur einen halben Freggle macht. Oder wenn ich „Putz Dich“ sage und sie zwar die Pfote hebt, aber die Zunge nicht zeigt.

(Wichtig: Natürlich nur dann, wenn ich mir wirklich sicher bin, dass die Katze das Signal und die Aufgabe verstanden hat.)

Viele würden wahrscheinlich einfach warten.

Nichts sagen.
Nichts tun.
Kein Click.
Keine Belohnung.

Und ja, das kann funktionieren.

Ich mache oft etwas anderes.

Ohne jemals bewusst darüber nachgedacht zu haben, habe ich mir angewöhnt, den Tieren eine Art höfliches:

„Fast. Versuch's noch einmal.“

anzubieten.

Kein Druck.
Kein „Nein“.
Kein Frust.

Eher eine freundliche Einladung.

Ein kleines Signal, das sagt:

„Ich glaube, du kannst das.“
„Probier es noch mal.“
„Ich warte auf dich.“

Und erstaunlicherweise funktioniert das bei vielen Tieren unglaublich gut.

Vielleicht, weil Kommunikation eben keine Einbahnstraße ist.

Vielleicht, weil die Tiere merken, dass ich nicht gegen sie arbeite, sondern mit ihnen.

Gerade Nadira hatte früher oft Schwierigkeiten mit Frust. Deshalb war es mir immer wichtig, dass Training sich für sie nicht wie eine Prüfung anfühlt.

Sondern wie ein Gespräch.

Denn warum auch immer sie das Verhalten gerade nicht vollständig gezeigt hat:
Vielleicht war sie abgelenkt.
Vielleicht war sie unsicher.
Vielleicht hat sie mich missverstanden.

Warum sollte meine erste Antwort darauf sein, ihr die Tür vor der Nase zuzumachen?

Ich gebe lieber Unterstützung als Schweigen.
Lieber eine neue Chance als ein Schulterzucken.

Training ist für mich kein Drill.

Training ist Kommunikation.
Training ist Beziehung.
Training ist ein gemeinsames Gespräch mit Leckerchen als Übersetzer. 💛

Wie machst du das?
Wartest du einfach ab?
Oder gibst du deinem Tier auch eine Art „Versuch's noch mal“-Signal?

💩 Deine Katze scharrt ihren Kot nicht zu?Herzlichen Glückwunsch.Laut Internet lebt bei dir entweder:👑 die Alpha-Katze,👑 ...
05/06/2026

💩 Deine Katze scharrt ihren Kot nicht zu?
Herzlichen Glückwunsch.

Laut Internet lebt bei dir entweder:
👑 die Alpha-Katze,
👑 die Chefin der Nachbarschaft,
👑 oder die Herrscherin des gesamten Universums.

Denn schließlich heißt es ja immer:
„Dominante Katzen scharren ihren Kot nicht zu.“

Wirklich?
Dann müsste meine Katze vermutlich mittlerweile die Weltherrschaft übernommen haben.

Tatsächlich ist die Sache deutlich komplizierter.
Es gibt Katzen, die ihren Kot sorgfältig vergraben.
Es gibt Katzen, die halbherzig zwei Mal scharren.
Es gibt Katzen, die das Katzenklo umgraben, als würden sie einen Swimmingpool bauen.
Und es gibt Katzen, die einfach gehen.
Ohne Scharren.
Ohne Erklärung.
Ohne schlechtes Gewissen.

Die Wissenschaft diskutiert verschiedene Ursachen:
🐾 individuelle Vorlieben
🐾 Katzenklo und Streu
🐾 Schmerzen oder körperliche Einschränkungen
🐾 soziale Kommunikation mit anderen Katzen.

Aber die einfache Erklärung „dominant = scharrt nicht zu“?
Dafür gibt es erstaunlich wenig belastbare Belege.

Deshalb gilt wie so oft bei Katzen:
👉 Beobachte die ganze Katze.
👉 Beobachte den Kontext.
👉 Beobachte Veränderungen.

Und lass uns bitte aufhören, jedes Verhalten sofort mit „Dominanz“ zu erklären.

Denn manchmal ist eine Katze einfach nur eine Katze.
Eine Katze, die beschlossen hat, dass das Zuscharren heute das Problem eines anderen ist. 💩😌

🐾 „Aber ihr vermittelt doch immer nur nach Standard!“ 🐾Diesen Satz hören wir im Tierheim tatsächlich ziemlich oft.Und ga...
05/06/2026

🐾 „Aber ihr vermittelt doch immer nur nach Standard!“ 🐾

Diesen Satz hören wir im Tierheim tatsächlich ziemlich oft.
Und ganz ehrlich? Wir verstehen, warum dieser Eindruck manchmal entsteht. 💭
„Immer nur Kater zu Kätzin.“
„Immer nur Freigang.“
„Immer nur Wohnung.“
„Keine Katze zu Kindern.“
„Keine Katze zu arbeitenden Menschen.“
„Keine Katze zu älteren Menschen.“
„Die Katze darf nur einzeln vermittelt werden, weil sie ein Einzelgänger ist.“

Aber die Realität im Tierschutz ist meistens sehr viel komplexer. 🧩🐱
Wir vermitteln Tiere nicht nach starren Schubladen oder „weil man das eben so macht“.

Wir versuchen, individuell hinzuschauen:
👉 Wer ist diese Katze wirklich?
👉 Was hat sie erlebt?
👉 Was braucht sie emotional?
👉 Wie reagiert sie auf Stress, Menschen, andere Tiere oder Veränderungen?
👉 Und welches Zuhause könnte wirklich langfristig passen?

Manche Katzen blühen mit Kindern auf. 👧🐾
Andere geraten dadurch massiv unter Stress.
Manche Katzen brauchen Freigang. 🌿
Andere wären draußen völlig überfordert oder gesundheitlich gefährdet.
Manche Katzen lieben Artgenossen. 🐱🐱
Andere haben gelernt, dass Nähe Konkurrenz oder Unsicherheit bedeutet.

Und manchmal verändern sich Tiere sogar.
Eine Katze, die im Tierheim „unverträglich“ wirkt, kann Zuhause plötzlich soziale Bedürfnisse zeigen.
Eine „Einzelkatze“ war vielleicht nie wirklich gern allein — sondern einfach nur überfordert.
Ein „Freigänger“ sucht draußen eventuell eher Abstand statt Abenteuer.

Tierheimarbeit bedeutet oft:
🔎 beobachten
🧠 einschätzen
💛 abwägen
📚 Erfahrungen sammeln
🤝 ehrlich beraten

Und ja — manchmal sagen wir trotzdem „das passt wahrscheinlich nicht“.
Nicht, um Menschen auszuschließen.
Sondern weil wir Verantwortung tragen. Für Tier UND Mensch.
Denn eine Vermittlung soll nicht nur „irgendwie funktionieren“.
Sie soll langfristig fair, sicher und passend sein. 🏡

Und trotzdem:
Wir schauen oft individueller hin, als viele denken. 🌱
Es gibt nicht DIE eine perfekte Schablone für Katzenvermittlung.
Jede Katze bringt ihre eigene Geschichte mit.

Und genau deshalb versuchen wir, nicht nur Verhalten zu sehen — sondern das Tier dahinter. 🐾💛

🐾 Was Yenga gerade lernt – ohne dass man es sofort merkt… 🐾„Ochhhh wie süüüüüß!“ 😍Ja. Absolut. Aber wisst Ihr, was wir s...
05/06/2026

🐾 Was Yenga gerade lernt – ohne dass man es sofort merkt… 🐾

„Ochhhh wie süüüüüß!“ 😍
Ja. Absolut. Aber wisst Ihr, was wir sehen, wenn wir Yenga anschauen?

Einen kleinen Kater im Lernmodus.

Denn Yenga lernt gerade die ganze Zeit. Wirklich. Jede Erfahrung zählt.

✨ Sind Menschen sicher – oder unberechenbar?
✨ Bedeutet Hochheben Geborgenheit – oder eher Kontrollverlust?
✨ Ist der Transportkorb gruselig – oder einfach Alltag?
✨ Fühlen sich Hände freundlich an – oder manchmal ein bisschen viel?
✨ Ist die Welt spannend – oder manchmal ganz schön überwältigend?

Und genau deshalb beginnt „Erziehung“ nicht erst dann, wenn eine Katze kratzt, schnappt oder plötzlich „Probleme macht“.

Sie beginnt in den kleinen Momenten. In Sicherheit. Vorhersagbarkeit. Spiel. Beziehung. Vertrauen. 💛

Denn aus so einem kleinen Kater wird nicht einfach irgendwann „eine entspannte Katze“.

Vertrauen wächst. Erfahrungen prägen. Beziehung entsteht. Schritt für Schritt. 🐾

Und mal ehrlich: Wie soll man bei Yenga bitte NICHT dahinschmelzen?! 😭💛

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Gelsenkirchen

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