19/12/2025
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Warum werden eigentlich Katzen öfter den Tierheimen/Tierschutz zurückgebracht nach der Adoption?
Nicht selten werden Katzen kurz nach Adoption, oder auch lange nach der Adoption, wieder ins Tierheim zurück gebracht. Nach vielen Gesprächen mit Adoptanten und Tierschützern habe ich mal die Gründe zusammengefasst. Dieser Beitrag repräsentiert meine Meinung, nicht mehr und nicht weniger.
Einer der häufigsten Gründe warum Katzen zurückgehen ans Tierheim gehen ist meiner Erfahrung nach, das die adoptierte Katze sich nicht mit der alteingesessen Katze verträgt.
Warum ist das so?
Dazu muss ich etwas in der Ethologie (Verhaltenskunde) von Katzen ausholen.
„Katzen sind Einzelgänger mit geselligen Neigungen“, so, oder so ähnlich, formulierte es einst Paul Leyhausen (deutscher Zoologe und Verhaltensforscher). Er meint damit, das Katzen „fakultativ“ sozial sind (sie bestimmen wen sie mögen und wie oft sie Kontakt möchten). Bedeutet das Katzen fast alles allein machen, jagen, Junge aufziehen, uvm. Sie leben also die meiste Zeit allein (solitär) und können sich deswegen auch nicht auf die Hilfe eines „Rudels“ verlassen, bedeutet sie sind wirklich ganz auf sich allein gestellt. Deswegen verbergen Katzen auch Krankheiten oft sehr lange. Sie sind nämlich Jäger, aber auch Gejagte. Das steckt eben in den Genen der Katzen, auch wenn dieses Verhalten in Menschenhand überflüssig ist. Katzen sind sehr ANSPRUCHSVOLLE Tiere, das wird leider immer noch unterschätzt. Wir sind Bezugspersonen und KEINE Dosenöffner!
Dies bedeutet aber nicht, das sie nicht gut, oder gar sehr gut, mit Katzengesellschaft auskommen können. Das kann durchaus gut klappen, setzt aber voraus das folgende Punkte beachte werden:
Passende Partnerkatze aussuchen:
die Katzen sollten sich entsprechen, ähnliches Alter, Geschlecht, Spielvorlieben und Charakter.
Die Vergesellschaftung MUSS langsam und mit Bedacht ermöglicht werden. Es muss vorab geschaut werden, wie sozial ist die „neue“ Katzen und wie sozial die „alteingesessene“ Katze? Demnach wählt man eine Zusammenführungsmethode aus. Einfache oder systematische Zusammenführung z. B.
Koffer auf und Katze raus im neuen Zuhause ist NICHT tierfreundlich und geht oft schief! Also: Zusammenführungen BRAUCHEN ZEIT und GEDULD! Hat gefühlt niemand mehr.
Da hapert es also oft schon.
Dazu kommt, dass die Adoptanten oft wenig bis gar kein Fachwissen haben, manchmal sind sie aber auch einfach nur beratungsresistent. Katzen werden häufig nach Aussehen ausgesucht und nicht nach „Passende Partnerkatze“. Natürlich kann eine Katze sich im neuen Zuhause auch mal anders entwickeln als sie sich im Tierheim zeigt, ist aber eher die Ausnahme. Tierheimmitarbeiter versuchen oft ihr Bestes, aber der Vermittlungsdruck ist auch groß. Es gibt zu viele Katzen in den oft hoffnungslos überfüllten Tierheimen und die Zeit der Mitarbeiter ist eben auch begrenzt.
Aber auch ängstliche Katzen, die sich nicht direkt nach einem Tag streicheln lassen, werden oft schnell wieder zurückgegeben. Wenn Katze gar kratzt oder beisst aus Überforderung, auch das ist einer der Gründe warum es oft postwendent zurück ins Heim geht. Zeit und Geduld hat man nicht, aber eine riesengroße Erwartungshaltung an die Katzen und mindestens "20 Jahre Katzenerfahrung" (wenn ich diesen Satz nochmal hören muss, kriege ich einen Schreikrampf).
Wissen darüber was Katzen brauchen (oder auch eben nicht brauchen) wissen viele nicht. Wie oft sehe ich „sterile“ Wohnungen, schick in weiß, wenig Möbel, aber leider eben völlig katzenuntauglich.
Wenn Katze hier neben das stylische selbstreinigende oder kleine Haubenklo mit Einstieg von oben (Thema menschfreundliche und katzenunfreundliche Produkte) macht, geht’s auch zurück ins Heim. GGF will man dann auch eine „neue Katze probieren“. Hört sich an wie bei Saturn. Gerät kaputt, funktioniert nicht wie es soll, wird umgetauscht.
GEHTS EIGENTLICH NOCH liebe Adoptanten?
Meiner Meinung nach müssen sich Katzenadoptanten erst mal Fachwissen aneignen, um zu entscheiden ob sie eine Katze adoptieren und wenn ja, welcher Typ Katze passen könnte und was sie bereit sind zu tun.
PS: Katzen sind sehr teuer! Insbesondere Tierarztkosten (zur Krankenversicherung würde ich immer raten, wenn das möglich ist). Aber auch vernünftiges Futter und Urlaubsbetreuung ist teuer.
Liebe Tierheime:
Wenn ihr gern Seminare für (zukünftige) Katzeneltern anbieten möchtet oder für eure Tierheimmitarbeiter, wendet euch gerne an mich. Wir verabreden ein Thema und einen Termin.
Es gibt durchaus Katzenexperten die auch ehrenamtlich gerne ihre Hilfe anbieten! Müsst ihr nur annehmen 😉
Es kostet euch nix und ihr könnt sogar noch eine Teilnahmegebühr (als Spende) nehmen.
Ich koste nur ein oder zwei Kaffee mit Pflanzenmilch :-)
In diesem Sinne, allen die hier mitlesen eine schöne Weihnachtszeit ❤️
PS:
Züchter finde ich doof und der Weihnachtsbraten sollte natürlich vegan sein, denn alle Tiere sind wie kleine Katzenkinder.
Bild von KI generiert.