28/01/2025
Krallenkürzung - eine meist eher ungeliebte Pflegemaßnahme
Pfoten sind heilig, kaputte Pfoten würden in der Natur die Chancen auf erfolgreiche Jagd minimieren. Die Skepsis bis Ablehnung von Manipulation an selbigen ist daher oft hoch. Leider laufen sich nicht alle Hunde die Krallen passend ab. Zu lange Krallen auf festem Untergrund führen aber zu Fehlstellungen der Pfoten und damit über kurz oder lang zu weiteren, schmerzhaften Problemen im Bewegungsapparat. Eine Pflege gegen den Willen des Hundes ist schwierig bis unmöglich, wenn er sich windet wie ein Aal, ständig weg zuckt, gänzlich verschwindet oder zu beißen droht. Und eine vertrauensvolle Beziehung ist so auch nicht möglich, wenn ich den Hund quasi knebeln und fesseln muss.
Gutes Medicaltraining, wenn möglich von Welpe an, hilft, auch die Krallenpflege vertrauensvoll und freiwillig geschehen zu lassen. Tiefenentspannt wäre natürlich optimal, ist aber je nach Vorgeschichte (schmerzhafte Pfoten-/Krallenverletzungen, schon erlebte Zwangsmaßnahmen) evtl auch längerfristig nicht erreichbar.
Ich nutze gerne das "bucket game" für die Krallenpflege. Hierbei ist das Fixieren des Eimers mit Leckerchen Xavers Signal, dass er startklar und mit meinen Handlungen bzw der Situation so einverstanden ist. Nimmt er den Blick vom Eimer oder weicht mir aus, stoppe ich sofort meine Handlung, nehme meine Hände und Werkzeuge weg. Erst wenn Xaver sich wieder auf den Eimer konzentriert, geht es mit einem neuen Versuch weiter. Der Hund hat so volles Mitspracherecht. Hält er meine Manipulation aus, gibt es Belohnung aus dem Eimer. Natürlich starte ich nicht gleich mit Krallenkürzen, sondern sehr kleinschrittig zB Annäherung Hand, Berühren der Pfote, Greifen der Pfote, Heben.und später Halten der Pfote, zeigen des Werkzeugs, Annäherung, kurzes Berühren, 1s Schleifen bzw 1 dünner Cut, 2 s Schleifen bzw. 2 dünne Cuts etc. (Achtung: Kralle darf beim Schleifen nicht heiß werden, immer nur wenige Sekunden bzw. mit Zange nur dünne Scheiben abknipsen, nicht ins Leben schneiden!). Zu Beginn des Trainings mit kleinen Erfolgen zufrieden sein, es dauert u.U. bis der Hund alle Krallen hintereinander aushält. Dran bleiben lohnt sich!