12/06/2026
🐾 Pyometra (Gebärmuttervereiterung) bei Hund und Katze – ein lebensbedrohlicher Notfall
Die Pyometra ist eine eitrige Entzündung der Gebärmutter und gehört zu den häufigsten und gefährlichsten Erkrankungen unkastrierter Hündinnen. Auch Katzen können betroffen sein, wenn auch deutlich seltener.
🔬 Wie entsteht eine Pyometra?
Nach der Läufigkeit beziehungsweise Rolligkeit führt das Hormon Progesteron zu Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut. Die Schleimhaut verdickt sich, Drüsen bilden vermehrt Sekret und die Abwehrmechanismen der Gebärmutter werden reduziert. Gelangen Bakterien – meist aus der normalen Scheidenflora – in die Gebärmutter, können sie sich dort vermehren und eine eitrige Entzündung verursachen.
Begünstigende Faktoren sind:
• wiederholte hormonelle Veränderungen bei unkastrierten Tieren
• zystische Endometriumhyperplasie (Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut)
• hormonelle Behandlungen zur Läufigkeits- oder Rolligkeitsunterdrückung
• höheres Alter
⚠️ Welche Symptome treten auf?
Man unterscheidet zwischen einer „offenen“ und einer „geschlossenen“ Pyometra.
Bei der offenen Form ist der Gebärmutterhals geöffnet und eitriger oder blutiger Ausfluss aus der Scheide sichtbar.
Bei der geschlossenen Form kann kein Sekret abfließen. Diese Form ist besonders gefährlich, da sich große Mengen Eiter in der Gebärmutter ansammeln können.
Mögliche Symptome:
• Mattigkeit und Schwäche
• Fieber
• verminderter Appetit
• vermehrtes Trinken und Harnabsatz
• Erbrechen
• Bauchumfangsvermehrung
• vaginaler Ausfluss (nicht immer vorhanden)
🩺 Wie wird die Diagnose gestellt?
Neben der klinischen Untersuchung liefern folgende Untersuchungen wichtige Hinweise:
• Blutuntersuchung (Entzündungszeichen)
• Ultraschall der Gebärmutter
• gegebenenfalls Röntgenuntersuchung
Der Ultraschall ist meist die wichtigste Methode, um eine mit Flüssigkeit oder Eiter gefüllte Gebärmutter darzustellen.
💉 Wie wird behandelt?
Die Therapie der Wahl ist in den meisten Fällen die operative Entfernung von Gebärmutter und Eierstöcken (Ovariohysterektomie).
Zusätzlich werden je nach Zustand des Tieres Infusionen, Schmerzmittel und Antibiotika eingesetzt.
In ausgewählten Fällen kann eine medikamentöse Behandlung versucht werden. Diese ist jedoch mit einem erhöhten Risiko für Rückfälle verbunden und eignet sich nicht für jeden Patienten.
📈 Wie sind die Heilungschancen?
Wird die Erkrankung frühzeitig erkannt und behandelt, sind die Heilungsaussichten meist sehr gut.
Unbehandelt kann eine Pyometra jedoch zu einer Blutvergiftung (Sepsis), Kreislaufversagen oder zum Reißen der Gebärmutter führen und lebensbedrohlich werden.
❤️ Vorbeugung
Die sicherste Vorbeugung ist die Kastration vor dem Auftreten einer Pyometra. Bei unkastrierten Hündinnen und Katzen sollte insbesondere einige Wochen nach der Läufigkeit beziehungsweise Rolligkeit auf Veränderungen des Allgemeinbefindens geachtet werden.
Bei Mattigkeit, vermehrtem Trinken oder vaginalem Ausfluss sollte zeitnah eine tierärztliche Untersuchung erfolgen