Hundeschule Ulrich

Hundeschule Ulrich Training, handgenähtes Hundezubehör. Tierheilpraxis - mehr als 25 Jahre Erfahrung, Terriertraining Termine finden nach Vereinbarung statt.

Ich biete Welpenspaziergänge mit erwachsenen Hunden, Kleinhunde - und Terrierunterricht, sowie Seminare, Einzelunterricht und naturheilkundliche Behandlungen in meiner eigenen Tierheilpraxis an. In meiner kleinen Hundewerkstatt fertige ich maßgeschneiderte Halsbänder und Brustgeschirre aus Gurtband, Neopren und Leder an. Dazu gibt es passende Leinen, Schleppleinen und exklusive Show- und Schmuckleinen.

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09/04/2025

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16/03/2025

Puppy Yoga: Finger weg!

Von Ralph Rückert, Tierarzt

Das ist jetzt irgendwie schwierig: Ich gehe davon aus, dass meine Blogartikel fast ausschließlich von Tierbesitzer:innen gelesen werden, die natürlich nie auf so einen offensichtlich tierschutzwidrigen Lifestyle-Trend reinfallen würden. Da renne ich also mit Anlauf offene Türen ein. Deshalb würde ich ganz gegen meine sonstigen Gewohnheiten um lebhaftes Teilen dieses Textes bitten, damit er sich auch zu Personen verbreitet, die nicht die Sachkunde haben, um zu erkennen, dass sie da auf was reinfallen, was einfach nicht in Ordnung ist. Vielen Dank im voraus!

Irgendwann Anfang 2024 habe ich das erste Mal von Puppy Yoga gehört und schon Luft geholt und meine Finger gelockert, um mich dazu in der erforderlichen Schärfe zu äußern. Dann kamen mir dankenswerterweise verschiedene offizielle Stellen zuvor und haben sich eindeutig gegen diesen in meinen Augen typisch neodämlichen Trend positioniert. Also dachte ich, dass der Drops gelutscht wäre. Nun muss ich durch einen Artikel in einer unserer Fachzeitschriften (VETimpulse, 34. Jahrgang, Ausgabe 2, Februar 25) schockiert erfahren, dass dieser offensichtliche Quark immer noch lustig weiter angeboten wird. Da die VETimpulse natürlich nur in Fachkreisen gelesen wird, füge ich da mal meine Stimme dem Chor der Ablehnung hinzu.

Also, was ist Puppy Yoga? In aller Kürze: Eine Yoga-Stunde, bei der die ganze Zeit von den Veranstaltern sozusagen gemietete Hundewelpen (in der Regel ein Wurf einer Zuchtstätte) anwesend sind und sich da am Veranstaltungsort frei zwischen den Teilnehmer:innen bewegen. Die Stunde wird gern aufgeteilt in zum Beispiel 40 Minuten Yoga und 20 Minuten Beschäftigung mit den Welpen, gern beschrieben als „Kuscheln, Spielen und Fotografieren“. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Konzept für Leute, die keine Ahnung von Hunden haben, sie aber mögen, als durchaus attraktiv, herzig und süß rüberkommt. Wie VETimpulse schreibt: „Auf den ersten Blick erscheint es wie eine Win-Win-Situation. Die Welpen erfreuen die Besucher, die Besucher sozialisieren die Welpen. Doch der Schein trügt.“

Ja, der Schein trügt! Ein derartige Instrumentalisierung von in diesem Alter sehr vulnerablen Welpen für kommerzielle Lifestyle-Zwecke, die eigentlich keiner braucht, ist nicht nur nach meiner Meinung einfach tierschutzwidrig. Auf den gleichen Standpunkt stellen sich auch die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz, der Deutsche Tierschutzbund, der zuständige Fachbereich der Ludwig-Maximilian-Universität München, das Veterinäramt Stuttgart und andere, das Schweizerische Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV, der britische Tierschutzverein RSPCA und – last but not least – die italienische Regierung, die solche Veranstaltungen einfach pauschal untersagt hat.

Ich will hier jetzt gar nicht im Einzelnen auf die verhaltenskundlichen Gründe für eine strikte Ablehnung solcher (außer für den Geldbeutel der Veranstalter) nutzlosen Lifestyle-Events eingehen. Diese ethologischen Einwände werden in den verlinkten Stellungnahmen gründlich und für jede und jeden zugänglich erläutert.

Mir geht es um einen anderen und meiner Meinung nach ganz entscheidenden Punkt: Man könnte als zuständiges Veterinäramt solche Veranstaltungen eigentlich nur dann genehmigen, wenn man über die Mittel verfügen würde, die strikte Einhaltung einer korrekten und möglichst unschädlichen Durchführung durch den Einsatz von Undercover-Personal zu kontrollieren und zu gewährleisten. Da dieser Gedanke von vornherein illusorisch ist, sind Puppy-Yoga-Veranstaltungen in meinen Augen einfach nicht genehmigungsfähig! Das Missbrauchspotential ist viel zu hoch! Dieser Gedankengang wird bestätigt durch Undercover-Recherchen, die der britische Sender ITV (Channel 3) angestellt hat und die klar aufzeigen, dass bei solchen Events in der realen Welt eben doch ganz klare Tierschutzverletzungen vorkommen, von viel zu jungen Welpen über häufige Störungen schlafender Tiere bis hin zum verwehrten Zugang zu Wasser bei sehr hohen Raumtemperaturen, weil die Welpen bei ausreichendem Trinken ja zu oft pi***ln müssten.

Wie immer gilt: Es macht keinen Sinn, irgendwelche Regularien aufzustellen, wenn man ihre Einhaltung hinterher gar nicht kontrollieren kann. Zudem bedeuten Regularien automatisch auch eine Art Anerkennung solcher Aktivitäten, in dem Sinne „wenn ihr die Regeln x, y, z einhaltet, dann ist das, was ihr da tut, okay“. Es wird aber selbst unter Einhaltung beliebiger Regeln nie okay sein, weil für die Welpen – und nur um diese geht es – absolut keine Vorteile, sondern nur potenzielle Nachteile erkennbar sind. Wie das Schweizerische BLV in seiner Fachinformation ausführt: „Die Risiken für die Gesundheit und das Wohlergehen der Welpen müssen höher gewichtet werden als ein allfälliger Nutzen für die Teilnehmenden, die Tierhaltenden oder die Veranstalterin. Welpen können auf vielseitige Art und Weise sozialisiert werden, ohne sie den weiter unten ausgeführten Risiken aussetzen zu müssen.“

Vorbild in dieser Sache sollte uns also Italien sein, das – wie schon erwähnt – Puppy-Yoga-Events einfach pauschal untersagt hat. Das ist in meinen Augen die einzig richtige Vorgehensweise. Ich kann meine Kolleginnen und Kollegen in den Veterinärämtern nur ermutigen, da komplett auf stur zu schalten. Sollen die Veranstalter doch deswegen Klage einreichen! Vor Gericht wird die Sachlage angesichts der vorliegenden fachlichen Stellungnahmen und Gutachten wohl ziemlich schnell geklärt sein.

Und an Sie, die potenziellen Verbraucher:innen, die Sie vielleicht dran denken, so eine schräge Veranstaltung zu buchen, kann ich nur appellieren: Bitte lassen Sie es! Das Ganze ist einfach nicht akzeptabel. Machen Sie sich nicht mitschuldig und sparen sich das Geld. Yoga ist eine feine Sache. Sie können auch ruhig „Doga“ machen, also Ihren eigenen Hund zuhause in ihre Übungen einbeziehen. Aber lassen Sie bitte Welpen raus aus der Sache!

Ein Gesichtspunkt noch, vor allem für uns Gewohnheits-Hundehalter:innen: Speziell im Umfeld von Großstädten, in denen man Anbieter von Puppy-Yoga finden kann, mag es Sinn machen, die Verwendung eines Welpen, den man sich in der Zuchtstätte schon ausgesucht hat, für solche Events abzufragen und gegebenenfalls zu untersagen. Ich wäre jedenfalls absolut nicht begeistert, wenn ein für mich reservierter Welpe noch schnell für sowas missbraucht wird, kurz bevor ich ihn dann bekomme.

Die Links:
Stellungnahme der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz TVT:
https://www.tierschutz-tvt.de/alle-merkblaetter-und-stellungnahmen/?no_cache=1&download=Stellungnahme_PuppyYoga.pdf&did=409
Stellungnahme des Instituts für Verhaltenskunde an der LMU München:
https://www.tierhyg.vetmed.uni-muenchen.de/aktuelles/nachrichten/hundewelpen-veranstaltungen/index.html
Fachinformation Tierschutz des Schweizerischen BLV:
https://www.blv.admin.ch/dam/blv/de/dokumente/tiere/heim-und-wildtierhaltung/fachinformation_puppy_yoga.pdf.download.pdf/D%20Fachinformation%20Nr.%201.5%20(1)%20Puppy%20Yoga%20und%20%C3%A4hnliche%20Veranstaltungen%20mit%20Hundewelpen%20-%20Beurteilung%20der%20Tierschutzrelevanz,%20April%202024.pdf
Der Spiegel über das Verbot von Puppy Yoga in Italien:
https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/puppy-yoga-italien-verbietet-yoga-mit-hundewelpen-a-229696d1-c484-4da6-b69c-f7e4256cea6a
Die Undercover-Recherche von ITV (englisch):
https://www.itv.com/news/2023-07-03/is-puppy-yoga-ethical-the-dark-side-of-a-growing-wellness-trend

Bleiben Sie mir gewogen, bis bald, Ihr

Ralph Rückert

© Ralph Rückert
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01/01/2025

Das Tierheim Freiburg braucht dringend Unterstützung.

14/03/2024

Wo sind sie geblieben?
Wo sind sie geblieben? All die Selbstverständlichkeiten?

Die Selbstverständlichkeit, meinen Hund überall anfassen zu können. Zu jeder Zeit. Auch an einem Mittwoch. Auch bei Regen. Auch nach 19Uhr.

Die Selbstverständlichkeit, auch einem Welpen bereits gewisse Dinge zu verbieten. Einfach so. Total klar und ruhig und konsequent. Ohne ihn abzulenken. Ohne ihn wegzufüttern. Ohne mich dabei schlecht zu fühlen. Es einfach tun. Körperlich.

Die Selbstverständlichkeit, meinem Hund die Pfoten waschen zu können. Ihm einen Maulkorb aufsetzen kann. Ihn bürsten kann. Eine Zecke rausdrehen kann. Dass er einfach stillhält. Ohne es über Monate «aufkonditioniert» zu haben. Ohne Medical Training. Einfach so. Selbstverständlich eben.

Die Selbstverständlichkeit, mich mit meinem Hund auf dem Boden wälzen zu können, ihn ins Fell zu packen, ihn nach meinen Händen und Armen greifen zu lassen. Alles zu vergessen. Nur rumzublödeln. Lustig, doof, körperlich. Drunter und drüber. Ohne irgendwelches Dominanzgedöns im Hinterkopf zu haben.

Die Selbstverständlichkeit, dass Hunde knurren. Dass sie Zähne haben. Dass sie beissen. Dass sie Beutegreifer sind.

Die Selbstverständlichkeit, dass ich meinen Hund körperlich blockieren kann. Und dass er es versteht. Weil Hunde das verstehen. Und entspannt damit umgehen.

Die Selbstverständlichkeit, dass es viel braucht, bis ein Hund traumatisiert ist. Und dass Hunde lernfähig und veränderbar sind. Auch wenn wir glauben, dass sie traumatisiert sind.

Die Selbstverständlichkeit, dass ich um meinen schlafenden Hund, der sich auf dem Wohnzimmerteppich breit macht, herumgehen kann. Ohne dass mir ein Stein aus meiner FühranspruchKrone rausfällt.

Die Selbstverständlichkeit, dass ich meinen Weg gehe und davon ausgehe, dass mir mein Hund aus dem Weg geht.

Die Selbstverständlichkeit, dass ich auf meinen Hund und er auf mich Rücksicht nimmt. Bereits als Welpe und Junghund. Ich bin nicht sein Kratzbaum oder sein Anspringbock, ich lasse mir weder die Arme zerkauen, noch die Hosen zerfetzen.

Die Selbstverständlichkeit, dass man sich Führung nicht erlieben kann. Und auch nicht erzwingen. Nur erarbeiten. Und verdienen.

Die Selbstverständlichkeit, dass der Hund nicht mein Kind, mein Baby, mein*e Partner*in ist. Sondern mein Hund. Der Führung und Klarheit braucht, um Hund sein zu können, um sich entspannten zu können.

Die Selbstverständlichkeit, dass Hunde blöd, doof, mühsam, anstrengend und nervraubend sind. Dass sie bis gut dreijährig sich immer mal wie durchgeknallte, hormongesteuerte Punks benehmen werden. Dass man sie deswegen weder sofort kastrieren, weg geben oder einfach ignorieren soll. Sondern erziehen. Dranbleiben. Und die Entwicklung geniessen.

Die Selbstverständlichkeit, dass Rüden mal schlecht fressen oder heulen wegen läufigen Hündinnen. Dass sie aber sehr wohl lernen können, mit Frust und und ihren Hormonen umzugehen. Dass sie dafür aber Klarheit, Erziehung und ZEIT brauchen, um erwachsen zu werden.

Die Selbstverständlichkeit, dass Hündinnen sich während ihrer Läufigkeiten und überhaupt in ihren Zyklen unterschiedlich verhalten. Dass sie scheinträchtig werden. Dass sie mal anhänglich, mal abweisend, mal überschäumend, mal etwas mehr zurückgezogen sind.

Die Selbstverständlichkeit, dass Hormone nicht nur da sind, um für Nachwuchs zu sorgen. Sondern dass sie auch für die Persönlichkeitsentwicklung und die körperliche Gesundheit zuständig sind. Hunde werden nach der Pubertät dank den Hormonen ruhiger, gelassen, fair und gechillter. Dafür müssen sie aber durch das pubertäre Chaos hindurch dürfen. Ohne Kastration. Ohne Hormonchip. Sondern mit Erziehung, Grenzen, einem klaren Menschen, der auch mal über sich selbst lachen kann.

Die Selbstverständlichkeit, dass ich mich nicht rechtfertigen brauche, weil ich für gewisse Dinge mit Futter als Belohnung arbeite. Und dass ich deswegen weder locke, noch ablenke, noch besteche. Und dass ich deshalb genauso kompetent und klar sein kann.

Die Selbstverständlichkeit, dass ich meinen Hund anleine, wenn mir Mensch, Pferd, Kuh, Kind, angeleinter Hund – ob mit oder ohne gelbe, grüne, pinke Schleife – entgegenkommt.

Die Selbstverständlichkeit, dass ein Hund lernen kann, an lockerer Leine zu gehen.

Die Selbstverständlichkeit, dass ein Terrier ziemlich sicher weniger gechillt ist als ein Bernhardiner. Und ein Deutscher Schäfer schneller auf Bewegungsreize reagiert als ein als ein Labrador aus ShowLinie. Dass ein Spaniel die Nase am Boden hat. Und dass sie trotzdem alle ansprechbar bleiben können im Alltag. Mit mehr oder weniger Aufwand seitens uns Menschen.

Die Selbstverständlichkeit, dass ein Hund, der nicht zuverlässig zurückkommt, an die Leine gehört.

Die Selbstverständlichkeit, dass Hunde auch mal streiten. Dass es auch mal knallt. Dass sie auch mal unfair sind. Und dass sie deswegen noch lange nicht für ihr restliches Leben traumatisiert sind und deswegen für immer an der Leine pöbeln oder nie wieder in Kontakt sollten mit anderen Hunden.

Die Selbstverständlichkeit, dass Junghunde versuchen, sich an der Leine aufzuregen, zu pöbeln, sich gross zu fühlen. Egal, ob sie mit 8,34 Monaten von einem freilaufenden Hund angegangen wurden oder nicht. Und dass es unser Job ist, dies zu regeln und nicht einfach damit zu leben und irgendwelche lebenslangen Ausreden dafür zu haben.

Die Selbstverständlichkeit, dass Angsthunde nicht über Jahre in ihrer Angst gefangen bleiben müssen, nur weil wir Menschen ihnen das Tempo überlassen wollen (und sich dabei gut fühlen), statt sie klar und zielgerichtet aus ihrer Komfortzone in und dadurch durch die Angst zu führen. Und in ein lebenswertes Leben. Und das nicht nach Jahren.

Die Selbstverständlichkeit, dass viele gerettete Hunde nicht dankbar sind. Dass sie genetisch vielleicht seit Generationen «wild» lebten und sich auch so selektiert haben, dass sie sich hier zwischen Gartenzwergen, Leinen und menschlichen Ansprüchen fühlen wie der Bär im Betonbunker: Fettgefüttert, unverletzt, keinen Gefahren ausgesetzt, aber innerlich tot, leer und mit dieser verdammten Sehnsucht nach Selbstbestimmung.

Die Selbstverständlichkeit, dass Hunde unglaublich hochsoziale Wesen sind. Dass es kein immer und kein nie gibt.

Wo sind sie geblieben? Ich werd’ es nie verstehn, ich werd’ es nie verstehn.

Nina Miodragovic
so-denkt-ihr-Hund-mit.ch

Dieser Post darf gerne geteilt werden. Alle Rechte der Texte verbleiben bei der Autorin Nina Miodragovic.

Es darf gerne sachlich diskutiert und gefragt werden. Menschen, die alles besser wissen, alles hier schrecklich und böse finden, sollen einfach weitersollen. Entsprechend diffamierende und respektlosen Beiträge werden kommentarlos gelöscht. Meine Seiten, meine Regeln.

Neues Video, Link im Kommentar 🐶
22/02/2024

Neues Video, Link im Kommentar 🐶

17/02/2024

Wir suchen einen Platz für einen jungen Rüden - am liebsten einen Co-Owner-Platz - ich weiß, die Nadel im Heuhaufen. Aber vielleicht finden wir sie ja. Tel.: 07664 5884

Endlich hatte ich Zeit, ein Häubchen für die Autobox zu nähen. Heute "probegefahren", gefällt mir - und die oben sind pl...
14/02/2024

Endlich hatte ich Zeit, ein Häubchen für die Autobox zu nähen. Heute "probegefahren", gefällt mir - und die oben sind plötzlich viel leiser 😅

14/03/2023

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„Ankommen lassen“ – was genau ist damit gemeint?

Zwei Worte, die so viel Unterschiedliches beinhalten können.

Jeder Hund, der ein neues Zuhause bekommen hat, reagiert unterschiedlich auf die neue Situation. Der eine ist aufgeregt, der nächste zeigt sich verhalten bis hin zu mehr oder weniger verunsichert. Die meisten Hunde nehmen sich zunächst zurück und sind recht unauffällig nach dem Motto: Erst einmal beobachten und schauen, wo ich hier gelandet bin. Und genau das tun Hunde: Sie beobachten und haben schneller, als wir gucken können, heraus, wie Menschen ticken.
Unserer Erfahrung nach passiert meist Folgendes: Die Hundehalter unterschätzen die Anfangsphase und geben dem Hund viele Freiheiten. Der Hund ist ja schließlich (noch) zurückhaltend und soll sich wohl fühlen. Und irgendwie scheinen viele Menschen Freiheiten als Kriterium für Wohlfühlen zu sehen.
Typischerweise gibt es zwischen drei und sechs Monaten eine Umbruchphase und der anfangs zurückhaltende Hund kommt „plötzlich“ mehr und mehr aus sich heraus. Das ist nicht selten verbunden mit aus menschlicher Sicht „störendem“ Verhalten (verstärktes Territorialverhalten, Anbellen von anderen Hunden am Gartenzaun oder beim Spazieren gehen, forderndes Verhalten usw.).
Ankommen lassen ist also definitiv NICHT gemeint als: „Du darfst erstmal tun und lassen, was du willst und dich hier ausbreiten“ und auch nicht als: „Du bist jetzt im Wellness-Bereich gelandet, was können wir für dich tun?“

Wir halten folgende Punkte (insbesondere für die Anfangszeit) für wichtig:

– Ruhe geben
Der Hund hat nach seinem Einzug genug mit den neuen Eindrücken zu tun, da braucht er kein großes Programm (Ausflug auf die Hundewiese, dann gleich mal vom Tierarzt durchchecken lassen, anschließend gucken, wie er sich in der Stadt verhält und dann gehen wir noch ins Restaurant zum Ausklang). Er braucht keine Party, kein: Lern-Mal-die-ganze-Nachbarschaft-und-noch-den-Freundeskreis-kennen.

– Regelmäßigkeit
Eine gewisse Regelmäßigkeit tut gerade in der Anfangszeit gut. Nicht im Sinne von: um Punkt 8 Uhr ausführen und um Punkt 12 Uhr zu füttern. Es geht darum, für den Hund eine gewisse Struktur des Alltags zu schaffen, so dass er sich grob an einem Tagesablauf orientieren kann und die neue Situation für ihn dadurch einschätzbar wird.

– Regeln
Hilfreich für den Hund ist es, wenn es von Anbeginn gewisse Regeln gibt. Dann weiß er, woran er ist und was er darf und was nicht. Vor allem erlebt er den Menschen als Gegenüber, welches einen Plan hat und an dem der Hund sich demzufolge gut orientieren kann. Das gibt Sicherheit und das Vertrauen wächst.

Kommt der Hund in einen Haushalt mit mehreren Bezugspersonen, dann sollten sich diese im besten Falle diesbezüglich abgestimmt haben.
Zu guter Letzt ist vor allem eine große Entspanntheit und Gelassenheit für den Hund von Vorteil. Wer unaufgeregt mit den Neuerungen, den Eigenheiten und Besonderheiten umgeht, der hilft sich und dem Hund am Allermeisten durch die Zeit des Kennenlernens hindurch.

Eure Wirs

P.S.: Ihr seht hier auf dem Bild Xinzele, der bei Daniela Adams zur Pflege lebt und noch ein Zuhause sucht.

Adresse

Brühlstraße 2
Freiburg Im Breisgau
79112

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