03/09/2022
Hühner sind Vögel, mit allen Eigenschaften, die wir an Vö**ln lieben. Und sie können fliegen - wenn man ihnen nicht die Flügel stutzt - und übernachten gerne in Bäumen. Obwohl Vögel keine Hirnrinde (Neocortex) haben, die nach allgemeiner Auffassung die höheren geistigen Fähigkeiten steuert, entdecken Forscher in den letzten Jahren erstaunliche mentale und kognitive Fähigkeiten.
Das Gehirn eines Huhns stellt selbst für den fähigsten und optimistischten Neurophysiologen eine Struktur von fast unvorstellbarer Komplexität dar.
sind wie wir Menschen gesellige Wesen, die auf gesellschaftliche Signale reagieren. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass das Krähen eines Hahns ganz unterschiedlich ist, je nachdem, ob er eine auf Nahrung aufmerksam machen möchte oder vor einer Gefahr warnt. »Er artikuliert nicht bloß, wie man zuvor dachte, irgendwelche zufälligen Laute, sondern übermittelt eine wesentliche Information. Im Grunde spricht er.
Hähne seien sich genau bewusst, an wen sie ihre Laute richten - und die Wissenschaftler identifizierten eine zunehmend größere Bandbreite verbaler Rufe. »So kann ein Hahn zum Beispiel durch die Art seines Rufs der Henne die Qualität der Nahrung verdeutlichen. Darüber hinaus scheint er zur Täuschung fähig zu sein. Um die Henne, die sich seiner Meinung nach zu weit fortgewagt hat, an seine Seite zurückzulocken, benutzt er einen Nahrungsruf, obwohl keine Nahrung vorhanden ist.« Dies zeugt von komplexen kognitiven Fähigkeiten. Jeder Hahn kann das Krähen von mindestens 30 anderen Hähnen unterscheiden, sind Forscher überzeugt. Die Rufe der Hähne übermittelten Botschaften, wo Nahrung entdeckt wurde, Warnungen, Territorialansprüche, Beunruhigung, Angst, Vergnügen, Frustration, Vorherrschaft, Beschwichtigung, zitiert der Autor Valerie Porter, eine englische Expertin in Sachen Haushuhn.
ine Henne kommuniziert sogar mit ihren Küken im Ei und umgekehrt: »Noch vor der Geburt ist das Küken imstande, kummervolle oder vergnügte Geräusche zu machen, auf die die Henne reagiert«, schreibt Jeffrey M. Masson. Die Glucke bewege dann ihren Körper auf dem Ei oder beruhige das Küken durch einen sanften Ruf, den es freudig erwidere. »Die Verbindung zwischen der Henne und dem Küken beginnt schon vor der Geburt. Das macht durchaus Sinn, denn es erlaubt uns zu verstehen, warum ein Küken sofort nach der Geburt ausschließlich auf die Rufe seiner Mutter reagiert. Es erkennt nämlich deren Stimme.« Während die Küken hinter ihr herlaufen, vermittelt die Glucke ihnen wesentliche Kenntnisse über die richtige Nahrung. Wissenschaftler zeigten in einem Experiment, dass die Hennen eingreifen, wenn ihre Küken ungenießbare Nahrung vor sich haben und sie in Richtung der essbaren Nahrung stupsen.
Was diese Tatsachen für die Abermillionen Küken bedeuten müssen, die in Brutapparaten ausgebrütet werden, nie ihre Mutter sehen und in industrieller Massenhaltung vegetieren müssen, ist kaum vorstellbar. Jede zielgerichtete Kommunikation werde durch die Mechanismen der Massentierhaltungsbetriebe, in denen das Küken seine Nahrung vom Fließband erhält, zur völligen Bedeutungslosigkeit verurteilt, erklärt der Autor.
Hinzu kommt: Immer mehr zu kommerziellen Zwecken gezüchtete Masthühner sind lahm und leiden unter qualvollen chronischen Schmerzen, weil infolge genetischer Eingriffe das natürliche Wachstum völlig unnatürlich beschleunigt wurde. Ein Küken wächst heute so schnell heran, dass es bereits sieben Wochen nach dem Schlüpfen geschlachtet wird. Als Wissenschaftler diese Zustände anprangerten, wurde ihnen vorgeworfen, sie argumentierten in spekulativer oder, schlimmer noch, anthropozentrischer Weise.
In einem Experiment, bei dem Hühnern zwei verschiedene Arten Futter angeboten wurde - eines mit einem entzündungshemmenden und schmerzstillenden Medikament und eines ohne das Medikament - bevorzugten die lahmen Hühner das Futter mit der Arznei. Damit sei bewiesen worden, dass die Hühner qualvolle Schmerzen haben und sich davon zu befreien suchen.