21/11/2020
In einer Hundeernährungsgruppe war eine Frage aufgekommen: Braucht der Hund wirklich Vielfalt im Sinne von Abwechslung in der Ernährung?
Der Hund braucht keine Abwechslung beim Futter. Wichtiger ist die Abwechslung beim Fressen. Die Hundepankreas braucht immer einige Zeit um sich auf neue Proteinquellen einzustellen. Wenn ihr wild abwechselt, so stresst das auf Dauer die Bauchspeicheldrüse.
Meine Empfehlung als Ernährungsberater wäre es, zwei bis drei Tierarten als Futter und Snacks anzubieten. Also zum Beispiel Lamm, Rind und ein Fisch. Die Abwechslung kann dann zum Beispiel über die Art des Futters kommen. Ihr habt zum Beispiel ein Fertigfutter/Tagesration mit Lamm, verschiedene Kausnacks vom Rind, und als Top-Treat getrocknete Sprotten. Für etwas Abwechslung könnte ihr dann zu einem Fertigfutter/Tagesration mit Rind wechseln, und darauf achten, dass die pflanzlichen Proteine ähnlich sind, und stattdessen getrocknete Lammteile oder Lammtrockenfleisch als Snacks verwenden.
Was das Fressen (und die Abwechslung dabei) angeht: Füttert nicht nur aus dem Napf, sondern auch aus Futterbeutel, Kong, in Suchspielen oder über eine Fährte. Das ist viel relevanter als Abwechslung für den Hund als die Varianz im Geschmack. Schaut man auf den Wolf, so liegt hier der Ursprung darin, dass sich das saisonale Angebot an Früchten und Gemüse über das Jahr nur langsam ändert, und auch das Angebot an Beute nur langsam schwankt. In einem Wolfsrevier ohne Kamele wird nicht plötzlich eine relevante Kamelpopulation auftauchen. WIE Wolf und Hund aber zu ihrer Beute kommen, das regt Geist und Körper an. 😃“