22/06/2024
Tief ausatmen. Und noch mal. Denn ich habe es satt. Nicht meinen Job, sondern die Art wie manche, die ich noch nicht mal Kollegen oder Kolleginnen nennen mag, Hundeerziehung betreiben. Erstens wird der Hund zum miesen „Grenztester“ deklariert , „Dominanz“, „Rangordnung“, „er will es wissen“. Daraufhin wird sein Hund-Sein eingeschränkt, nach dem Motto: „markieren ist dominieren“, „Alles meins“, „Revier verteidigen“, „Grenzen etablieren“. Solche Hunde dürfen nicht mal im eigenen Garten markieren oder pieseln. Das ginge zu weit. Er darf nicht vor der Person, er darf nicht lange schnüffeln, er darf eigentlich nichts, was einen Hund ausmacht. Gleichzeitig werden die Hundehalter „klein“ gemacht. „Sie übertragen Ihre Angst/Unsicherheit“ auf Ihren Hund“, „Sie geben kein Führung“, „kein Wunder, dass er Ihnen sagt, wo es lang geht“., „denn Sie strahlen keine Sicherheit aus.“ Also bitte, legen Sie gefälligst Ihre Angst ab. Und dann kommt die Therapie: Abblocken was nur geht, der ganze Menschenkörper wird zur Schranke, Sichtblende, Stolperstein, Prallwand. Der Hund sieht förmlich zu, wie sein Kuschelpartner von drinnen sich draussen in einen „Verhinderer“ und einen Stimmungsdämpfer umwandelt. Folge: je nach Rasse und Temperament stellt er die Kooperation draussen ein, er geht stiften (Folge: Dauerleinenzwang), er gibt keine Aufmerksamkeit, er meidet und flüchtet, er stellt sich taub und dumm. Aber nicht stumm. Brenzlige Situationen löst er laut und körperlich, denn da muss er durch. Das ist, wenn man Glück hat. Nette warmherzige Menschen, die für ihren Hund alles tun möchten, werden zu Strafern gedrillt. Und mögen sich irgendwann selber nicht mehr. Der Spass mit dem Hund verschwindet.
Wenn Sie nur eins von diesen Merkmalen wieder erkennen: Nehmen Sie Ihren Hund und trennen Sie sich von Ihrem Trainer. Leinenruck, Wasser, Discs, „Schhhht!“ und Körperblocks machen Ihre Beziehung zum Hund kaputt. Wenn Sie das alles einfach NIcHT tun, wird es von alleine schon besser. Stellen Sie sich vor, Sie gehen nett mit ihm um! Möchten Sie zusammenwachsen?