06/06/2026
PFERDEWEIDE IM SOMMER
Gerade jetzt im Sommer sieht man auf vielen Pferdeweiden das gleiche Bild: Die Fläche wird immer weiter abgefressen, bis kaum mehr als eine kurze Grasnarbe übrig bleibt. Was zunächst ordentlich und „sauber abgeweidet“ aussieht, ist für die Weide oft ein großes Problem.
Gräser benötigen ausreichend Blattmasse, um durch Photosynthese Energie zu gewinnen. Werden sie immer wieder bis auf die Grasnarbe abgefressen, fehlen die Reserven für Wachstum und Regeneration. Die Pflanzen werden geschwächt und können Trockenstress deutlich schlechter ausgleichen.
Hinzu kommt der Vertritt durch die Pferde. Besonders an Fressplätzen, Toren und stark frequentierten Bereichen wird der Boden verdichtet. Die geschädigte Grasnarbe kann sich dort kaum noch erholen. Regenwasser versickert schlechter, die Wurzeln erhalten weniger Sauerstoff und die Widerstandskraft der Pflanzen schwindet.
In den Sommermonaten verschärft die Hitze die Situation zusätzlich. Eine kurzgefressene Weide bietet kaum Schatten für den Boden. Die Sonneneinstrahlung erwärmt die Oberfläche stark, Feuchtigkeit verdunstet schneller und die Gräser vertrocknen.
Aus einer ehemals grünen Weide können innerhalb weniger Wochen lückige, staubige Flächen werden, die unerwünschten Pflanzen wie Jakobskreuzkraut, Ferkelkraut, Sauerampfer ect freihe Bahn lassen.
Sinnvolles Weidemanagement bedeutet deshalb, die Flächen nicht bis auf die Grasnarbe abfressen zu lassen. Durch rechtzeitiges Umweiden, ausreichend lange Erholungsphasen und eine angepasste Besatzdichte bleibt genügend Blattmasse erhalten. Die Pflanzen können weiter wachsen, den Boden beschatten und Trockenperioden besser überstehen.
Da die Wenigsten von uns genügend Flächen haben, gilt es diese sinnvoll einzuteilen und auch mal auf Sandpadocks auszuweichen und Heu oder Knabberäste anzubieten. Pferdehaltung bedeutet auch Verantwortung für die Natur zu übernehmen.