FAIRbunden, Hundeerziehung, Hundeverhaltensberatung, Tierschutz

FAIRbunden, Hundeerziehung, Hundeverhaltensberatung, Tierschutz Zertifizierte Hundetrainerin und Hundeverhaltensberaterin (Tierärztekammer Schleswig-Holstein), Ber

10/02/2026

Beziehung und Erziehung

Im Hundetraining wird heute viel von Beziehung gesprochen. Und gleichzeitig erstaunlich wenig davon verstanden. Beziehung wird gerne als Gegenpol zur Erziehung dargestellt. Hier das Harte, dort das Weiche. Hier Regeln, dort Vertrauen. Diese Trennung ist bequem, aber sie ist falsch.

Ein Hund erlebt keine Beziehung ohne Erziehung und keine Erziehung ohne Beziehung. Er unterscheidet das nicht. Das tut nur der Mensch.

Lernen ist kein Trainingswerkzeug

Hunde lernen nicht dann, wenn wir trainieren, sondern ständig. Sie lernen aus Konsequenzen, aus Wiederholung, aus Erwartung und Enttäuschung. Sie lernen aus Nähe genauso wie aus Distanz. Und sie lernen aus Frustration, ob wir das gut finden oder nicht.

Ein Trainingsverständnis, das Frustration grundsätzlich vermeiden will, widerspricht der Lernbiologie. Frustrationstoleranz entsteht nicht durch Belohnung, sondern durch das Erleben von Begrenzung in einem sicheren Rahmen. Wer dem Hund diese Erfahrungen nimmt, verhindert Entwicklung.

Beziehung ohne Grenze ist keine Beziehung

Beziehung wird oft romantisiert. Als würde sie entstehen, wenn man möglichst wenig eingreift. Wenn man möglichst viel erlaubt. Wenn man möglichst nett ist. Für einen sozialen Hund ist das kein Beziehungsangebot, sondern Unklarheit.

Beziehung bedeutet Orientierung. Orientierung entsteht dort, wo Verhalten beantwortet wird. Nicht brutal, nicht unkontrolliert, aber eindeutig. Ein Hund, der nicht weiß, woran er ist, steht nicht in Beziehung, sondern im Dauerstress.

Aversivität ist kein Trainingsfehler

Im sozialen Verhalten von Hunden ist Aversivität selbstverständlich. Abwenden, Raum beanspruchen, Verhalten stoppen, Interaktion beenden. Das sind keine Eskalationen, sondern Regulierung. Wer Aversivität aus dem Zusammenleben verbannen will, ersetzt Biologie durch Wunschdenken.

Das Paradoxe ist, auch die sogenannten positiven Methoden arbeiten mit Aversivität. Ignorieren ist aversiv. Unterbrechen ist aversiv. Der Unterschied liegt nicht im Vorhandensein, sondern im Umgang damit. Wer behauptet, aversionsfrei zu arbeiten, benennt nur nicht, was er tut.

Wenn Sachfragen persönlich werden

Ein auffälliges Phänomen in der aktuellen Diskussion ist die schnelle Verschiebung von der Sachebene auf die persönliche Ebene. Statt über Lernbiologie, Verhalten oder Beziehung zu sprechen, wird begonnen, Personen zu bewerten. Man schaut in die Vergangenheit, wühlt im Keller, sucht alte Aussagen, alte Bilder, alte Methoden.

Nicht, um Zusammenhänge zu verstehen, sondern um Menschen kleinzureden. Wer nicht dem eigenen Umgang mit Hunden entspricht, wird moralisch abgewertet. Der Fokus liegt dann nicht mehr auf dem Hund, sondern auf der Person.

Diese Form der Auseinandersetzung ersetzt Argumente durch Zuschreibungen. Sie verhindert fachlichen Austausch und verschiebt den Blick weg vom Wesentlichen. Der Hund spielt in diesem Moment kaum noch eine Rolle.

Erziehung passiert sowieso

Ob man erzieht oder nicht, ist keine offene Frage. Jeder Hund wird erzogen. Die Frage ist nur, ob bewusst oder zufällig. Wer glaubt, durch Zurückhaltung keine Erziehung zu betreiben, überlässt dem Hund die Aufgabe, sich selbst zu regulieren. Das funktioniert selten.

Erziehung ist keine Technik. Sie ist die Summe aus Beziehung, Konsequenz und Vorhersagbarkeit. Wer sich ausschließlich auf Trainingssysteme konzentriert, verpasst den Kern. Wer sich ausschließlich auf Beziehung beruft, vermeidet Verantwortung.

Das Wesentliche gerät aus dem Blick

Wenn Diskussionen sich darum drehen, wer recht hat, wer früher was gemacht hat oder wer moralisch überlegen ist, geht der Blick auf den Hund verloren. Dabei wäre genau hier der Punkt, an dem man ansetzen müsste. Beim Verständnis für Lernprozesse, für soziale Dynamik und für die Biologie des Hundes.

Ein Hund braucht keine Ideologie. Er braucht Menschen, die bereit sind, genau hinzusehen und Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen. Nicht perfekt, sondern reflektiert. Nicht dogmatisch, sondern ehrlich.

Lieben Gruß,
Gerd Schuster

09/02/2026

Oh jeh....und das ist der Grund warum bei einer Vermittlung eines Hundes sowohl das Alter der Halter als auch das Alter des Hundes berücksichtigt werden sollte. Und auch die Frage abgeklärt werden sollte "was wird aus dem Hund wenn Ihnen etwas passiert" . klingt Makaber aber jeder Hundehalter sollte das zu lebzeiten klären.

da ist sehr viel Wahres dran...sehr viel!
07/02/2026

da ist sehr viel Wahres dran...sehr viel!

Auslandshunde klauen uns den Mops?

Ach, ein herrliches Thema und ich sehe mich schon beim Schreiben des ersten Satzes wieder die Hater bei Facebook blockieren.
Die Frage danach, ob wir Hunde nicht mehr züchten dürfen, weil es ja genug Hunde aus dem Tierschutz gibt, oder ob die bösen Tierschutzhunde uns die Tierheime voll machen, während der arme deutsche Hund auf der Straße sitzt.
Gleich mal vorneweg:
Wie viele Probleme dieser Welt wäre es schön, wenn es einfache Antworten gäbe, aber es ist nun mal komplexer und da hilft auch kein Schimpfen und Aufstampfen. Man muss sich leider die Mühe machen es differenzierter zu sehen.

Fangen wir mal bei der Hundezucht an.
Nein. Das Hunde gezüchtet werden hat nichts damit zu tun, dass im Ausland die Tötungsstationen überquellen. Und selbst wenn jeder Mensch in Deutschland der einen Hund hat jetzt sofort einen Hund aus dem Auslandstierschutz nehmen würde, dann wäre das Problem immer noch da und ein einem halben Jahr wieder genauso groß wie heute. Alle Leute hier hätten dann nämlich einen Hund und in den nächsten ungefähr fünfzehn Jahren wäre der Pool an Straßenhunden wieder dreimal so groß wie jetzt.
Das Problem der Überpopulation in anderen Ländern ist politisch.
Klar, kann man da einen Hund herholen. Mein einer Hund kommt übrigens aus Griechenland aus dem Tierschutz, mein erster Fiffi aus Spanien von der Straße. Und ein weiterer aus einem deutschen Haushalt aus dem er ins Tierheim ziehen sollte. Klar, kann man das gerne machen!
Und für diesen einen Hund ist das (eventuell!) auch eine super Hilfe. Aber es löst das Problem nicht im Ansatz. Für den Tierschutz brauchen wir vor allem Aufklärung und Hilfe vor Ort. Projekte zur Sterilisation und vor allem Hilfe für die Menschen!
Denn da, wo die Hundezahl auf der Straße explodiert, geht es meistens auch den Menschen schlecht und wer grade damit beschäftigt ist zu überleben kann sich um Luxusprobleme wie Hunde auf der Straße nicht kümmern.
Für alle die jetzt aufheulen wie böse die Menschen im Ausland sind, wann habt Ihr Euch hier das letzte Mal für Stadttauben eingesetzt?
Was das damit zu tun hat?
Stadttauben sind verwilderte Haustiere, genau wie Hunde. Wir haben sie erschaffen und gezüchtet für Messengerdienste und als Fleischlieferant. Und die, die draußen alles voll ka**en sind entflogene oder ausgesetzte Haustiere. Genau wie die Hunde im Ausland.
Und hast Du schon mal um eine überfahrene Taube geweint, oder heimlich Futter in der Innenstadt ausgestreut?
Ziehst Du los und tauscht Taubeneier gegen Holzeier, damit die Population eingedämmt wird?
Falls ja: danke! Cooler Job!
Falls nein: Wirf also bitte nie mehr Menschen in anderen Ländern vor, dass sie sich nicht darum kümmern, wenn verwilderte Haustiere alles voll ka**en.

Tierschutz ist toll und Menschschutz und Umweltschutz gehört dazu und ist nicht davon trennbar. Menschen müssen fair bezahlt werden, nicht von Krieg und Klimawandel bedroht sein und nicht unter der Ausbeutung anderer Staaten leiden, damit sie Zeit, Energie und Geld haben um sich um Straßentiere zu kümmern. Wer gütig zu anderen sein soll muss Güte erfahren! Wenn Du also etwas für diese Tiere tun möchtest, dann hilft alles, was die Welt friedlicher, fairer, sicherer und gesünder macht.
Und nebenbei hilft es Projekte zu unterstützen die vor Ort arbeiten. Und wenn Du magst und es in Dein Leben passt, dann hol Dir einen Hund aus dem Tierschutz, suche eine gute Organisation, die Dich ehrlich berät und einen passenden Hund für Dich rausgibt.
Zucht hat aber mit diesem Problem nichts zu tun.

An Zucht kann man eine Menge herummeckern. Inzestverpaarungen, genetische Verarmung und Qualzuchtmerkmale. Außerdem das immer weiter herunterreduzieren auf die Optik und das in den Hintergrund drängen von Fähigkeiten und Charakterzügen. Ja, das ist ein Problem, auch bei den Zuchtverbänden und den sogenannten „seriösen“ Zuchten. Hat aber nichts mit vollen Tierheimen zu tun.
Grundsätzlich ist die Idee sich einen Hund mit bestimmten Merkmalen holen zu wollen sehr nachvollziehbar. Je nachdem wie das Zusammenleben aussehen soll, ist es einfach schlau eine Rasse zu wählen die vielen Generationen auf bestimmte Fähigkeiten gezüchtet wird, wenn man diese Fähigkeiten unbedingt braucht. Nicht jeder Mensch kann einfach irgendeinen Hund nehmen und dann schon irgendwie damit leben.
Wer seinen Hund für eine Arbeit braucht und damit meine ich auch das Mitnehmen zu einer Arbeit, der tut gut darin die statistische Wahrscheinlichkeit, dass der Hund da rein passt auf ein Maximum zu erhöhen. Und ich persönlich finde es auch vollkommen vertretbar, wenn man seinen Hund auch hübsch finden möchte. Das sollte nicht der Hauptgrund sein, aber mal ehrlich, wer sucht sich denn einen Hund aus den er hässlich findet oder dessen Fell-Struktur er nicht gern anfasst?
Für gute Zucht gibt es also durchaus gute Argumente, auch wenn sicherlich nicht jeder Mensch einen Hund aus einer Zucht braucht.
Wo wir nun geklärt haben, dass Zuchthunde nicht die Jobs…ääh..Zuhause von Tierschutzhunden klauen noch mal zu den Hunden im Tierheim. Auch da kursieren immer wieder Gerüchte.
Im Tierheim sitzen selten Rassehunde aus einer „echten“ Zucht, also nicht einer vom Lastwagen an der polnischen Grenze, der in irgendeinem Keller massenproduziert wurde. Es sind teilweise Hunde aus dem schlechten Tierschutz von Orgas, die keine echten Tierschutzorgas sind und sich an der Vermittlung bereichern, oder einfach schlicht gesagt alles rüber schiffen, was nicht bei drei auf dem Baum ist, dann aber nicht mehr ansprechbar sind und sich als große Retter ansehen.
Da entstehen manchmal schlimme Situationen mit Hunden die mehr entführt als gerettet und völlig unpassend vermittelt wurden. Dazu kommen falsche Erwartungen der Menschen, die zwar gern ihr Gewissen mit ein bisschen Hunderettung bepinseln möchten, aber dafür keinen Aufwand in Kauf nehmen möchten. Oder solche die dachten, dass die Rettung alleine ja Grund genug für den Hund sein müsste sich jetzt aus reiner Dankbarkeit anzupassen.
Dann sitzen da noch Hunde die von Dullies „gezüchtet“ wurden, die keine Ahnung von Genetik, Erziehung oder Verhalten haben und besonders gern die extra coolen Rassen in die Welt werfen.
Am liebsten auch vollkommen bescheuerte Mixe aus coolen Rassen. Pittbull-Owtscharka, Kangal-Cattledog oder andere ganz besondere Kinder. Das Aufstellen der Rasselisten hat leider nicht dazu geführt, dass Listenhunde weniger gezüchtet werden, sondern dass sie nun hauptsächlich Leute züchten, die wirklich gar keine Ahnung haben und den „Kampfschmuser“ als Statussymbol der Männlichkeit sehen, oder gern mal vermixen mit völlig unpassenden, anderen Rassen. Ja, ich weiß, auch da gibt es noch gute Zuchten, aber die, die im Heim landen sind eben oft aus Vermehrer-Haushalten von Leuten, die dachten damit den Mindestlohn aufzubessern. Und wer dann so einen Hund möglichst billig kauft, weil er eben so cool ist der kommt eventuell auch an seine erzieherischen Grenzen, wenn der „Kleine“ in die Pubertät kommt und auf einmal keine anderen Hunde mehr mag und auffällig wird, weil Erziehung leider nicht bei Ebay im Angebot war, oder sich maßlos selbst überschätzt wurde in den eigenen Kompetenzen.
Ganz viele Hunde in den Tierheimen kommen (egal wo sie ursprünglich herkommen), wenn sie in der Pubertät sind und sich auf einmal ihr volles, genetisches Potenzial entfaltet und man merkt, dass so ganz ohne jede Erziehung der Spaß plötzlich ein Loch hat, wenn der Hund erwachsen wird.
Und nicht jeder Mensch ist jedem Hundetyp gewachsen oder kann einschätzen, worauf er bei der genetischen Disposition achten muss.
Einen leider sehr großen Teil machen Hunde aus, die vom Vetamt eingezogen werden mussten und passiert nicht mal eben so. Wenn das Amt einen oder mehrere Hunde mitnimmt, dann ist da wirklich was los. Meistens sind Hund und Halter*in mehrfach gefährlich auffällig geworden. Oder es handelt sich um illegal eingeführte oder im Bundesland verbotene Rassen wie zum Beispiel Wolfshybriden. Die kann man nicht einmal einfach so wieder vermitteln. Und was die Meisten nicht mitbekommen, sind Einzüge aus Animal Hording Fällen. Die hauen richtig rein, denn aus so einem Haushalt dieser psychisch kranken Personen können schon mal über Hundert Hunde auf einen Schlag anfallen und auf die Tierheime verteilt werden. Oft in katastrophal verwahrlostem Zustand, ohne jede Erziehung oder guten Kontakt zu Menschen und nicht selten halb verhungert und/oder in Käfigen gestapelt. Manchmal kommt so ein Fall an die Öffentlichkeit, aber viel seltener, als es passiert. Diese Hunde haben sich oft auch innerhalb ihres Zuhauses miteinander verpaart und es kommt zu Inzucht und tragenden Hündinnen, die dann in den Tierheimen oder Pflegestellen ihre Welpen gebären. Diese Fälle haben weder etwas mit Zucht noch mit dem Auslandstierschutz zu tun und können Tierheime geradezu fluten, wenn dummerweise zwei überfüllte „Hunde-Höfe“ auf einmal hopsgenommen werden können.
Einige eher wenige Hunde landen wirklich einfach durch reines Pech im Heim, wenn zum Beispiel der Mensch verstirbt und sich niemand darum kümmert.

Wir haben also ein Erziehungs- und Aufklärungsleck, was Hunde in die Tierheime bringt und dafür braucht es auch mehr gute Hilfsangebote und mehr Kontrollen für Hundetrainer*innen. Dass der Beruf überhaupt mal als richtiger Beruf anerkannt wird und es einheitlich geregelte Anforderungen und Ausbildungen geben, würde wäre mal was.
Außerdem braucht es Reglementierung von Zucht, die einfach mal so aus Spaß gemacht wird und Massenvermehrung müsste klarer verfolgt werden, aber auch die Käufer*innen solcher Produktionsstätten müssten sich strafbar machen.
Wenn dann auch noch Qualzuchtmerkmale und Linienzucht verboten werden würde, dann hätten wir gut gezüchtete, gesunde Hunde, die genaue Ansprüche zuverlässig erfüllen und für die Menschen, die es brauchen einen vorhersehbaren Entwicklungsverlauf bieten.
Animal Hording ist schwer zu kontrollieren und in den Griff zu bekommen. Aufmerksames Hinsehen hilft, aber manchmal ist es unmöglich zu sehen, was in den Kellern einiger Leute abgeht.
Wie man vermeidet, dass sich Menschen Hunde holen, die überhaupt nicht in ihr Leben passen, sehr viel Fachwissen brauchen und große Erziehungskompetenz benötigen wüsste ich auch nur mit speziellen Nachweisen zu klären. Also einem Antrag und einer Überprüfung der Sachkunde und den gegebenen Haltungsbedingungen.

Wir hätten weniger Hunde auf den Straßen, wenn wir größer denken würden als bis zum Importieren einzelner Hunde. Und auch wenn wir mehr die Gesundheit der gesamten Welt anstreben würden.
Wir hätten allgemein weniger Tierleid, wenn mehr Menschen ihre Energie statt in Hass und überhebliche Anfeindungen in den aktiven Tierschutz stecken würden und vielleicht ja auch mal im örtlichen Tierheim eine Spende abgeben, mit den Hunden dort spazieren gehen, denen ein ordentliches Hundetraining bezahlen oder anders helfen.
Man könnte die Leute unterstützen, die helfen und ihre Sachen auf den sozialen Netzwerken teilen. Man könnte den Hundetrainer*innen die eine richtige Ausbildung gemacht haben einen anständigen Lohn zahlen, ohne zu mosern, damit sie auch anderen helfen können und für mehr Kompetenz und weniger Hunde im Tierheim sorgen können.
Und man kann sich politisch engagieren, um neue Gesetze auf den Weg zu bringen die dafür sorgen, dass nicht einfach irgendwelche Hunde auf den Markt geworfen werden dürfen, die dann im Tierheim landen. Ach, und noch tausend Sachen mehr!

Es gibt so viele Gründe, wieso die Hundewelt ist wie sie ist. Psychologische Mechanismen, Kultur, politische Situation und allgemeine, gesellschaftliche Entwicklung. Es ist einfach so viel mehr als eine einfache Erklärung, dass irgendwer Hunde züchtet, oder Hunde aus dem Ausland herholt.
Und genauso vielfältig wie die Ursachen sind, die Möglichkeiten zu helfen. Das Einzige, was wirklich niemandem hilft ist Gemotze auf den sozialen Netzwerken über böse züchtende, Tierschützer*innen oder Labrardoodel. Kann man machen, hilft aber nicht und ist eben alles alleine nicht der Grund für die vollen Tierheime.
In diesem Sinne: macht was Hilfreiches!

15/01/2026

Es sind schon lange keine Einzelfälle mehr und doch ist die Erschütterung nach solchen Vorfällen jedes Mal groß. Wie viele Menschen und Hunde müssen eigentlich noch sterben, während das eigentliche Problem weiterhin unangetastet bleibt?
Solche Tragödien entstehen nicht aus dem Nichts. Sie sind das Ergebnis eines „Systems“, das seit Jahren versagt und das sich mit klaren Regeln, Kontrolle und echter Verantwortung längst hätte verändern lassen.
Denn solange Hunde unbegrenzt konsumiert und vermehrt werden können, nach Optik, Trend oder persönlicher Vorstellung, ohne Wissen, ohne Eignung und ohne verbindliche Nachweise, tragen Mensch, Hund und letztlich die gesamte Gesellschaft das Risiko. Nicht, weil Hunde per se gefährlich wären, sondern weil ihre Bedürfnisse, ihre Genetik und ihre Grenzen konsequent ignoriert werden.

Ebenfalls ein unliebsames Thema, vor allem bei Liebhabern der Rasse: in diesem Fall handelt es sich vermutlich auch nicht um einen American Bulldog, sondern vielmehr ein XL Bully, dessen Ursprung in der Kreuzung aus Cane Corso, Staff und Pitbull liegt. Natürlich um möglichst groß und kräftig dazustehen - eine gezielte Vermehrung, bei der es um Optik statt Funktion oder Alltagstauglichkeit geht. 4 solcher Prachtexmplare sind seit Ende letzten Jahres hier, die in einer dynamischen Situation, die Schwiegermutter schwerst verletzt haben.
Es werden nicht die letzten gewesen sein, die jetzt mit dem Stempel „gefährlich“ eingefahren sind und vermutlich auch nie wieder rauskommen werden.

Es braucht endlich verbindliche Strukturen, die nicht erst reagieren, wenn etwas passiert ist, sondern vor allem eines tun: schützen, bevor es dazu kommt.

Mehr dazu im heutigen Artikel ⬇️
https://m.bild.de/leben-wissen/haustiere/american-bulldog-toetet-halter-ein-tragisches-warnsignal-6967580a587b0b1176afb40d

Liebe Kunden und Freunde, ich möchte mich an dieser Stelle für Euer Vertrauen in mich und meine Arbeit recht herzlich be...
21/12/2025

Liebe Kunden und Freunde, ich möchte mich an dieser Stelle für Euer Vertrauen in mich und meine Arbeit recht herzlich bedanken. Ich freue mich über jedes Team welchem ich zu einem besseren Miteinander verhelfen konnte. Ab dem 05.01.2026 bin ich wie gewohnt wieder für Euch da. Ich wünsche Euch und Euren Lieben eine schöne Weihnacht und einen guten Rutsch in ein schönes und gesundes neues Jahr. 🍀

Das sollte man mal lesen und die beiden Bücher von der guten Dorit auch! Am besten jeder Hundehalter oder der der drüber...
09/12/2025

Das sollte man mal lesen und die beiden Bücher von der guten Dorit auch! Am besten jeder Hundehalter oder der der drüber nachdenkt einer zu werden… von angehen Hundetrainern ganz zu schweigen !

I’ve got a one-way Ticket to Hell and Back … got a one-way Ticket to Hell and Back. Träller Tor 9 und mein Lieblingswort des Jahres klanggleich „Nein“.
Weniger bei den Hunden in Verwendung, mehr bei der eigenen Art im Gebrauch. „Aber können Sie nicht noch den einen nehmen?“ … NEIN!
„Aber können Sie ihn nicht heilen und dann zurückgeben?“ NEIN!
„Aber können wir nicht trainieren?“ NEIN. NEIN. NOCHMALS NEIN! Soziale Konflikte sind nicht trainierbar.
Und damit wären wir auch schon mal beim Thema, was grade Social Media umwälzt. Hundetraining. Kein geschützter Beruf. Keine geregelte oder überwachte Ausbildung. Sprich – man begibt sich in fremde Hände und hofft, dass diese gewissenhaft vorgehen, gut umgehen und Ahnung von dem haben, was sie in den Hund reinruckeln oder rausstreicheln.
Kontrovers.
Das eine klingt abstoßend, das andere nett. Und dennoch ist beides übergriffig. Ein Lebewesen wird geregelt, körperlich bedrängt und durch das Verhalten seines Gegenübers zu einer Reaktion gedrängt.
Schon mal in der Schule vom Lehrer über den Rücken gestreichelt bekommen? Mir ist das passiert. Und im Bus bin erst ich und dann mein Ranzen aus der hinteren Tür geflogen, weil ich ein freches Maul gegenüber den Zehntklässlern hatte.
Beides Erinnerungen. Eine davon sitzt allerdings tiefer und das war nicht der Sturz aus dem Bus – so viel ist klar.
Übergriffiges Verhalten von Bezugspersonen aufgrund mangelnder Kenntnis über Grenzen des anderen. Man redet ja gerne davon, dass Hunden Grenzen gesetzt werden müssen. Aber wer setzt sie uns im Bezug auf Hunde?
Ganz klar: die Ethologie der Hunde.
Wo Berührungen akzeptiert werden, wenn sie nicht ranganmaßend sind oder dem Status folgen. Wo Konflikte und das gesamte Repertoire an agonistischem Verhalten möglichst energiesparend und ohne grobe Beschädigungen ablaufen und wo Hund und Mensch einander nachempfinden können, weil wir uns in unseren sozialen Strukturen und im Ausdruck ähneln, wenn wir uns als Menschen dazu befähigen, im Hier und Jetzt mit dem Sozialpartner Hund über dessen und gleichermaßen auch die eigenen Bedürfnisse zu verhandeln.
Ihr merkt es vielleicht schon. Das Zusammenleben mit Hunden beruht ganz viel auf BEZIEHUNG zueinander. Ein guter Umgang, bei dem es uns als Menschen obliegt, den Hund, den wir uns bewusst angeschafft haben, nach bestem Wissen und Gewissen in unsere Welt zu integrieren. Eine Welt, die den Hunden nicht mehr so wirklich entspricht, da die Anforderungen extrem gestiegen sind.
Sie müssen 24/7 Menschen ertragen, sind kaum noch eigenständig und in Ruhe unterwegs und sollen everybody’s Darling sein. Das kann nicht klappen, und es wird zunehmend ungerechter – da die Hundehaltung komplett erkrankt.
Und genau hier verdienen Leute Geld. Mit Methoden. Mit harten Strafen. Mit übertriebener Liebe. Mit Online-Ausbildungen. Mit leeren Versprechen.
Und nein, ich rede nicht alle Hundetrainer schlecht. Ich sage nur, dass sie keine Zauberer sind, die aus -10 schlechten Voraussetzungen für den Hund ein nettes, gechilltes Plüschtier zaubern.
Das, was wir beobachten, ist: Der moderne Hund hat kein Erziehungsproblem. Er braucht keine Schule und stetige Wiederholung von Befehlen und Begegnungen. Der moderne Hund stellt seinen Menschen in Frage – er spiegelt, er hinterfragt und in letzter Konsequenz regelt er auch, was wir nicht wollen oder können. Ein Verhalten, das weder durch harte Schläge noch durch das Angebot von tollem Futter verbessert wird, da der Hund hier auf ein Problem hinweist. Ein sogenanntes DU-Problem, lieber Mensch.
Omas versuchen sowas mit Nutellabrot oder einem zugesteckten 10er aus der Welt zu schaffen, und der Knast prügelts einem dann später aus. Beide Konzepte haben nie geholfen – denn es ist schon wieder überall Krieg auf der Welt.
Wo wollen wir denn eigentlich grade hin mit unseren ganzen Methoden und komischen Ideen?
Ich äußere heute Abend mal einen Wunsch, liebe Leute. Dr. Dorit Urd Feddersen-Petersen, ihres Zeichens, hat bereits 1986 den Wälzer „Hundepsychologie“ herausgebracht und wenig später das Werk „Ausdrucksverhalten beim Hund“. Bitte lest beide, atmet mal ein bisschen und lasst die Hunde wieder Hunde sein. Ohne übertriebene Emotionen in die eine und in die andere Richtung geht das übrigens am besten.

06/12/2025

Ein sehr interessantes Video über die Möglichkeiten, eines Hundes aus dem Tierheim mit Beisserfahrung, und seine Entwicklung in einem kompetenten Zuhause bei "wirklicher" Kompetenz. Das spiegelt meine Theory und Herangehensweise wieder das ein solcher Hund über einen längeren Zeitraum auf "NULL" gesetzt werden muss und Mitleid und Inkonsequenz der Halter unangemessen und gefählich ist. Aber es ist vieles Möglich und hier ziehe ich meinen Hut vor den Baumanns! was ein riesen Geschenk für diesen Hund...

01/11/2025

Ich kann es nicht oft genug sagen. Aus gegebenem Anlaß!

1. Bitte lasst euch vor der Anschaffung eines Hundes von einem kompetenten Trainer beraten! Fast alle bieten so etwas an.

2. Bitte, "insbesondere mit Kindern", holt euch keinen Hund nach Hause den ihr nur aus dem "Katalog" kennt und nicht vorher über einen längeren Zeitraum "persönlich" kennenlernen konntet...und zwar die ganze Familie! Das gilt meines Erachtens nach auch für kinderlose Haushalte, es sei denn sie sind wirklich wirklich richtig hunderfahren!

3. Solltet ihr das dann eben trotzdem so gemacht haben und bekommt es nicht hin, bzw. kommt an eure Grenzen, so zeigt Verantwortung und holt euch Hilfe bevor das Tier zum Wanderpokal wird und lernt das man sich auf Menschen nicht verlassen kann.

4. Solche tollen Hunde kann man in Tierheimen und auf Pflegestellen kennen lernen, manchmal auch über Privat bei seriösen und verantwortungsbewussten Vorbezitzern.

An dieser Stelle ein großes Dankeschön all den tollen Menschen, die ihren Hunden eine Chance geben auch wenn’s schwierig erscheint, die meine Hilfe in Anspruch nehmen und denen ich helfen konnte ihre Hunde zu verstehen und mit ihnen einen gemeinsamen Weg zu finden!!!!

Adresse

Eitelsbach
54292

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