14/05/2026
der neue trend - jeder macht "in tierschutzhunden".
vorzugsweise solchen, die der nähe des menschen nicht zugeneigt sind, milde ausgedrückt.
die zeigen dann nämlich richtig spektakuläres verhalten, während sie "geheilt" werden von ihrer umpassenden einstellung.
das prozedere ist marke blaupause.
hund hängt in den ersten szenen sich strangulierend im nackten überlebenskampf in der leine, wird festgehalten, herangezogen, von den pfoten geholt.
in den nächsten bildern zeigt er oft kaum noch reaktion, wird mit irgendwelchen plastikhänden, besenstielen und sonstigem werkzeug betatscht.
auf magische art steckt dieser hund dann wahlweise in einem sicherheitsgeschirr, vielleicht auch einem maulkorb, oder man absolviert den glorreichen ersten spaziergang auch einfach gleich an der würgeleine.
und heureka, jetzt kommt der tränchendrüsenteil.
der hund geht spazieren, er zerrt nicht an der leine, und - jubel, kniefall, herzerlsturm - er geht "von selbst" zum menschen, leckt hände, lässt sich überall berühren, nimmt einen keks!
welch glùck, welch wunder, welch glanzleistung!
wäre das alles so schlimm gewesen, dann würde der doch nicht....STOP.
nein.
traumatisierte hunde verhalten sich oft hoch funktional.
weil überleben jeden preis wert ist.
gerade hunde, die durch solche methoden gelernt haben, dass ihnen kein exit bleibt außer sich selbst zu erwürgen, zeigen extreme anpassung.
weil nichts anderes bleibt.
sich gut stellen mit jenen, vor denen es ohnehin kein entkommen gibt.
in jeder situation so schnell wie möglich herausfinden, was verhindert, dass das schreckliche, dem man nicht entkommen konnte, wieder passiert.
mitgehen.
still halten.
appeasement zeigen.
anpassung.
um jeden preis.
hauptsache der mensch kann sich für den "erfolg", dass der hund jetzt funktioniert, feiern lassen.
der eigentlich widerliche teil daran ist, dass das immer mit der betonung einher geht, wie glücklich der hund doch jetzt wäre, welch tolles leben man ihm verschafft hätte und dass das ja anders garnicht möglich gewesen wäre.
damit die jubelnden zuseher nicht auf die stimme in sich hören, die ihnen sagt, dass das so nicht richtig sein kann, was sie da gerade gesehen haben.
nichts sagt deutlicher, dass sich hier menschen ohne ahnung von trauma, neurobiologie, emotionen, lernen und verhalten an hunden vergreifen.
die auswahl "unethisch, gewaltsam oder garnicht" ist eine glatte lüge - und anpassung, weil nichts anderes übrig bleibt, eine erbärmliche zwangslage.
für diese hunde ist es, woraus ihr leben besteht.
wenn erleichterung alles ist, was die positive seite der waage füllt, sehen wir kein glück und kein wohlergehen. auch wenn man es uns noch so sehr einreden möchte.
wir sehen überlebende.