07/08/2026
Was dürfen wir uns zutrauen und wieviel Freiraum geben wir unserem Hund auf den gemeinsamen Spaziergängen.
Wer schonmal die Erfahrung gemacht hat, dass der eigene Hund in einer aufregenden Situation, z. B. einer Hundebegegnung, einem auftauchenden Reh oder einem vorbeifahrenden Auto plötzlich reagiert und durch die Körperkraft des Hundes (fast) zu Fall gebracht wurde, bekommt Angst und verliert Vertrauen.
Daher ist es absolut nachvollziehbar, dass die erste Konsequenz ist, den Radius des Hundes einzuschränken, um ihn zukünftig besser kontrollieren zu können.
Das fühlt sich für den Menschen sicherer an, nimmt dem Hund aber natürlich die Möglichkeit, seine Umwelt entsprechend seiner Bedürfnisse zu erkunden, weil er immer nah beim Menschen gehen muss.
Um diesen Knoten wieder aufzulösen, ist es meiner Meinung nach wichtig, dass der Mensch Orte findet, an dem es ihm möglich ist, dem Hund ohne Angst wieder mehr Freiraum zu ermöglichen.
Nicht ständig, aber immer mal wieder.
Vielleicht ist es der Parkplatz am Supermarkt, an dem sonntags niemand ist; vielleicht ist es das Gewerbegebiet, das abends unbelebt ist, vielleicht ist es eine Wiese, auf der man weit schauen kann.
Heute bin ich im Training mit einer Hundehalterin an genau so einen Ort gegangen.
Der Wechsel von kurzer Leine an eine Schleppleine ist ihr nicht leicht gefallen, und ich habe ihr selbstverständlich die Entscheidung, ob sie es machen möchte, überlassen.
Ohne Druck, ohne überreden, einfach nur "Fühlt es sich für dich okay an"?
Wir haben es gemacht und es war toll.
Der Hund war erstmal ein wenig verwirrt und konnte gar nicht damit umgehen.
Dann hat er Schritt für Schritt den Radius genutzt und erkundet.
Und er hat immer wieder Kontakt zu seiner Hundehalterin aufgenommen und ihre Nähe gesucht.
Wie schön ist es denn, wenn der Hund einen größeren Radius zur Verfügung hat und sich immer wieder für die Orientierung an seinem Menschen entscheidet.
Es waren wertvolle Momente, die das Team sicherlich wieder ein Stück näher zusammengebracht, und das Vertrauen zueinander gestärkt haben.