11/10/2020
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Heute möchte ich mich mal mit einem ernsthafteren Post an euch wenden. Es soll auch eine Warnung sein, damit euch nicht das Gleiche wie uns passiert.
Im Sommer wurden wir alle mit Meldungen über den Eichen-Prozessionsspinner überhäuft. So oft, dass es schon genervt hat. Nun ist der Sommer vorbei und kaum jemand macht sich noch Gedanken darum. – Das ging uns nicht anders. Bis unsere Nuja kurz vor Silvester in ein vom Baum gefallenes Gespinst gebissen hat. Es lag im Gras in der Nähe einer Eiche am Wegesrand.
Die Raupen sind fort, aber die Gespinste hängen noch an den Bäumen. Jetzt zerfallen sie langsam und fallen herab. Wenn sie auf dem Boden liegen, sind sie kaum noch zu erkennen. Seht euch die Fotos an.
In den Gespinsten befinden sich tausende Brennhaare, die ein Gift enthalten; ähnlich wie bei einer Brennnessel. Für Menschen ist das gefährlich, aber auch Hunde und Katzen können sehr heftig reagieren.
Innerhalb von 15 Minuten sind Nujas Schnauze und Zunge so stark angeschwollen, dass sie nicht mehr trinken konnte. Sie hatte extremen Speichelfluss, konnte aber nicht mehr schlucken. Da die Zunge nicht mehr ins Maul passte, hat sie sie sich übel zerbissen.
Eine weitere halbe Stunde später waren wir in der Tierklinik. Da hatte sie schon Fieber, hatte unterwegs mehrmals erbrochen und konnte nur noch schwer atmen. Als Sofortmaßnahme wurde ihr das Maul mit reichlich Wasser ausgespült und sie bekam mehrere Spritzen.
Zum Glück sprach sie gut auf die Behandlung an und wir konnten sie noch am gleichen Tag mit nach Hause nehmen. Dort mussten wir das Maul noch mehrmals mit der Duschbrause ausspülen und in den nächsten Tagen reichlich Medikamente geben.
Das Problem ist, dass die Brennhaare in der Schleimhaut stecken bleiben und bei jeder Berührung immer wieder Gift abgeben. Nach 2 bis 3 Tagen kann die Schleimhaut dadurch absterben. – Unsere Nuja hat ein riesiges Glück gehabt, denn sie hat sich vollständig erholt. Inzwischen ist es über 2 Wochen her und sie hat keine Beschwerden mehr.
Ohne sofortige Behandlung hätte sie vielleicht nicht überlebt. Bei ihr waren nur der Gaumen und die Zunge betroffen. Hätte sie etwas vom Gespinst verschluckt oder eingeatmet, wäre die Prognose schlecht gewesen…
Bitte passt gut auf euer Hunde auf! Nehmt sie in der Nähe von Eichen an die kurze Leine und lasst sie dort nicht unkontrolliert im Gras schnüffeln. Es geht so schnell. – Nuja war auch an der kurzen Leine und hatte das Gespinst höchstens 5 Sekunden im Maul. Auf das Kommando „Aus!“ hat sie es sofort fallen lassen. Trotzdem waren die Folgen heftig.
Ich habe euch ein paar Fotos angehängt, auf denen ihr sehen könnt, wie schwer die Gespinste zu erkennen sind.