06/11/2021
Stichwort "Zeitgemäße selektive Entwurmung"...
An einem Beispiel aus der eigenen Praxis möchte ich euch erneut zeigen, wie wichtig Kotprobenuntersuchungen sind.
Bei unserem ersten Pony wende ich seit drei Jahren die zeitgemäße selektive Entwurmung an und Sally erfreute sich immer bester Gesundheit.
Ich habe zweimal im Jahr eine Kotprobenuntersuchung machen lassen. Bei niedrigem oder keinem Befall habe ich mit Kräutern entwurmt und später eine Kontrolluntersuchung veranlasst. Selten musste eine chemische Wurmkur gegeben. Auch mit Magendasseln gab es nie Probleme.
Im März hat unsere Tochter ein eigenes Pony, die hübsche Welsh-Stute Fleur, bekommen, das in einem anderen Stall stand. Hier wurde vieles zentral geregelt, was in vielen Punkten gut war, aber in dem einem Punkt dem Pony leider zum Verhängnis wurde.
Es kam wie es kommen musste. Da ich das Pony noch nicht gut kannte, sollte es auch die chemische Wurmkur bekommen, die alle anderen auch bekommen sollten. Ich habe weder vorher noch nachher eine Kotprobenuntersuchung veranlasst.
Innerhalb von 6 Wochen bekam Fleur dann ab September drei Koliken. Keine klassischen, irgendetwas stimmte nicht mit Fleur.
Vielleicht ein Magenbeschwür? Sobald sie etwas stabiler sein würde, sollte dies in einer Klinik abgeklärt werden. Sie hatte stark abgebaut und bekam fast im Zwei-Wochen-Rhythmus Koliken bzw hatte Koliksymptome.
Ich stellte die gesamte Fütterung auf Schonkost um, zumindest in dem Maße, in dem es mir "aus der Ferne" möglich war. Sie bekam mehrmals am Tag Mash gemischt mit magenschonenden Grünhaferbobs und das volle Magenprogramm von PerNaturam. Und trotzdem, schwupps war die nächste Kolik wieder da.
Dieses Mal hatte Fleur nach der Arbeit im Roundpen Bauchschmerzen bekommen. Es stellte sich heraus, dass sie stark dehydriert war und erhöhte Temperatur hatte.
Der Tierärztin kam alles spanisch vor und riet mir, das Pony umzustellen, damit ich es besser im Auge halten und das Magenschonprogramm noch besser umsetzen konnte. Und sie empfahl mir, eine Kotprobenuntersuchung machen zu lassen. Klar! 🙄 Warum war ich nicht selbst drauf gekommen?
Nachdem sie nach mehreren Litern Infusion und mehreren Portionen Mash wieder stabil war, zog Fleur zusammen mit ihrer "Freundin" Zara um. Im Stall sammelte ich noch Kot für eine Kotprobenuntersuchung und schickte diese ein. Das Ergebnis war erschreckend. Sie war hochgradig verwurmt und siehe da.... diese Wurmart verursacht Koliken, Koliksymptome, Schwäche, Abmagerung usw.
Und das trotz chemischer Entwurmung...
Aber wie konnte das sein? Ganz einfach, wie sich leider erst im Nachhinein herausstellte. Panacur ist in diesem Fall nicht die richtige Wurmkur gewesen. Selbst im Beipackzettel steht, dass sie gegen Strongyliden nicht sehr wirksam ist... Und Strongyliden sind die Wurmart, die bei Pferden sehr häufig vorkommt 😤
Hätte ich das doch bloß kontrolliert! Ich hätte dem Pony viel Leid und uns viele Nerven, Tränen und Geld erspart.
Nach diesem konkreten Befund empfahl mir die Tierärztin eine Wurmkur mit einem wirklich wirksamen Wirkstoff gegen Strongyliden und voilà...
Nach einer Kombination aus Wurmkräutern (vor und nach der chemischen Entwurmung), magenschonenden Maßnahmen während der Entwurmung und zwei chemischen Wurmkuren ist sie quasi wurmfrei. Das McMaster-Verfahren hat eine Anzahl von