10/08/2023
Wenn ich den Begriff "Kräuterhexe" höre, dann zucke ich immer ein wenig zusammen. Zu viel habe ich schon darüber gelesen und in mir schwingt dann ein altes Lied von Trauer und Schmerz. In unserer DNA schlummert kollektiv so viele altes Wissen und diese tradierte Weisheit versuche ich in der Natur, in Verbindung mit Pflanzen, Menschen und Tieren in meinen Alltag zu integrieren.
Mein Großvater arbeitete in den 1950/1960er Jahren in Papua Neuguinea. Von ihm und auch von meiner Mama hörte ich in meiner Kindheit reale Geschichten von barbarischem Aberglauben, ritueller Verfolgung und Mord von Hexen / Hexern. Ich möchte absolut keine Spiritualität als besser oder schlechter darstellen, doch in dem Moment wo jemand an Leib und Seele bedroht wird sollten wir eine klare Grenze ziehen und uns für die Freiheit einsetzen.
Ich bin von Herzen dankbar, hier und heute in Sicherheit zu leben, wo ich mit meiner Familie Jahreskreisfeste feiern, Kräuter verräuchern, Tinkturen ansetzen und meine Trommel tönen lassen kann. Heute Abend genieße ich eine Cacao-Zeremonie und liebe die Kraft schamanischer Rituale. Solche Auszeiten erinnern daran, wie privilegiert mein Leben ist und erfüllen mich mit tiefer Dankbarkeit.
Vielleicht ist der heutige Tag ein guter Moment innezuhalten und an eine Hilfsorganisation eurer Wahl zu spenden. Danke!
Wikipedia schreibt:
Der Internationale Tag gegen Hexenwahn ist ein jährlich am 10. August begangener, weltweiter Gedenktag, der auf das Unrecht an Menschen aufmerksam machen soll, die als vermeintliche „Hexe“ beschuldigt, verfolgt und getötet werden und wurden.
Entgegen der weitverbreiteten Annahme, dass Hexenverfolgungen der Vergangenheit angehören, finden sie heutzutage in noch 44 Ländern der Welt, überwiegend in Afrika, Ozeanien und Lateinamerika, statt. In der Demokratischen Republik Kongo sowie anderen afrikanischen Ländern ist das Phänomen des Hexenwahns eng mit dem Glauben an sogenannte Hexenkinder verbunden.