04/11/2023
Tierschutzverein Küstenhund:
Sabo ist ein etwa 1,5-jähriger unkastrierter Herdenschutzhundmischling, der in seinem jungen Leben bisher leider gar kein Glück hatte. Er wurde mit ca. einem Jahr über eBay Kleinanzeigen an ein junges Mädchen vermittelt. Dort lebte er mit ihr in Stuttgart in einer sozialen Einrichtung für Jugendliche, die von Zuhause abgehauen sind und Unterschlupf suchen. Aufgrund der starken Depressionen des Mädchens war sie nicht in der Lage, Sabo ein artgerechtes Hundeleben zu bieten. Sabo kam maximal zum Lösen in den Garten und die anderen Hunde in der Einrichtung, mit denen es regelmäßig Ärger gab, verschlimmerten die Lage. Die zuständige Sozialarbeiterin sorgte dann dafür, dass Sabo mit Einverständnis des Mädchens an den Tierschutz übergeben wurde, um ein besseres Zuhause zu finden. So kam Sabo im März diesen Jahres zu mir auf Pflegestelle. Hier bekam er zum ersten Mal Auslauf und Erziehung und hat in den 7 Monaten unfassbar viel gelernt! Er ist stubenrein, kann alleine bleiben, fährt gerne Auto, läuft am Fahrrad, geht gerne joggen und schwimmen, apportiert aus dem Wasser, liebt wandern und ist total verschmust und verkuschelt. Aufgrund seines Alters und seiner Vorgeschichte ist er in manchen Hundebegegnungen noch recht stürmisch und braucht eine liebevolle, aber konsequente Führung. Er spielt gerne mit anderen Hunden, bei Rüden entscheidet die Sympathie. Durch einige Trainerstunden hat er aber auch da super Fortschritte gemacht.
Leider ist uns nach der Abgabe sein verändertes Gangbild aufgefallen und das Röntgen hat ergeben, dass Sabo hochgradig HD hat. So schlimm, dass uns der behandelnde Tierarzt zur Euthanasie geraten hat, wenn nicht operiert werden kann. Diesen lebensfrohen jungen Hund einzuschläfern war für uns aber keine Option. Durch einen Spendenaufruf und dem Zuschuss der Organisation werden die Kosten für neue Hüftgelenke komplett übernommen. Diese OP ist mittlerweile eine Standard-OP und die Erfolgsaussichten sind sehr gut, so dass Sabo danach ein schmerzfreies Leben führen kann.
Dieses neue Leben sollte endlich letztes Wochenende bei seiner neuen Familie beginnen. Doch trotz vorherigem Kennenlernen hat der Rüde der Familie nicht akzeptiert, wenn Sabo sich der Hündin näherte. Das Verhalten war so extrem, dass es keine Hoffnung auf ein zeitnahes harmonisches Zusammenleben gibt und Sabo der Stress, sich konstant verteidigen zu müssen, erspart werden soll.
Also fangen wir wieder von vorne an und suchen die Nadel im Heuhaufen. Jemanden, der Lust auf einen super witzigen und tollen jungen Rüden mit ganz viel Potenzial hat und sich von seiner Diagnose nicht abschrecken lässt. Der Verein und ich als Pflegestelle stehen dabei immer mit Rat und Tat zur Seite und das auch über die Vermittlung hinweg. Das Ziel ist nicht, Sabo irgendwie zu vermitteln, sondern wirklich endlich seine Familie zu finden! Wer sich vorstellen kann, Sabo bei sich aufzunehmen, aber die OP-Betreuung nicht leisten kann, darf sich trotzdem melden. Auch dafür wird sich eine Lösung finden lassen.
Wer noch mehr Infos, Bilder oder Videos von Sabo sehen möchte, darf sich gerne unverbindlich an mich (015776620066) oder Lena ([email protected]) vom Tierschutzverein Küstenhund melden.