27/05/2026
Zum Ablauf in unserer Praxis:
Es gibt einen ersten Termin für die Voruntersuchung zur OP.
Die Katze wird gründlich allgemein untersucht und die Narkosefähigkeit wird festgestellt.
Wir erklären ausführlich die Vorteile und Risiken, besprechen die Kosten und beantworten alle Fragen der Besitzer*innen.
Es wird ein ausführlicher Bogen zur Narkoseaufklärung durchgesprochen,
unterschrieben und die Besitzer bekommen ein Informationsschreiben mit, auf dem
alle wichtigen Informationen rund um die OP notiert sind.
Es wird ein Kastrationstermin vereinbart.
Am Morgen der OP wird die Katze bei uns abgegeben, wir erkundigen uns,
ob sie nüchtern und gesund ist und ob noch Rückfragen bestehen.
Die Katze wird in den OP gebracht und tagesaktuell gewogen. Es wird eine
präanästhetische Untersuchung durchgeführt.
Die Narkosemedikamente werden passend zum aktuellen Gewicht berechnet und dann intramuskulär injiziert.
Die Notfallmedikamente, die wir für einen Narkosezwischenfall benötigen
würden, werden berechnet und bereit gelegt (und nach der OP entsorgt).
Das Tier darf wieder in seine Box einsteigen, diese wird abgedeckt und das Tier schläft in einer ruhigen Umgebung ein.
Die Einschlafphase wird weiterhin überwacht, falls es zu Erbrechen kommt.
Wenn das Tier tief genug in Narkose liegt, wird ein Venenzugang geschoben.
Es werden feuchthaltende Augentropfen verabreicht, da bei Tieren in Narkose die Augen dauerhaft geöffnet sind und ohne Feuchtigkeit austrocknen.
Danach wird ein Pulsoxymeter an der Zunge und EKG Klemmen am Körper angebracht um Herzfrequenz und Sauerstoffsättigung zu messen.
Die regelmäßige Atmung, die Körperinnentemperatur, die Farbe der
Schleimhäute sowie die Kapillarfüllzeit und der Lidreflex werden manuell von der TFA, die für die Narkoseüberwachung zuständig ist, überwacht.
Das Tier wird intubiert, damit die Atemwege zuverlässig frei sind und bei Auffälligkeiten schnell reagiert werden kann und um eine optimale Sauerstoffversorgung sicherzustellen.
Als nächstes wir die Katze für die OP "gelagert", ein bisschen wie die Prinzessin auf der Erbse 🙂 (von unten nach oben): auf eine weiche, aber
formbare Lagerungsmatte (rot), Wärmematte (weiß), Handtuch und als letztes eine sauber OP Unterlage.
Die Gliedmaßen werden mit weichen Bändern an extra dafür vorgesehenen Haken befestigt, damit der OP Bereich gut erreichbar ist.
An jedes Pfötchen kommt ein kleines Söckchen, denn über die Pfoten geht viel Wärme während der Narkose verloren.
Der Bereich oberhalb des OP-Feldes wird mit einer Decke zugedeckt.
Es werden Medikamente wie Schmerzmittel und ggf. Antibiose verabreicht.
Der OP Bereich wird geschoren, abgesaugt, gewaschen und desinfiziert.
Die Tierärztin macht sich steril und legt sich ihr steriles OP-Besteck und Zubehör bereit.
Die Vitalwerte der Katze werden dauerhaft überwacht und alle 15 Minuten in einem Narkoseprotokoll schriftlich festgehalten.
Die OP beginnt. Die Eierstöcke werden entfernt, die Gebärmutter wird genau begutachtet und bei Veränderungen auch entfernt.
In der Regel wird die Haut mit einem resorbierbaren Faden intracutan
(=in der Haut verlaufend) verschlossen.
Das heißt, es sind von außen keine Fäden sichtbar, die die Katze zum Lecken oder Gnibbeln animieren. Diese Fäden müssen nicht entfernt werden.Es ist auch kein extra Termin zum Fädenziehen nötig.
Nach der OP wird die Katze mit einem Wärmekissen in ihre Box gelegt und
weiterhin überwacht.
Die meisten Komplikationen treten während der
Aufwachphase auf. Ist die Katze wach, ansprechbar, sowie in Brust-/Bauchlage, wird der Venenzugang entfernt.
Die Tierärztin erstellt einen Therapieplan mit Infos zur Fütterung, Kontrollterminen und Medikamentenanweisungen.
Ist das Tier vollständig wach, werden die Besitzer informiert und zur Abholung einbestellt.
Bei Mehrkatzenhaushalten bitten wir darum, die Partnerkatze zur Abholung mitzubringen, damit auch diese "nach Tierarzt riecht" und die
Wahrscheinlichkeit für Streit zuhause minimiert wird.
Bei der Abholung durch die Besitzer*innen nimmt sich die Tierärztin noch einmal Zeit, alles Wichtige zu besprechen.
Nach 2-3 Tagen findet ein Kontrolltermin statt.
Es gibt für Zuhause Schmerzmittel für die nächsten Tage und je nach Wunsch und Notwendigkeit einen Leckschutz in Form eines Bodys oder Halskragens mit.
Für diese OP berechnen wir zwischen 400€ und 500€ inkl. Voruntersuchung
und Nachsorge.