29/04/2024
„Kommen Sie mal schnell das Tier abholen!“
Ein ernstes Wort zu den Wildtierpflegestellen
Bald geht die Saison wieder los: Wer ein krankes Eichhörnchen oder einen verletzen Igel, ein verwaistes Vogelküken findet, wird das Tier mit etwas Glück bei einer kompetenten Pflegestelle unterbringen können. Doch recht schnell platzen die aus allen Nähten und verhängen Aufnahmestopp, weil nichts mehr geht.
Diese Abfuhr verärgert manch einen, der gerne helfen möchte. Deshalb mal ein paar Klarstellungen:
🐿 Das absolute Gros der Pflegestellen wird von Privatmenschen geführt. Sie machen das freiwillig und ehrenamtlich. Oft neben ihrem Job. Sie gehören keinem großen Verein an und zahlen die Versorgung der Tiere aus eigener Tasche. Manchmal geht dabei sogar die schmale Rente drauf.
🦔 Keine staatliche Stelle bezuschusst diese Arbeit. Weder die Versorgung der Tiere, noch irgendeine Form der Aufwandsentschädigung für die unzähligen Arbeitsstunden. Deshalb lasst bitte unbedingt eine großzügige Spende dort. Manchmal dauert es Wochen, bis etwa ein verletzter Igel gesund gepflegt ist. In dieser Zeit fällt inkl. Tierarzt eine dreistellige Summe an.
🦨 Pflegestellen sind keine Taxiunternehmen! Sie können die Tiere nicht alleine lassen, die in der Regel eine ganz engmaschige Betreuung benötigen. Wenn ihr ein Tier findet, solltet ihr irgendwie den Transport auf die Reihe kriegen.
🐿 Pflegestellen sind auch keine stets erreichbare Telefonzentrale! Vielleicht werden während eures Anrufs gerade 20 Mauersegler-Küken gleichzeitig gefüttert!
Bitte verabschiedet euch von einer Anspruchshaltung. Diese Menschen sind Gold wert und geben ihr letztes Hemd für die Tiere. Ohne sie ginge es den Wildtieren noch sehr viel schlechter, als es ihnen sowieso schon geht. 🙏💐