06/06/2026
Youngster-Entwicklung: Das Verkriechen hinter dem Zügel korrigieren
Die Entwicklung von Borneo zeigt perfekt, wie mentale Reife und reelle Biomechanik zusammenhängen. Das Video vergleicht ihn vierjährig und heute fünfjährig.
Seine Besitzerin hat ihn solide angeritten. Auf dem ersten Video saß ich als Ausbilderin das allererste Mal drauf, um mich hineinzufühlen. Damals war deutlich zu sehen: Borneo hat sich hinter dem Zügel verkrochen.
Was bedeutet „Verkriechen hinter dem Zügel“?
Das Problem: Das Pferd rollt sich ein, entzieht sich der ehrlichen Anlehnung und bricht im Genick nach hinten-unten ab.
Die Ursache: Keine Böswilligkeit, sondern fehlende Kraft, Balanceprobleme mit dem Reitergewicht und mentale Unsicherheit. Das Pferd macht im Rücken fest und hält oft die Luft an.
Wer dieses Einrollen ignoriert, die Hand fixiert oder mit Druck stumpf nach vorne jagt, blockiert das Pferd komplett und verstärkt die Angst vor der Reiterhand.
Unsere Aufgabe war es, ihm die Sicherheit an die Hand wiederzugeben und ihm den Weg nach vorne-unten in die echte Dehnung zu zeigen.
Der Status Quo: Losgelassenheit und Reife
Heute, fünfjährig, sieht das Bild völlig anders aus. Borneo ist sichtlich gereift:
Echtes Loslassen: Er verkriecht sich nicht mehr, sondern lässt im Körper los und sucht die ehrliche, vertrauensvolle Verbindung zur Reiterhand.
Ein Pferd, das sich hinter dem Zügel verkriecht, braucht keine harte Hand, sondern Zeit, Balance und ein exaktes Hineinfühlen des Reiters. Nur wenn ein Pferd lernt, mental und körperlich loszulassen, nimmt es diese Gelassenheit auch mit auf fremde Plätze. Die Geduld zahlt sich jetzt aus.