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Inh.

17/05/2026

Impulskontrolle trainieren oder Hemmunglernen?

Der Begriff „Impulskontrolle“ ist im Hundetraining tief verankert. Unsere Hunde sollen warten, aushalten, sich zurücknehmen, Reize ignorieren und kontrolliert handeln. Gerade bei Hunden mit starker Erregung, Jagdverhalten oder sozial motivierter Aggression stossen reine Übungen zur Impulskontrolle deshalb oft an Grenzen. Denn biologisch betrachtet ist Verhalten nicht nur
eine Frage von Kontrolle, sondern vor allem eine Frage des inneren Zustands.

Hier kommt ein in der Hundetrainerszene umstrittener und häufig missverstandener Begriff ins Spiel: Hemmung. Hemmung ist zunächst einmal nichts Negatives. Im Gegenteil, ohne Hemmungsmechanismen wären soziale Lebewesen kaum konfliktfähig oder gruppentauglich, egal ob Hund oder Mensch.

Hunde hemmen sich in Gruppen häufig ständig gegenseitig: Sie brechen Bewegungen ab, regulieren das Energieniveau und stoppen Eskalationen mit dem Ziel, die Gruppenstabilität aufrecht zu erhalten.

Das geschieht über emotionale und soziale Regulation. Ein Hund, der sich in einer ruhigen, orientierten oder sozial stabilen Stimmung befindet, zeigt deutlich weniger impulsives Verhalten. Nicht weil er seine
Impulse permanent kontrollieren muss, sondern weil die innere Handlungstendenz, respektive sein Erregungszustand reguliert, sprich die Erregung weniger geworden ist.

Zum Vergleich:
• Impulskontrolle bedeutet häufig: Der Hund hat den starken Impuls weiterhin, handelt aber nicht
danach.
• Hemmung kann dagegen bedeuten: Der Impuls selbst verliert an Intensität.

Ein Hund kann also durch Impulskontrolle äusserlich kontrolliert wirken, obwohl er innerlich gänzlich
aktiviert ist. Wird hingegen bereits früher angesetzt, nämlich bei der Stimmung, der
Erregungslage und der gesamten Aktivierungsdynamik, verändert sich häufig das Verhalten des Hundes nachhaltiger.

• Der Hund hält weniger Ausschau nach Reizen.
• Er fährt im Kopf und somit auch körperlich weniger hoch.
• Er bleibt emotional zugänglicher, sprich ansprechbar.

Dadurch braucht er oft deutlich weniger aktive Kontrolle durch den Menschen. Funktionale Hemmung sollte also ein normaler Bestandteil sozialer Regulation sein. Vielleicht wäre
deshalb die wichtigere Frage im Hundetraining nicht:

„Wie kontrolliere ich den Hund mittels Impulskontrolle noch besser?“

Sondern:
„Wie verändere ich den inneren Zustand, aus dem das Verhalten überhaupt entsteht?“

Gabriela Frei Gees, eDOGcation

11/05/2026

Manche Mythen halten sich hartnäckig. So auch die Denke, dass man einem Hund zum Kennenlernen die Hand entgegenstrecken sollte. Das kann zigfach gut gehen, da viele Hunde uns Menschen regelmäßig in Kombination mit dieser Annäherung erleben und sie gelernt haben, damit umzugehen. Es gibt Hunde, denen macht es einfach auch gar nichts aus.

Andere Hunde wiederum finden das gruselig und ziehen sich zurück. Allerdings gibt es auch Hunde, die irgendwann "zünden" und abwehren wollen. Nachvollziehbar, wenn man bedenkt, wie es aus Hundesicht wirkt. Wir Menschen sind ja vergleichsweise doch sehr groß, wir beugen uns bei dieser Geste automatisch nach vorne, manchmal starren wir währenddessen den Hund an, dazu wird noch die Hand ausgestreckt, die sich langsam nähert und vielleicht zum Streicheln auf dem Kopf des Hundes landet. Das alles kann aus Hundesicht durchaus bedrohlich wirken. Die Reaktion des Hundes hängt dann unter anderem von seiner Zündschnur ab und davon, wie gut seine Lösungsfindung ist.

Diese Form der Annäherung ist sicherlich meist nett gemeint. Der Hund soll schließlich schnüffeln und Geruch aufnehmen können. Dabei ist die Hundenase so gut ausgebildet, dass der Hund unsere Gerüche locker auch ohne ausgestreckte Hand wahrnehmen kann.

Wenn ein Hund neu im Tierheim gelandet ist und wir ihn nach einer Weile genauer unter die Lupe nehmen, dann schauen wir uns unter anderem solch eine Annäherung mit entgegengestreckter Hand einmal an (bei einer solchen begutachtung entstand das Foto). Wir wollen wissen, wie der jeweilige Hund "tickt" und wie er sich in alltäglichen Situationen verhält, da es nun mal passieren kann. Nach der Begutachtung unterlassen wir solche Situationen. Wir haben ja doch einige Kandidaten mit "special effects" und diese sollen erfahren, dass Menschen verlässlich sind und Schutz bieten. Das gilt natürlich auch für Privathunde, insbesondere die, die eine solche Annäherung als unangenehm empfinden.
Auf einfache Art und Weise kann man Vertrauen aufbauen, indem man sich zwischen Hund und Fremdperson stellt und das Gegenüber gestoppt wird.

Eure Wirs

23/04/2026

Neue EU-Regeln für Reisen mit Haustieren

Ab dem 22. April 2026 gelten in der EU neue Regeln: Mit mehr als fünf Hunden im selben Transportmittel darf man nicht mehr reisen, es sei denn, man nimmt beispielsweise an Wettbewerben teil oder fährt mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Ziel der Regelung ist es, den grenzüberschreitenden illegalen Handel mit Haustieren einzudämmen. Für die meisten Reisenden, die mit einem oder wenigen Tieren unterwegs sind, gibt es jedoch keine Änderungen. Hier gelten weiterhin die Anforderungen an einen Haustierpass, eine Tollwutimpfung und eine Chipkennzeichnung.
Wichtig zu beachten ist, dass besondere Regeln gelten, wenn man mit mehr als fünf Tieren unterwegs ist. Die maximale Anzahl an Hunden, die den Besitzer oder eine befugte Person begleiten, darf insgesamt fünf Tiere nicht überschreiten.
Diese Zahl darf jedoch überschritten werden, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:
🐶 Der Transport der Tiere erfolgt mit dem Zweck der Teilnahme an Wettkämpfen, Ausstellungen oder Sportveranstaltungen oder dem Training für solche Veranstaltungen.
🐶 Es liegt eine schriftliche Dokumentation vor, die bestätigt, dass die Tiere entweder für die Teilnahme an einer solchen Veranstaltung registriert sind oder bei einem Verein registriert sind, der solche Veranstaltungen veranstaltet.
🐶 Alle Tiere sind über sechs Monate alt. Wenn die Tiere diese Bedingungen nicht erfüllen, müssen sie die Anforderungen für die kommerzielle Einfuhr erfüllen. Alle drei Bedingungen müssen gleichzeitig erfüllt sein.

Hinweis: Seit dem 22.04.2026 werden diese Anforderungen nun unmittelbar auf Grundlage des EU‑Tiergesundheitsrechts, insbesondere der Verordnung (EU) 2016/429 („Animal Health Law“), angewendet. Die bisherige Regelung wurde damit nicht inhaltlich aufgehoben, sondern in das neue, einheitliche Tiergesundheitsrecht überführt.

👉 Lesen Sie mehr über die Regeln auf der EU-Website:
https://europa.eu/youreurope/citizens/travel/carry/pets-and-other-animals/index_de.htm

20/04/2026

Hunde sind Hunde
.. und sie verhalten sich wie Hunde.

Die menschliche Vorstellung - zumindest teilweise hat sie was von einer rosaroten Welt:
Hunde liegen mit uns auf dem Sofa und lassen sich kraulen, sie begleiten einen in der Freizeit überall hin und gehen dabei an lockerer Leine an Passanten und Hunden vorbei. Sie reagieren freundlich, wenn sie von den Nachbarn angesprochen werden und lassen sich gern von ihnen streicheln. Sie warten artig zuhause, während wir ins Kino gehen. Beim Tierarzt halten sie still und lassen sich brav untersuchen. Im Garten liegen sie friedlich auf dem Rasen, hören dem Vogelgezwitscher zu und genießen die Sonne...

Ja, manchmal ist das so... Da kann es dann schon als ein Problem erscheinen, wenn der Hund beim Anblick eines Eichhörnchen kurz außenorientiert ist.

Und wie sieht es bei vielen anderen Hunden aus?
Da ist nix mit heiler Welt. Pustekuchen!

Hunde jagen im Garten der Nachbarskatze hinterher oder flippen aus, wenn jemand am Zaun entlangläuft. Sie zerkauen die Fernbedienung, die guten Schuhe, die neue Brille, wenn sie allein sind - oder sie fressen den Kuchen auf.
Sie wollen draußen schnüffeln und laufen zumeist nicht perfekt an der Leine. Manche Hunde bellen Artgenossen, Radfahrer und Kinder an. Man kann nicht mal eben den Nachbarn bitten, Gassi zu gehen oder den Hund mal 2 Tage zu nehmen, denn man sollte um die speziellen Eigenheiten wissen.
Hunde wälzen sich - am liebsten dort, wo so richtig stinkende Stellen am Boden sind.
Hunde schütteln sich, wann und wo es gerade für sie passt. Nein, sie bedenken dabei nicht, dass sie gerade im Fellwechsel sind und einen Teppich an Haaren auf dem Boden hinterlassen.

Hunde machen Hundesachen und zeigen hündisches Verhalten - Punkt.

Es scheint manchen Menschen ausgesprochen schwer zu fallen, das zu akzeptieren. Und, nein, das ist gewiss nicht als Freibrief gemeint, dass Hunde auf der Straße alles und jeden anpöbeln. Ist ja klar.
Doch es wäre fairer, wenn Hundehalter manchmal auch mal fünfe gerade sein lassen können. Es handelt sich bei Vierbeinern nicht um kleine Maschinen, die - einmal programmiert - nach unserer menschlichen Vorstellung durchs Leben marschieren. Die Welt geht nicht unter, wenn kurz mal ein anderer Hund angeblafft wird, weil er die Individualdistanz unterschritten hat.
Es gibt Hunde, die sich nicht ohne weiteres untersuchen lassen und die spätestens beim Tierarzt einen Maulkorb benötigen.

Und wer sich einen Hund ins Haus holt, muss damit rechnen, dass dieser auch mal an der Tür kratzt oder Schmutz reinträgt, weil er im Garten gebuddelt hat.

Hunde sind Hunde und verhalten sich so wie Hunde.

Eure Wirs

08/03/2026

In Bayern rannte ein unangeleinter Chihuahua auf eine schwangere Frau zu. Sie geriet in Panik und stürzte. Nun musste das OLG Nürnberg die Schuldfrage klären.

01/03/2026

Weil das Thema einfach so wichtig ist, veröffentlichen wir den Text nochmal:

Wie häufig heißt es: Plötzlich hat der Hund dies oder jenes getan, ohne Vorwarnung hat er gebissen, aus heiterem Himmel ging er hinter Rehen her usw. usf.

Manches würde im Zusammenleben reibungsloser verlaufen, wenn wir Menschen mehr auf die hündischen Bedürfnisse und auf das Verhalten von Hunden eingehen und achten würden. Beim intensiveren Beschäftigen mit Körpersprache und Verhalten kommt man unter Umständen dann schon frühzeitig auf die Idee, dass das ein oder andere vielleicht nicht gut tut oder anders gehandhabt werden sollte. Prävention ist das Stichwort.

Ein paar Beispiele:
Hunde mögen nicht unbedingt von jedem (fremden) Menschen angefasst werden, Hunde brauchen gerade, wenn sie neu irgendwo eingezogen sind, viel Ruhe und nicht als nächstes eine große Familienparty.

Hunde machen häufig mit, wenn ihnen für Fotos Weihnachtsmützen aufgezogen werden – bis sie vielleicht eines Tages nicht mehr mitmachen und nach vorne gehen, weil es ihnen zu viel ist, weil sie sich bedrängt fühlen, weil ihre Individualdistanz unterschritten wird.

Menschen sind manchmal stolz darauf, dass Kinder „alles“ mit dem Hund machen dürfen, weil dieser alles zulässt. Toll wäre es, wenn man häufiger hören würde, dass Eltern stolz darauf sind, dass ihre Kinder respektvoll mit Hunden umgehen und wissen, dass man nicht „alles“ mit Hunden machen soll.

Hunde „freuen“ sich vielleicht so sehr über ihren Geburtstagsknochen, dass sie ihn direkt verteidigen, zur Not mit den Zähnen. Auch ein neues Hundekörbchen kann dazu führen, dass der Vierbeiner (wenn es ein entsprechender Typ ist) „plötzlich“ meint, es dürfe keiner mehr vorbeigehen, geschweige denn sich annähern.

Ja, es kann mit dem eigenen Hund alles auch gaaanz anders sein und Kopf an Kopf-Fotos sind kein Problem – bis die Zähne vielleicht eines Tages doch einmal im Gesicht landen, weil es der unbedarfte Freund mit einem ganz anderen Hundetyp nachmachen möchte …

Hunde sind nicht zwangsläufig mit jedem Artgenossen verträglich und wollen entsprechend nicht mit jedem „spielen“.

Vor allem verändern sich Hunde im Laufe der Zeit und werden manches Mal mit dem Erwachsenwerden „anders“.

Für den eigenen Hund die Hand ins Feuer zu legen, kann so eine Sache sein.

Wir wünschen uns, dass Hunde als Hunde ernst genommen werden und darum, dass Halter wissen, wozu Hunde im Stande sein können. Die Betonung liegt auf „können“.

Bestimmt haben einige schon direkt zu Beginn, aufgehört zu lesen, weil sie sich nicht angesprochen fühlen.

Wenn am Ende zumindest ein paar Menschen nachdenklich werden, dann ist schon etwas gewonnen, wenn ein wenig mehr Achtsamkeit entsteht, ein bisschen mehr Respekt, ein bisschen mehr Verantwortungsgefühl.

Eure Wirs - mit Hlamarisa

26/02/2026

Wisst ihr, was mich richtig aufregt?

Nun, das ist so einiges, was hier auf dieser Welt passiert und mich aufregt. Das ist auch der Grund, weshalb ich kaum Breitenmedien konsumiere. Ich mag mich nicht aufregen und kann mich glücklicherweise gut abgrenzen. Weniger gut gelingt mir das beim Thema Hundeerziehung. Was mich wirklich aufregt, sind Menschen, die behaupten, alles sei mit jedem Hund möglich.

Es ist so: Mit vielen Hunden ist sehr viel möglich. Und sehr oft liegt der Schlüssel tatsächlich beim Menschen. In seiner Einstellung zum Hund. In seiner Struktur. In seiner Verbindlichkeit. Da gehe ich absolut mit.

ABER.

Es ist eben nicht immer «das andere Ende der Leine» für alles vollumfänglich verantwortlich. Und es gibt Hunde, mit denen kann man nicht alles erreichen. Nein, auch du nicht, Köbi. Ich weiss, du führst ein Rudel von 60 Hunden, allesamt natürlich ehemalige Problemhunde mit 40+ Kilo, und du erzählst gerne, dass du noch jeden Hund «hinbekommen» hast. Und wenn es irgendwo nicht klappt, dann sind es halt die unfähigen Halter. Pfeifen. Menschen, die «keine Führung» haben. Menschen, die «kein Hund» können. Menschen, die «es nicht wollen». Das klingt stark. Das verkauft sich gut. Nur hat es mit Realität wenig zu tun.

Denn Verhalten entsteht nicht im luftleeren Raum. Es entsteht aus genetischer Disposition, aus Aufzuchtbedingungen, aus epigenetischen Einflüssen, aus Lernerfahrungen, aus hypersensiblen Nervensystemen. Es gibt Hunde mit hoher Reizoffenheit, geringer Frustrationstoleranz und niedriger Schwelle zur Übererregung. Es gibt Hunde mit instabiler Stressverarbeitung.

Und nein, das ist nicht immer wegtrainierbar. Man kann viel managen. Man kann stabilisieren. Man kann verbessern. Aber man kann aus einem genetisch hochreaktiven, nervlich wenig belastbaren Hund keinen stoischen Familienbegleiter machen, der alles wegatmet.

Wieso mich das aufregt?
Weil solche Aussagen Menschen ein schlechtes Gefühl geben. Weil sie falsche Erwartungen schüren. Weil sie suggerieren: Wenn es bei dir nicht klappt, dann bist du schuld. Und das stimmt so nicht. Jedenfalls nicht immer.

Ja, es gibt Menschen, die schlecht führen. Ja, es gibt zu wenig Wissen über Hunde und fehlende Struktur. Aber es gibt eben auch biologische Grenzen. Und dann kommt Köbi und sagt: «Mit mir würde das klappen.» Wirklich, Köbi? Die Hunde, die irgendwann still aus der Gruppe und von der Bildfläche verschwunden sind, werden nämlich nicht erwähnt. Die, die nicht ins Konzept gepasst haben. Die, bei denen man gemerkt hat, dass es eben nicht nur «Führung» ist. Die sieht man nicht auf Social Media, denn gezeigt wird nur, was funktioniert.

Das ist bequem und gefährlich. Denn es erzeugt Druck. Druck auf Menschen, die ohnehin schon kämpfen und nachts wachliegen und sich fragen, was sie falsch machen.

Hundeerziehung ist kein Wettbewerb, auch wenn viele von uns ihr Geld damit verdienen. Professionell ist nicht, wer behauptet, alles sei formbar. Professionell ist, wer unterscheiden kann: Was ist trainierbar? Was ist entwickelbar? Und was ist eine Grenze, die man respektieren muss?

Nicht jeder Hund wird gesellschaftstauglich in jeder Situation. Nicht jeder Hund wird konfliktfrei. Und nicht jeder Hund ist für jedes Leben gemacht.

16/02/2026

⚠️ Sachliche Information & Aufklärung zum Tollwut-Risiko ⚠️

Wir möchten faktenbasiert über einen aktuellen Vorfall informieren und gleichzeitig zur verantwortungsvollen Adoption sensibilisieren.

Im November 2025 wurde über eine Organisation mit Sitz in Berlin ein Welpe aus Russland nach Deutschland importiert. Laut vorliegenden Unterlagen wirkte der Vorgang zunächst vollständig und seriös: Impfpass, Tollwutimpfung, Tollwut-Titernachweis sowie Transportdokumente sollen vorhanden gewesen sein.

Bei diesem Hund wurde durch das zuständige Veterinäramt ein Tollwutausbruch bestätigt. Der Welpe verstarb kurze Zeit später im Tierheim. Ein durchgeführter Schnelltest war negativ ausgefallen; erst eine weiterführende Blutuntersuchung konnte Tollwut-Erreger nachweisen. Zuvor hatte der Welpe seine Besitzerin gebissen.

Nach aktuellem Stand waren vermutlich zwei Transporte aus Russland betroffen. Alle Tiere dieser Transporte werden behördlich nachverfolgt. Für sie ist eine Tollwutquarantäne angeordnet, einschließlich Blutentnahmen zur Titerbestimmung.

Zusätzlich bestehen erhebliche Unstimmigkeiten bei den Altersangaben des Hundes: Im Impfausweis ist März 2025 als Geburtsdatum vermerkt, in den Vermittlungsunterlagen hingegen Juli 2025. Screenshots der vermittelnden Person liegen vor, in denen der Juli als korrekt bezeichnet wird. Dadurch ist ein wirksamer Tollwutschutz zum Zeitpunkt des Transports medizinisch kaum erreichbar gewesen. Dieser Widerspruch wurde den zuständigen Behörden gemeldet und wird dort geprüft, einschließlich der Frage, ob die Dokumentation ordnungsgemäß erstellt wurde.

Darüber hinaus wurde einem Veterinäramt in Berlin bereits ein früherer Fall im Zusammenhang mit derselben Organisation gemeldet, bei dem vermittelte Angaben nicht mit dem tatsächlichen Zustand eines Hundes übereingestimmt haben sollen. Die behördliche Bewertung liegt auch hier bei den zuständigen Stellen.

Dieser Fall zeigt, wie ernst das Tollwut-Risiko ist.

Für Kontakt­tiere bedeutet das häufig wochen- oder monatelange Isolation, tierärztliche Maßnahmen und nicht unerhebliche Kosten für Halter.

Tollwut ist eine lebensgefährliche und bei Ausbruch fast immer tödlich verlaufende Erkrankung für Tiere und Menschen.

Dokumente und Nachweise reduzieren Risiken, schließen sie jedoch nicht vollständig aus — etwa durch Dokumentationsfehler oder lange Inkubationszeiten.

Unser Anliegen ist Sensibilisierung, nicht Verurteilung: Wer sich für ein Tier entscheidet, sollte mögliche gesundheitliche und rechtliche Folgen kennen und sich gut vorbereiten.

Eine Adoption über ein deutsches Tierheim oder einen seriösen Tierschutzverein kann zusätzliche Sicherheit bieten, da Tiere hier untersucht, tierärztlich betreut und nach deutschen Vorgaben abgesichert werden.

Unser Ziel ist sachliche Aufklärung — damit Mensch und Tier bestmöglich geschützt sind.

07/01/2026
06/01/2026

Wenn sich ein Hund einem Menschen annähert, dann heißt das nicht zwangsläufig, dass er gestreichelt werden möchte. Es wird zwar häufig so interpretiert und es ist in unseren Köpfen, doch der Hund will unter Umständen lediglich mal vorbeikommen und schnüffeln, in uns reinfühlen, die Lage peilen – es gibt verschiedene Gründe.
Einige Hunde nehmen das Streicheln dann hin oder genießen es vielleicht sogar, einige weichen zurück, manche verschaffen sich Raum, indem sie beißen oder schnappen. Der Schrecken ist groß, wenn der Schuss nach hinten losgeht und eine abwehrende Reaktion folgt oder man sogar verletzt wird.

Wie oft heißt es dann: Der Hund wäre „hinterhältig“ (auch das ist eine Interpretation). Menschen mag das so vorkommen. Aus Hundesicht ist das Anfassen eine Schippe mehr - mehr Vertraulichkeit und Nähe. Das passt nicht für jeden Hund. Es ist so, als würde jemand, den wir gerade kennenlernen, plötzlich selbstverständlich bei uns ein- und ausgehen. Das ist bei uns Menschen auch nicht gang und gäbe, dies zu akzeptieren oder gar gut zu finden.
Manche Hunde können nur bedingt Nähe zulassen. Nicht immer ist ihre Reaktion so, wie wir sie uns vorstellen. Daher Vorsicht, wenn es heißt: "Lass den Hund herankommen, dann kannst du ihn anfassen". In manchen Fällen stimmt das, aber man kann es nicht pauschal sagen.

Das bedeutet unter Umständen, nochmal die eigene Einstellung zu überdenken, am liebsten aber nicht jedoch den Hund abzustempeln. Er hat deshalb keine "Macke", weil er sich nähert, aber nicht gestreichelt werden mag. Manchmal ist weniger mehr. Das heißt, dass wir auch mal die Hände weglassen können. Umgekehrt bedeutet es natürlich nicht, dass der Hund "alles" darf, wenn er uns auf die Pelle rückt - das ist wieder ein anderes Thema.

Eure Wirs - mit Matsefu aus dem Tierheim Viernheim

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