31/12/2018
Wir wünschen euch und euren Hunden ein guten Rutsch ins neue Jahr
Es gibt immer wieder unter Hundeleuten den Tipp, der Hund solle ignoriert werden, wenn er unsicher oder ängstlich ist. Das Thema wollen wir jetzt in der Silvesterzeit nochmal aufgreifen, wo ja einige Hunde auf das Knallen reagieren. Wir sehen das anders, denn einen Hund sozusagen allein stehen zu lassen, wenn er Unsicherheiten zeigt, das ist für die Mensch-Hund-Beziehung nicht gerade förderlich. Es ist ein toller Vertrauensbeweis, wenn sich der Hund an seinen Menschen wendet. Insofern spricht rein gar nichts dagegen, ihm zu zeigen, dass man sieht, wie es ihm geht und dass man für ihn da ist. Es wäre eher kritisch, das zu unterlassen.
Übertriebenes Bedauern (im Sinne von "ach, du Armer, oh, je, das ist ja schrecklich, dass du so Angst hast...") ist hingegen tatsächlich ungünstig und verschlechtert eher die Stimmung. Aber Nähe geben, wenn der Hund sie braucht, Mut machen, aufmuntern, halten - das ist alles ok, solange es dem Hund weiterhilft und ihn stärkt und stabilisiert.
Das nehmen wir zum Anlass, um mal wieder unser "Lalapanzi" zu erklären, was wir immer wieder bei den Hunden einbinden. Es gibt Halt und Sicherheit. Es kann unter Umständen rund um Silvester zwischendurch zum Einsatz kommen, wenn es dem Hund bekannt ist und vorausgesetzt, dass es ihm gut tut.
Sollte es neu für Euren Hund sein, dann überfallt ihn damit heute bitte nicht, sondern nehmt es als Anreiz, ihn im neuen Jahr damit langsam vertraut zu machen.
Im Zweifelsfall ist es, wie hier bei Mischlingshündin Nadua, mit Maulkorb zu üben.
Lalapanzi
Ja, was ist denn das, wird sich manch einer aufgrund des ungewohnten Begriffes fragen. Lalapanzi ist Shangaan und meint: schlafen gehen, ausruhen, zur Ruhe kommen.
Es handelt sich dabei um eine Halte-Übung. Gemeint ist folgendes: Der Mensch kniet, der Hund ist seitlich neben ihm (rechts oder links, wie es angenehmer ist). Ein Arm ist über den Rücken des Hundes gelegt und die Hand ruht zwischen Brustkorb und Oberarm. Die andere Hand liegt vorne auf der Brust. Der Hund wird dadurch also eingerahmt.
Und dann? Dann passiert nichts, also nicht viel – und für den, der sich darauf einlassen kann, ist es eine Menge. Es braucht nun vor allem Bauchgefühl. Die Kunst ist es, da zu sein – bei sich, aber auch beim Hund, ohne etwas Bestimmtes zu wollen. Es gilt, nichts zu erwarten und stattdessen hinein zu fühlen in die eigene Atmung und in die des Hundes. Nähe zu geben und die Nähe des anderen zu spüren. Da sein und Halt geben. Dafür braucht es die eigene innere Ruhe und Entspanntheit und eine entsprechende Atmung. Und das Ausblenden des Umfeldes - Unterhaltungen sind in diesen innigen Momenten fehl am Platz.
Die Haut ist ein ausgesprochen sensibles Organ und so kann hierüber besonders gut für Entspannung gesorgt werden. Unterstützt wird dieser Prozess durch das Bindungshormon Oxytocin, welches dabei ausgeschüttet wird. Es entsteht dadurch ein höchst angenehmes Gefühl und der Hund kann besser mit schwierigen Situationen umgehen. Der Kontrolletti kann lernen los zu lassen, der Ängstliche findet Halt beim Menschen, psychische Belastungen werden schneller wieder aufgelöst.
Es lohnt sich, das Lalapanzi erst einmal in ruhigen Momenten durchzuführen. Irgendwann ist es dann so vertraut, dass der Hund es in schwierigen Momenten umso besser annehmen kann.
Euer HA-Team