Land-Training für Mensch und Hund

Land-Training für Mensch und Hund Hundetraining kompetent und einfühlsam. Special: Ausbildung zum Reitbegleithund

Erziehung, Beschäftigung, Bindung - ein abwechslungsreiches, spannendes und strukturiertes Training für Hunde jeden Alters.

Jetzt bekommen beide Hunde schon Anti-Zecken Tabletten und zusätzlich tragen sie noch ein Anti-Zecken Halsband "100% nat...
16/05/2026

Jetzt bekommen beide Hunde schon Anti-Zecken Tabletten und zusätzlich tragen sie noch ein Anti-Zecken Halsband "100% natürliche Wirkstoffe, von Tierärzten entwickelt, hochwirksam" und trotzdem haben beide weiterhin Zecken. Nicht nur Biko. Ich bin etwas ratlos, was ich noch machen kann 🤔

29/04/2026

Warum der Hund jagt - und der Wolf nicht

Wir haben einen schönen Clip für euch, indem wir euch einen großen Unterschied zwischen Wolf und Hund zeigen können:

die Hunde hetzen -
und der „Wolfhybrid“ nicht.

Aber wie kann das denn sein?

Da der Hund vom Wolf abstammt, hat der doch bestimmt seinen „extremen Jagdtrieb“ von ihm geerbt. Und Hunde jagen - wie wir wissen - ja „alles und immer“.
Also ist das beim Wolf doch auch so …

Nö.

Tatsächlich mussten wir ziemlich an dem Hund „herumbasteln“ - im Rahmen der Domestikation - damit der überhaupt so jagt, wie wir das wollen.
Der Wolf tut das nämlich nicht.
Jedenfalls nicht so wie unsere Hunde.

Natürlich hat der Wolf einen „Jagdtrieb“ - der Unterschied liegt aber darin, wie sein Jagdverhalten organisiert und wie es ausgelöst wird.

Menschen, die befürchten, von einem Wolf auf ihrem Fahrrad „gejagt und erbeutet“ zu werden, sollten hier nun besonders gut aufpassen:

beim Wolf ist die Jagd eine geschlossene (!) Verhaltenskette (darüber haben wir schon etwas gepostet als es um den Hamburger Wolf ging).
Also so:
Orientieren - Einschätzen(!) - Anschleichen - Hetzen - ggf. Zugriff - Töten -

Diese Verhaltenskette wird nur dann „aktiviert“, wenn es sich lohnt (Energie), ein einzelner Reiz, selbst eine Fährte oder eine Bewegung werden gefiltert und - vor allem - bewertet!

Augustin läuft hier (im Reel) nicht mit den jagenden Hunden mit - er fragt (bewertet), ob sich das lohnt (Fuchsfährte ist schon einige Stunden alt!).

Und die Hunde?
Die jagen!

Denn, die Verhaltenskette wurde im
Rahmen der Domestikation „zerteilt“ beziehungsweise fragmentiert.
Einzelne Sequenzen wurden hypertrophiert, also übermäßig verstärkt, und - wichtig - vom ursprünglichen Zweck (Jagdbeute) entkoppelt.

Warum?
Weil wir Hunde für bestimmte Zwecke brauchten, zum Beispiel wie hier (Reel) zu sehen für die Fährtenarbeit, zum Stöbern, für die Jagd.
Aber auch der Hütehund ist so entstanden - indem gewisse Jagdszenen hypertrophiert wurden.

Und das bedeutet, dass unsere Hunde schon auf einzelne kleinste Reize, wie beispielsweise ein Geruch, eine Bewegung (den schnellen Fahrradfahrer!) mit starken, und extrem selbstbelohnenden Verhalten reagieren - auch ohne funktionalen Sinn dahinter (immerhin: der Fahrradfahrer soll nicht (unbedingt) gefressen werden … 😉 ).

Selbstbelohnend - weil die entkoppelten Jagdsequenzen durch das hündische Belohnungssystem verstärkt werden - das Ergebnis sehen wir hier:
schon das Stöbern empfinden die Hunde (gerade die Dackel) als Highlight, sie brauchen nicht (mehr) den Erfolg der Jagd.

Mit einem Wolf wäre eine gemeinsame Jagd, so wie wir sie kennen, ziemlich mühselig.
Der prüft nämlich genau, ob es sich überhaupt lohnt.
Man spricht hier von einer „primär bedarfsgekoppelten intrinsischen Motivation“.

Der Wolf jagt also nicht einfach so, zb weil er eine schnelle Bewegung wahrnimmt (oder die alte Fuchsfährte bemerkt). Das wäre viel zu riskant und eine Energieverschwendung.
Er bewertet zuvor. Und benötigt mehrere bestimmte Faktoren die sein Jagdverhalten überhaupt auslösen.

Ein Mensch auf dem Fahrrad gehört übrigens nicht dazu.

Der (wohl immer) hungrige Wolf

Tja. Das hören wir ja ganz oft.
Augustin sei ja satt. Das könnte man ja gar nicht vergleichen.
(Satt ist er hier übrigens ganz und gar nicht).

Und Hunger ist auch nicht ganz so ausschlaggebend wie viele denken.
Leider wird der Wolf aber häufig nur auf das Fressverhalten reduziert -

In der Verhaltensbiologie gilt Hunger als „motivationaler Grundzustand“. Das heißt, er kann Verhalten verstärken, aber bestimmt Verhalten nicht allein!

Hunger erhöht zwar die Bereitschaft zu jagen - (und unsere zum Kochen) - aber er ersetzt niemals die Bewertung, also:
RISIKO, Aufwand, und Beutetyp!

Das heißt, ein hochspezialisiertes Raubtier verliert bei Hunger nicht den Verstand - er frisst deshalb nicht kleine fahrradfahrende Kinder.
Weil er eben trotzdem nicht wahllos (und kopflos) jagt!
Er bleibt reguliert um zu bewerten.

Aber: der Hund tut das. Er jagt hinterher.
Weil Jagen sich guuuut anfühlt.

Ihr seht, nicht alles, was wir heute beim Hund sehen, stammt direkt vom Wolf, erst recht lässt sich nicht einfach alles auf bloße „Instinkte‘ reduzieren.
Vieles haben wir verändert, durch die Domestikation.

Und je genauer wir hinsehen, desto klarer werden die Unterschiede in ihrem Verhalten.
Und genau diese Unterschiede zu verstehen, ist der Schlüssel für ein friedliches Zusammenleben mit dem „Urvater“ unserer geliebten Hunde.

Statt zu jagen, hat Augustin sich nur wieder in den Hinterlassenschaften von Meister Reineke gewälzt. Warum, verrät er uns gerne mal wann anders.

Also:
Wie wir im Reel so schön sehen, gibt es beim Wolf nicht den simplen Auslöser - Augustin rennt hier nicht einfach mit. Obwohl die Hunde rennen.
Weil der Wolf sich reguliert, Reize bewertet, bevor Verhalten ausgelöst wird.

Das erklärt auch, dass bei Wolf-Hund-Mischlingen (Wolfhunden) sowohl kontrolliertes, abwartendes Verhalten (wie beim Wolf), aber auch das reaktive Verhalten (wie beim Hund) auftreten kann - je nach genetischer Veranlagung (und natürlich Sozialisation+Lernerfahrung!).


PS
Ach, kleine (womöglich wuschelige) hetzende Hunde im Wald kann ein Wolf durchaus als Beute (oder als Konkurrenz!) bewerten!
Daher:
lasst eure Hunde - auch wegen der anderen Wildtiere - nicht einfach so im Wald Spurjagen oder Hetzen!

Und, denkt immer dran, durch operante Konditionierung kann sich Jagdverhalten beim Hund schnell verstärken und festigen - also wenn es sich für ihn gut anfühlt (Erfolgserlebnisse).

(Ja, der Wolf lernt natürlich auch operant. Aber bei ihm ist viel entscheidender (er prüft stärker), ob sich Verhalten wirklich lohnt!).

Foto: ein nicht alles kopflos jagendes Raubtier


Es gibt blödere Orte auf seine Schüler zu warten 😉 Co-Trainer Biko ist heute auch im Einsatz.
15/04/2026

Es gibt blödere Orte auf seine Schüler zu warten 😉 Co-Trainer Biko ist heute auch im Einsatz.

Eine Studie aus dem Jahr 2020  belegt erstmals eine artspezifische Synchronisation von Langzeit-Stressbelastung. Akuter ...
14/02/2026

Eine Studie aus dem Jahr 2020 belegt erstmals eine artspezifische Synchronisation von Langzeit-Stressbelastung. Akuter Stress ist bekanntermaßen sowohl unter Menschen als auch zwischen Individuen anderer Arten stark ansteckend. In der Studie wurde die Langzeit-Stress-Synchronisation bei 58 Mensch-Hund-Paaren untersucht. Dazu wurde die Cortisolkonzentration im Haar (HCC) zu zwei verschiedenen Zeitpunkten bestimmt, um die Werte der vorangegangenen Sommer- und Wintermonate widerzuspiegeln. Die Ergebnisse zeigten signifikante interspezifische Korrelationen im Hinblick auf Langzeitstress.
Interessanterweise hatten weder das Aktivitätsniveau der Hunde noch die Anzahl der Trainingseinheiten pro Woche Einfluss auf die HCC, was darauf hindeutet, dass die HCC-Werte nicht mit allgemeiner körperlicher Aktivität zusammenhängen. Zusätzlich zeigte sich ein saisonaler Effekt der HCC. Während die Persönlichkeit der Hunde nur geringe Auswirkungen auf ihre HCC hatte, beeinflussten die menschlichen Persönlichkeitsmerkmale Neurotizismus, Gewissenhaftigkeit und Offenheit die HCC der Hunde signifikant. Daher gehen wir davon aus, dass Hunde in hohem Maße den Stresspegel ihrer Besitzer widerspiegeln.

Für mich folgt einmal mehr daraus, mir meiner Verantwortung gegenüber meine Hunden bewusst zu sein. Sie verstehen unsere Gefühle nicht nur, sie nehmen sie geradezu körperlich auf.

(Foto von Jelle in freudiger Erwartung)

(Nachlesbar hier: https://www.nature.com/articles/s41598-019-43851-x?utm_source=chatgpt.com)

Der Herr trägt Bart - mit Eis- Deko 😅
10/01/2026

Der Herr trägt Bart - mit Eis- Deko 😅

Ein spannendes Thema, dass sich mit meinen Erfahrungen deckt vom Kollegen gut zusammengefasst.  Wie das Mikrobiom das Hu...
28/11/2025

Ein spannendes Thema, dass sich mit meinen Erfahrungen deckt vom Kollegen gut zusammengefasst.

Wie das Mikrobiom das Hundeverhalten beeinflusst | Schwerin

Die Beziehung zwischen dem Darmmikrobiom und dem Gehirn ist ein spannendes Thema der aktuellen Forschung – nicht nur beim Menschen, sondern auch bei Hunden. Diese sogenannte Darm-Hirn-Achse beschreibt eine komplexe, bidirektionale Kommunikation zwischen dem Darm und dem zentralen Nervensystem, die...

Abendspaziergang mit den Hunden durch den Wald. Ohne Leine, die Hunde im Radius von 2-3 Metern bei mir, trotz Rascheln i...
04/11/2025

Abendspaziergang mit den Hunden durch den Wald. Ohne Leine, die Hunde im Radius von 2-3 Metern bei mir, trotz Rascheln im Unterholz, ohne Kontrolle, einfach nur Zusammensein.
Ich bin sehr dankbar, dass das mit meinen Beiden so entspannt möglich ist und liebe sie dafür um so mehr 😍
Und weiß auch, dass dieses gegenseitige Vertrauen nicht selbstverständlich ist sondern über unsere gemeinsamen Jahre erarbeitet wurde.
So sollte das Ergebnis von "Hundetraining" sein: nichts mehr sagen müssen, nur die Verbundenheit fühlen, egal wo man ist. 🥰

Mein "Beuteschema" würde sie erfüllen 😉 So eine süße Maus, da sollte sich doch eine geeignete Familie finden.
30/10/2025

Mein "Beuteschema" würde sie erfüllen 😉 So eine süße Maus, da sollte sich doch eine geeignete Familie finden.

Meine beiden Co-Trainer. So gut kann Mensch einem Hund niemals etwas erklären wie ein anderer Hund. Ich bin sehr froh, d...
24/10/2025

Meine beiden Co-Trainer. So gut kann Mensch einem Hund niemals etwas erklären wie ein anderer Hund. Ich bin sehr froh, dass meine zwei irgendwie immer genau wissen, was gerade Sache ist und sich als Co-Trainer auch tatsächlich anders verhalten als manchmal im Alltag, wo sie klar auch ihre eigenen Bedürfnisse anmelden. Als Co-Trainer sind sie darauf fokussiert, mir zu assistieren. Ich finde es großartig, denn es hilft sowohl meinen Kunden hündische Kommunikation besser zu verstehen, als auch den Hunden, wenn ein Dolmetscher hilft.
Jelle und Biko haben beide auch ein individuelles "Fachgebiet", sodass ich jeweils den einen oder die andere mitnehmen kann.
Und wenn deren Potential ausgeschöpft ist, darf ich mir dankenswerterweise auch ab und zu Entlebucher Hündin Luna von Torsten Ecklebe ausleihen, die ebenfalls einen super Job macht, nur manchmal einfach zu nett ist.

Adresse

Bonn
53229

Öffnungszeiten

Montag 08:00 - 19:00
Dienstag 08:00 - 19:00
Mittwoch 08:00 - 19:00
Donnerstag 08:00 - 19:00
Freitag 08:00 - 19:00
Samstag 08:00 - 18:00

Telefon

+4915141293939

Benachrichtigungen

Lassen Sie sich von uns eine E-Mail senden und seien Sie der erste der Neuigkeiten und Aktionen von Land-Training für Mensch und Hund erfährt. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht für andere Zwecke verwendet und Sie können sich jederzeit abmelden.

Hervorgehoben

Teilen

Kategorie